1 Unterrichtsvoraussetzungen
1.1 Lernvoraussetzungen und Sozialstruktur der Lerngruppe
Die Lerngruppe besteht aus 18 Schülerinnen der Klasse 8c und 8e.
Ich hospitiere seit Anfang September in dieser Klassenstufe und unterrichte die Gruppe seit dem 15. Oktober. Die Schülerinnen weisen sowohl bezüglich ihrer konditionellen, als auch bezüglich ihrer koordinativen Leistungsfähigkeit eine große Heterogenität auf. Eine Schülerin turnt im Verein. Da der Sportunterricht montags in der 1. und 2. Stunde stattfindet, sind die Mädchen zu Beginn meist noch etwas träge und haben Anfangsschwierigkeiten. In der Regel sind die Schülerinnen freundlich und diszipliniert. Eine Schülerin wird von der Gruppe als Außenseiterin behandelt. Vor allem die Schülerinnen ihrer Parallelklasse machen sich häufig lustig über sie, weshalb sie sich häufig sehr unsicher und unbeholfen bewegt. Sie ist jedoch die einzige Schülerin der Lerngruppe, die in einem Verein turnt, was ihr in dieser Unterrichtsreihe etwas mehr Anerkennung und Selbstsicherheit einbringen könnte.
1.2 Inhaltliche Voraussetzungen und Stellung der Lehrprobe innerhalb der
Unterrichtsreihe
Zwischen den Herbst- und Winterferien haben sich die Schülerinnen mit Badminton beschäftigt. Die letzte Unterrichtsstunde stellte bereits eine Vorbereitung auf die Sprunghocke über den Querkasten dar. Es wurden einige vorbereitende Übungen zum beidbeinigen Absprung vom Sprungbrett, sowie Übungen zum Helfen und Sichern durchgeführt.
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1.3 Institutionelle, räumliche und organisatorische Bedingungen
1.3.1 Institutionelle Bedingungen
Der Lerngruppe stehen zwei Sportstunden pro Woche zur Verfügung, die am Montag in der ersten und zweiten Stunde stattfinden.
1.3.2 Räumliche Bedingungen
Die Sportstunden finden in der kompletten Sporthalle des Gymnasiums in statt. 1.3.3 Organisatorische Bedingungen
Die Sporthalle ist im Hinblick auf den Sportbereich Gerätturnen mit Klein- und Großgeräten sehr gut ausgestattet.
2 Didaktische Überlegungen und Entscheidungen
2.1 Didaktische Begründung
Die Sprunghocke über den Kasten ist ein fester Bestandteil des Lehrplans. Sie gehört zu den Bewegungsfertigkeiten des Gerätturnens, die in den Klassenstufen 5 bis 10 ausgewählt werden können. Sie trägt zur Mobilisierung des Stütz- und Bewegungsapparates, insbesondere der Arm- und Rumpfkraft bei. Sie fördert die Koordinationsfähigkeit und verbessert die Rumpfgewandtheit sowie das Lageempfinden im Raum. Die Sprunghocke über den Kasten und das damit verbundene Abheben vom Boden führt zu einem Erleben der Schwerelosigkeit (Flugvergnügen) und stellt somit eine neue Bewegungserfahrung der Schülerinnen dar (Perspektive: Eindruck). Das bei der Sprunghocke notwendige gegenseitige Helfen und Sichern, sowie das Auf- und Abbauen der Geräte erfordert von der Lerngruppe die Übernahme von Verantwortung und trägt somit zur Schaffung eines Verantwortungsbewusstseins bei (Perspektive: Miteinander).
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2.2 Struktur des Inhalts
Die Sprunghocke über den Kasten gehört zu den Stützsprüngen mit beidbeinigem Absprung, die sich in folgende Phasen einteilen lassen: 1. Anlauf, Absprung und 1. Flugphase
2. Stützphase, 2. Flugphase und Landung (Schwope 19981, S. 151-153.).
Die Hocke gehört zu den einfachsten Fertigkeiten, die an den Sprunggeräten geturnt werden. Sie kann je nach Art und Leistungsstand der Schüler über den Bock, Quer- oder Längskasten oder das Quer- oder Längspferd ausgeführt werden. Der Bewegungsanlauf beginnt mit einem schnellen Anlauf (Steigerungslauf) und einem anschließend einbeinigen „Ansprung“ auf den Absprungpunkt des Sprungbrettes. Es erfolgt ein kräftiger beidbeiniger Absprung vom Sprungbrett mit leichtem Winkel im Hüftgelenk. Dabei ist ein guter Absprung gekennzeichnet durch ein schnellkräftiges Vorhochschwingen der Arme bis zur Hochhalte, um den Oberkörper den erforderlichen Auftrieb zu geben, sowie ein Öffnen des Hüftwinkels. Diese erste Flugphase wird eingeleitet durch einen kräftigen Abdruck aus den Armen und sofort anschließendem Anhocken der Beine, bei dem die Knie an die Brust geführt werden. Der kräftige Armabdruck und das anschließende Hochführen der Arme bewirken ein Aufrichten des Oberkörpers. Die angehockten Beine werden wieder gestreckt, so dass eine sichere Landung mit aufgerichtetem und gestrecktem Oberkörper erfolgen kann. Durch elastisches Abfedern in den Knien wird eine sichere und weiche Landung erreicht. Der Sprung endet im Schlussstand mit den Armen in Hochhalte (Nolte 1980, S. 119-120.).
2.3 Didaktische Reduktion
Die Sprunghocke über den Querkasten ist eine komplexe Fertigkeit, die zahlreiche psychomotorische und kognitive Anforderungen an die Schülerinnen stellt. Besonders die erste Flugphase, die im Idealfall durch ein energisches Öffnen des Hüftwinkels bis zur leichten Überstreckung im Lendenwirbelbereich gekennzeichnet ist, wobei die Beine deutlich über Schulterhöhe schwingen, so dass ein Einsprungwinkel von über 30 Grad erreicht wird, übersteigt das Leistungsvermögen der Lerngruppe.
An das Leistungsniveau der Teilnehmer angepasst, wird eine Grobform der Hocke über den Kasten angesteuert, die durch folgende Bewegungsmerkmale gekennzeichnet wird: - Schnellkräftiger, beidbeiniger Absprung mit Vorhochführen der Arme;
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Arbeit zitieren:
Sven Starkloff, 2002, Unterrichtsstunde Gerätturnen – Sprunghocke über den Querkasten, München, GRIN Verlag GmbH
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Sven Starkloff's Text Unterrichtsstunde Gerätturnen – Sprunghocke über den Querkasten ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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