Inhaltsverzeichnis
1. Medien im Geschichtsunterricht
1.1 Zum Begriff Medium
1.2 Aufgaben von Medien im (Geschichts )Unterricht
1.3 Typologie der wichtigsten Medien im Geschichtsunterricht
2. Der Film im Geschichtsunterricht
2.1 Filmgattungen
2.1.1 Das Filmdokument
2.1.2 Der Dokumentarfilm
2.1.3 Der Spielfilm
2.1.4 Der Unterrichtsfilm
2.2 Der Film als Lernmedium (Lernvorteile)
2.3 Unterrichtspraktische Aspekte
2.3.1 Filmauswahl und Zeitpunkt des Filmeinsatzes
2.3.2 Filmanalyse und Filminterpretation
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1. Medien im Geschichtsunterricht 1.1 Zum Begriff ´Medium´ Die Begriffe ´Medium´ und ´Quelle´ werden oft – fälschlicherweise - synonym verwendet. ´Medium´ ist der breitere Begriff, der alles enthält, was primäre und sekundäre Aussagen über Geschichte beinhaltet. Quellen sind dagegen nur solche Medien, die in der Vergangenheit entstanden sind und uns heute vorliegen. Ihr Kennzeichen ist eine signifikante zeitliche Differenz zwischen ihrer Entstehungszeit und der gegenwärtigen Nutzung. 1 Zudem lassen sich Quellen in Überreste (= absichtslose Überlieferungen) und Tradition (= beabsichtigte Überlieferungen) 2 bzw. in Dokumente und Monumente unterscheiden. 3 Jede Quelle ist ein Medium historischen Lernens, aber nicht jedes Medium ist darum schon eine Quelle. Entsprechend wir auch in den Schulbüchern vor den verschiedenen Medien vermerkt, was als Quelle und was als Material oder Darstellung zu gelten hat. 4
1.2 Aufgaben von Medien im (Geschichts-)Unterricht Medien haben in erster Linie die Aufgabe, Informationen zu übermitteln. Sie sind Informationsträger und Kommunikationsmittel, ohne die Lehr- und Lernprozesse nicht durchgeführt werden können. 5 Bei der Unterrichtsplanung nimmt die Entscheidung, welche Medien eingesetzt werden sollen, in der Regel eine nachgeordnete Stellung ein. Die Auswahl der Medien erfolgt häufig erst, wenn Intention, Thema und Verfahren der Unterrichtstunde feststehen. Nichtsdestotrotz sind alle Entscheidungsfelder eng miteinander verknüpft (> Interdependenz). Die Festlegung in einem der Entscheidungsfelder hat Auswirkungen auf die anderen Entscheidungsfelder. Bei Einsatz eines Films z.B. sind die Intentionen weitgehend durch diesen bzw. dessen „Machern“ bestimmt. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Themen/Inhalte: der Lehrer muss das, was der Film zeigt, berücksichtigen. Genauso ergeben sich die methodischen Alternativen, zumindest teil- und zeitweise, aus der Festlegung für ein bestimmtes Medium. 6 Auf dem intentionalen Sektor sind Medien zur Erreichung kognitiver (Denken), affektiver (Erlebnis) und pragmatischer Ziele (Übung) einsetzbar und lassen in der Regel mehrere Verwendungszwecke zu. Ein Arbeitsbogen mit Lückentext kann z.B. zur Festigung oder
1 Vgl. Pandel, Hans-Jürgen; Schneider, Gerhard: Einführung, in: Pandel, Hans-Jürgen; Schneider, Gerhard (Hg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, Schwalbach/Ts. 2 2002, S. 7-12, hier S. 7f. 2 Vgl. Gies, Horst: Geschichtsunterricht. Ein Handbuch zur Unterrichtsplanung, Köln 2004, S. 221f. 3 Vgl. Pandel, Einführung, S. 10.
4 Vgl. ebd., S. 8.
5 Vgl. Gies, Geschichtsunterricht, S. 213f.
6 Vgl. Kiper, Hanna; Meyer, Hilbert; Topsch, Wilhelm: Einführung in die Schulpädagogik, Berlin 2002, S. 7784.
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Leistungsmessung verwendet werden. Im thematischen Bereich können Medien Inhalte abbilden (Gemälde, Foto, ...) und symbolisieren (Skizze, Schrift, ...), aber auch als Muster (Münze, Feuerstein, ...) oder Modell (Belagerungsturm, ...) eine Rolle spielen. Darüber hinaus sind sie in der Lage, Inhalte zu intensivieren, zu konkretisieren, zu abstrahieren usw. Im Bereich der Methodik lassen sich Medien in allen Verlaufsphasen des Unterrichts einsetzen. Dabei haben sie Einfluss auf die Sozialform insofern, als bestimmte Medien Frontalunterricht erfordern (wie z.B. der Film), andere Individualisierung oder Differenzierung begünstigen (Arbeitsbögen z.B.). Grundsätzlich haben Medien drei unterschiedliche methodische Funktionen: Als Lehrmittel dienen sie dem Lehrer zur Veranschaulichung, Illustration oder Demonstration des Lerngegenstandes. Als Lehrsystem nehmen sie dem Lehrer die steuernde Funktion ab und entlasten ihn zugunsten anderer Aufgaben. Als Lernmaterialien dienen sie dem Lernenden als Arbeits- und Übungsmittel im Lernprozess. 7 Nicht zuletzt sind Medien vor allem für den Geschichtsunterricht von besonderer Bedeutung. Denn im Unterschied zu den naturwissenschaftlichen Fächern, den Sprachen oder den musischen Fächern kann der Geschichtsunterricht seine Gegenstände nicht unmittelbar mit den Lernenden in Kontakt bringen. Geschichtliche Ereignisse sind unwiederholbar vergangen und nicht reproduzierbar. Somit haben Medien die Aufgabe, für die Schüler Vergangenheit zu rekonstruieren und mittelbar erfahrbar zu machen. 8
1.3 Typologie der wichtigsten Medien im Geschichtsunterricht Es sind immer wieder Versuche unternommen worden, Unterrichtsmittel zu typologisieren. Kriterien hierfür können der Grad der Wirklichkeitsnähe, die unterrichtlichen Einsatzmöglichkeiten und ihre Folgen (z. B. die Sozialformen betreffend) oder die Sinnesorgane sein, mit denen sie aufgenommen werden. Trennscharfe Unterscheidungen gibt es dabei allerdings nicht immer.
Wenn man ein Gliederungsprinzip zugrunde legt, das sich an der Form orientiert, in der die Schüler im Unterricht mit den jeweiligen Lehrmitteln und Lernmaterialien konfrontiert werden, lassen sich die wichtigsten Medien im Geschichtsunterricht folgendermaßen kategorisieren 9 :
7 Vgl. Gies, Geschichtsunterricht, S. 217f.
8 Vgl. ebd., S. 219f.
9 Sowohl Gies als auch Pandel/Schneider wählen eine solche Einteilung. Vgl. dazu Gies, Geschichtsunterricht, S.
230-277 u. ähnlich bei Pandel, Handbuch, S. 5f.
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Gunnar Norda, 2008, Medien und Filme im Geschichtsunterricht (Schwerpunkt ´Film´), Munich, GRIN Publishing GmbH
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