Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 1
0 Einleitung 2
1 Der Rhein: Geschichte 3
2 Historischer Abriss der deutsch-französischen Beziehungen 4
4 Zwei Beispiele deutscher und französischer Rheinliteratur. 6
4.1 Rheinromantik. 7
4.2 Victor Hugo: Le Rhin. Lettres à un Ami (Der Rhein) 7
4.2.1 Biographie Victor Hugos 7
4.2.2 Entstehung von Le Rhin 8
4.2.3 Inhalt und Hugos Beziehung zum Rhein. 9
4.2.4 Hugo zur Rheinkrise. 10
4.3 Die Wacht am Rhein 13
4.3.1 Rheinliedbewegung. 13
4.3.2 Entstehung und Inhalt. 14
5 Vergleich und Fazit 15
Literaturverzeichnis. 16
1
0 Einleitung
„Der Rhein ist der Fluss, von dem alle Welt redet und den niemand kennt“ („Le Rhin est le fleuve dont tout le monde parle et personne n’étudie“). 1 Nach diesem Motto von Victor Hugo soll der Rhein aus einem etwas anderen als dem gewohnten Blickwinkel betrachtet werden: Als Fluss, der Europa eint. Die vorliegende Hausarbeit ist im Rahmen der Übung „Deutschland-Atlas“ entstanden. Dort wurden exemplarische Erinnerungsorte in Deutschland anhand von Einführungen in Texte vorgestellt, die diese repräsentieren. Zum Thema Rhein denkt man zunächst an Mythen wie den der Loreley, der durch das Lied von Heine weltberühmt geworden ist, aber weitergehend auch beispielsweise an das deutsch-französische Verhältnis und den Streit um den Rhein als Grenze zwischen den beiden Nachbarländern. Daher sollen in dieser Arbeit die deutschen und französischen Stimmen zum Thema näher betrachtet werden, die zum Zeitpunkt der politischen Zuspitzung, der Rheinkrise im 19. Jh., entstanden sind.
Um die politischen und historischen Hintergründe zu verstehen, wird zunächst kurz die Geschichte des Rheins vorgestellt, um dann auf die deutsch-französischen Beziehungen einzugehen. Hierbei ist vor allem Der Rhein und seine Geschichte von Febvre als Standardwerk zu nennen. Auf dieser Grundlage folgt dann der Hauptteil der Arbeit, die Analyse der beiden exemplarischen Texte Le Rhin von Victor Hugo und Die Wacht am Rhein. Zitiert wird bei Hugo aus der französischen Originalausgabe. Als theoretischer Hintergrund zu ersterem dient vor allem Victor Hugo und der Rhein von Wiegand. Zum Schluss werden die Texte miteinander verglichen und die Ergebnisse in Hinsicht auf ihre politische Aussage noch einmal zusammengefasst.
1 Hugo 1884 Vol.1:1
2
1 Der Rhein: Geschichte
Der Name „Rhein“ leitet sich vom keltischen Wort renos ‚fließendes Wasser’ ab, welches man auch im Altirländischen als ‚Fluss, Meer’ wiederfindet. 2 Die Wurzel des Wortes ist vermutlich das indogermanische rei, das auch im deutschen ‚rinnen’, im spanischen rio und im altgriechischen rhei (vgl. panta rhei - „alles fließt“) auftaucht. Von den Römern wurde er rhenus genannt. 3
Der Rhein steht also als Prototyp für einen Fluss schlechthin und wurde schon immer als etwas von der Natur Gegebenes angesehen.
In der Antike wurde der Rhein zunächst als Handelsroute zum Transport von Waren, dann als militärische Grenze, später als Landesgrenze genutzt: erst wurde er als Verbindungslinie (trait d’union), dann als natürliche Grenze (frontière) zwischen Gallien und Germanien angesehen. Schon bei den antiken Autoren finden sich zahlreiche Hinweise auf den Rhein und die Bewohner seiner Ufer: Bei Christus von Diodor ist von Kelten und Galatern die Rede; Dionysos von Halikarnassos erwähnt Germanien und Galatien; Julius Caesar hingegen schreibt in seinen Comentarii von den Belgiern, „qui trans Rhenum incolunt", den Nachbarn der Germanen, „qui cis Rhenum incolunt“. An einigen Stellen ist der Rhein so flach, dass man ihn überschreiten kann: „transire Rhenum“. Bei Tacitus ist der Rhein ein Fluss mit festem Flussbett, der als Grenze dienen kann: „qui terminus esse sufficiat“, in der Germania dagegen bildet er keine Grenze (Germania, 32). 4 Flüsse gelten im Allgemeinen als bequeme Grenzmarkierung, da sie durch die Landschaft vorgegeben und meist schwer zu überqueren sind.
Die „Germani“ werden erstmals im Jahre 73 v. Chr. bei Sallust erwähnt, auf Griechisch bei 80 v. Chr. bei Poseidonios, die Namen Belgier und Germanen werden oft bei den Autoren oft synonym gebraucht. 5 Man kann allerdings nicht von den Germanen als Ganzes sprechen, da sie sich in mehrere verstreute Stämme unterteilen. Als „Germania“ bezeichnete man vor allem das Gebiet zwischen Rhein, Weichsel und Donau. Das Wort „Germane“ stammt aus dem Lateinischen germanus ‚echt, natürlich’.
Das Urgermanische war in Zentraleuropa verbreitet und die Germanen selbst werden bei Tacitus als Nation, nicht als Rasse bezeichnet: „Germani, nationis nomen, non gentis“. 6
2 vgl. Febvre 2006:18
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Rhein 18.09.07
4 vgl. Febvre 2006:25-27
5 vgl. Febvre 2006:31-42
6 ebd.
3
Die Gallier waren Kelten, die auf dem Gebiet des heutigen Frankreich und Belgien wohnten: „(...) qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“ 7 Durch die Romanisierung Galliens (125-118 v. Chr. und 58-51 v. Chr.) und der Unterteilung in Provinzen wurde Latein zur Staatsprache, aus deren Volkssprache, dem so genannten Vulgärlatein, die romanische Sprache Französisch entstand. 8
2 Historischer Abriss der deutsch-französischen Beziehungen
Für das bessere Verständnis der Rheinkrise ist eine Kenntnis der vorhergehenden geschichtlichen Ereignisse notwendig. Diese sollen im folgenden Kapitel kurz zusammengefasst werden.
Von Deutschen und Franzosen in unserem heutigen Verständnis kann zwar noch nicht die Rede sein, jedoch sind ihre Vorfahren, die Gallier und Germanen, bereits im letzten Kapitel erwähnt worden. Mit der römischen Expansion kann man erstmals von einer politischen Unterteilung, der Gründung von heutigen Städten (z.B. Köln) und einer Vereinigung der Völker unter dem römischen Imperium sprechen.
Ab dem 1. Jh. v. Chr. versuchten die Römer, das rechtsrheinische Gebiet zur Provinz zu machen. Mit der Varusschlacht (auch bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht) 9 n. Chr. wurde diesem ein Ende gesetzt und der Limes als fester Grenzwall gegen die Germanen errichtet. 9 An diese Schlacht erinnert auch das Hermannsdenkmal bei Detmold, das Schwert des Arminius (Hermann der Cherusker) weist gen Westen gegen den alten Feind. 10
Die Grundlagen der beiden Staaten wurden dann mit dem nachrömischen Reich Karls des Großen (800) gelegt. In den Straßburger Eiden (842) werden erstmals die beiden Sprachen französische Volkssprache (romana lingua) und deutsche Sprache (teudisca lingua) schriftlich dokumentiert. Als ein Jahr später durch den Vertrag von Verdun (843) das Frankenreich unter den Enkeln Karls des Großen aufgeteilt wurde (Ludwig der Deutsche: Gebiet östlich vom Rhein und Mainz, Worms und Speyer - Francia Orientalis; Lothar: Lothringen - Media Francia, zwischen Rhein und Mosel; Karl der Kahle: Westteil bis Spanien - Francia Occidentalis), entsprachen diese Gebiete fast den heutigen Grenzen.
7 Gaius Iulius Caesar: Comentarii de bello gallico, zitiert nach http://de.wikipedia.org/wiki/De_Bello_Gallico 18.09.2007
8 vgl. Klare 1998:17-26
9 http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Römer_in_Germanien 18.09.2007
10 http://de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht
4
Arbeit zitieren:
B.A. Anna Theodorou, 2007, Der Rhein - deutsche und französische Stimmen unter besonderer Berücksichtigung von "Le Rhin" und "Die Wacht am Rhein", München, GRIN Verlag GmbH
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