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Gliederung
1.
Ansatz... 2
2.
Grundfragen ... 3
3.
Datenbasis... 4
4.
Methodischer Ansatz ... 5
5.
Familie begriffliche Verortung... 6
6.
Erziehung heute ... 8
7.
Analyse... 8
8.
Erziehungsmuster... 10
9.
Zeitgeschichtlicher Hintergrund ... 11
10.
Zusammenfassung ... 12
11.
Quellenverzeichnis... 13
1. Ansatz
Wissenschaftliche Grundlage der Arbeit von Ecarius sind sozialwissenschaftliche
Analysen, die Lebensformen heute pluralisiert und individualisiert beschreiben (9).
Dabei geht es darum, dass sich Lebensformen von einem festen Bild und festen
Regeln lösen, z.B. wann ,,man" Kinder bekommt, in den Beruf eintritt, wie lange ,,man"
einer Firma treu bleibt etc. Das bedeutet eine Zunahme von Freiheit, aber auch
Orientierungslosigkeit und, in gewissem Rahmen, eine erhöhte Chance zu scheitern,
weil ,,man" eben nicht unbedingt mehr weiß, welches Handeln und welche Einstellung
wirklich zielführend sind.
Spannend ist der generationsübergreifende Ansatz von Ecarius, der mehrere
Generationen zusammenfasst und in der Gesamtsicht analysiert. Damit geht es nicht
mehr ,,um eine Abgrenzung der Generationen oder Generationskonflikte" (9). Dies wird
besonders relevant aufgrund gestiegener Lebenserwartung (s.a. 11) - immer mehr
Heranwachsende erleben ihre Großeltern, weil diese eben noch leben. Die
Dreigenerationenfamilie ist nach Ecarius These eine typische Familienform in unserer
Zeit (s.a. 11).
Die geografische Flexibilität scheint dabei nicht so hoch wie angenommen (s.a. 36):
·
In mehr als jeder fünften Familie wohnen die Großeltern nicht mehr als 15 min.
Fußweg entfernt.
·
Bei 82% der 18-55-jährigen ist zumindest ein Elternteil in weniger als einer
Stunde zu erreichen.
·
Bei 78% der 18-55-jährigen sind Geschwister in weniger als eiiner Stunde zu
erreichen.
Damit stehen zumindest potenziell Ressourcen für horizontale wie vertikale
Unterstützung zur Verfügung.
Mich erinnert der generationsübergreifende Ansatz vobn Ecarius an das Verfahren der
Familienaufstellung in der Psychologie, in der durch intergenerationeller Sicht
therapeutisch relevante Erkenntnisse gewonnen werden können.
Was mir bei dem Ansatz von Ecarius allerdings fehlt, ist der Bezug auf Patchwork-
Familien, die es ja nicht nur heute, wo dieser Begriff modern geworden ist, sondern
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auch in der Mitte des letzten Jahrhunderts gab: Durch die Verheiratung von Witwern
und Witwen besonders auch durch die Kriegsfolgen gab es ja auch damals schon
etliche Familien, die aus mehreren ,,Rumpffamilien" zusammengesetzt waren.
Gleichzeitig wäre es heute eine spannende Frage, inwieweit die Scheidung familiale
Erziehungsmuster durch verschiedene Generationen verändert.
Sie thematisiert bewusst die Rolle des Staates bei der Gestaltung von Familien durch
die Gewährleistung einer zumindest allgemeinen Ausbildung durch Schulpflicht und
staatliche Ausbildungsstätten, durch Kindergeld und Unterhaltspflicht. (9).
Gleichzeitig wird in dem Buch kaum auf die spezielle geografisch-kulturelle
Positionierung ihrer Stichprobe der ehemaligen DDR eingegangen, auch wenn dies
m.E. durchaus relevant ist. Ich hätte mir persönlich gewünscht, dass diese kulturelle
Verortung in ihrer Arbeit stärker thematisiert worden wäre. Zwar wird immer wieder
darauf eingegangen, wie prägend die zeitgeschichtlichen Umstände waren, trotzdem
habe ich den Eindruck, dass ihre Arbeit für Rezipienten, die die spezielle Lebensform
der DDR nicht miterlebten, teilweise nicht gut nachzuvollziehen ist. Hier hätte ich mir
manchmal mehr erklärende Kommentare gewünscht.
Ecarius beschreibt, ,,wie langsam das Feld von Familie, Sozialisation und Erziehung
entdeckt wird." (27) Nach einer Phase, in der Familie als Konzept abgelehnt und oft
,,totgeredet" wurde, wird Familienforschung offenbar langsam auch in der
Erziehungswissenschaft modern. Klar ist: Erziehung und Familie sind längst keine
Konzepte, die ad acta gelegt werden können. Wesentliche Anstöße sieht sie derzeit in
der Soziologie, vor allem in der Frage nah dem Verhältnis von Gesellschaft und
Familie. Sie fragt sich, warum die Erziehungswisenschaft so wenig dazu beigetragen
hat (s.a. 28). Gründe sieht sie in unscharfen Begrifflichkeiten was etwa ,,Familie" oder
,,Erziehung" ist, zudem in dem derzeitigen Diskussionsschwerpunkt, pädagogischer
Professionalisierung und pädagogischen Arbeitsbereichen (29).
Gerade die ungute Presse rund um die Pisa-Studie könnte m.E. diesen Schwerpunkt
weiter besonders virulent machen.
2. Grundfragen
Grundfragen von Frau Ecarius waren:
·
Wie wird Familienerziehung zwischen jüngeren und älteren Generationen
gestaltet? Welchen Wandlungsprozessen unterlag diese Familienerziehung im
letzten Jahrhundert? (s.a. 9)
·
,,Wie wird Familienerziehung gegenwärtig gestaltet und welchen Anteil haben
Eltern und Großeltern?" (10)
·
Wie soll in unserer Zeit Erziehung gestaltet werden?
·
,,Was sind die Inhalte von Erziehung?" (?) (10)
·
,,Wie erleben Heranwachsende die familiale Erziehung und welche Erfahrungen
machen sie?" (10)
·
Wie hat sich die Familienerziehung im letzten Jahrhundert gewandelt? (s.a. 10)
·
Welche Bedeutung haben dabei die familiären Generationsbeziehungen? (s.a.
10)
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