VORWORT
Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen herzlich bedanken, die mich bei der Erstellung der vorliegenden Arbeit unterstützt haben.
Mein ganz besonderer Dank gilt:
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Christiane Brandenburg für die Annahme des von mir vorgeschlagenen Themas und die wissenschaftliche Betreuung beim Verfassen dieser Arbeit.
Em. O. Univ.Prof. Dipl.-Ing. Hermann Schacht für die Durchsicht der Arbeit.
Ao.Univ.Prof. Dr.phil Brigitte Klug und Univ. Prof. Dr. phil. Wolfgang Holzner für die Hilfe bei der Lösung botanischer Fragestellungen.
Ao. Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Monika Kriechbaum für die wertvollen Literaturhinweise.
Meinem Studienkollegen Manuel Trescher für die Durchsicht des Manuskriptes und meiner Studienkollegin Gabrielle Sloane für die Korrektur des Abstract.
Sabine Gradinger für ihre Hilfe bei der grafischen Gestaltung der Arbeit.
Meinen Freunden für die Begleitung auf vielen Wanderungen durch die faszinierende Landschaft der Hainburger Berge, die mein Interesse an den pannonischen Trockenrasen entscheidend vertieft haben.
Meinen Eltern, die mir mein Studium ermöglicht und mich dabei auch immer wieder auf vielfältige Weise unterstützt haben.
Ganz besonders möchte ich ihnen hier für ihr Verständnis für meine private Leidenschaft für Pflanzen danken, aus der sich wohl auch mein spezielles Interesse an der pannonischen Flora entwickelt hat. Unseren Garten berreichert nun schon seit einigen Jahren eine Vielfalt unterschiedlichster Gewächse, wodurch es an einigen Stellen mittlerweile doch etwas eng geworden ist. Meist wird diese Tatsache aber trotzdem mit großer Geduld hingenommen.
III
KURZFASSUNG
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ausbreitung und Gefährdung pannonischer Trockenrasen in Österreich durch den Menschen. Der Begriff Trockenrasen wird für teilweise ursprüngliche, lückige Rasen auf besonders trocken-warmen Standorten verwendet.
In den pannonisch beeinflussten Gebieten Österreichs existiert eine große Vielfalt verschiedener Pflanzengesellschaften innerhalb der Trockenrasen, die zu Beginn beschrieben werden. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Vegetationsentwicklung vor dem Eingreifen des Menschen gerichtet, da hier die Grundlagen für die spätere Ausbreitung der Trockenrasen zu finden sind. Primäre Steppen waren unter anderen klimatischen Bedingungen schon in der pleistozänen Landschaft des Pannonikums großflächig vorhanden und zogen sich mit der postglazialen Ausbreitung der Wälder auf natürlich waldfreie Standorte zurück. Ein wichtiges Anliegen dieser Arbeit ist eine Beschreibung der menschlichen Einflüsse, die dann ab dem Neolithikum zu einem mehrmaligen, dynamischen Wechsel von großflächiger Ausbreitung und dem Rückgang der pannonischen Trockenrasen im Verlauf der Geschichte geführt haben. Der Mensch hat nämlich durch Beweidung, Waldrodung und Mahd erst zur großflächigen Ausbreitung und vielfältigen Ausprägung der Trockenrasen beigetragen. Fällt diese extensive Bewirtschaftung weg, verschwinden die sekundären Trockenrasen als ihre Zeugnisse, wie es in der heutigen Situation der Fall ist. Als weiterer bedeutsamer Punkt wird deswegen der aktuelle, seit dem 18. Jahrhundert wirksame Trend zum Rückgang der Trockenrasen, der bis zu ihrer Gefährdung in der heutigen Zeit geführt hat, mit seinen verschiedenen Teilaspekten dargestellt und die aktuellen Gefährdungen der Trockenrasen beschrieben. Durch verschiedene Einflüsse, wie etwa den Eintrag luftgetragener Stickstoffverbindungen, sind aber heute zusätzlich zu den sekundären auch primäre Trockenrasen in ihrem Fortbestehen so stark gefährdet, dass alle Trockenrasen in die Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Österreichs aufgenommen wurden. Durch die Betrachtung der historischen und aktuellen Entwicklungen lässt sich eine gemeinsame Ursache für die vielfältigen Gefährdungen der Trockenrasen in der heutigen Zeit ausfindig machen. Zentraler Faktor ist der Mensch und die veränderte Art seiner Lebens- und Wirtschaftsweise.
IV
ABSTRACT
This thesis deals with the anthropogene expansion and endangering of Pannonian dry grassland in Austria.
The term dry grassland is used for partially primary, sparse grassland in exceptionally xerothermous locations.
In the Pannonian areas of Austria a lot of different plant communities exist within the term dry grassland which are described at the beginning of this thesis. Special attention is additionally given to the description of the vegetation development prior to the first human influences explaning the basis for the development and the subsequent expansion of the steppe. Under other climatic conditions primary grassland was spread extensively in the pleistocene Pannonian landscape. Due to climate changes and the following postglacial expansion of the woods the steppe receded to areas that were naturally not suitable for woodland growth. One main part of this paper concentrates on the human influences which caused a repeated, dynamic change between either an extensive expansion or a decline of Pannonian dry grassland in the course of time. By clearing the woodlands, making space for his grazing domestic animals, and partially by mowing, man played an important role in providing a basis for the new steppe-meadows, as the open steppe could spread extensively and was able to develop a large variety of different species. But if the extensive cultivation of the land is not continued for different reasons the secondary dry grassland will disappear like it already is in the present-day situation. Another important aim is therefore the analysis of the current trend of the steppe retreat with its different aspects that led to the fact that the Pannonian dry grassland is endangered today. According to different influences, including the deposition of aerial nitrogen compounds, not only secondary but also primary grassland is threatened today making it inevitable to include all the forms of Pannonian dry grassland to the red list of endangered Austrian habitat types.
By studying the historical and current developments it is possible to find a common cause for the various dangers of the Pannonian dry grassland today. The main factor is man and his changed ways of life and land cultivation.
V
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 1
1.1 Einleitung und Zielsetzung 1
1.2 Begriffsdefinitionen 2
1.2.1 Trockenrasen 2
1.2.2 Steppe 3
1.2.3 Pannonikum - pannonisch 4
1.3 Methodik. 5
2 BESCHREIBUNG DES BEARBEITUNGSGEBIETES 7
2.1 Die pflanzengeografische Gliederung
des österreichischen Pannonikums. 7
2.1.1 Vertikale Gliederung nach Höhenstufen. 7
2.1.2 Horizontale Gliederung nach Florenbezirken 9
2.1.3. Der Einfluss der Ökofaktoren auf die Vegetation. 11
3 UNTERSCHEIDUNG VERSCHIEDENER TROCKENRASEN. 14
3.1 Pflanzensoziologische Gliederung. 14
3.2 Unterscheidung nach geologischem Untergrund. 20
3.2.1 Einteilung der Trockenrasen nach Substrattypen 21
3.2.2 Verbreitung der pannonischen Vegetation nach
geologischem Untergrund 22
VI
4 DER WECHSEL VON AUSBREITUNG UND RÜCKGANG DER
TROCKENRASEN IM PANNONIKUM 24
4.1 Die Vegetationsgeschichte des Pannonikums im Quartär 24
4.1.1 Erdgeschichtlicher Überblick 24
4.1.1.1 Das Pleistozän. 24
4.1.1.2 Das Holozän. 26
4.2 Theorien zur Ausbreitung der Steppenvegetation. 31
4.2.1 Eiszeitliche Überdauerung einzelner Arten vor Ort 31
4.2.2 Einwanderung von Steppenarten im Spätglazial 31
4.2.3 Einwanderung von Steppenarten in postglazialen Warmzeiten. 32
4.2.3.1 Die Waldsteppentheorie nach WENDELBERGER 32
4.2.4 Ausbreitung von Steppenarten durch Weidewirtschaft 33
4.3 Die Veränderung der pannonischen Flora durch die
Einwanderung neuer Arten 34
4.4 Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion von Ausbreitung
und Rückgang der pannonischen Steppe 36
4.5 Der anthropogene Einfluss auf die pannonische Vegetation im
Zusammenhang mit der wechselnden Ausdehnung der Steppe 40
4.5.1 Erste größere Ausbreitungsphasen der sekundären Steppe 41
4.5.2 Der Rückgang der pannonischen Steppe bis zum Hochmittelalter. 43
4.5.3 Die neuerliche Ausbreitung der Steppe bis zum 18. Jahrhundert. 43
4.5.4 Entwicklung des aktuellen Trends zum Rückgang der
pannonischen Steppe 45
4.5.4.1 Die Änderung der Wertehaltung zu den Trockenrasen als Folge
der veränderten Lebens- und Wirtschaftsweise des Menschen 50
4.5.4.1.1 Trockenrasen als „Ödland“ 51
4.5.4.1.2 Der Begriff der „Versteppung“ 53
VII
5 AKTUELLE GEFÄHRDUNGEN FÜR TROCKENRASEN. 55
5.1 Verbrachung 59
5.1.1 Verfilzung und Vergrasung 61
5.1.2 Versaumung 63
5.1.3 Verbuschung und Verwaldung 65
5.2 Ausbreitung der Robinie 70
5.3 Düngung und Stickstoffimmissionen. 72
5.4 Pestizideintrag 76
5.5 Aufforstung 76
5.6 Umbruch zur Gewinnung von Ackerland 81
5.7 Intensive Erholungsnutzung. 83
5.8 Müllablagerung 84
5.9 Intensivierung der Landwirtschaft 85
5.10 Bodenabbau. 86
5.11 Bautätigkeit 88
6 PANNONISCHE TROCKENRASEN AUF DER ROTEN LISTE
DER GEFÄHRDETEN BIOTOPTYPEN ÖSTERREICHS 89
7 ABSCHLIESSENDE ÜBERLEGUNGEN 93
7.1 Zusammenfassung. 93
7.2 Ausblick 96
8 LITERATURVERZEICHNIS. 98
9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 103
VIII
1 EINLEITUNG
1.1 Einleitung und Zielsetzung
Im Osten Österreichs bildeten ausgedehnte Trockenrasen bis ins 19. Jahrhundert hinein vielerorts eine weite, offene Steppenlandschaft, in der zahllose Viehherden weideten. Weite und Offenheit prägen auch in der heutigen Zeit die Identität dieser pannonischen Landschaft, doch sind von den Trockenrasen, die einst ein bedeutendes Landschaftselement waren, nur mehr verschwindend kleine Reste erhalten. Der größte Teil dieser Steppen wurde in intensiv genutztes Ackerland umgewandelt, andere Teile wurden aufgeforstet oder bebaut. Die Reste, die noch erhalten sind, bleiben auch weiterhin vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt 1 . Neben den schon genannten Punkten ist es vor allem die Aufgabe der Nutzung durch Beweidung oder Mahd die viele Trockenrasen in ihrer langfristigen Existenz gefährdet 2 . Ein großer Anteil der Trockenrasen, die für den Steppencharakter der Landschaft verantwortlich waren, ist nämlich erst durch den Menschen geschaffen worden. In den inter- und postglazialen Wärmeperioden wechselte die Ausbreitung von Wald und Steppe. An extrem trocken-heißen Standorten blieb die aus dem Südosten eingewanderte Steppenvegetation auch in Perioden, die von Wäldern dominiert waren, erhalten. Schon ab der Jungsteinzeit begann der Mensch immer mehr, die vorhandenen lichten Wälder zurückzudrängen und die weidenden Haustiere schufen große, dauerhaft gehölzfreie Flächen, auf die sich in weiterer Folge die Steppenvegetation ausbreitete 3 . Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es Zeiten, in denen die Steppe durch die Ausbreitung von Äckern und Wäldern wieder auf extreme Standorte zurückgedrängt wurde, um sich später von dort wieder großflächig auszudehnen, wie etwa zu ihrer Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert.
Heute steht man jedoch vor dem Problem, dass viele Trockenrasen als lebendige Zeugnisse dieser ehemaligen Steppenlandschaft, die sowohl einzigartiger Lebensraum, als auch gleichzeitig Teil der Identität Ostösterreichs ist, endgültig zu verschwinden drohen.
1 HOLZNER [1986]
2 PAAR [1994]
3 WILMANNS [1998]
1
In dieser Arbeit soll zum einen geklärt werden, welche anthropogenen Einflüsse zu den verschiedenen zeitlichen Epochen für die Ausbreitung der pannonischen Steppe über die Standorte primärer Trockenrasen hinaus verantwortlich waren.
Zum anderen soll der Frage nachgegangen werden, welche Einflüsse für den Rückgang und die aktuelle Gefährdung der Trockenrasen im österreichischen Teil des Pannonikums verantwortlich sind.
1.2 Begriffsdefinitionen
In dieser Arbeit werden primäre und sekundäre Trockenrasen im pannonischen Klimabereich Österreichs behandelt, die als prägende Elemente der pannonischen Landschaft aufgefasst werden.
1.2.1 Trockenrasen
Die Definition des Begriffes „Trockenrasen“ umfasst unterschiedliche edaphische, klimatische, geschichtliche und ökologische Aspekte, die in vielfältiger Wechselwirkung zueinander stehen.
HOLZNER [1986] definiert Trockenrasen im engeren Sinn als „teilweise ursprüngliche, lückige Rasen auf besonders trocken-warmen Standorten“. (HOLZNER, 1986, S. 13)
Nach der Natürlichkeit der Gehölzfreiheit wird zusätzlich zwischen primären und sekundären Trockenrasen unterschieden.
Nach HOLZNER [1986] sind primäre Trockenrasen im Pannonikum „auf kleinflächige Sonderstandorte mit besonders trocken-warmem Kleinklima und flachgründigem Boden“ beschränkt, während sekundäre Trockenrasen aus ursprünglich lichten Trockenwäldern „durch den Einfluß des Menschen (Rodung, Beweidung, Mahd) entstanden sind“. (HOLZNER, 1986, S. 13)
2
Neben der Trockenheit des Bodens ist auch die Armut an pflanzenverfügbaren Nährstoffen ein wichtiges Charakteristikum vieler Trockenrasenstandorte 4 .
Nach ELLENBERG [1996] sind die Trockenrasen des Pannonikums als subkontinentale Trockenrasen mit floristischen Anklängen an die Steppen Osteuropas aufzufassen.
Außer den Trockenrasen im engeren Sinn existieren im Pannonikum auch Halbtrockenrasen, die HOLZNER [1986] als „wiesenähnliche dichte Bestände auf tiefergründigen Böden mit besserer Wasserversorgung“ beschreibt. (HOLZNER, 1986, S. 13)
1.2.2 Steppe
Das Wort „Steppe“ stammt aus der russischen Sprache und bezeichnet laut WALTER [1974] „baumlose Flächen der gemäßigten Klimagebiete mit einer Grasvegetation, also zonales Grasland“. (WALTER, 1974, S. 161) HOLZNER [1986] beschreibt diese zonalen Steppen als „die weiten waldfreien Ebenen, die ursprünglich nicht beackert, sondern höchstens beweidet wurden und eine sehr artenreiche Gras- und Staudenvegetation über Schwarzerde trugen“. (HOLZNER, 1986, S. 13)
Der Begriff „Steppe“ wurde aber im Laufe der Zeit, wie etwa schon bei WEN-DELBERGER [1954], auf alle trockenen, waldfreien Gebiete erweitert und schließt somit im heutigen Sprachbebrauch einiger Autoren auch die primären und sekundären Trockenrasen im Osten Mitteleuropas ein, die nicht zonal und auch nicht zwingend über Schwarzerde ausgebildet sein müssen 5 .
Mit dieser Erweiterung der Bedeutung des Steppenbegriffes ging aber auch eine Differenzierung einher, nämlich die Unterscheidung der Worte Ursteppe und Kultursteppe 6 . Im Wesentlichen deckt sich diese Gegenüberstellung in der ursprünglichen Form zwar auch mit der Unterscheidung primärer und sekundärer Trockenrasen, denn während mit Ursteppe klimatische und edaphische
4 ELLENBERG [1996], SCHRATT-EHRENDORFER in WIESBAUER [2008]
5 ELLENBERG [1996]
6 RÖTZER [2004]
3
Steppen gemeint sind, in denen die Steppenvegetation die potentiell natürliche Vegetation darstellt, ist die Kultursteppe durch anthropo-zoogene Einflüsse bedingt.
Dieser Begriff schließt jedoch im weiteren zeitlichen Verlauf zusätzlich zu den als Weideland genutzten sekundären Trockenrasen und Halbtrockenrasen auch monotone, intensiv genutzte Agrarlandschaften, also Getreidesteppen mit ein 7 und wird immer mehr im Bezug auf diese Landschaften verwendet. Dies führte zusammen mit dem Wegfall der Weidenutzung als Wirtschaftsfaktor und anderer Einflüsse zu einer zunehmenden Veränderung des gesamten Steppenbegriffs, ja zu einer Bedeutungsverschlechterung in die Richtungen wertloses Öd-land einerseits, aber auch durch Ausbeutung zerstörte Kulturlandschaft andererseits. Man denke zum Beispiel an das in dieser Hinsicht oft falsch gebrauchte Schlagwort der Versteppung 8 .
1.2.3 Pannonikum - pannonisch
Das Wort „pannonisch“ leitet sich von der römischen Provinz Pannonien ab, wobei die Römer das Gebiet nach dem hier lebenden Volk der Pannonier benannten 9 . Heute versteht man unter dem pannonischen Raum, oder Pannonikum „das Karpartenbecken einschließlich des Wiener Beckens und der randlichen trocken-warmen Hügelländer“. (RÖTZER, 2004, S. 16)
Die pannonische Landschaft ist also geprägt von weiten Ebenen und sanften Hügelländern und hat somit auch physiognomisch viele Gemeinsamkeiten mit den weiter östlich gelegenen Steppen. Deshalb gilt der pannonische Raum landschaftlich als „größte westliche Exklave der osteuropäischen Steppenzone“ (RÖTZER, 2004, S. 16), jedoch handelt es sich bei den Trockenrasen des Pannonikums wie oben bereits angedeutet nicht um vor allem makroklimatisch bedingte, zonale Rasensteppen, da das aktuelle pannonische Klima abgesehen von Extremstandorten noch Waldwuchs zulassen würde 10 .
7 WENDELBERGER [1954]
8 RÖTZER [2004]
9 http://de.wikipedia.org/wiki/Pannonien [11.12. 2007]
10 ELLENBERG [1996], RÖTZER [2004]
4
Das pannonische Klima ist ein bereits zunehmend kontinental beeinflußter Klimatyp im südöstlichen Mitteleuropa. Es wird von im mitteleuropäischen Vergleich geringen Niederschlägen großteils unter 600 mm, stellenweise unter 500 mm pro Jahr, einer hohen Anzahl an jährlichen Sonnenstunden insbesondere während der Vegetationsperiode und relativ hohen Jahresdurchschnittstemperaturen von über 9°C charakterisiert 11 . Die Sommer sind vergleichsweise lang und heiß, die Winter kurz, schneearm und nur mäßig kalt 12 . Ein wichtiger Faktor ist der häufige Wind, der zusammen mit der hohen Strahlungsintensität für eine hohe potentielle Verdunstung sorgt. Deshalb kommt es immer wieder zu teils anhaltenden, unregelmäßig verteilten Dürreperioden während der Vegetationsperiode 13 .
1.3 Methodik
Basis für diese Arbeit war vor allem ein ausführliches Studium der vorhandenen Literatur zum behandelten Themenkreis. Einerseits umfasst diese Bücher, Diplomarbeiten und Dissertationen, andererseits aber auch verschiedene Internetquellen, wobei die Auswahl der Zitate vor allem auf der Verwendung von Publikationen anerkannter Fachkapazitäten für die Trockenlebensräume des Pannonikums basiert. Einen Teil der verwendeten Literatur stellen Standardwerke zu verschiedenen wissenschaftlichen Teildisziplinen, insbesondere der Botanik, dar. Es wurden jedoch auch raumbezogene wissenschaftliche Arbeiten herangezogen, die sich mit einzelnen, sehr speziellen Fragestellungen beschäftigen, um besonders bedeutsame Aspekte dieser Arbeit angemessen abdecken zu können.
Die Literatursuche erfolgte hauptsächlich über die Online-Kataloge der Bibliotheken der Universität für Bodenkultur und der Universität Wien mit den Stichworten „Trockenrasen“, „Steppe“ und „Beweidung“. Für die Recherche der Internetquellen wurde hauptsächlich mit den Suchbegriffen „Trockenrasen“, „Pannonien“, „pannonisch“, „Beweidung“ und „Steppe“, beziehungsweise mit Kombinationen der genannten Suchbegriffe gearbeitet.
11 MUCINA et al. [1993]
12 www.hagel.at [11.12. 2007]
13 RÖTZER [2004], BIERINGER [2001]
5
Besonders hilfreich waren überdies die Literaturempfehlungen verschiedener Fachleute, die einen guten Einblick in die unterschiedlichen Teilbereiche ermöglicht haben.
Diese Arbeit ist als Literaturarbeit zu sehen, in die Überlegungen eingeflossen sind, die aus eigenständig durchgeführten Vegetationsanalysen herrühren. Verschiedene Standorte von Trockenrasen wurden besucht, unter anderem im Marchfeld, im Neusiedlerseegebiet, an der Thermenlinie im Zuge einer universitären Exkursion zu Vegetationsökologie und vor allem aber wurden über mehrere Jahre hinweg Standorte in den Hainburger Bergen beobachtet. Im Zuge dessen wurde versucht, das Gelesene im Gelände nachzuvollziehen, um so das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge und Problemstellungen zu schärfen.
Besonderes Augenmerk galt hierbei dem Erkennen von charakteristischen Vegetationsstrukturen, wie etwa den Mosaiken aus primären Trockenrasen über anstehendem Fels, sekundären Rasen auf tiefgründigerem Boden, Gebüschen, Saumgesellschaften und lichten Trockenwäldern. Durch das Bestimmen typischer Pflanzenarten der unterschiedlichen Lebensräume wurde einerseits die persönliche Artenkenntnis erweitert, andererseits konnten anhand des Auftretens oder Fehlens charakteristischer Pflanzen verschiedene Phänomene, wie die Verfilzung, Versaumung oder die Verbuschung von Trockenrasen, vor Ort erkannt werden.
6
2 BESCHREIBUNG DES BEARBEITUNGSGEBIETES
2.1 Die pflanzengeografische Gliederung
des österreichischen Pannonikums
2.1.1 Vertikale Gliederung nach Höhenstufen
Das Pannonikum umfasst die am tiefsten gelegenen Landschaftsräume Österreichs und somit auch nur eine einzige Höhenstufe, nämlich die planar-colline Stufe, die größtenteils von xerothermen Eichenwäldern der Ordnung Quercetalia pubescentis dominiert wird, wobei noch teilweise Gesellschaften der Quercetalia robori und des Carpinion betuli lokal von Bedeutung für die zonale Vegetation sind 14 .
Die planar-colline Stufe untergliedert sich wiederum in drei vertikale Teilstufen, von denen die unterste von der zonalen Waldsteppe, dem Acer tatarici Quercetum, eingenommen wird. Nicht alle Autoren erkennen jedoch den Begriff „Waldsteppe“ als für diesen Vegetationstyp legitim an, was leicht zu grundlegenden Missverständnissen führen kann. Insbesondere der deutsche Autor ELLENBERG [1996] spricht eher von Steppenwald, da er eine Gleichsetzung der pannonischen Waldsteppe sensu WENDELBERGER [1954] etwa mit den pontischen Waldsteppen für nicht zielführend hält. Dem gegenüber steht die Auffassung der österreichischen Autoren NIKLFELD 15 , FISCHER et al. [2005] und auch der osteuropäischen Autoren wie SOÓ und ZOLYÒMI 16 , die sehr wohl von pannonischer Waldsteppe als zonalem Komplex von lichten Eichenwäldern des Acer tatarici Quercion und Steppenrasen des Festucion valesiacae sprechen. WENDELBERGER [1954] schließt unter dem Begriff der Waldsteppe auch die extrazonalen Mosaike aus primären Felsensteppen und xerothermen Flaumeichenbuschwäldern des Quercion pubescentis-sessiliflorae an edaphischen und klimatischen Sonderstandorten mit ein, also Gesellschaften, die
14 WALLNÖFER, MUCINA, GRASS in MUCINA et al. [1993]
15 In Mucina et al. [1993]
16 Zitiert in Mucina et al. [1993]
7
vergleichbar sind mit den klassischen Steppenheiden nach GRADMANN [1898] und [1906] 17 , die POTT [1996] als Xerothermvegetationskomplexe bezeichnet. Man muss also, wenn man von Waldsteppe im Pannonikum spricht, bedenken, dass teilweise sehr unterschiedliche Gesellschaften mit diesem Begriff bezeichnet werden. Überdies ist zu beachten, dass im Pannonikum, als Ausnahmefall in Mitteleuropa, Waldsteppen auch als zonale Vegetation der klimatisch wärmsten und trockensten Gebiete ausgebildet sind.
Auf die Stufe der zonalen Waldsteppe folgt die Stufe des zonalen Zerreichen-Traubeneichen-(Stieleichen)-Waldes, des Quercetum petraeae-cerris.
Die höheren Teile des pannonischen Klimagebietes schließlich werden von der Teilstufe des zonalen Traubeneichen-Stieleichen-Hainbuchen-Waldes mit den zwei Assoziationen des Carici pilosae-Carpinetum und des Primulo veris-Carpinetum eingenommen.
Wie man aus dieser Gliederung bereits erkennen kann, fehlt die, in den restlichen, insgesamt höher gelegenen Gebieten Österreichs die untersten, also dort meist submontanen Lagen besiedelnde Rotbuche (Fagus sylvatica) in der zonalen Vegetation des Pannonikums. Stattdessen dominieren zum Großteil Eichen die zonalen Waldgesellschaften, welche fließend ineinander übergehen 18 . Zudem muss angemerkt werden, dass diese zonalen Vegetationstypen in einer engen Verbindung mit einer reichhaltig ausgeprägten und oft völlig andersartigen extrazonalen und azonalen Vegetation an edaphisch und/oder lokalklimatisch bedingten natürlichen Sonderstandorten stehen.
Als sehr bedeutsamer Faktor ist überdies noch die massive anthropogene Überprägung der pannonischen Landschaft durch die jahrtausendelange Besiedelung und Nutzung durch den Menschen anzusehen 19 .
Alle Aussagen, die über die Vegetation bisher in diesem Kapitel getroffen wurden und im nächsten Kapitel noch folgen werden, beziehen sich nämlich nicht auf die aktuelle Vegetation, sondern auf die heutige potentiell natürliche Vege- 17 Zitiertin POTT [1996]
18 NIKLFELD in MUCINA et al. [1993]
19 NIKLFELD in MUCINA et al. [1993]
8
tation 20 in einer Landschaft ohne weitere menschliche Einflüsse. Eine solche Landschaft kann im Pannonikum jedoch heute nicht existieren und hat wohl auch schon spätestens ab dem Neolithikum nicht mehr existiert. 21 Man muss stets bedenken, dass sich sowohl die aktuelle, als auch die historische Vegetation aus verschiedenen Gründen teils erheblich von der rein hypothetischen Annahme der potentiell natürlichen Vegetation für den jeweiligen Zeitpunkt unterscheiden. So findet man etwa die angesprochenen wärmeliebenden Eichenwälder in Ostösterreich heute nur mehr in wenigen Gebieten, da viele ihrer potentiellen Standorte ackerbaulich oder für Siedlungs- Industrie-und Verkehrszwecke genutzt werden. Alle Angaben zur heutigen potentiell natürlichen Vegetation sind deshalb zwar sehr hilfreiche Anhaltspunkte um das aktuelle biotische Potential eines Standortes einschätzen zu können, bieten aber stets nur eine begrenzte Aussagekraft für die tatsächliche Entwicklung einer Fläche in der Zukunft 22 . Gerade der Faktor Mensch bedarf in jedem Fall einer genauen Betrachtung und Berücksichtigung, die umso wichtiger wird, je mehr ein bestimmter Vegetationstyp an das Wirken des Menschen gebunden ist 23 . Man denke zum Beispiel an die Entwicklung eines nicht mehr als Weide genutzten sekundären Trockenrasens 24 .
2.1.2 Horizontale Gliederung nach Florenbezirken
NIKLFELD in MUCINA et al. [1993] macht darauf aufmerksam, dass das Pannonikum, das an sich schon eine Sonderstellung im Bezug auf Flora und Vegetation in Mitteleuropa einnimmt, zusätzlich noch horizontal in landschaftlich unterschiedliche Gebiete zu differenzieren ist, um ihrer Eigenständigkeit im Bezug auf die zonale Vegetation besser gerecht zu werden. So nehmen etwa der Rand der Böhmischen Masse mit seinen silikatischen Xe-rothermstandorten, die Thermenlinie am Alpenostrand mit ihrem hohen Anteil
20 „Die potentiell natürliche Vegetation eines bestimmten Zeitpunktes ist die gedank-
lich festgelegte (schlagartig vorhandene), höchstentwickelte Vegetation (Schlussge-
sellschaft oder Stadium der Primärsukzession), die den zu diesem Zeitpunkt gegebe-
nen Standortsbedingungen entspricht, d.h. mit ihnen in einem biologischen Gleichge-
wicht steht.“ (DIERSCHKE, 1994, S. 444)
21 FISCHER et al. [2005]
22 DIERSCHKE [1994]
23 FISCHER et al. [2005]
24 Siehe auch Kapitel 2.1.3
9
an submediterranen und dealpinen Elementen auf alkalischen Gesteinen und die sogenannten Inselberge, wie die Juraklippen des Weinviertels, insbesondere aber die Hainburger Berge mit ihrem hohen Anteil an pontischpannonischen Arten auf großteils alkalischen Hartgesteinen eine Sonderstellung innerhalb des Pannonikums ein. Sie sind aus pflanzengeografischer Sicht am besten mit dem pannonischen Florenbezirk Matricum, der das Ungarische Mittelgebirge umfasst, zu vergleichen.
Der ausgedehnte Florenbezirk Eupannonicum umfasst den Großteil des pannonisch beeinflussten Ostösterreich mit seinen weiten Tertiärhügel- und Terras-senlandschaften und untergliedert sich weiter in die Florendistrikte Vindobonicum und Arrabonicum. Das Vindobonicum umfasst das Wiener Becken mitsamt dem Weinviertel, während das Arrabonicum den Neusiedlersee, den Seewinkel, den Heideboden und die Parndorfer Platte beinhaltet. Gegenüber dem Vindobonicum lässt sich das Arrabonicum durch das massivere Vorkommen pontisch-pannonischer Arten, die teilweise reich entwickelte Salzvegetation und durch den hauptsächlichen Waldsteppencharakter seiner Terrassenflächen abgrenzen.
Es muss jedoch angemerkt werden, dass diese prinzipiellen großräumigen Gliederungen noch einer weiteren Verfeinerung bedürfen. So heben sich etwa vor allem die Auen an Donau, March und Leitha als azonale Gesellschaften ab und die erwähnten Inselberge sowie die Gebirgsränder weisen teilweise einen vergleichsweise sehr hohen Anteil an extrazonaler Vegetation auf. Es besteht jedoch auch noch ein bedeutender Unterschied zwischen den teils grundwassernahen, oder sogar grundwasserbeeinflussten Niederterrassen und den grundwasserfernen Hochterrassen mit ihren charakteristischen Steilrändern, die auf die Ausprägung von Flora und Vegetation großen Einfluss haben. Besonders hervorzuheben sind aufgrund ihrer Eigenständigkeit noch die Kalkschotterebene des Wiener Neustädter Steinfeldes, die große zusammenhängende, teils primäre Trockenrasen aufweist und als Gegensatz dazu die Feuchte Ebene, die sich mit ihren Flachmooren im Norden anschließt.
Der pannonische Florenbezirk Praenoricum schließlich reicht in Österreich mit dem Florendistrikt Laitaicum vom Leithagebirge im Norden über die Eisenstädter Bucht und die Oberpullendorfer Bucht bis in Teile des Südburgenlandes,
10
welche dem Florendistrikt Castriferreicum angehören. Insgesamt ist das Prae-noricum sehr heterogen und beinhaltet noch ausgeprägt xerotherme Teilbereiche um Eisenstadt und Rust, aber vor allem gegen Süden zu mehr mesische Bereiche, deren zonale Vegetation teilweise mit südostalpischen Florenelementen durchsetzt ist. Ausgesprochen xerotherme Arten ziehen sich hier bereits völlig auf Inseln in günstiger Hanglage zurück 25 .
2.1.3 Der Einfluss der Ökofaktoren auf die Vegetation
In der beschriebenen horizontalen Einteilung kommt auch die Bedeutung der extrazonalen und azonalen Vegetation in den einzelnen Gebieten gut zum Ausdruck. In Teilgebieten, die eine besonders reiche Gliederung aufweisen, ist umso mehr auf solche Standorte Rücksicht zu nehmen, um ein aussagekräftiges Bild der potentiell natürlichen Vegetation als Ausdruck des jeweiligen biotischen Standortpotentials zu erhalten 26 . Werden dann noch die zuvor theoretisch entfernten Modifikationen durch den Faktor Mensch gesondert berücksichtigt, komplettiert sich das Bild immer mehr und man kann die Entstehung der aktuellen, sowie teilweise auch der historischen Vegetation bis zu einem gewissen Grad zurückverfolgen und daraus Schlüsse auf zukünftige Entwicklungen ziehen. Es muss jedoch betont werden, dass aufgrund einer großen Anzahl an Unbekannten eine exakte Rekonstruktion der Entwicklung der pannonischen Vegetation zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist 27 .
25 NIKLFELD in MUCINA et al. [1993]
26 DIERSCHKE [1994]
27 NIKLFELD in MUCINA et al. [1993]
11
Folgende Abbildung 1 aus FISCHER et al. [2005] zeigt gut den Komplex von verschiedenen Ökofaktoren, die die Vegetation an einem bestimmten Standort prägen und macht deutlich, wie vielfältig sich allein die Veränderung eines einzigen Ökofaktors auf das gesamte Gefüge auswirken kann.
Gerade im Bezug auf die Trockenrasen ist dieser Komplex von naturräumlichen Vorraussetzungen, die bestimmte Vegetationsformen an einem Standort bedingen und dem Eingreifen des Menschen, der dieses Gefüge beeinflusst, von großer Bedeutung. Nur so lässt sich erklären, warum es teilweise sogar kleinräumig so große Unterschiede bei den Trockenrasen des pannonischen Raumes gibt.
Einerseits würden primäre Trockenrasen auch ohne das Eingreifen des Menschen hauptsächlich als extrazonale Vegetation inselartig in der sie umgebenden Landschaft, oder als Teil der zonalen Vegetation in der pannonischen Waldsteppe existieren. Andererseits ist ein großer Teil der einst ausgedehnten,
12
über weite Flächen waldfrei gewesenen Steppen des Pannonikums sekundären Charakters, also durch den Menschen geschaffen worden. Dieser hat die vor-handenen Wälder zurückgedrängt und durch Mahd oder Beweidung das Aufkommen von Gehölzen verhindert, sodass sich eine Trockenrasenvegetation entwickeln konnte. Im Bezug auf diese Unterscheidung muss jedoch angemerkt werden, dass sich die genaue räumliche Abgrenzung primärer und se-kundärer Anteile eines Trockenrasens aufgrund komplexer Verzahnungen und fließender Übergänge im Einzelfall als schwierig erweisen kann 28 .
An dieser Stelle erscheint es im Zusammenhang mit dem Einfluss des Menschen auf die pannonische Vegetation wichtig, auf folgende Notwendigkeit hinzuweisen:
Die Frage nach dem biotischen Potential eines Standortes muss stets getrennt von der Frage betrachtet werden, welche Vegetation es an diesem Standort im Verlauf der Geschichte tatsächlich gegeben hat, wenn man sich mit dem Wechsel von Ausbreitung und Rückgang bis hin zur Gefährdung der pannonischen Trockenrasen auseinandersetzen will.
Will man verstehen, warum sich manche Trockenrasen im Lauf der Jahre kaum in ihrer Ausdehnung und Zusammensetzung verändert haben, während andere durch eine hohe Dynamik geprägt sind, muss man all die genannten grundlegenden Fakten berücksichtigen.
Das Verständnis der großen Vielfalt innerhalb der Trockenrasen ist auch die Grundlage für die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Gefährdung einer bestimmten Trockenrasenfläche. Diese Beurteilung ist essentiell um in weiterer Folge Entscheidungen bezüglich Erhaltung, oder eventuell notwendiger Pflegemaßnahmen treffen zu können.
28 HOLZNER [1986], ELLENBERG [1996]
13
3 UNTERSCHEIDUNG VERSCHIEDENER TROCKENRASEN
3.1 Pflanzensoziologische Gliederung
Der Überbegriff Trockenrasen beschreibt viele verschiedene Pflanzengesellschaften, die je nach Standortverhältnissen, Floren- und Vegetationsgeschichte, anthropo-zoogenen Einflüssen, sowie geografischer Lage in ihrer Zusammensetzung beträchtlich variieren und teils auch in vielfältiger Weise mitein-ander verzahnt sind. Mit ihrer systematischen Einteilung und Benennung nach bezeichnenden Arten befasst sich die Pflanzensoziologie. Für diese Arbeit wurde die pflanzensoziologische Gliederung der in Österreich vorkommenden pannonischen Trockenrasen nach MUCINA et al. [1993] als Grundlage herangezogen.
KLASSE FESTUCO-BROMETEA
Ordnung Brometalia erecti
(Halbtrockenrasen)
Verband Cirsio-Brachypodion pinnati
(Subkontinentale Halbtrockenrasen)
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Arbeit zitieren:
Bakk. techn. Karl Hillebrand, 2008, Pannonische Trockenrasen in Österreich, München, GRIN Verlag GmbH
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