Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1. Ansätze und Probleme für empirische Forschungen in den
Geisteswissenschaften am Beispiel der Literaturwissenschaft 4
1.1 Methoden zur Untersuchung von menschlichen Reaktionen und
persönlichen Eindrücken 5
2. Drei Aufsätze zur theoretisch - empirischen Untersuchung sprechkünstlerischer
Äußerungen 6
2.1 Gerhart Lindner: „Zur emotionalen Dimension der lautsprachlichen
Kommunikation 6
2.1.1 Sprechen als erlernte Leistung 6
2.1.2 Physiologisch - psychologische Grundlagen der Emotionalität 6
2.1.3 Überwiegen der rationellen Komponente in der Betrachtung
der Sprache 7
2.1.4 Die Herangehensweise bei der Erforschung der Lautsprache 7
2.1.5 Merkmale der Emotionalität 8
2.1.6 Zielrichtung für die Sprachsynthese 9
2.2 Rodmonga K. Potapowa: „Sprechtempo und Sprechstile im Deutschen“ 9
2.2.1 Die Sprechstile 9
2.2.2 Der Lautverringerungskoeffizient 10
2.2.3 Das Experiment 11
2.2.4 Auswertung 11
2.3 W. F. Sendlmeier: „Phonetische Reduktion und Elaboration bei
emotionaler Sprechweise“ 11
2.3.1 Vorüberlegungen 11
1
2.3.2 Experiment 12
2.3.3 Auswertung 13
2.3.3.1 Lage der Formantfrequenzen 13
2.3.3.2 Messung von VOT und Okklusionsphase der Plosive 13
2.3.3.3 Akzentstruktur 14
2.3.3.4 Zeitliche Ausdehnung der Sätze 14
2.3.3.5 Segmentepenthese und -elision als Funktion
des Sprechtempos 14
2.3.4 Ausblick 14
Literaturverzeichnis 16
2
Vorwort
Unter dem Thema „Möglichkeiten der theoretisch - empirischen Untersuchung sprechkünstlerischer Äußerungen „ konnte ich mir zuerst nur sehr wenig vorstellen. Aber im Grunde geht es einfach darum, empirisch zu beweisen, daß auch beim Sprechen der Ton die Musik macht. Daß sich die Emotion einer Äußerungen nicht nur durch Hermeneutik feststellen läßt, sondern sich durchaus auch im Tonsignal niederschlägt. Im ersten Teil möchte ich allgemeine Ansätze und Probleme für empirische Forschungen in den Geisteswissenschaften aufzeigen, die ich am Beispiel der Literaturwissenschaft näher erläutere. Im zweiten Teil möchte ich drei Aufsätze aus der aktuellen sprechwissenschaftlichen Forschung vorstellen, die sich mit der Frage befassen, warum man überhaupt bestrebt ist, die Emotionalität mit empirischen Parametern im Schallsignal nachzuweisen und wie man dies versucht.
3
1. Ansätze und Probleme für empirische Forschungen in den Geisteswissenschaften am Beispiel der Literaturwissenschaft
Die im folgenden vorgestellten allgemeinen Ansätze und Probleme für empirische Forschungen in den Geisteswissenschaften kann man auch für die Untersuchung einer sprechkünstlerischer Äußerungen in der Sprechwissenschaft gelten lassen. In diesem Abschnitt soll aufgezeigt werden, wie man von einer rein hermeneutischen Lehre (d.h. von nicht zu wiederholenden, rein persönlichen Erfahrungswerten) zu empirischen Forschungen kommt. Soweit nicht anders angegeben ist der folgende Text aus Viehoff 1981, 10-24.
Vor allem in letzter Zeit gab es Diskussionen in der Literaturwissenschaft, das Leseverhalten nach den Kriterien einer exakten Wissenschaft zu untersuchen und die hermeneutischen Verfahren zu erweitern. Hierbei sind aber folgende Probleme zu erwarten:
1. Wenn die Literaturwissenschaft eine Geisteswissenschaft ist, dann unterscheidet sie sich grundsätzlich in ihrem Gegenstandsbereich von den erfahrungswissenschaftlichen Naturwissenschaften, weil ihre Gegenstände immateriell (Sprache) und
interpretationsbedürftig (Sinn) sind. Das Erkenntnisinteresse zielt nur nach Sinnverstehen. Dieses Interesse kann aber nur durch einen hermeneutischen Bezug zur vorwissenschaftlichen Erfahrungswelt befriedigt werden.
2. Wenn empirische Methoden auf die Überprüfung von Gesetzeshypothesen festgelegt sind, dann schränken sie methodisch die Erfahrungsmöglichkeiten der Literaturwissenschaft derart ein, daß die Rekonstruktion von Sinnzusammenhängen, zumal historischen, nicht befriedigend möglich ist.
Die Lösung des Problems könnte sein, den Gegenstandsbereich der Literaturwissenschaft neu zu definieren. Dies kann entweder in handlungs- (nicht nur literarische Texte werden untersucht, sondern alle Handlungen von Produzent und Rezipient) oder gesellschaftstheoretischer (Literaturprozeß und Forschungsprozeß müssen auf einen beide umfassenden Begriff von Gesellschaft bezogen sein) Weise geschehen. Andere Wissenschaften arbeiten schon länger erfolgreich mit empirischen Daten (Soziologie, Psychologie). Hier kann man ebenfalls Informationen zur Herangehensweise bekommen. Ein weiteres Problem ist aber, dass die Evidenz einer Aussage über einen Text (oder über den emotionalen Gehalt einer sprechkünstlerischen Äußerung) nur subjektiv nachvollziehbar, nicht aber, wie es die Logik des empirischen Forschungsprozesses fordert, intersubjektiv
4
Arbeit zitieren:
Claudia Langosch, 2002, Möglichkeiten der theoretisch-empirischen Untersuchung sprechkünstlerischer Äußerungen, München, GRIN Verlag GmbH
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