Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Leserforschung zur Gestaltung 4
2.1 Ausgewählte Methoden der Leserforschung. 6
2.2 Ausgewählte Studienergebnisse. 10
3 Resultierende Anforderungen an die Gestaltung 15
4 Zusammenfassung. 17
Literatur 18
1 Einleitung
„Was wird warum gelesen?“ - Eine Frage, die die Leserforschung den Zeitungsmachern beantworten kann. Durch immer differenziertere Messungen des „Was“ und einer Analyse der so als beachtet identifizierten Beiträge will sie mit dem resultierenden „Warum“ Rezepte liefern, die die Qualität eines Mediums erhöhen können. Dies gilt sowohl für die redaktionellen Inhalte als auch für deren Gestaltung (Rager, Graf-Szczuka et al. 2006: 8).
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden ausgewählte Fragestellungen und Methoden der Leserforschung vorgestellt und die gewonnenen makrotypografischen Erkenntnisse zur Zeitungsgestaltung zusammengestellt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Wirkung der Makrotypografie, die sowohl auf der Seite als auch im einzelnen Artikel wesentlich zur Orientierung des Lesers beträgt.
Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich die Leserforschung auch mit Qualität. Dabei geht es im Rahmen dieser Arbeit ausdrücklich nicht um die inhaltlichen Qualitäts-Dimensionen von Journalismus wie Aktualität, Relevanz, Richtigkeit und Vermittlung. Soweit anwendbar werden jedoch Ergebnisse von Studien aus diesem Forschungsgebiet herangezogen. Vielmehr steht die andere Betrachtungsebene, die gestalterische Qualität kompletter Seiten, im Mittelpunkt des Interesses.
Gute, qualitätvolle Gestaltung ist in diesem Sinne gleichbedeutend mit erfolgreicher Gestaltung. Ziel aller Bemühungen in dieser Richtung ist es, eine hinreichende Verweildauer bei einem Artikel oder auf einer Seite zu erreichen. Dies ist sowohl für das Zustandekommen einer journalistisch gewünschten Wirkung auf den Leser im Sinne der Vermittlung als auch für den kommerziellen Erfolg eines auch durch bezahlte Anzeigen finanzierten Produktes unerlässlich.
Leserforschung zur Gestaltung
2 Leserforschung zur Gestaltung
Zur weiteren Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes soll nun die Mehrdimensionalität des Begriffes Zeitungsgestaltung dargelegt werden. Der Begriff umfasst zuallererst die Funktion von Gestaltung auf einer Zeitungsseite; die Organisation von Wahrnehmung und Vermittlung von Wirkung. Für eine fruchtbare Einteilung hat der Schweizer Jost Hochuli Anfang der achtziger Jahre die Begriffe Mikro- und Makrotypografie (siehe Abb. 1) geprägt (Hochuli, 1989: 7). Danach bezeichnet die Mikrotypografie die Parameter der Zeichen (Schriftart, -stil, -größe und Zeichenabstand) und der Zeile (Wortabstand, Zeilenabstand, Zeilenbreite und Spaltenzwischenraum). Die Makrotypografie hingegen bezeichnet die „Verteilung der einzelnen Elemente eine Zeitungsseite und deren Zusammenspiel“ (Hingst, 1992: 97). Sie umfasst die Struktur und Gliederung von Textabschnitten sowie das Zusammenspiel und die Anordnung von Schrift, Bild, Illustration, Farbe und Fläche.
Abbildung 1: Die Dimensionen des Begriffs Zeitungsgestaltung
Quelle: Eigene Darstellung nach Hochuli (1987) und Hingst (1992, 2006)
Die Makrotypografie ist insofern besonders relevant, da sie den Bereich der Gestaltung betrifft, auf den die Seitengestalter und Redakteure in ihrer täglichen Arbeit den meisten Einfluss haben. Alle anderen Parameter sind in der Regel bereits in Stilbüchern oder
Leserforschung zur Gestaltung
vergleichbaren Dokumenten für das jeweilige Medium festgelegt und in den genutzten Satzprogrammen als Vorlagen unveränderbar vorgegeben.
Bringt man den bereits eingeführten Funktionsbegriff der Zeitungsgestaltung, die Organisation von Wahrnehmung und die Vermittlung von Wirkung, in Verbindung mit den Elementen der Makrotypografie, so kann man von „kleinsten Bedeutungseinheiten“ und deren Anordnung sprechen (Hingst 2006: 104).
Im folgenden Abschnitt soll gezeigt werden, welcher Methoden sich die Leserforschung bedienen kann und welche Aussagen aktuelle Studien über die Art und die wünschenswerte Beschaffenheit dieser Bedeutungseinheiten und ihre Anordnung im Beitrag und auf einer Zeitungsseite machen können.
Leserforschung zur Gestaltung
2.1 Ausgewählte Methoden der Leserforschung
2.1.1 Leserforschung mit Copytests
Die Hauptinstrumente der Leserforschung sind die Befragung und die Beobachtung sowie Kombinationen der beiden Instrumente (Hingst, 2006: 106). Von herausragender Bedeutung unter den Befragungsinstrumenten sind die Copytests. Sie entsprechen methodisch einem von dem amerikanischen Medienforscher Daniel Starch seit 1931 verwendeten Starch-Test. Er ist das klassische Wiedererkennungsverfahren (Recognition-Test) der Leserschaftsforschung, das auch heute noch in dieser Form durchgeführt wird. Auf ihm beruhen die in Deutschland bedeutenden Anzeigen-Copytests (ACT) der Zeitungs-Marketing Gesellschaft (ZMG), die dabei Standardmäßig 250 Leser der Testzeitung befragt. Mit Hilfe des Anzeigen-Copytests lassen sich der Werbeerfolg von Anzeigen und die Medialeistung der Zeitung sehr anschaulich und überzeugend dokumentieren (Donnerstag).
Koschnick (2003) definiert den Copytest als ein Verfahren der Originalheftmethode, bei dem den Befragten ein tatsächlich erschienenes Exemplar des Mediums präsentiert wird. Ziel ist die Messung der Werbewirkung. Es werden drei Größen der Wirkung ermittelt. Der Noted Score gibt den Anteil (Prozentsatz) der Befragten an, die angeben, dass sie eine den Untersuchungsgegenstand darstellende Anzeige oder auch einen redaktionellen Beitrag bemerkt haben (Beachtungswert). Der Seen/Associated Score bestimmt den Anteil der Leser, die angegeben haben, die Anzeige bemerkt zu haben (ad noters) und auch das beworbene Produkt, den Werbenden oder den Markennamen richtig erinnern. Der Read most Score steht für den Anteil der Leser, die eine bestimmte Seite oder Anzeige gesehen und wenigstens die Hälfte ihres Textes gelesen haben. Der Starch-Test ist praktisch identisch mit dem normalen Copytest. Gegen das Verfahren wird aus methodologischer Sicht vor allem eingewandt, dass es eher spontane Bewertungen der in die Erhebung einbezogenen Testanzeigen und weniger eine verlässliche Wiedererkennung erfasst, weil die Angaben der Befragten dabei ungeprüft übernommen und akzeptiert werden. Weiterhin werden so bestenfalls Einschätzungen über gestalterische Maßnahmen erhoben, nicht jedoch ihre Wirkung auf das Leseverhalten (Hingst 2006: 106).
Arbeit zitieren:
Georg Drabner, 2008, Methoden und Ergebnisse der Leserforschung und ihre Anwendung auf die Zeitungsgestaltung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gemeinwesenarbeit: Stadtentwicklung, Soziale Stadt, Quartiersmanagemen...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 20 Seiten
Die autofreie Stadt - Bewertung eines Leitbildes
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Seminararbeit, 21 Seiten
Kritische Analyse der City-Marketingkonzepte in Deutschland
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 40 Seiten
Der Markt der Fernsehprogrammzeitschriften in Deutschland
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Hausarbeit, 21 Seiten
Das Marktsegment der Programmzeitschriften
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Seminararbeit, 20 Seiten
Mediaforschung - Grundbegriffe und Inhalte der Zuschauer-, Hörer- und ...
Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
Seminararbeit, 25 Seiten
Empfehlungsmarketing: Den Kunden als Vertriebspartner nutzen
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 21 Seiten
Notwendigkeit, Wirkung und Grenzen von Layout in Zeitungen
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Seminararbeit, 14 Seiten
Einfluss frühkindlicher Erfahrungen in der Familie auf die Lesesoziali...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Georg Drabner's Text Methoden und Ergebnisse der Leserforschung und ihre Anwendung auf die Zeitungsgestaltung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Georg Drabner hat den Text Methoden und Ergebnisse der Leserforschung und ihre Anwendung auf die Zeitungsgestaltung veröffentlicht
Georg Drabner hat einen neuen Text hochgeladen
Cross Media Strategien für den deutschsprachigen Tageszeitungslesermar...
Für den deutschsprachigen Tage...
Thomas Apollonio
Fiktionen für das Volk: DDR-Zeitungen als PR-Instrument
Fallstudien zu den Zentralorga...
Anke Fiedler, Michael Meyen
0 Kommentare