1. Einleitung 3
2. Definitionen und Begriffsklärungen 4
3. Historischer Rückblick auf PTBS mit erklärenden Beispielen 7
4. Mögliche Auslöser für PTBS im Allgemeinen und in der Seefahrt
im Besonderen (mit Beispielen) 8
5. Diagnose und empfohlene Behandlungsmöglichkeiten unter
Berücksichtigung ihrer Durchführbarkeit an Bord Seegehender Schiffe 13
6. Ausblick auf die mögliche Entwicklung der Behandlung
traumatisierender Ereignisse in der Seefahrt und Zusammenfassung 16
7. Literatur und Quellen 17
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1. Einleitung
Das Posttraumatische Stresssyndrom (engl. Posttraumatic Stress Disorder, Abk.: PTSD) ist in der Literatur auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, z.B. Posttraumatisches Belastungssyndrom Belastungsstörung. Die WHO bezeichnet diese Krankheit in ihrem Standardwerk „Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, Version 2008“ (ICD-10) als Posttraumatische Belastungserkrankung.
Andere geläufige Bezeichnung stehen in direktem Zusammenhang mit den entsprechenden traumatischen Vorfällen und werden nur für Betroffene verwendet, die diesen speziellen Situationen ausgesetzt waren. Die bekanntesten und in gewisser Weise auch selbsterklärend dürften das Golfkriegssyndrom, das Post Vietnam Syndrom oder das KZ-Syndrom sein. Hier lassen die Bezeichnungen schon eindeutig erkennen, welchen traumatischen Ereignissen die Personen ausgesetzt waren. Da im internationalen Gebrauch üblicherweise die englische Bezeichnung genutzt wird, werde ich dies hier ebenfalls tun, und mich aus Gründen der besseren Übersicht und Lesbarkeit auf die Abkürzung PTBS beschränken.
Die Krankheit selbst wird auch in der heutigen Zeit häufig nicht oder zu spät erkannt und von vielen Unbeteiligten oft nicht ernst genug genommen, und obwohl es in der Seefahrt genügend Beispiele für traumatisierend wirkende Ereignisse gibt, ist kaum etwas über die psychische Versorgung, Nachsorge oder Behandlung betroffener Personen bekannt.
In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen PTBS im Allgemeinen etwas näher zu bringen, und die Rolle von PTBS in der Seefahrt deutlich zu machen. An Stellen die mir geeignet erscheinen werde ich versuchen den Umgang mit PTBS in der Seefahrt einem einfachen Vergleich zu unterziehen, wobei ich mich hierbei auf eine vergleichende Betrachtung im Umgang mit PTBS beim Militär beschränken werde, da ich mich hier auf meine langjährige, persönliche Erfahrungen als Angehöriger der Bundeswehr 1 stützen kann.
1 12 Jahre Zeitsoldat, davon 11 Jahre in Führungspositionen
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2. Definitionen und Begriffsklärungen
Bevor ich PTBS im Zusammenhang mit der Seefahrt etwas genauer betrachte, halte ich es für sinnvoll die grundlegenden Begriffe in Bezug auf diese Erkrankung eindeutig mit Hilfe von allgemein anerkannten Definitionen zu erklären. post (lateinisch): hinter, nach Trauma (griechisch): Wunde In Bezug auf PTBS spricht man auch von Psychotrauma und Dr. Dr. H.-P. Kapfhammer liefert dazu folgende Definition:
"Als Trauma wird ein Ereignis definiert, das für eine Person entweder in direkter persönlicher Betroffenheit oder indirekter Beobachtung eine intensive Bedrohung des eigenen Lebens, der Gesundheit und körperlichen Integrität darstellt und Gefühle von Horror, Schrecken und Hilflosigkeit auslöst. Ein posttraumatischer Stress umfasst sowohl psychische als auch somatische Symptome, die auf die Konfrontation mit einem Trauma folgen." Kapfhammer, H.-P. (2000): Angststörungen. In: H.-J. Möller, G. Laux, H.-P. Kapfhammer (Hrsg.): Psychiatrie und Psychotherapie, S. 1185ff. Springer-Verlag Stress (englisch): Druck, Anspannung Belastung (Psychologie) „Psychische Belastungen sind von außen auf eine Person einwirkende psychologische Größen, die zu einer Beanspruchung des Menschen führen. Falls die Belastung starken Einfluss auf die Psyche der Person ausübt und diese über einen längeren Zeitraum anhält nennt man diese Belastung Stress.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Belastung_%28Psychologie%29 Disorder (englisch): Leiden, Störung Das Syndrom (griechisch 1*/! µ , von 1#~, syn~: zusammen~, mit~ und /!)µ ", drómos: der Weg, der Lauf): ist in der Medizin das gleichzeitige Vorliegen verschiedener Merkmale (Symptome), zum Beispiel Krankheitssymptome, mit meist einheitlicher Ätiologie (= Ursachen) und wenig bekannter Pathogenese. http://de.wikipedia.org/wiki/Syndrom
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Die WHO ordnet PTBS gem. ICD-10 allgemein den Psychischen und Verhaltensstörungen (F00 – F99) zu, dort speziell den Neurotischen, Belastungs-und somatoformen Störungen (F40 – F48) und liefert auch eine zusammenfassende Diagnose des Krankheitsbildes, die für diese Arbeit als umfangreiche Definition geeignet ist.
„ Posttraumatische Belastungsstörung Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.“ Internationale Statistische Klassifikation
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Daniel Kullick, 2008, Das Posttraumatische Stresssyndrom in der Seefahrt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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