II
Inhaltsverzeichnis
Anhangsverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis. V
Abbildungsverzeichnis. VII
Tabellenverzeichnis. VIII
Vorwort IX
1 Einleitung und Problemstellung 1
2 Theoretischer Bezugsrahmen. 4
2.1 Zur Situation von Sportvereinen in Baden-Württemberg 4
2.1.1 Vereinsziele 7
2.1.2 Entwicklungen. 8
2.1.3 Probleme 10
2.1.4 Fazit 11
2.2 Grundlagen der Finanzierung 14
2.2.1 Begriffsbestimmungen 14
2.2.2 Allgemeine Finanzierungsarten 17
2.3 Finanzierung in Sportvereinen. 20
2.3.1 Der Sportverein als bedarfsorientierter Betrieb. 20
2.3.2 Einnahmestruktur von Sportvereinen. 22
2.3.2.1 Einteilung nach Tätigkeitsbereich. 23
2.3.2.2 Einteilung nach Finanzierungsarten 26
2.3.2.3 Optimierbarkeit der Einnahmen. 30
2.4 Zwischenfazit. 31
3 Methodischer Zugang einer Beitragsstrukturreform 33
3.1 Kostenrechnung und Beitragsgestaltung im Sportverein. 33
3.1.1 Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung 33
3.1.2 Beitragsgestaltung im Sportverein 37
3.1.3 Einbindung der Kostenrechnung in die Beitragsgestaltung. 39
3.2 Die Situationsanalyse als Grundlage strategischer
Entscheidungen. 42
3.2.1 Grundlagen 42
3.2.2 Methodische Vorgehensweise im Fallbeispiel 46
Inhaltsverzeichnis III
4 Beitragsstrukturreform der Sportvg Feuerbach 1883 e.V. 51
4.1 Analysephase 51
4.1.1 Betriebsanalyse 51
4.1.1.1 Aktuelle Beitragsstruktur 51
4.1.1.2 Mitgliederentwicklung 55
4.1.1.3 Aktuelle Mitgliederzahlen und Beitragsaufkommen. 59
4.1.1.4 Finanzielle Situation 65
4.1.1.5 Sportstätten 68
4.1.1.6 Abteilungen 71
4.1.1.7 Mitgliederverwaltung und Beitragszahlung. 73
4.1.2 Konkurrenzanalyse 75
4.1.2.1 Enge Konkurrenten 75
4.1.2.2 Weite Konkurrenten. 81
4.1.3 Umfeldanalyse 85
4.1.3.1 Sportliches Umfeld 86
4.1.3.2 Soziales Umfeld 87
4.1.3.3 Ökonomisches Umfeld 89
4.2 Strategische Diagnose 89
4.2.1 Interpretation der Ergebnisse. 89
4.2.1.1 Stärken und Schwächen 89
4.2.1.2 Chancen und Risiken 92
4.2.2 Zielsetzung für die Zukunft. 95
4.3 Maßnahmen 97
4.3.1 Optimierung der Beitragsstruktur 97
4.3.2 Neubemessung der Grundbeiträge. 99
4.3.2.1 Kostenorientierter Ansatz 99
4.3.2.2 Konkurrentenorientierter Ansatz. 100
4.3.2.3 Festsetzung des Grundbeitrags 100
5 Fazit und Ausblick 104
6 Literaturverzeichnis 107
7 Anhang 117
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Aktuelle Beitragsstruktur der Sportvg Feuerbach. .................... 117 Anhang 2: Aktuelle Preisliste Vitadrom Fitness.......................................... 118 Anhang 3: Stadtbezirke Stuttgart. .............................................................. 119 Anhang 4: Geografische Sicht der Region Stuttgart. ................................. 119 Anhang 5: Landkreis Ludwigsburg............................................................. 120 Anhang 6: Kostenorientierter Ansatz - Ausgaben ..................................... 121 Anhang 7: Kostenorientierter Ansatz - Einnahmen ................................... 122 Anhang 8: Vorschlag für die neue Beitragsstruktur.................................... 123 Anhang 9: Notwendige Änderungen der Beitragsordnung......................... 124 Anhang 10: Notwendige Änderungen der Satzung. ................................... 127
Abkürzungsverzeichnis
AB = Abteilungsbeitrag AC = Athletik Club ASV = Athletik-Sport-Verein bspw. = beispielsweise bzw. = beziehungsweise CSV = Christlicher Sportverein d. h. = das heißt e.V. = eingetragener Verein f = folgende ff = fortfolgende FT = Freiburger Turnerschaft GB = Grundbeitrag HJ = Halbjahr HKH = Hugo-Kunzi-Halle HV = Hauptverein k. A. = keine Angabe KSG = Kultur- und Sportgemeinde MG = Mitglieder MS = Mitgliedschaften MTG = Männer-Turn-Gemeinde MTV = Männerturnverein PSV = Polizeisportverein SG = Sportgemeinde SKG = Spiel- und Kulturgemeinde Sportvg = Sportvereinigung (Feuerbach) Spvgg = Sportvereinigung (Cannstatt) S. = Seite SSC = Schwimm- und Sportclub SSV = Schwimm- und Sportverein SV = Sportverein TB = Turnerbund
Abkürzungsverzeichnis VI
TF = Turn und Freizeit TSF = Turn- und Sportfreunde TSG = Turn- und Sportgemeinde TSV = Turn- und Sportverein TuS = Turn- und Sportbund TV = Turnverein u. a. = unter anderem u. = und VfB = Verein für Bewegungsspiele VfL = Verein für Leibesübungen vgl. = vergleiche VIBSS = Vereins-Informations-Beratungs- und Schulungssystem des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen WLSB = Württembergischer Landessportbund z. B. = zum Beispiel
VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Tätigkeitsbereiche eines Vereins
(Quelle: Madeja, 2006, S. 27)
Abbildung 2: Mitgliederentwicklung im Hauptverein 2001 bis 2007.
Abbildung 3: Altersverteilung Hauptverein Januar 2004.
Abbildung 4: Altersverteilung Hauptverein Januar 2007.
Abbildung 5: Entwicklung Vertragszahlen im Vitadrom 2001 bis 2007.
Abbildung 6: Entwicklung Vertragtypen im Fitnessbereich Vitadrom.
Abbildung 7: Altersverteilung Vitadrom Fitness Juni 2004.
Abbildung 8: Altersverteilung Vitadrom Fitness Dezember 2006.
Abbildung 9: Vertragsbeginn Fitness.
Abbildung 10: Durchschnittliche Deckung der Aufwendungen HV.
Abbildung 11: Durchschnittliche Deckung der Aufwendungen
Vitadrom................................................................................
Abbildung 12: Entwicklung der Teilnehmerzahlen KiSS seit Januar
2006.
Abbildung 13: Soll-Ist-Vergleich Lastschriftverfahren.
Abbildung 14: Soll-Ist-Vergleich Überweisungen/Barzahlungen.
Abbildung 15: Kündigungstermine pro Jahr (N 20)
Abbildung 16: Kündigungsfristen in Monaten (N 20)
Abbildung 17: Zahlungstermine pro Jahr (N 20)
Abbildung 18: Abteilungsbeitrag für Familien der engen
Konkurrenten (N 13)
Abbildung 19: Kündigungstermine pro Jahr (N 26)
Abbildung 20: Kündigungsfristen in Monaten (N 26)
Abbildung 21: Zahlungstermine pro Jahr (N 26)
Abbildung 22: Abteilungsbeitrag für Familien der weiten
Konkurrenten (N 20)
Abbildung 23: Familienstand Stuttgarter Bevölkerung
(Quelle: Statistisches Amt der Landeshauptstadt
Stuttgart , 2006)
VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Allgemeine Finanzierungsarten. 19
Tabelle 2: Finanzierung von Sportvereinen. 29
Tabelle 3: Beitragsvolumen Hauptverein zum 31.07.2007. 61
Tabelle 4: Familienbeiträge im Detail. 62
Tabelle 5: Einnahmen des Hauptvereins bei Einzelverwaltung. 62
Tabelle 6: Verlust der Abteilungen. 63
Tabelle 7: Notwendige Erhöhung für Kostendeckung HV. 66
Tabelle 8: Notwendige Erhöhung für Kostendeckung Vitadrom. 67
Tabelle 9: Auslastung 2006 Hugo-Kunzi-Halle. 70
Tabelle 10: Auslastung 2006 Sportplätze. 70
Tabelle 11: Vereinsangebot enge Konkurrenten. 75
Tabelle 12: Beitragsstrukturen enge Konkurrenten. 76
Tabelle 13: Grundbeitragshöhen der engen Konkurrenten. 79
Tabelle 14: Beitragshöhen für Familien der engen Konkurrenten. 80
Tabelle 15: Vereinsangebot weite Konkurrenten. 81
Tabelle 16: Beitragsstrukturen weite Konkurrenten. 82
Tabelle 17: Grundbeitragshöhen der weiten Konkurrenten. 84
Tabelle 18: Beitragshöhen für Familien der weiten Konkurrenten. 85
Tabelle 19: Stärken und Schwächen der Sportvg Feuerbach. 92
Tabelle 20: Chancen und Risiken der Sportvg Feuerbach. 95
Tabelle 21: Zu errechendes Beitragsvolumen. 100
Tabelle 22: Grundbeiträge (GB) der Konkurrenten. 100
Tabelle 23: Vorschlag für Grundbeiträge. 101
Tabelle 24: Beitragsvolumen Worst Case. 102
Tabelle 25: Beitragsvolumen Middle Case. 102
Tabelle 26: Beitragsvolumen Best Case 103
Vorwort
Die Untersuchungen für die folgende Diplomarbeit wurden im Zeitraum zwischen Anfang August 2007 und Ende Oktober 2007 durchgeführt. Ein besonderer Dank gilt dabei Herrn Matthias Ranke, dem hauptamtlichen Geschäftsführer der Sportvereinigung Feuerbach, der mir bei der Entwicklung dieses Konzepts die Gelegenheit gab mich selbständig und eigenver-antwortlich dieser Problemstellung widmen zu können. Durch den regelmäßigen Austausch konnte ich zudem von seiner langjährigen Erfahrung in der praktischen Vereinsarbeit profitieren.
Ein weiterer Dank geht selbstverständlich an die „Mädels“ der Geschäftsstelle und an alle weiteren Helfer bzw. Ansprechpartner, die mich ebenfalls bei meinen Recherchen tatkräftig unterstützten.
Die Konzipierung dieser Strukturreform gab mir nicht nur ein interessantes und umfangreiches Thema für meine Diplomarbeit. Sie ermöglichte mir zudem mein im Studium erarbeitetes Wissen in einem Sportverein in die Praxis umzusetzen, der mir seit meinem dortigen Zivildienst am Herzen liegt. Ich hoffe, dass die in dieser Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse und der daraus resultierenden Handlungsvorschlag einen Beitrag für eine sichere und erfolgreiche Zukunft der Sportvereinigung Feuerbach leisten werden. Zu guter Letzt würde ich an dieser Stelle gerne meine Dankbarkeit gegenüber meiner Familie zum Ausdruck bringen. Jegliche Worte könnten jedoch dem Ausmaß der Unterstützung meiner Eltern und meines Bruders, die ich während meiner gesamten Studienzeit erfahren durfte, und der hierfür emp-fundenen Wertschätzung und Dankbarkeit nicht annähernd gerecht werden. - DANKE -
1 Einleitung und Problemstellung
Gemeinnützige Sportvereine haben in Deutschland eine lange Tradition. Lange Zeit wurde in dieser Tradition die Vereinsarbeit ausschließlich ehrenamtlich verrichtet. Wirtschaftliche Denkweisen und Arbeitsprozesse wurden dabei weitgehend vernachlässigt. Begründet wurde dies mit der Zielsetzung von gemeinnützigen Sportvereinen, in der nicht wirtschaftliche, sondern gemeinnützige Ziele wie z. B. die Geselligkeit im Verein im Vordergrund stehen. Außerdem werden Sportvereine aufgrund ihres gemeinnützigen Auftrags durch öffentliche Gelder finanziell unterstützt, womit die Notwendigkeit des Wirtschaftens zumindest in der Vergangenheit nicht zwingend erforderlich war. Veränderungen in den Anforderungen an die Sportvereine und veränderte Rahmenbedingungen haben jedoch dazu geführt, dass sich auch in diesen gemeinnützigen Organisationen die Arbeits- und Denkweisen geändert haben. Einerseits haben vor allem Großportvereine bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern mittlerweile erhebliche Probleme (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 67). Andererseits ist die Vereinsarbeit, z. B. auf-grund von gestiegenen Anforderungen der Mitglieder an die Qualität des Sportprogramms, nicht mehr ausschließlich durch ehrenamtliche Mitglieder zu bewältigen. Die Notwendigkeit der Einbindung von bezahlten Mitarbeitern wurde zwischenzeitlich vor allem in Großsportvereinen erkannt und so beschäftigen mittlerweile ca. 73 % der Großvereine bezahlte Mitarbeiter. Etwa 20 % dieser Vereine haben sogar einen Geschäftsführer (Breuer, 2007a, S. 178). Durch die Einbindung bezahlter Mitarbeiter steigen jedoch auch die Personalkosten der Sportvereine. Um für die Mitglieder ein qualitativ hochwertiges Sportprogramm anbieten zu können bedarf es ebenfalls mehr finanzielle Mittel. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in der Vereinsarbeit die Finanzierung von Sportvereinen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aber auch die Sportwissenschaft bietet den Verantwortlichen der Sportvereine eine Fülle von Theorien und Arbeitshilfen zur Finanzierung von Sportvereinen (bspw. Vilain, 2006; Wadsack, 1997). Als wichtigste Einnahmequelle für Sportvereine stehen sowohl in der praktischen Vereinsarbeit als auch in der wissenschaftlichen Literatur die Mitgliedsbeiträge im Vordergrund (Breuer,
Einleitung und Problemstellung 2
2007, S. 152; Nagel 2006, S. 55 u. Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S.73). Geht es jedoch um die Erarbeitung von Arbeitshilfen und Konzepten zur Finanzierung, so wird offensichtlich die Beitragsstruktur in ihrer Gesamtheit vernachlässigt. Vielmehr geht es in diesen Ausarbeitungen vor allem darum, sich neuer, externer Finanzierungsquellen zu bedienen. Ein zentrales Themengebiet in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Erarbeitung von Sponsoringkonzepten (bspw. Egger, 2002; Vogt, 2002). Hinsichtlich der Mitgliedsbeiträge liefert die wissenschaftliche Literatur jedoch hauptsächlich Handlungsvorschläge für die Bemessung der Beitragshöhen bzw. neue Be-messungsgrundlagen (bspw. Madeja, 2006; VIBSS, 2007). In der folgenden Arbeit wird in diesen beiden Aspekten ein entscheidender Widerspruch gesehen, denn aufgrund der oben genannten Entwicklungen liegt es doch nahe, dass sich auch die Anforderungen an die Beitragsstruktur eines Sportvereins weiterentwickeln werden und deshalb Handlungsbedarf bezüglich der Reformierung dieser Strukturen besteht. Genau dieser Problematik widmet sich die folgende Arbeit. Es wird davon ausgegangen, dass die angesprochenen Entwicklungen sich mit zunehmender Größe und Mitgliederzahl eines Vereins stärker auf die An-forderungen an die Beitragsstruktur auswirken. Folglich zielt diese Arbeit auf die Optimierung der Finanzierung von Großsportvereinen durch eine Bei-tragsstrukturreform ab. Dabei soll herausgearbeitet werden, warum insbesondere für diese Vereine die Neu- bzw. Umkonzipierung der eigenen Beitragsstruktur für die Finanzierung von großer Bedeutung sein kann. Anhand der Vorteilhaftigkeit von Mitgliedsbeiträgen in der Finanzierung von Sportvereinen soll zudem nochmals deren Wichtigkeit unterstrichen werden. Durch die Erarbeitung eines Handlungsvorschlags für die Beitragsstrukturre-form der Sportvereinigung (Sportvg) Feuerbach 1883 e.V. soll anderen Vereinsmanagern von Großsportvereinen eine mögliche Vorgehensweise für derartige Konzeptionen nahegelegt, und deren Auswirkungen veranschaulicht werden.
Die Sportvg Feuerbach ist mit insgesamt 5.547 gemeldeten Mitgliedern (Stand: Januar 2007) einer der größten Sportvereine Stuttgarts. Jedoch leidet dieser traditionsreiche Großsportverein unter schwerwiegenden finanziel- len Problemen. Nachdem externe Hilfe in Form eines Schuldenerlasses so-
Einleitung und Problemstellung 3
wie zusätzlicher Unterstützung der Stadt Stuttgart dem Verein helfen sollen, ist dieser jedoch auch selbst in der Pflicht, wieder eine gesunde finanzielle Grundlage zu schaffen. Die vollständige Überarbeitung des bestehenden Beitragssystems im Rahmen dieser Diplomarbeit soll nun einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Verein wieder in eine sicherere Zukunft zu führen. Einer der Schwerpunkte dieser Reform ist die vollständige Eingliederung des vereinseigenen, aber dennoch Nichtmitgliedern bisher zugänglichen, Fitnessstudios in den Hauptverein. Jedoch sollen im Zuge dessen auch weitere Schwächen der bestehenden Beitragsstruktur herausgearbeitet und behoben werden, um die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge optimieren und die damit verbundenen Arbeitsprozesse effizienter gestalten zu können.
2 Theoretischer Bezugsrahmen
Im nun folgenden Theorieteil der Arbeit soll die wissenschaftliche und praktische Relevanz der Optimierung der Beitragsstruktur in Sportvereinen und insbesondere in Großsportvereinen geklärt werden. Damit soll die Frage nach der Notwendigkeit der Reformierung bestehender Beitragssysteme in diesen Organisationen beantwortet werden. Dabei gibt Kapitel 2.1 einen Einblick in die derzeitige Situation von Sportvereinen. Es analysiert aktuelle Entwicklungen und häufige Probleme. Da sich das spätere Fallbeispiel auf einen Stuttgarter Großsportverein bezieht, beschränkt sich dieser Abschnitt auch auf die explizite Situation der Sportvereine in Baden-Württemberg, welche anhand der Ergebnisse zweier aktueller Studien betrachtet wird. Diese Betrachtung zielt darauf ab, die Notwendigkeit der Reformierung von Beitragsstrukturen in Großsportvereinen mit strukturellen Entwicklungen und Veränderungen zu begründen. Ausgehend von den allgemeinen Grundlagen der Finanzierung werden in Kapitel 2.2 und 2.3 die möglichen Einnahmequellen von Sportvereinen den allgemeinen Finanzierungsarten zugeordnet und die jeweiligen Vor- und Nachteile diskutiert. Anhand dieser Ordnung werden die Vorteile der Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge gegenüber anderen Finanzierungsquellen dargestellt werden. Des Weiteren wird die These diskutiert, warum die Vereinsmanager nach eventuell bestehenden Problemen der eigenen Beitragsstruktur suchen und sich mit deren Lösung befassen, und sich bei finanziellen Problemen nicht nur auf die Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen konzentrieren sollten
2.1 Zur Situation von Sportvereinen in Baden-Württemberg
Zunächst wird der Frage nachgegangen werden, warum sich die Anforderungen an die Beitragsstruktur eines Sportvereins mit der Zeit und mit zunehmender Größe des Vereins verändern können. Zur Analyse der aktuellen Situation von Sportvereinen in Baden-Württemberg werden die Ergebnisse der WLSB-Vereinsstudie von Nagel, Conzelmann und Gabler (2004) sowie des Sportentwicklungsberichts 2005/2006 von Breuer (2007a) herangezogen und diskutiert.
Theoretischer Bezugsrahmen 5
Nagel, Conzelmann und Gabler beschäftigen sich explizit mit der Frage, ob Sportvereine in ihrer bestehenden Form auch in Zukunft eine erfolgversprechende Organisationsform für den Sport darstellt. Breuer hingegen möchte anhand der aktuellen Situation der Sportvereine „Handlungsempfehlungen für die Sportpolitik Deutschlands und der 16 Bundesländer“ (Breuer, 2007a, S. 15) erarbeiten. Diese sollen der Weiterentwicklung dieser Organisations-form dienen. Beide Studien bauen methodisch auf eine Vereinsbefragung mittels eines Fragebogens auf, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich des Einzugsgebietes der befragten Vereine. Während sich die veröffentlichte WLSB-Vereinsstudie auf Mitgliedsvereine des Württembergischen Landes-sportbundes (WLSB) und des Badischen Sportbundes Nord beschränkt, bezieht der Baden-Württembergische Teil des Sportentwicklungsberichts 1 auch den zweiten Badischen Landesverband, den Badischen Sportbund Freiburg in die Umfrage mit ein. Ein weiterer Unterschied der beiden Untersuchungen liegt darin, dass sich die WLSB-Vereinsstudie in mehrere Teilstudien unterteilt. In einer Vorstudie wurden Funktionäre der zehn mitgliederstärksten Fachverbände befragt. Die Hauptstudie unterteilt sich wiederum in zwei Teilstudien. In der ersten Teilstudie wurden alle der damals 5.523 gemeldeten Sportvereine des WLSB mit einer Rücklaufquote von 59,8% bzw. einer Auswertungsquote von 59,0 % hinsichtlich der bestehenden Strukturen, Mitglieder, Mitarbeiter, Finanzen, Anlagen, Außenverhältnis und Vereinsziele befragt. Anschließend wurden in der zweiten Teilstudie 20 ausgewählte Sportvereine zusätzlich mit Hilfe einer Mitgliederumfrage sowie einem Interview mit Funktionsträgern der jeweiligen Vereine tiefgehender untersucht (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 24f). Ein Jahr später wurde in Nordbaden eine Vergleichstudie durchgeführt, in der 2.346 Vereine mit einer Rücklaufquote von 63,3% befragt wurden (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 50). Eine der entscheidenden Erkenntnisse der gesamten Studie ist dabei, dass es den typischen Sportverein nicht gibt, und daher verschiedene Sportvereine sehr schlecht miteinander vergleichbar sind. Aus diesem Grund wurden mit-
1 DerSportentwicklungsbericht 2005/2006 bezieht sich auf eine deutschlandweite Vereinsumfrage, deren Ergebnisse entsprechend den einzelnen Bundesländern ausgewertet wur-
den. Die hier dargestellten Ergebnisse beziehen sich vor allem auf die Untersuchungsergeb-
nisse der Baden-Württembergischen Vereine.
Theoretischer Bezugsrahmen 6
tels der Strukturvariablen Vereinsgröße, Abteilungszahl, Gründungsjahr, Haushaltsvolumen und Jahresbeitrag für Erwachsenen zunächst drei Vereinstypen gebildet, welche anschließend nochmals in neun Strukturtypen untergliedert wurden (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 31ff). Die Vereinsuntersuchung des Sportentwicklungsberichts 2005/2006 basiert auf einer Online-Befragung, in der 2.201 der damals 11.426 in Baden-Württemberg gemeldeten Vereine angeschrieben wurden. 484 Fragebögen konnten ausgewertet werden, was einer Antwortrate von 22,0 % entspricht (Breuer, 2007a, S. 349).
Die Stichproben und Rücklaufquoten der beiden Studien lassen zunächst vermuten, dass die WLSB-Vereinsstudie als repräsentativer einzustufen ist als der Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Auch die im WLSB-Vereinsbericht vorgenommene Untergliederung in Strukturtypen lässt darauf schließen, dass diese Studie für diese Arbeit, insbesondere hinsichtlich der Situation von Großsportvereinen, genauere Erkenntnisse bietet, als die Studie von Breuer. Wie bereits erwähnt, bezieht sich die Veröffentlichung des WLSB-Vereinsberichts jedoch überwiegend auf die Situation der Vereine in Württemberg und Nordbaden. Allein die Tatsache, dass der Sportentwicklungsbericht von Breuer auch regionale Auswertungen vornimmt, aber auch die Ergebnisse Teilstudien, sowie die in der WLSB-Vereinsstudie dargestellten Vergleiche zwischen den Vereinen aus Württemberg und Nordbaden, deuten jedoch auf regionale Unterschiede bezüglich der Situation der Sportvereine hin. Da im späteren Fallbeispiel auch Vereine aus dem südbadischen Teil des Bundeslandes untersucht werden, wird es daher als wichtig erachtet, auch hier die Situation der Vereine des gesamten Bundeslandes Baden-Württemberg darzustellen.
Aus diesem Grund werden im Folgenden die Ergebnisse beider Studien hinsichtlich der Ziele und Entwicklungen der Sportvereine in Baden- Württemberg, sowie deren größten Probleme analysiert.
Theoretischer Bezugsrahmen 7
2.1.1 Vereinsziele
Da in Sportvereinen (siehe auch Kapitel 2.3) nicht wirtschaftliche Ziele im Vordergrund stehen, wurden in beiden Studien die jeweiligen Vereinsziele erfragt, um anhand dieser Ziele den Erfolg der Sportvereine bewerten zu können.
In der WLSB-Vereinsstudie wurden den Vertretern der Vereine insgesamt 28 Ziele vorgegeben, welche in die Zieldimensionen Qualität, Mitglieder, breites Angebot/Offenheit, Leistungssport und Geselligkeit untergliedert wurden (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 41). Als wichtigste Ziele wurden dabei die Förderung der Jugendarbeit, die Mitgliederzufriedenheit und gutes Ansehen (ebd., S. 54). Anhand dieser fünf Zieldimensionen wurden die analysierten Vereine je nach Gewichtung der Ziele in sechs Typen eingestuft. Viele der Großvereine wurden demnach in die Kategorie der leistungs-, aber auch breitensportorientierten Vereine eingestuft. Große Mehrspartenvereine wurden hauptsächlich der Kategorie der Kursorientierte Vereine zugeordnet (ebd., S. 41ff und S. 55).
In einem weiteren Schritt wurde versucht, die Sportvereine anhand der Frage „Solidargemeinschaft oder Dienstleistungseinrichtung?“ zu ordnen. Abgrenzungskriterium für die Typisierung beider Organisationsformen war dabei die so genannte „Rollenidentität“ von Anbieter und Nachfrager eines Produktes oder einer Leistung (vgl. Kapitel 2.3), welche für Dienstleistungseinrichtungen nicht typisch ist. Die Kategorisierung wurde dafür vor allem am Professionalisierungsgrad, der Anzahl der bezahlten Mitarbeiter, in den Bereichen Training und Organisation/Verwaltung festgemacht. Anhand dieser Kriterien wurden dann fünf verschiedene Dienstleistungstypen gebildet. Ergebnis war, dass etwa 5/6 der Sportvereine in Württemberg und etwa 4/5 der Vereine in Nordbaden eher als Solidargemeinschaften eingestuft werden können. Auffällig war, dass dies überwiegend kleine Vereine sind, während die großen Vereine mit mehreren Abteilungen eher in Richtung Dienstleistungseinrichtung tendieren (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S.45ff). Diesen Ergebnissen ist zu entnehmen, dass die meisten Sportvereine noch am Idealbild der gemeinnützigen Solidargemeinschaft festhalten, dies jedoch bei steigender Mitgliederzahl und Ausdifferenzierung des Sportangebots immer schwieriger wird.
Theoretischer Bezugsrahmen 8
Auch Breuer kam zu dem Ergebnis, dass die Vereine in Baden-Württemberg in besonderem Maße darauf bedacht sind, ein „gemeinwohlorientiertes Sportangebot“ (Breuer, 2007a, S. 332) bereitzustellen und somit vor allem den Auftrag als gemeinnützigen Sportanbieter zu erfüllen versuchen. Abschließend ist bei den Zielen von Baden-Württembergischen Sportvereinen festzuhalten, sie sich insgesamt noch sehr stark am Idealbild des gemeinnützigen Sportvereins orientieren und bestrebt sind, ein entsprechendes Sportprogramm anzubieten. Jedoch variiert die Gewichtung und Ausprägung der Ziele in den jeweiligen Vereinen sehr stark, wodurch ein Urteil über ein „besseres“ oder „schlechteres“ Vereinsmodell erschwert wird. Dieses Urteil wird in dieser Arbeit jedoch nicht angestrebt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass unterschiedliche Zieldimensionen auch unterschiedliche Anforderungen an die Beitragsstruktur eines Sportvereins stellen. So ist beispielsweise anzunehmen, des eine eher kursorientierter Zieldimensionen andere Strukturen erfordert als eine leistungs- oder breitensportorientierte. Aufgrund der Variationen in den Zielen ist ebenso anzunehmen, dass sich mit zunehmender Größe eines Sportvereins auch Zielverschiebungen ergeben können. Folglich bedarf es bei derartigen Zielverschiebungen auch Umstrukturierungen in der Beitragsstruktur.
2.1.2 Entwicklungen
Da die Zieldimension „Mitglieder“ gemäß der WLSB-Vereinsstudie fast bei allen befragten Vereinen eine übergeordnete Bedeutung innehält, machen die Autoren der Studie auch eine erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Vereinsentwicklung hauptsächlich am Verlauf der Mitgliederzahlen fest (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 59). Daher wurde die prozentuale Veränderung der einzelnen Vereine im Zeitraum von 1997 bis 2002 erhoben und innerhalb der unterschiedlichen Struktur- und Dienstleistungstypen analysiert. Deutliche Erkenntnis war, dass insbesondere Großvereine durchgehende Mitgliederzuwachse verzeichnen könnten. Teilweise sogar sehr deutliche Mitgliederzuwächse konnten besonders Mehrspartenvereine verzeichnen (ebd., S. 59ff).
Theoretischer Bezugsrahmen 9
Insgesamt bewerten die Autoren die Mitgliederentwicklung als eher positiv. Die subjektive Einschätzung der Vereinsvertreter sieht dagegen etwas anders aus. Auf die Frage nach der Zufriedenheit der Mitgliederentwicklung, welche auf einer Skala von 1 = „sehr zufrieden“ bis 5 = „sehr unzufrieden“ bewertet werden sollte, ergab sich in allen Strukturtypen ein Mittelwert zwischen zwei und drei, wobei die Vertreter der Mehrspartenvereine noch eine höhere Zufriedenheit angaben als die der Einspartenvereine (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 60).
Ein weiteres Kriterium für die Entwicklung eines Sportvereins ist die Entwicklung des Sportangebots. Gemäß den Studienergebnissen haben mehr als ein Drittel der untersuchten Vereine neue Sportarten ins Programm genommen (vor allem Fitness- und Gesundheitssport sowie Freizeit- und Brei-tensport) und 11% der Vereine haben traditionelle Sportarten aufgegeben. Insbesondere Mehrspartenvereine sind offener auf neue Entwicklungen als Einspartenvereine. Auch sind diese Vereine, vor allem Großvereine und große Mehrspartenvereine sind häufiger offen für Nicht-Mitglieder als Einspartenvereine (ebd., S. 68f). Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass die Strukturen in Großportvereinen schnelleren und größeren Veränderungen ausgesetzt sind, als in kleineren Vereinen.
Bezüglich der Vereinsentwicklungen bietet der Sportentwicklungsbericht 2005/2006 keine relevanten Erkenntnisse für diese Arbeit. Anhand der dargestellten Ergebnisse ist jedoch deutlich zu erkennen, dass sich die Vereine in Württemberg und in Nordbaden mit zunehmendem Alter und mit zunehmender Größe sehr stark verändern. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich bei einer entsprechenden Befragung der südbadischen Vereine sehr ähnliche Tendenzen ergeben würden.
Somit ergibt sich auch in den Entwicklungen von Sportvereinen hinsichtlich deren Angebote eine bedeutende Tendenz für die Beitragsstrukturen in Großsportvereinen. Da sich diese Vereinstypen in ihrer Angebotsstruktur offensichtlich etwas dynamischer entwickeln als kleinere Sportvereine liegt es nahe, dass sich in ähnlicher Weise auch deren Anforderungen an die Bei- tragsstruktur verändern.
Theoretischer Bezugsrahmen 10
2.1.3 Probleme
Um die Situation der Sportvereine in Baden-Württemberg vollständig beschreiben und analysieren zu können, steht abschließend noch die Analyse der größten Probleme, denen sich die Sportvereine ausgesetzt sehen, aus. Da die Mitgliederentwicklung von den Autoren als ein sehr wichtiges Kriterium des Vereinserfolgs eingestuft wird, wurden in der WLSB-Vereinstudie die Vereinsverantwortlichen auch dazu befragt, ob die Mitgliederbindung in ihrem Verein als Problem aufgefasst wird. Insgesamt stellte sich heraus, dass es sich um ein eher unwichtiges Problem handelt, was bei der insgesamt positiven Mitgliederentwicklung auch nicht überrascht. Jedoch ergeben sich bei der Differenzierung nach Strukturtypen interessante und unterschiedliche Resultate. Die Vorsitzenden der großen Mehrspartenvereine und der teuren Einspartenvereine sehen in der Mitgliederbindung eher größere Probleme. Der dritthöchste Mittelwert auf der Skala (1 = „kein Problem“ bis 5 = „großes Problem“) ergab sich bei den Großvereinen (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 61). Dies ist deshalb sehr überraschend, da vor allem die großen Mehrspartenvereine und die Großvereine, wie bereits erwähnt, eine positive Mitgliederentwicklung aufweisen. Unabhängig der Vereinstruktur gaben 91% der Vereinsverantwortlichen zudem an, dass sie versuchen Maßnahmen umzusetzen, die der Mitgliedergewinnung dienen sollen. Die auffälligste Beobachtung der Autoren war dabei, dass die am häufigsten ergriffenen Maßnahmen relativ erfolglos sind und die erfolgreichen Maßnahmen selten durchgeführt werden (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 137). Ein weiteres von den Vereinsvertretern angegebenes Problem ist die Gewinnung ehrenamtlicher Helfer. Insgesamt 71% der befragten Vereine leiden unter schwindenden ehrenamtlichen Helfern. Insbesondere Mehrspartenvereine und Großvereine weisen hier einen hohen Wert auf. Differenziert nach Dienstleistungstypen betrifft dieses Problem vorwiegend die eher dienstleis-tungsorientierten Vereine (ebd., S. 63f). Das Problem der Gewinnung ehrenamtlicher Helfer, sowie die ebenfalls angegebene schlechte Sportstättensituation (ebd., S. 72) können jedoch nicht direkt mit einer Umstrukturierung der Mitgliedsbeiträge behoben werden. Daher ist es ausreichend für diese Arbeit, diese Probleme lediglich anzusprechen und nicht weiter auszuführen. Ein großes und auch in dieser Arbeit als sehr entscheidend erachtetes Prob-
Theoretischer Bezugsrahmen 11
lem der Sportvereine liegt jedoch in ihrer finanziellen Situation. Insgesamt 16% der befragten Vereine gaben an, ziemlich große (11%) oder große (5%) Probleme zu haben. Differenziert nach Strukturtypen sind hierbei vor allem auch große Mehrspartenvereine und Großvereine am stärksten betroffen, wobei die Abstände zu den übrigen Strukturtypen sehr gering sind (ebd., 2004, S. 74f).
Insgesamt kommt Breuer zu dem Ergebnis, dass hochgerechnet 1.300 von 11.425 baden-württembergischen Sportvereinen (11%) existentielle Probleme haben (Breuer, 2007a, S. 340). Aus diesem Grund wurden neben den Problemen auch die Problemursachen erfragt. Im Vergleich zu den in vorherigen Ergebnissen gewannen bei dieser Frage die finanzielle Situation des Vereins und der Zustand der genutzten Sportanlagen an Bedeutung, weswegen sie von den Autoren als weitere zentrale Probleme der Sportvereine in Baden-Württemberg betrachtet wurden.
2.1.4 Fazit
Nach der Betrachtung der beiden Studien können folgende, für den weiteren Verlauf dieser Arbeit wichtigen, Erkenntnisse festgehalten werden: 1) Die Mitglieder spielen bei den Zielen, den Entwicklungen und auch bei den Problemen der Sportvereine eine entscheidende Rolle. 2) Tendenziell verfolgen die Sportvereine vor allem mitgliederorientierte und gemeinnützige Ziele, was dem Idealbild eines gemeinnützigen Sportvereins entspricht (siehe auch Kapitel 2.3). 3) Dennoch variieren die Zieldimensionen der unterschiedlichen Vereinstypen und es kann davon ausgegangen werden, dass sich mit zunehmender Größe eines Vereins Zielverschiebungen ergeben. 4) Die Vereine in Baden-Württemberg entwickeln sich kontinuierlich weiter und grenzen sich durch die jeweilige Einzelentwicklung mehr und mehr voneinander ab. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass diese Abgrenzung mit zunehmendem Alter und zunehmender Größe eines Vereins extremer wird.
Theoretischer Bezugsrahmen 12
5) Die Entwicklung der Mitgliederzahlen verläuft bei den meisten Sportvereinen eher positiv, vor allem bei den Mehrsparten- und den Großvereinen.
6) Mit zunehmender Größe und Abteilungszahl sind die Vereine flexibler hinsichtlich ihres Sportangebots und reagieren schneller auf aufkommende Trends. Somit ändert sich in Großsportvereinen das Sportprogramm tendenziell häufiger als in kleinen Sportvereinen. 7) Die Mitgliedergewinnung wird nahezu von allen Befragten als wichtiges Ziel in der Vereinsarbeit angesehen. Als Gründe, insbesondere bei Großvereinen und teuren Einspartenvereinen, werden dafür bessere personelle Voraussetzungen und finanzielle Notwendigkeiten angenommen (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 62f). Die häufig durchgeführten Maßnahmen, wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit oder Mund-zu-Mund-Propaganda führen lediglich zu geringem Erfolg. 8) Hinsichtlich der Probleme der Vereine, insbesondere der wirklich existentiellen Probleme, rücken wirtschaftliche Aspekte, wie die finanzielle Situation des Vereins, mehr in den Vordergrund. 9) Großsportvereine leiden tendenziell eher unter finanziellen Problemen als kleine Sportvereine. Wobei hier zusätzlich zu erwähnen ist, das bei Großsportvereinen die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen tendenziell einen geringeren Anteil der Gesamteinnahmen ausmachen als bei kleinen Vereinen (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 73f).
Auch wenn ein Zusammenhang zwischen den dargestellten Ergebnissen weder von den Autoren der beiden Studien wissenschaftlich belegt wurde, noch hier belegt werden kann, so sind trotzdem interessante Auffälligkeiten zu erkennen, die für den weiteren Verlauf dieser Arbeit von großer Bedeutung sind. Zunächst kann aufgrund der Weiterentwicklung der Zieldimensionen und des Sportangebots eines Vereins davon ausgegangen werden, dass sich damit verbunden auch die Mitgliederstruktur des betreffenden Sportvereins verändert. Beispielsweise spricht eine neu angebotene Trendsportart auch automatisch eine neue Zielgruppe von Sportlern an. Ein weiteres gutes Beispiel hierfür stellen die eher leistungsorientierten Sportvereine dar. Ab
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einem bestimmten Leistungsniveau beispielsweise einer Fußballmannschaft, hängt die Mitgliedergewinnung bzw. die Mitgliederbindung sehr stark von der sportlichen Situation des Vereins ab, welche durch Auf- oder Abstiege gravierend verändert wird. Aufgrund der Situation erfolgt ein Mitgliederzuwachs bzw. Mitgliederrückgang vorwiegend gemäß den Geschäftsjahren der sportartspezifischen Fachverbände. Ausschlaggebend sind dann die entsprechenden Wechselfristen, welche von den Fachverbänden festgelegt werden und von Sportart zu Sportart variieren können (vgl. zu den Unterschieden bspw. WLV, 2007 und DFB, 2002, S. 18). Andererseits tritt die Mitgliedschaft und die dazugehörige Zahlung der Mitgliedsbeiträge in noch höheren Leistungsebenen wieder in den Hintergrund, da dann die aktiven Sportler für ihre Leistung bezahlt werden und nicht mehr umgekehrt. Die Beispiele zeigen, dass mit zunehmender Weiterentwicklung eines Sportvereins, insbesondere hinsichtlich Mitglieder- und Abteilungszahl, davon auszugehen ist, dass eine bestehende Beitragsstruktur den Anforderungen des Sportvereins nicht mehr entsprechen kann. Folglich kann die Mitgliedergewinnung für den Verein erschwert, bzw. können die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen nicht mehr optimal ausgeschöpft werden.
Zudem gaben bei den in der zweiten Teilstudie des WLSB-Vereinsberichts durchgeführten Interviews 9 der 20 befragten Vereinsfunktionäre „Strukturelle Bedingungen/Veränderungen im Verein“ als Grund für einen Mitgliederzuwachs, und 2 von 20 als Grund für einen Mitgliederrückgang an (Nagel, Conzelmann, Gabler, 2004, S. 138). Aus diesem Grund ist es überraschend, dass die Vereine gemäß den Angaben zwar Beitragsermäßigungen anbieten, aber offensichtlich keine Anpassungen der Beitragsstrukturen vornehmen, obwohl ca. 20% der Vereine ihr Angebot erweitern, gerade um neue Mitglieder zu gewinnen bzw. Mitglieder im Verein zu halten (ebd., S. 136). Selbstverständlich soll hier nicht behauptet werden, dass die finanziellen Probleme insbesondere der Großsportvereine unbedingt nur mit einer veralteten Beitragsstruktur zusammenhängen müssen. Abschließend kann festgehalten werden, dass insbesondere Großsportvereinen zu raten ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob ihre Beitragsstruktur mit eventuellen strukturellen Veränderungen Schritt gehalten hat und den aktuellen Anforderungen des Vereins entspricht. Somit kann bereits hier sowohl von einer hohen wis-
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senschaftlichen, als auch von einer für die Vereinsarbeit praktischen Relevanz der Optimierung der Beitragsstrukturen in Sportvereinen, insbesondere in Großsportvereinen, ausgegangen werden. Diese Annahme soll nun an-hand der Rolle der Mitgliedsbeiträge in der Finanzierung von Sportvereinen weiter erhärtet werden.
2.2 Grundlagen der Finanzierung
Im folgenden Abschnitt steht die Fragestellung im Vordergrund, warum die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge in der Finanzierung von Sportvereinen eine so bedeutende Rolle spielen. Ausgehend von den allgemeinen Grundlagen der Finanzierung sollen daher die Besonderheiten der Finanzierung von Sportvereinen beschrieben werden. Im Hinblick auf diese Besonderheiten soll dann analysiert werden, welche Vorteile Mitgliedsbeiträge gegenüber anderen Einnahmequellen aufweisen.
2.2.1 Begriffsbestimmungen
Bevor eine Darstellung der grundlegenden Faktoren der Finanzierung überhaupt erfolgen kann, sind zunächst einige Begriffsbestimmungen notwendig. Einerseits muss geklärt werden, in welchen Organisationen finanziert wird. Andererseits ist es notwendig zu definieren, was Finanzierung ist. Um die erste Frage zu beantworten, soll zunächst die Bedeutung der Begriffe „Betrieb“ und „Unternehmen“ definiert werden. Ersterer wird in der Literatur beschrieben, als „planvoll organisierte Wirtschaftseinheit …, in der Sachgüter und Dienstleistungen erstellt und abgesetzt werden“ (Wöhe, 2005, S. 2). Dieser Vorgang erfolgt dabei grundsätzlich nach dem sogenannten Wirtschaftlichkeitsprinzip, auch ökonomisches Prinzip genannt. Dies bedeutet, dass entweder mit gegebenen Mitteln ein größtmöglicher Ertrag zu erzielen ist (Maximalprinzip), oder dass ein gegebenes Ziel mit einem minimalen Mitteleinsatz zu erreichen ist (Minimalprinzip). Daraus ist zu entnehmen, dass Betriebe grundsätzlich bestimmte Ziele bei der Produktion der jeweiligen Güter oder Dienstleistungen verfolgen. Dabei wird jedoch nicht genauer festgelegt, welcher Art diese Ziele zuzuordnen sind (Wöhe, 2005, S. 2f). Die Orga- nisationsform des Betriebes umfasst mehrere Ausprägungen, wobei in der
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betriebswirtschaftlichen Literatur widersprüchliche Meinungen darüber existieren, ob die sogenannten „privaten Haushalte“ eine Form von Betrieben sind oder nicht, da sie im Regelfall vor allem konsumieren und weniger produzieren. Zudem produzieren Haushalte, wenn sie es denn tun, üblicherweise nur für den eigenen Bedarf (Schierenbeck, 1999, S. 22f). Die oben genannte Definition von Wöhe grenzt dieses Merkmal jedoch nicht ein, und demnach werden private Haushalte hier in den Betriebsbegriff mit einbezogen. Zudem stellt sich die Frage in dieser Arbeit nicht, da die Organisations-form, welche hier im Mittelpunkt der Betrachtung steht, definitiv produzierend tätig ist (es wird beispielsweise ein Sportangebot „produziert“). Zudem produzieren Sportvereine je nach Vereinsstruktur auch für den Bedarf Dritter, nämlich dann, wenn sie ihr Sportprogramm auch für Nicht-Mitglieder geöffnet haben (vgl. Kapitel 2.1). Einigkeit besteht in der Literatur darüber, dass die Organisationsform der „Unternehmen“ eine spezielle Form von Betrieben ist. Diese Form kennzeichnet sich dabei gemäß Wöhe (2005) durch folgende Merkmale (vgl. auch Benner, 1992, S. 66):
Unternehmen verfolgen im Wesentlichen erwerbswirtschaftliche Ziele, das heißt sie verfolgen das Ziel der Gewinnmaximierung. Unternehmen übernehmen dabei ein Marktrisiko, das bedeutet, dass sie oder ihre Eigentümer (je nach Rechtsform) bei Misserfolg die Konsequenzen zu tragen haben.
Unternehmen produzieren ihre Güter und Dienstleistungen durch den Einsatz von Produktionsfaktoren. Unternehmen produzieren für einen fremden Bedarf. Der Begriff „Finanzierung“ beschreibt nunmehr einen Teilprozess in den betrieblichen Arbeitsprozessen, welcher zur Zielerreichung von erheblicher Bedeutung ist. Gemäß Schierenbeck (1999, S. 307) umfasst Finanzierung „alle Maßnahmen, die der Bereitstellung von Kapital (Geld und geldwerten Gütern) dienen.“ Dieser Begriff kann je nach Bedarf in unterschiedlicher Weise verwendet bzw. eingegrenzt werden. Wöhe (1990) beschreibt beispielsweise eine enge und eine weite Definition des Begriffs Finanzierung. Wird hier von Finanzierung im engen Sinne gesprochen, so beschreibt dies lediglich die
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verschiedenen Prozesse der Beschaffung der finanziellen Mittel, während der weit gefasste Begriff auch so genannte „Kapitaldispositionen“ mit einschließt, womit die mengenmäßige Einteilung des eingehenden Kapitals gemeint ist. Letztere soll hier zunächst keine Rolle spielen, da es lediglich darum geht, die Einnahmequellen von Sportvereinen herauszuarbeiten und gemäß den allgemeinen Grundlagen zu systematisieren. Folgerichtig wird im weiteren Verlauf der Finanzierungsbegriff von Schierenbeck übernommen und unter Finanzierung zunächst die reine Beschaffung von Kapital verstanden. In beiden dargestellten Definitionen umfasst der Begriff des Kapitals verschiedene Formen. Kapital kann entweder direkt durch Geldmittel bereitgestellt werden oder in Form von Sacheinlagen, wie beispielsweise Produktionsgüter, erfolgen. Diese sind in der weiteren Betrachtung jedoch zu vernachlässigen, da sich diese Arbeit mit der Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge und somit durch Geldmittel beschränkt. Der enge Finanzierungsbegriff der Kapitalbeschaffung nach Wöhe kann wiederum nach zeitlichen Aspekten der Beschaffung, sowie bezüglich der Verwendung und der Art der zu beschaffenden Mittel weiter eingegrenzt werden (Wöhe, 1990. S. 748). Somit kann ein sehr eng definierter Finanzierungsbegriff bei Sportvereinen beispielsweise eine langfristige Kapitalbeschaffung durch Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung des Sportbetriebs darstellen. Bei der Systematisierung der Einnahmequellen von Sportvereinen werden jedoch alle Arten von Einnahmen in die Betrachtung mit einbezogen. Die Verwendung wird hier zunächst außer Acht gelassen. Daher ist der Finanzierungsbegriff in Abschnitt 2.3 noch relativ weit gefasst und mit Maßnahmen zur Beschaffung von Geldmitteln definiert. Erst bei der späteren expliziten Betrachtung der Mitgliedsbeiträge als Einnahmequelle von Sportvereinen kann der Finanzierungsbegriff auf die genannte enge Definition eingegrenzt werden.
In der Literatur werden die Maßnahmen der Beschaffung generell sehr eng mit der Verwendung der finanziellen Mittel verbunden. Daher wird der Finanzierungsbegriff in direktem Zusammenhang mit dem Begriff der Investition, welcher die Verwendung der beschafften Mittel beschreibt, definiert und erläutert (Wöhe, 1990, S.748). Darauf kann hier jedoch verzichtet werden, da sich diese Arbeit auf die Beschaffung der Geldmittel und somit auf die Finan- zierung beschränkt.
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2.2.2 Allgemeine Finanzierungsarten
Gemäß Wöhe (1990) lassen sich die unterschiedlichen Finanzierungsarten nach fünf verschiedenen Kriterien unterteilen: Kapitalherkunft, Rechtsstellung des Kapitalgebers, Einfluss auf den Vermögens- und Kapitalbereich, Dauer der Kapitalbereitstellung und Anlass der Finanzierung. Bei der vorangegangenen Begriffsbestimmung wurde bereits festgelegt, dass sowohl der zeitliche Aspekt, als auch die Verwendung der bereitgestellten Geldmittel keine entscheidende Rolle spielen sollen. Für die weitere Betrachtung sind daher vornehmlich die ersten beiden Unterscheidungsmöglichkeiten von Bedeutung und werden anschließend erläutert. Die detaillierte Beschreibung des Einflusses auf den Vermögens- und Kapitalbereich kann hier vernachlässigt werden.
a) Unterscheidung nach Herkunft des Kapitals
Bei dieser Form der Differenzierung werden die Finanzierungsarten danach getrennt, ob die finanziellen Mittel aus dem betrieblichen Umsatzprozesses des Unternehmens entstehen (Innenfinanzierung) oder nicht (Außenfinanzierung) (Wöhe, 1990. S. 760). Demnach ist die Außenfinanzierung stets mit einem Vermögenszuwachs, also einer Erhöhung des Kapitalbestands im Unternehmen verbunden. Außenfinanzierung kann einerseits als Fremdkapital in Form von Krediten von externen Geldgebern, wie zum Beispiel Banken, erfolgen. Andererseits kann hierbei Eigenkapital in Form von Einlagen oder Beteiligungen durch Kapitalgeber zugeführt werden, welche sich an dem Unternehmen beteiligen bzw. eine bereits bestehende Beteiligung erweitern wollen. Im Gegensatz dazu steht die Innenfinanzierung. Wie es der Name sagt, kommt sie sich direkt aus dem jeweiligen Unternehmen selbst, genauer aus den Erlösen des betrieblichen Umsatzprozesses des Unternehmens, welcher sich aus der Erstellung und dem Verkauf der Produkte eines Unternehmens, sowie allen weiteren betrieblichen Prozesse ergibt (Wöhe, 1990. S. 750ff.). Somit stammt auch dieses Kapital von externen Kapitalgebern, vornehmlich den Kunden. Es kann jedoch im Unterschied zur Außenfinanzierung als das Ergebnis interner Betriebsprozesse betrachtet werden. Zunächst können Umsatzerlöse offensichtlich als Eigenkapital betrachtet wer- den, da sie dem Unternehmen selbst zustehen. Erzielt beispielsweise ein
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Unternehmen Gewinne und zahlt diese nicht an die Eigentümer bzw. Anteilseigner des Unternehmens aus, so kommt es zu einem Vermögenszuwachs des Eigenkapitals. Diese Form der Finanzierung wird als Selbstfinanzierung bezeichnet. Es gibt jedoch innerhalb der Innenfinanzierung auch Finanzierungsquellen, welche nicht der Selbstfinanzierung zugeordnet werden können. Beispielsweise sind Pensionsrückstellungen finanzielle Mittel, welche zur späteren Auszahlung an pensionierte Arbeitnehmer des Unternehmens zurückgelegt werden, und diesen somit zusteht. Da Arbeitnehmer in der Regel keine Eigentümer des Unternehmens sind, fällt diese Finanzierungsart in den Bereich der Fremdfinanzierung.
Kommt es bei der Innenfinanzierung zu keinem Vermögenszuwachs im Unternehmen, wird von einer Vermögensumschichtung gesprochen. Auch hier ergibt sich das beschaffte Kapital aus Umsatzerlösen, wird jedoch direkt wieder verwendet.
Die wichtigsten Erkenntnisse für die weitere Betrachtung sind, dass die Systematisierung nach Kapitalherkunft in Innen- und Außenfinanzierung aufgegliedert werden kann, und dass es sich bei beiden Formen um Eigen- und um Fremdkapital handeln kann.
b) Unterscheidung nach der Rechtsstellung des Kapitalgebers Die Begriffe Eigenkapital und Fremdkapital wurden bereits bei der Unterscheidung nach Kapitalherkunft genannt. Diese beiden Formen der Kapitalzuführung sind die entscheidenden Merkmale dafür, ob es sich bei einer Fi-nanzierungsform um Eigen- oder Fremdfinanzierung handelt, womit immer unterschiedliche Rechtsstellungen des Kapitalgebers verbunden sind. Dieser erhält für die Bereitstellung von finanziellen Mitteln grundsätzlich Rechte und Pflichten am jeweiligen Unternehmen. Stellt er Eigenkapital zur Verfügung, so erhält er als Anteilseigner einen sogenannten Beteiligungstitel, wie z.B. den Titel eines Teilhabers. Damit verbunden sind dann beispielsweise Rechte auf Erfolgsbeteiligungen, sowie eventuell weitere Zahlungsverpflichtungen für den Teilhaber. Bei der Bereitstellung von Fremdkapital hingegen erwirbt der Kapitalgeber einen Gläubigertitel, der vor allem mit den Rechten auf Rückzahlung des zur Verfügung gestellten Kapitals inklusive Zinsen verbun-
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Diplom Sportwissenschaftler Tobias Buss, 2008, Finanzierung von Großsportvereinen dargestellt am Beispiel der Beitragsstrukturreform bei der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e.V., München, GRIN Verlag GmbH
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