Studentenbewegung in Frankreich und Italien war zunächst die Reformierung der Universitäten durch größere demokratische Beteiligung der Studenten und besseren Studienmöglichkeiten. In Frankreich entstand während dessen ein Wechselspiel studentischer Aktionen und staatlicher Repression, das eine enorme Mobilisierungsdynamik mit sich trug. Im Vergleich hierzu erreichten die Bundesrepublik und die USA erst nach Monaten bzw. Jahren durch Protestaktionen einen Mobilisierungsschub wie Frankreich. In Italien wurde die Mobilisierung zwischen 1966 und 1968 erreicht. Zunächst besetzten in Trient die Soziologiestudenten ihre Fakultät mit der Idee eine „Negative Universität“ zu schaffen. Studenten sollten so durch kritisches Denken interne Veränderungen der eigenen Universität ermöglichen. Binnen weniger Wochen schwappten die Proteste nach Mailand, Perugia, Florenz u.a. Städte über. Ihren Höhepunkt erreichten diese Protestaktionen im März 1968, also vor Frankreich, mit der „Schlacht in der Valle Guilia“. Paris erreichte seinen Höhepunkt in der Nacht der Barrikaden am 10. Mai. Sowohl die „Schlacht in der Valle Guilia“ als auch die „Nacht der Barrikaden“ bilden in beiden Ländern den Höhepunkt dieser Bewegung und gleichzeitig den Übergang von friedlichen Demonstrationen zu gewaltsamen Ausschreitungen der Studenten gegen die Polizei, wobei es wichtig ist, dass in Frankreich bereits Arbeiter an den Straßenbarrikaden involviert waren. In Italien solidarisierten sich die Arbeiter erst nach der „Schlacht bei Valle Guilia“ mit den Studenten. Sie erkannten nämlich, dass die Regierung kompromissbereit war und den Forderungen der Studenten nachging. Somit wurden die Aktionen der Studenten auf die Fabriken verlagert. Dort kämpften die Studenten dann gemeinsam mit den Arbeitern für bessere Arbeitsbedingungen, Lohnerhöhungen usw.
In Frankreich hingegen riefen die Gewerkschaften nur wenige Tage nach der Nacht der Barrikaden zum Generalstreik (13.Mai) auf, dem ersten seit den 1930er Jahren, um gegen die harten Maßnahmen der Regierung in der Nacht des 10. Mais zu protestieren. Schnell zogen die Aktionen die Massenmedien an, die durch ihre Berichterstattung eine Empörung in der Bevölkerung gegen die gewaltsamen Reaktionen der Polizei und Behörden bewirkten. Die Wende und Auflösung der gewaltsamen Aktionen leitete der französische Premierminister Pompidou ein. Er gab den Forderungen der Studenten nach Reformierung der Universitäten nach und musste die Entscheidung später mit seinem Posten bezahlen. Gleichzeitig löste der Premierminister eine Kettenreaktion in der gesamten französischen Arbeiterschaft
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aus. Gemeinsam mit Studenten besetzten die Arbeiter ihre Betriebe und ein Streik folgte dem anderen. Erst am 24. Mai wurde nach dreitägigen Verhandlungen die Erfüllung der gestellten Forderungen nach Lohnerhöhungen und der Einführung der 40-Stunden-Woche für Arbeiter und Angestellte angekündigt. Das Ende der französischen Studentenbewegung kam dann ganz schnell. Ausdruck dafür war die große Gegendemonstration in Paris am 31. Mai 1968, mit der etwa eine Million Franzosen ihren Präsidenten Charles de Gaulle nach seiner Rückkehr aus Baden-Baden begeistert empfingen. Mit der Beendigung der Aktionen zerfiel die Nouvelle Gauche in mehrere Subkulturen. In Italien wurde die linke Bewegung von der Movimento Extraparlamentare (Zusammenschluss von Arbeitern, Studenten und Mitgliedern der alten Linken) weitergeführt. In Deutschland entstand aus der Linksbewegung die Außerparlamentarische Opposition.
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Özlem Duranöz, 2008, Die Studentenbewegung in Italien und Frankreich - ein historischer Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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