Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS II
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS. IV
1. EINLEITUNG 1
2. FERNSEHMARKT. 3
2.1 Konzentration im TV-Input-Markt 4
2.1.1 Horizontale Konzentration im TV-Input-Markt 5
2.1.2 Vertikale Konzentration 7
2.1.3 Deutsche Eventfilmproduktionsunternehmen 7
2.2 Eigenschaften einer Fernsehproduktion 9
2.3 Zuschauermarkt 10
2.4 Entwicklung im Bereich der Mehrteilerproduktionen 11
3. CHARAKTERISIERUNG EINER EVENTFIL-MPRODUKTION 15
3.1 Begriffe 15
3.2 Moderne Eventfilmproduktionen. 16
3.2.1 Abgrenzung Doku-Drama 18
3.2.2 Abgrenzung mehrteiliger Fernsehfilm 19
3.3 Visuelle Ebene der Eventfilmproduktion. 19
4. UMSETZUNG EINER EVENTFILMPRODUKTION. 21
4.1 Produktionsformen. 22
4.2. Finanzierung einer Eventfilmproduktion 23
4.2.1 Finanzierung durch den Sender 24
4.2.2 Filmförderungsanstalten. 26
4.2.3 Filmfinanzierungsfonds. 27
4.3 Cross-Media-Verwertung und Refinanzierung 29
4.3.1 Cross-Promotion 30
4.3.2 Zweitverwertung nach Erstausstrahlung 31
5. PRAXISBEISPIEL „DAS WUNDER VON LENGEDE“ 33
5.1. Story 33
5.2 Budget, Finanzierung und Verwertung 34
6. FAZIT. 36
II
LITERATURVERZEICHNIS 38
Internetquellen 39
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 41
III
Abkürzungsverzeichnis
AGF Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung ARD
Bspw. beispielsweise DW Deutsche Welle EOS Events On Screen FFA Filmförderungsanstalt FFG Filmförderungsgesetz GfK Gesellschaft für Konsumforschung GFP German Film Productions i.d.R. in der Regel KEK
KI.KA Der Kinderkanal RTL Radio Télé Luxembourg sog. sogenannt(e) TKP Tausender-Kontakt-Preis u.a. unter anderem UFA Universum Film AG VFX visuelle Effekte WDR Westdeutscher Rundfunk ZDF Zweites Deutsches Fernsehen
IV
1. Einleitung
Mehrteilige Fernsehfilme feiern seit einigen Jahren große Erfolge im deutschen Fernsehmarkt und erfreuen sich hoher Beliebtheit in der Zuschauergunst. Dieses Phänomen ist angesichts der Häufung von „Doku-Soap“- und „Reality-Formaten“ erstaunlich. Eine Krise der Gattung Fiction wurde des Öfteren herbeigeredet, die monumentalen Erfolge von sog. Event-Fernsehfilmen widersprechen dieser Auffassung jedoch deutlich. Da stellt sich die Frage, wie der anhaltende Erfolg derartiger Fernsehfilme zu begründen ist. Liegt es an der äußerst sorgfältigen Themenauswahl? Oder vielleicht an der visuellen Umsetzung? Oder kann diese Entwicklung einfach als vorübergehender Trend abgetan werden? Die Frage, welche Veranlassung Fernsehsender haben, die Hälfte einer 8 Mio. Euro teuren Produktion für einen TV-Zweiteiler zu zahlen, soll u.a. untersucht werden. Außerdem muss hinterfragt werden, warum so teuer fürs Fernsehen produziert wird und nicht gleich der Schritt zum Kino gewagt wird. Denn die Eventfilmproduktionen heben sich deutlich von konventionellen Fernsehfilmen ab. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, dass bisher wenig untersuchte Genre und die Entwicklung der Produktion des Event-Fernsehfilms von mehreren Seiten zu beleuchten und dadurch einen umfassenden Blick auf den derzeitigen Status Quo zu ermöglichen. Diese Arbeit geht in drei grundlegenden Schritten vor. Zunächst werden im 2. Kapitel die Grundstrukturen des deutschen Fernsehmarkts dargelegt und Spezifika bezüglich des Eventfilms rausgearbeitet. Besonders die Konzentrationsentwicklung im Markt wird vor diesem Hintergrund genauer beleuchtet, da untersucht werden muss, inwiefern derart teure Produktionen in Abhängigkeit von TV-Sendern entstehen. Anschließend werden die relevanten deutschen Unternehmen kurz portraitiert. Einen wichtigen Stellenwert im 2. Kapitel nimmt die Definition des Begriffes „Fernsehproduktion“ ein, da ein solcher Begriff zahlreiche Auslegungsmöglichkeiten hat. Im 3. Kapitel, das eine Charakterisierung des „Event-Fernsehfilms“ vorsieht, werden zu Beginn diverse verwandte Begriffe erläutert und abgegrenzt, um im Anschluss den Begriff „Event-Fernsehfilm“ definieren zu können. Hier wird er auch scharf abgegrenzt zu ähnlichen Produktionsgattungen. Der letzte Punkt in Kapitel 3. befasst sich mit der visuellen Charakterisierung eines Eventfilms. Das 4. Kapitel setzt sich mit der Umsetzung eines Eventfilms auseinander. Zu diesem Zweck werden verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung aufgezeigt, die grundsätzlich Bausteine erfolgreicher Produktionen sind. Zu Beginn des 4. Kapitels werden noch Produktionsformen spezifiziert, die in der TV-Input-Herstellung konventionell sind. Der Punkt 4.3. befasst sich mit der Vermarktung und Verwertung des fertigen TV-Eventfilms. Die Cross-Media Strategie
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spielt hier eine wichtige Rolle, insbesondere ihre Teilkomponente, die Cross-Promotion eines TV-Senders. Mit der nationalen und internationalen Verwertung des Produkts schließt dieses Kapitel ab. Das 5. Kapitel portraitiert die erfolgreiche deutsche Eventfilmproduktion „Das Wunder von Lengede“ und ihren strukturellen Aufbau von der Finanzierung bis hin zur Vermarktung. Dieses Beispiel beruht auf den Informationen der Firma Zeitsprung Entertainment GmbH, die im Anhang zu finden sind.
Die wichtigsten Quellen dieser Arbeit bestanden in der von Bastian Clevé herausgegebenen Reihe „Produktionspraxis“, die in zahlreichen Ausgaben und verschiedenen Autoren einen umfassenden Überblick über die Herstellung von Fernsehfilmen verleiht. Des Weiteren ist das Standardwerk „Praxishandbuch Fernsehen“ von Eric Karstens und Jörg Schütte zu nennen, das sich durchdringend mit dem Medium TV auseinandersetzt. Neben weiteren Werken der Medienwirtschaft, bot das Internet einen reichen Fundus an geeigneten Information zum Thema. Da das Thema in dieser Form kaum wissenschaftlich bearbeitet worden ist, musste zwangsläufig vieles Aktuelles im Internet recherchiert werden. Außerdem bot die Zeitschrift „Medienbulletin“ in ihrer Rubrik „TV Business“ einen ausführlichen Überblick über die Aktivitäten der Eventfilmproduzenten in den letzten Jahren.
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2. Fernsehmarkt
Der deutsche Fernsehmarkt wird nach wie vor dominiert von der dualen Aufteilung in öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Sendergruppen. In den letzten Jahren gab es jedoch einige Umstrukturierungen im privaten Sektor. Da der Pay-TV-Bereich in der Entwicklung von Eventfilmen keine Rolle spielt, wird er hier vernachlässigt. Beginnend mit der Sendergruppe Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) kommt diese der verfassungsrechtlich festgelegten sog. Grundversorgung nach. Als Zusammenschluss von neun staatsunabhängigen Landesrundfunkanstalten und der Deutschen Welle (DW) dient die ARD „der Information, der Bildung und der Unterhaltung aller Bürger“(o.V. (2003): Zehn Rundfunkanstalten: Eine erfolgreiche Gemeinschaft - Organisation (Web).). Auf regionaler Ebene, sowie landesweit und bundesweit findet eine Versorgung mit Hörfunk und Fernsehen statt. Der Marktanteil lag im Jahr 2004 bei 13,9 % (s. Abb. 1.). Das TV-Programmvolumen liegt bei etwa 260 Stunden täglich, wenn alle Sender des Verbunds berücksichtigt werden. Das jährliche, größtenteils gebührenfinanzierte Budget der ARD beträgt 6,1 Mrd Euro (vgl. o.V. (2003): Zehn Rundfunkanstalten: Eine erfolgreiche Gemeinschaft - Organisation (Web).). Da die ARD als Koproduzent von Eventfilmen auftritt, ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll die prozentuale Sendedauer von Fiction zu ermitteln. Diese betrug im Jahr 2004 28,7 % (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 23f.). Als einziger öffentlich-rechtlicher Konkurrenzsender zur ARD besteht seit 1963 das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) mit seinem Sitz in Mainz. Das ZDF ist nicht wie die ARD föderal organisiert, sondern es strahlt ein einheitliches Fernsehprogramm aus. Das ZDF hat Beteiligungen an den Spartenkanälen Arte, Kinderkanal (KI.KA), Phoenix und 3Sat (vgl. o.V. (2006): Mit dem zweiten sieht man besser (Web).). Der Marktanteil des ZDF lag 2004 bei 13,6 % (s. Abb. 1.). Der Anteil von Fiction am Programm vom ZDF betrug im selben Jahr 26,7 % (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 23f.).
Im Bereich der privaten, werbefinanzierten Senderfamilien gibt es eine klare Zweiteilung. Auf der einen Seite steht die vom Gütersloher Medienunternehmen Bertelsmann AG geführte international ausgerichtete RTL Group. Sie hält in Deutschland Anteile an den Sendern RTL, RTL II, VOX und n-tv. Außerdem stehen einige große Produktionsunternehmen unter der Kontrolle der RTL Group: u.a. UFA Filmproduktion GmbH, Grundy Light Entertainment GmbH sowie teamWorx Television & Film GmbH. Der Hauptsitz der RTL Group ist in Luxemburg (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 28.). Der Marktanteil des
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größten Senders RTL betrug im Jahr 2004 13,8 % (s. Abb. 1.). Der Anteil von Fiction am Gesamtprogramm beträgt 24,7 % (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 23f.). Auf der anderen Seite steht die von der us-amerikanischen P7S1 Holding L.P. und der deutschen Axel Springer AG kontrollierte Sendergruppe ProSiebenSAT.1 Media AG aus Unterföhring. Sie hat mit den Sendern Sat.1 und ProSieben zwei Vollkanäle in der deutschen Fernsehlandschaft etabliert. Außerdem gehören der Spartenkanal Kabel 1 und der Nachrichtensender N 24 zu der ProSiebenSat.1 Media AG (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 32). Der Marktanteil von Sat.1 betrug 2004 10,3 %, der von ProSieben 7,0 % (s. Abb. 1). Der Anteil von Fiction am Programm von Sat.1 betrug 23,1 %, bei ProSieben 27,0 % (vgl. o.V. (2005): Media Perspektiven Basisdaten, S. 23f.).
Abb. 1. Marktanteile der Sender 2004 in Prozent, Zuschauer ab 3 Jahre
2.1 Konzentration im TV-Input-Markt
Um dies Situation innerhalb des Fernsehmarktes besser verstehen zu können, muss die Konzentration der im Markt tätigen Unternehmen betrachtet werden. Gemeint ist hier die Konzentration von TV-Input großer im Markt tätiger Produzenten. HEINRICH unterscheidet hier sog. „Unternehmenskonzentration“ und sog. „Konzernkonzentration“. Die Unternehmenskonzentration spiegelt sich bei den Fernsehunternehmen als rechtliche Einheit wieder. Im weitaus größeren Kontext ist die Konzernkonzentration zu verstehen. Die wirtschaftliche Einheit eines Fernsehunternehmens spiegelt die realen Zusammenhänge im Fernsehmarkt wieder. In der Konzentrationsanalyse muss man klar zwischen öffentlichrechtlichen und privaten Unternehmenssträngen trennen, da jeweils andere Grundvoraussetzungen gelten (vgl. Heinrich, J. (1999), S. 462). KLAUSCHKE/KLUGIUS meinen mit der Konzentration eine „Unternehmensverbindung“, die eine neue wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit hervorruft. Da der TV-Input-Markt von seiner Kreativität lebt, dienen
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demnach die Allianzen eher den finanziellen und administrativen Bereichen. Gemeint sind also strategische Allianzen von Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen. Eine zu intensive Blockbildung der TV-Input-Produzenten würde aller Voraussicht nach die kreativen Prozesse hemmen. In eben diesem Bereich deuten die Autoren eine Entwicklung hin zur Koproduktion 1 an (vgl. Kauschke, A./Klugius, U. (2000), S. 81). Im Folgenden werden einige Vorteile der Konzentrationsentwicklung im privaten Sektor aufgeführt. So haben kleinere Produzenten auf Grund mangelnder finanzieller Absicherung eine schwierige Existenzgrundlage. Man vermutete schon 2001 ein Produzentensterben, da der Kostendruck ohne Absicherung durch finanzkräftige Firmen für viele zu hoch zu werden drohte (vgl. Butzek, E. (2001), S. 47). 2006 bestätigte sich diese Vermutung, da Statistiken belegen, dass die Zahl der TV-Movies seitdem um fast 50 % gesunken ist. Mitte 2005 wurden nur noch 170 solcher Produktionen realisiert im Vergleich zu den Zahlen früherer Jahre. Umso wichtiger erscheint ein Rückhalt in Form einer finanzstarken Sendergruppe (vgl. Butzek, E. 6 (2005), S. 16). Die Vorteile liegen nicht nur in der Absicherung und erhöhten Flexibilität, sondern vor allem in der hohen Verhandlungsstärke. Außerdem ist eine intensive Marktbeobachtung undanalyse möglich. Generell muss darauf hingewiesen werden, dass Konzentration nicht zwangsläufig Wachstum und Verdrängung bedeutet, sondern sich verstärkt in Beteiligungen und Kooperationen äußert (vgl. Kauschke, A./Klugius, U. (2000), S. 82). In den folgenden Kapiteln 2.1.1 und 2.1.2 werden die aktuellen Strukturen durch horizontale und vertikale Konzentration im TV-Markt erläutert.
2.1.1 Horizontale Konzentration im TV-Input-Markt
Die horizontale Konzentration ist im Kapitel 2. bereits angesprochen worden. Mit ihr ist der Verbund von Unternehmen gemeint, die auf der selben Stufen der Wertschöpfungskette tätig sind. Gemeint sein könnte somit der Zusammenschluss zwischen TV-Sendern, was auf den deutschen Markt bezogen bedeutet, dass die horizontale Konzentration in zwei Fällen sehr erfolgreich vorangetrieben wurde (vgl. Beck, H. (2005), S. 257). Auf der einen Seite steht die RTL Group, die unter der Kontrolle der Bertelsmann AG steht. Die Bertelsmann AG, die ihrerseits mittlerweile vollständig unter der Kontrolle der Familie Mohn und der Bertelsmann Stiftung (o.V. (2005): Bertelsmann verhindert eigenen Börsengang (Web).) steht, hält 53,4 % der Anteile an der RTL Group. Weitere 37 % hält die Bertelsmann-Tochter RTL Group Verwaltungs und Holding GmbH. Der Rest der Anteile ist in Streubesitz und in eigener Hand
1 In Kapitel 4.1 dieser Arbeit wird eine genauere Spezifizierung einer Koproduktion vorgenommen.
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Arbeit zitieren:
Felix Johan Tölle, 2006, Event-Fernsehfilm in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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