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Inhalt
Einleitung 3
1 Frau und Geburt bei den Trobriandern 4
2 Frau und Geburt bei den Eipo 5
3 Frau und Geburt bei den Manus 8
Fazit 11
Literatur- und Quellenverzeichnis 12
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Einleitung
(Ausspruch der Manus-Frauen; nach Mead)
Das Wunder der Geburt - ein Geschehen, dass alle Frauen weltweit als als ihre eigene, persönliche Erfahrung teilen. Und doch existieren große Unterschiede.
Archaische Gesellschaften als Vorbild für moderne Kulturformen? Was auf den ersten Blick paradox klingen mag, erweist sich bei genauerer Betrachtung sogar als Bereicherung.
Die folgende Arbeit erläutert soziale Strukturen und Bedingungen in Bezug auf Kindheit, Sexualität und vor allem Schwangerschaft und Geburt. Im Kontext soll es zu jeder Zeit vergleichend zu modernen Gesellschaften zum Denken anregen und Parallelen, sowie Unterschiede erkennen lassen. Vielerorts und bis heute wurden schon einige Veränderungen unternommen. Hebammen unterstützen Schwangere bis zur Geburtsphase, selbst in Krankenhäusern werden verschiedene Geburtspositionen angeboten und auch die Hausgeburt oft bevorzugt. Aber wie gehen die Frauen nun in „einfacheren“ Gesellschaften miteinander um, welche Rollen spielen die Männer während der Schwangerschaft und der Geburt? Wie werden junge Frauen darauf vorbereitet und in wieweit werden die Kinder in das Geschehen eingebunden, mit welcher Funktion? Kann man diese Beobachtungen gewinnbringend bei uns einsetzen?
Wie innerhalb moderner Gesellschaften, sind auch zwischen den verschiedenen Stämmen in Neuguinea Unterschiede zu erkennen, aufgrund dessen es notwendig wird, mehrere Gruppierungen zu einem Vergleich zu ziehen. Hier sollen drei Stämme Neuguineas in den Mittelpunkt rücken: Wulf Schiefenhövel untersuchte den Stamm der Eipo, Ulrike Pöschl die Trobriander und Margaret Mead unter anderem den Stamm der Manus auf Papua-Neuguinea. Besonders interessant scheint bei allen Stammesgruppen die Praxis der Vertikalposition als dominante Geburtshaltung zu sein, die die Gebärenden bevorzugen, auch wenn sie die Möglichkeit anderer Stellungen haben. Leider können im Rahmen dieser Arbeit Sachverhalte nur distanziert wiedergegeben werden, wobei versucht wird, Beobachtungen möglichst zusammenhängend darzustellen. Wie stark die emotionalen Bindungen tatsächlich wirken und in welchem Maße andere Faktoren Einfluss nahmen, kann nur nachempfunden werden, wenn man selbst direkt im Geschehen etabliert ist.
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1 Frau und Geburt bei den Trobriandern
Ulrike Pöschl nimmt einen Vergleich zwischen den verschiedenen Gebärpositionen bei modernen und „primitiven“ Gesellschaften vor. In westlichen Nationen ist die horizontale Haltung der Gebärenden dominierend und hat sich durch den somit erleichternden Handlungsspielraum des Geburtshelfers durchgesetzt. Da diese jedoch die denkbar ungünstigere Gebärposition ist, werden Schilderungen seitens vieler Soziologen als Vorschlag gehandelt, um das moderne Geburtsgeschehen zugunsten der Gebärenden zu überarbeiten. In der vertikalen Haltung sei ebenfalls eine bessere Atmung der Schwangeren zu beobachten, die dadurch insgesamt eine erhöhte Sauerstoffversorgung von Mutter und Ungeborenem nach sich zöge 1 .
Pöschl beschreibt Beobachtungen bei den Trobriandern, die sie selbst erlebt hat und ihr als Frau, besonders was die Geburtsvorgänge betrifft, ermöglicht wurden. Da dort männliche, fremde Personen, sowie Kleinkinder, Präpupertäre und die Schwägerin der Schwangeren von der Geburt ausgeschlossen sind, ist ein weiblicher Soziologe in diesem Fall klar im Vorteil, wenn auch sie vorerst ihren Fremdheitsstatus mittels Vertrauensaufbau ablegen musste. Wie in modernen Gesellschaften das Krankenhaus oder Frauenhäuser, existieren auch bei den Trobriandern spezielle Geburtshütten, zu denen Schwangere und Helferinnen Zugang haben. Diese Geburtshelferinnen können bereits Mädchen sein, die sich in der Pubertät befinden oder befunden haben, um die erlebte Erfahrung einer Geburt vorbereitend auf ihre eigene spätere Schwangerschaft zu nutzen. Die traditionelle und natürliche Gebärposition stellt die vertikale Haltung dar, die jedoch gerne wechselnde Phasen beinhaltet. Wählt die Schwangere also das Hocken besonders in der Austreibungsphase, unterbricht sie diese mit Stehen, Gehen oder Sitzpausen, um sich zu erholen und geht dann wieder in die Hocke, um aktiv mitzupressen. Eine besondere psychisch-emotionale Unterstützung erfährt die Schwangere durch die zahlreichen Helferinnen um sie herum, die ihr einerseits beruhigend zureden 2 , ihr andererseits durch Massagen Entspannung verschaffen und physisch Stütz- und Haltepunkte bieten. Ein ruhiger und gutmütiger Tonus in ihren Gesprächen bewirkt eine angenehme Atmosphäre in der Hütte, die die Schwangere selbst schon aus ihrer Pubertät kennt und erzielt eine Angstreduzierung während der nicht ganz ungefährlichen Geburt 3 . Kommt es zu starken Wehen, ist in der Hütte unterhalb der Decke ein Balken angebracht, an dem sich die Gebärende hängen kann. In dieser Aushängehaltung wiegt sie ihr Becken hin und her,
2 teilweise sind das banale Tagesereignisse, um vom Geburtsschmerz abzulenken, andererseits Ratschläge und Hinweise, um die Gebärende zu besänftigen und ihre Beschwerden zu lindern.
3 Bei Komplikationen fehlt in solchen kleinen archaischen Gesellschaften die Infrastruktur, um schnellstmöglich Hilfe holen zu können. Wenn nicht gerade eine der Helferinnen heilkundig ist, können diese Komplikationen durchaus tödlich für die Gebärende und/oder das Ungeborene ausgehen.
Arbeit zitieren:
Mathias Seeling, 2008, Frau und Geburt in Neuguinea, München, GRIN Verlag GmbH
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