Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007
Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen
-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-
von: Gerrit Thorn
1
Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen
Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik
und Verbesserungsvorschläge
Seminararbeit
im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
der Universität Duisburg-Essen
-Fachgebiet Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling-
vorgelegt von:
Gerrit Thorn
Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007
Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen
-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-
von: Gerrit Thorn
II
GLIEDERUNG
GLIEDERUNG ... II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS...III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... IV
1. Einleitung ...1
1.1 Problemstellung...1
1.2 Gang der Untersuchung...2
2. Krisenursachen, Krisenprozess und Insolvenz ...3
2.1 Begriffsbestimmungen ...3
2.2 Phasenmodelle des Krisenprozesses...3
3. Erkenntnisse der Insolvenzforschung...7
3.1 Quantitative Insolvenzforschung...7
3.1.1 Empirische
Untersuchungen...7
3.1.2 Zwischenergebnis ...10
3.2 Qualitative Insolvenzforschung...11
3.2.1 Empirische
Untersuchungen...11
3.2.2 Zwischenergebnis ...17
3.3 Das Problem der Multikausalität ...18
4. Analyse der Fallstudie von Richard Morris ...20
4.1 Beschreibung der Fallstudien ...20
4.2 Insolvenzen im Textilsektor ...21
4.3 Insolvenzen im Maschinenbausektor...27
4.4 Analyse einzelner Insolvenzen ...30
4.5 Zwischenergebnis ...32
5. Fazit ...34
LITERATURVERZEICHNIS...37
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III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abb. Abbildung
AG Aktiengesellschaft
BGB
- Das Statistisches Bundesamt und die Creditre-
form AG bezeichnen mit der Kurzform ,,BGB" die
BGB-Gesellschaft
- juristisch: ,,Bürgerliches Gesetzbuch"
BRD Bundesrepublik
Deutschland
EBIT
"earnings before interest and taxes"
eG eingetragene
Genossenschaft
GbR
Gesellschaft bürgerlichen Rechts
GmbH Gesellschaft
mit
beschränkter Haftung
Hrsg. Herausgeber
InsO Insolvenzordnung
Kap. Kapitel
KG Kommanditgesellschaft
oHG offene
Handelsgesellschaft
PBT
,,profit before taxes"
ROI
"return on investment"
u. und
v. von
Vgl. Vergleiche
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS
1
Unternehmensinsolvenzen BRD 1990-2006
2
Phasenmodelle des Krisenprozesses
3
Insolvenzen - Rechtsform - Ruhrgebiet/BRD 2004
4
Insolvenzen Rechtsform BRD 1999-2006
5 Insolvenzen
nach
Branchenzugehörigkeit BRD 1999-2006
6
Empirische Studien der qualitativen Ursachenforschung 1930-1984
7
Systematisierung der Krisenursachen
8
Typologie von Unternehmenskrisen
9
Multikausalität von Krisenursachen
10
EBIT-PBT Bambers Stores
11
EBIT PBT Blackman & Conrad
12 Kausalitätskette
-
Bambers Stores/ Blackman & Conrad
13
Kausalitätskette - Blackwood Morton
14
EBIT PBT Blackman & Conrad
15
ROI, EBIT/Sales, PBT/Sales R&J Pullman
16 Verschuldungsgrad
TCK
17
ROI - Berwick Timpo
18
Umsatzentwicklung Berwick Timpo
19
Verschuldungsgrad Berwick Timpo, Timpo
20
Kausalitätskette Berwick Timpo
21
Kausalitätskette Maschinenbausektor
22 Kausalitätskette
Mettoy
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1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Im Jahr 2006 mussten 30.757 Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden
1
. Der
durch Insolvenzen bedingte Verlust von Arbeitsplätzen lag in den Jahren 1999 bis 2005 bei
durchschnittlich 540.000 Stellen.
2
Der durch Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich
verursachte Schaden wird für das Jahr 2006 auf 31,1 Mrd. Euro geschätzt.
3
Einhergehend
damit ist die Vernichtung von Vermögen durch die Zerschlagung der insolventen Unter-
nehmen.
Abb. 1: Unternehmensinsolvenzen BRD 1990-2006 Quelle: Statistisches Bundesamt
Es liegt somit nicht nur im Interesse der Anteilseigner oder der Geschäftsführung eines
Unternehmens die Insolvenz durch frühzeitiges Erkennen zu vermeiden, sondern auch ex-
terne Adressaten, wie Kreditinstitute oder Lieferanten haben ein berechtigtes Interesse dar-
an eine potentielle Insolvenz ihres Geschäftspartners frühzeitig zu erkennen. Wenn davon
auszugehen ist, dass sich Insolvenzen vermeiden lassen oder der sich aus ihnen resultieren-
de Schaden minimiert werden kann, falls sie nur rechtzeitig erkannt werden, stellt sich
zwangsläufig die Frage: Wie können Unternehmensinsolvenzen frühzeitiger erkannt wer-
den? Unter dem Aspekt der Früherkennung von Insolvenzen werden im Rahmen der Insol-
venzforschung Fallstudien und empirische Untersuchungen insolventer Unternehmen
1
Vgl. http://www.destatis.de/indicators/d/Irins01ad.htm, Stand: 6. Juni 2007.
2
Vgl. Creditreform (Hrsg.): Insolvenzen, Neugründungen, Löschungen 2006, S. 22.
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Vgl. Creditreform (Hrsg.): Insolvenzen, Neugründungen, Löschungen 2006, S. 20.
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durchgeführt. Die daraus resultierenden Erfahrungswerte sollen diesbezüglich zweckdienli-
che Informationen liefern. Die Analyse dieser Informationen im Hinblick speziell auf ihren
Aussagegehalt, unter dem Aspekt der Früherkennung ist Gegenstand dieser Seminararbeit,
deren Problemstellung sich wie folgt formuliert:
Sind Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen in der Lage Erkenntnisse zu liefern,
anhand derer es möglich ist die potentielle Insolvenz eines Unternehmens frühzeitiger zu
erkennen?
1.2 Gang der Untersuchung
Nach dieser Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst einige Begriffsbestimmungen,
in Bezug auf die Krise eines Unternehmens vorgenommen. Weiterhin soll die Dynamik des
Krisenprozesses dargestellt sowie auf seine unterschiedlichen Phasen eingegangen werden.
Durch die Einteilung in unterschiedliche Phasen ist eine eindeutigere Abgrenzung hinsicht-
lich des Krisenverlaufs möglich.
Das dritte Kapitel soll einerseits die Erkenntnisse und Vorgehensweisen der bisherigen
Insolvenzforschung darstellen, diese aber auch kritisch, bezüglich ihres Aussagehalts hin-
sichtlich der Prognosemöglichkeiten von Insolvenzen hinterfragen. Weiterhin werden die
aus diesen Erkenntnissen ableitbaren Probleme identifiziert. Das Gebiet der Insolenzfor-
schung wird in der Literatur auch oft als Insolvenzursachenforschung
4
oder Krisenursa-
chenforschung
5
bezeichnet.
Das vierte Kapitel widmet sich der Fallstudie von Richard Morris aus dem Jahre 1997. In
diesem Kapitel werden nicht nur die Ergebnisse von Morris wiedergegeben, es soll auch
versucht werden, ausgehend von den Erkenntnissen aus dem 3.Kapitel, diese konkret auf
diese Fallstudie anzuwenden. Ziel ist es die Ergebnisse von Morris soweit es möglich ist zu
ergänzen und im Anschluss daran zu überprüfen, inwiefern diese Ergänzung unter dem
Aspekt der Früherkennung weitere Erkenntnisse liefert.
Im fünften und letzten Kapitel werden die Ergebnisse in Form eines zusammenfassenden
Fazits verdichtet.
4
Vgl. Kihm, Axel in: Blöse, Jochen/ Kihm, Axel (Hrsg.): Unternehmenskrisen: Ursachen Sanierungskon-
zepte - Krisenvorsorge Steuern, Berlin: Schmidt, 2006, S. 36.
5
Vgl. Krystek, Ulrich: Unternehmenskrisen, Wiesbaden: Gabler, 1987, S. 33.
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2. Krisenursachen, Krisenprozess und Insolvenz
2.1 Begriffsbestimmungen
Der Begriff der Unternehmenskrise umschreibt das Auftreten nachhaltiger wirtschaftlicher
Schwierigkeiten von Unternehmen, die in einer existenzbedrohenden Notsituation enden
können.
6
Die Unternehmensinsolvenz bezeichnet den finalen Zeitpunkt oder das letzte Sta-
dium dieses Krisenverlaufes.
7
Demnach geht der Insolvenz eines Unternehmens immer
zunächst eine Krise desselben voraus. Die Insolvenz eines Unternehmens tritt im Allge-
meinen dann ein, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist seine Geschäftstätig-
keit weiter auszuführen. Als gesetzliche Insolvenzauslösetatbestände sind die Zahlungsun-
fähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung anzuführen.
8
Unternehmenskrisen treten nicht zufällig auf, sondern werden durch unterschiedliche Kri-
senursachen ausgelöst. Der daraus resultierende wirtschaftliche Verlauf des Unternehmens
wird als Krisenprozess bezeichnet. Während dieses Prozesses werden Symptome auffällig,
die ex post auf die Krisenursachen hinweisen
.
9
Die destruktive Wirkung des Prozesses
endet in den negativen Auswirkungen der Insolvenz.
10
Unternehmenskrisen dürfen also
nicht als Zeitpunkterscheinungen, sondern müssen als ein dynamisch ablaufender Prozess
betrachtet werden. Um diese Prozesse allgemein darstellen zu können, bedient sich die
Wissenschaft der so genannten Phasenmodelle, auf welche im Folgenden genauer einge-
gangen werden soll.
2.2 Phasenmodelle des Krisenprozesses
Der Verlauf einer Unternehmenskrise ist in charakteristische Phasen unterteilbar, welche
im Hinblick auf die
Wahrnehmbarkeit und durch ihren Grad der Bedrohung unterschiedlich
ausgeprägt sind. In der Literatur finden sich zahlreiche Phasenmodelle, die den Prozess der
6
Vgl. Krystek S. 6 und Kihm S. 19.
7
Vgl. Ritter, Wolfgang: Unternehmenssanierung im neuen Insolvenzrecht: Eine Analyse aus Sicht der
Kreditinstitute, Sternenfels: Wissenschaft und Praxis, 2000, S. 30.
8
Vgl. §§ 17-19 InsO.
9
Vgl. Hahn, Dietger/Krystek, Ulrich in: Staehle, Wolfgang H./Stoll, Edgar (Hrsg.), Betriebs-
wirtschaftslehre und ökonomische Krise, Wiesbaden: Gabler, 1984, S. 6.
10
Vgl. Hahn/Krystek, S. 9.
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