Gliederung
1. Einführung. 3
2. Innenpolitische Voraussetzungen. 3
2.1 Die politischen Voraussetzungen in Polen. 3
2.2 Die politischen Voraussetzungen in der BRD. 4
3. Der Weg zum Warschauer Vertrag 5
3.1 Der Warschauer Vertrag. 6
4. Der Kniefall von Warschau. 6
4.1 Reaktionen in Polen 7
4.2 Reaktionen in der BRD 7
4.3 Internationale Reaktion 8
5. Die Regierungswechsel in Polen und der BRD 8
5.1 Die Regierung Gierek. 8
5.2 Das Osteuropakonzept der Regierung Schmidt 9
6. Die KSZE und ihre Auswirkungen 9
7. Die Innenpolitische Entwicklung in Polen von der Mitte bis Ende der 1970er Jahre 10
8. Auswirkungen auf die deutsch-polnischen Beziehungen. 10
9. Fazit. 11
10. Literaturnachweis 12
10.1. Quellenangaben 12
10.2. Abbildungsverzeichnis 12
2
1. Einführung
Dies ist die Verschriftlichung meines Referats vom 21.11.2007 zum Thema „Entspannungspolitik - Deutsch-Polnische Beziehungen der 1970er Jahre“. Ich orientiere mich dabei an einer Reihe von Leitfragen: - Wie waren die damaligen Voraussetzungen in der BRD und in Polen? - Inwiefern wirkte sich der bestehende Ost-West-Konflikt auf die Beziehungen beider Länder aus?
- Wie gestaltete sich der Weg zu den Warschauer Verträgen? - Was bedeutete die Unterzeichnung der Warschauer Verträge? - Wieso werden diese Prozesse „Entspannungspolitik“ genannt?
Diese Phase der deutsch-polnischen-Beziehungen wird oft als Wendepunkt beschrieben. Der Kniefall von Willy Brandt ist eines der berühmtesten Bilder des 20. Jahrhunderts. Ich werde diese Ereignisse unter den verschieden Blickwinkeln der politischen Ebenen beschreiben und erläutern.
2. Innenpolitische Voraussetzungen
Beide Staaten finden sich zum Ende der 1960er Jahre in spezielle politische Situationen. Der innenpolitische Druck und die besonderen Interessen beider Regierungen führen sie zu diplomatischen Beziehungen.
In den folgenden beiden Absätzen werde ich die Voraussetzungen beider Länder beschreiben.
2.1 Die politischen Voraussetzungen in Polen
Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Warschauer Verträge ist Wladyslaw Gomulka das Staatsoberhaupt Polens. Er war Mitglied des „Lublianer Komitees“ und ist Mitbegründer der Polnischen Arbeiter Partei (PPR), die seit 1948 Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP/ polnisch PZPR) heißt. Im Zuge politischer Unruhen gegen eine stalinistische Parteiführung wird Gomulka 1956 zum Parteichef. Er verspricht wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Reformen, sowie ein verbessertes Verhältnis von Staat und Kirche. Diese Versprechen setzt er im Laufe seiner Amtszeit nur unzureichend durch und es kommt Mitte der 1960er Jahre zu innerparteilichen Konflikten.
Der Konfliktpartner ist der damalige Innenminister General Mieczyslaw Moczar, der die nationalistisch-populistische Fraktion anführt. Er baut den Geheimdienst und Bürgermilizen aus und hat, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage, einen Rückhalt in der Bevölkerung. Moczar nutzt 1967 den 6-Tage-Krieg für eine anti-israelische
3
Propagandakampagne, die zur Folge hat, dass viele jüdische Bürger in Polen aus ihrer Arbeitsstelle entlassen oder sogar ausgebürgert werden.
1968 gipfeln die innenpolitischen Konflikte in den so genannten „März-Unruhen“. Ausgelöst werden diese, als das Theaterstück „Dziady“ der staatlichen Zensur zum Opfer fällt. Viele Polen (zum großen Teil Studenten) gehen auf die Straßen, um für die Liberalisierung des Systems und das Ende der Zensur zu demonstrieren. Die polnische Regierung lässt diese Unruhen von bewaffneten Polizeieinheiten zerschlagen.
Einige Monate später wird die Bewegung des „Prager Frühlings“ in der benachbarten Tschechoslowakei vom sowjetischen Militär niedergeschlagen. Dies setzt auch an die polnische Bevölkerung ein klares Zeichen der Unterdrückung von oben. Gomulka distanziert sich daraufhin nur zaghaft von seinem Innenminister und sucht außenpolitische Erfolge. 1969 nimmt er Verhandlungen mit der westdeutschen Regierung auf, die 1970 in der Unterzeichnung der Warschauer Verträge enden.
Ende des Jahres 1970 kommt es, aufgrund plötzlicher Preiserhöhungen auf Nahrungsmittel, erneut zu Unruhen in Polen. Daraufhin entscheidet das Politbüro, dass Gomulka zurücktreten muss 1 .
2.2 Die politischen Voraussetzungen in der BRD
1969, als in Westdeutschland die Bundestagswahl vor der Tür steht, verfasst der Planungsstabsleiter des Auswärtigen Amtes, Egon Bahr, ein Arbeitspapier mit dem Titel „Überlegungen zur Außenpolitik einer künftigen Bundesregierung“. Dieses beinhaltet Anregungen zu einem Rahmenvertrag mit der DDR, einem europäischen Gewaltverzicht, einer Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze sowie der Aufnahme politischer Beziehungen mit osteuropäischen Staaten 2 .
Die bisherigen Regierungen der Bundesrepublik (vor allem unter Bundeskanzler Konrad Adenauer) hatten sich vorwiegend um die Integration in die westliche Politikhemisphäre und um ein gutes Verhältnis zu der amerikanischen Regierung bemüht 3 . Willy Brandt lässt bereits in der Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 verlauten, dass seine Regierung andere außenpolitische Ziele verfolgt. Als erster Regierungschef der
1 Vgl.: Kapitel 6.3: „Die Ära Gomulka“, in Hoensch, Jörg K.: Geschichte Polens. 2., neubearbeitete, Auflage.
Ulmer Verlag. Stuttgart, 1990.
2 Vgl.: Bingen, Dieter: „Ostpolitik und die demokratischen Wandlungen in den Staaten Mittel- und Osteuropas“, S.: 24-25, In: Institut für politische Studien, Polnische Akademie der Wissenschaften: Deutsch-Polnisches Jahrbuch 2005, Warschau, 2006. 3 Vgl.: Bender, Peter: „Deutsche Ostpolitik“, S.: 438, In: Kobylinska, Eva; Lawaty, Andreas; Stephan, Rüdiger: Deutsche und Polen - 100 Schlüsselbegriffe. 2. Auflage. Piper Verlag. München/Zürich
4
Arbeit zitieren:
Jan-Hendrik Schott, 2008, Entspannungspolitik - Deutsch-Polnische Beziehungen der 1970er Jahre, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jan-Hendrik Schott's Text Entspannungspolitik - Deutsch-Polnische Beziehungen der 1970er Jahre ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jan-Hendrik Schott hat den Text Entspannungspolitik - Deutsch-Polnische Beziehungen der 1970er Jahre veröffentlicht
Jan-Hendrik Schott hat einen neuen Text hochgeladen
Praxis des Übersetzens Polnisch-Deutsch, Deutsch-Polnisch
Mit Übungen, Kommentaren und F...
Grazyna Milinska
Schritte 3 und 4. Glossar Deutsch-Polnisch
Deutsch als Fremdsprache. Nive...
Sabina Siwczyk-Lammers
Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik. Deutsch-Polnisch
Praktyczna gramatyka jezyka ni...
Hilke Dreyer, Richard Schmitt
0 Kommentare