2
Literaturverzeichnis
I. Quellen:
Schmitt, Carl
Der Hüter der Verfassung Mohr Tübingen Tübingen 1931
Zitiert als: Schmitt, Der Hüter der Verfassung
Schmitt, Carl
Politische Theologie Verlag von Duncker & Humblot München und Leipzig 1934 Zitiert als: Schmitt, Politische Theologie
Schmitt, Carl
Verfassungslehre Verlag von Duncker & Humblot München und Leipzig 1928 Zitiert als: Schmitt, Verfassungslehre
3
II. Lehrbücher:
Becker, Hartmuth
Die Parlamentarismuskritik bei Carl Schmitt und Jürgen Habermas 2. Auflage Duncker & Humblot Berlin 2003 Zitiert als: Becker
Blasius, Dirk
Carl Schmitt - Preußischer Staatsrat in Hitlers Reich Vandenhoeck und Ruprecht Göttigen 2001 Zitiert als: Blasius
Günther, Frieder
Denken vom Staat her R. Oldenbourg Verlag München 2004 Zitiert als: Günther
Hansen, Klaus/Lietzmann, Hans
Carl Schmitt und die Liberalismuskritik Leske + Budrich Opladen 1988 Zitiert als: Hansen/Lietzmann
Hofmann, Hasso
Legitimität gegen Legalität 4. Auflage Duncker & Humblot GmbH Hamburg 2002 Zitiert als: Hofmann
Kleinheyer, Gerd/Schröder, Jan (Hrsg.)
Deutsche und Europäische Juristen aus neun Jahrhunderten 4. Auflage C. F. Müller Verlag Heidelberg 1996 Zitiert als: Kleinheyer
Laak, Dirk v.
Gespräche in der Sicherheit des Schweigens Akademie Verlag Berlin 1993 Zitiert als: Laak
Leibholz, Gerhard
Strukturprobleme der modernen Demokratie Verlag C. F. Müller
4
Karlsruhe 1958
Zitiert als: Leibholz
Mehring, Reinhard
Carl Schmitt zur Einführung 1. Auflage der Neufassung Junius Verlag GmbH Hamburg 2001
Zitiert als: Mehring, Carl Schmitt zur Einführung
Noack, Paul
Carl Schmitt: Eine Biographie Verlag Ullstein GmbH Berlin 1993 Zitiert als: Noack
Rüthers, Bernd
Carl Schmitt im Dritten Reich Verlag C. H. Beck München 1989
Zitiert als: Rüthers, Carl Schmitt im Dritten Reich
Rüthers, Bernd
Entartetes Recht
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1988
Zitiert als: Rüthers, Entartetes Recht
Stolleis, Michael
Die Jünger am Grabe In: RJ 6, S. 249
Zitiert als: Stolleis, Die Jünger am Grabe
Stolleis, Michael
Juristen Verlag C. H. Beck München 2001 Zitiert als: Stolleis, Juristen
Stolleis, Michael
Recht im Unrecht Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1994 Zitiert als: Stolleis, Recht im Unrecht
5
III. Zeitschriften und Aufsätze:
Adam, Armin
Jenseits alter Fronten. Neuere Carl Schmitt Literatur In: Der Staat, Philosophische Rundschau, 42 (1995), S. 97-109 Zitiert als: Adam
Barion, Hans (Hrsg.)
Festschrift für Carl Schmitt 3. Auflage Duncker & Humblot Berlin 1994 Zitiert als: Barion
Dreier Ralf
Gustav Radbruch, Hans Kelsen, Carl Schmitt
In: Wiederin, Ewald (Hrsg.): Staat und Recht, Festschrift für Günther Winkler, Springer-Verlag, Wien 1997, S. 189ff. Zitiert als: Dreier
Kennedy, Ellen
Carl Schmitt und die "Frankfurter Schule". Deutsche Liberalismuskritik im 20. Jahrhundert In: Geschichte und Gesellschaft 12 (1986), S. 380-419 Zitiert als: Kennedy
Lauermann, Manfred
Begriffsmagie. "Positionen und Begriffe" als Kontinuitätsbehauptung - Bemerkungen anläßlich der Neuauflage 1988
In: Flickinger, Hans-Georg (Hrsg.): Die Autonomie des Politischen. Carl Schmitts Kampf um einen beschädigten Begriff, VCH Verlagsgesellschaft mbH, Acta humaniora, Weinheim 1990, S. 97-127 Zitiert als: Lauermann
Lübbe, Hermann
Carl Schmitt liberal rezipiert
In: Helmut Quaritsch (Hrsg.), Complexio Oppositorum - Über Carl Schmitt, Duncker & Humblot, Berlin 1988, S. 427-440 Zitiert als: Lübbe
Maschke, Günter
Carl Schmitt in Europa In: Der Staat 25 (1986), S. 575ff. Zitiert als: Maschke
Mehring, Reinhard
Vom Umgang mit Carl Schmitt: Zur neueren Literatur In: Geschichte und Gesellschaft 19, 1993, S. 388-407 Zitiert als: Mehring, Vom Umgang mit Carl Schmitt
6
Müller, Christoph
Das Freund/Feind-Theorem Carl Schmitts: Fortwirkungen im Verfassungsdenken der Bundesrepublik Deutschland
In: Eisfeld, Reiner/Müller, Ingo: Gegen Barbarei - Essays Robert M.W. Kempner zu Ehren, Athenäum Verlag, Frankfurt am Main 1989, S. 153-178 Zitiert als: Müller
Mußgnug, Reinhard
Carl Schmitts verfassungsrechtliches Werk und sein Fortwirken im Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland
In: Helmut Quaritsch (Hrsg.), Complexio Oppositorum - Über Carl Schmitt, Duncker & Humblot, Berlin 1988, S. 517-528 Zitiert als: Mußgnug
Preuß, Ulrich K.
Carl Schmitt und die Frankfurter Schule: Deutsche Liberalismuskritik im 20. Jahrhundert In: GuG 13 (1987), S. 400ff. Zitiert als: Preuß
Quaritsch, Helmut
Über den Umgang mit Carl Schmitt
In: Helmut Quaritsch (Hrsg.), Complexio Oppositorum - Über Carl Schmitt, Duncker & Humblot, Berlin 1988, S. 517-528 Zitiert als: Quaritsch
Römer, Peter v.
Tod und Verklärung des Carl Schmitt In: ARSP 76 (1990), S. 373ff. Zitiert als: Römer
Schelsky, Helmut
Der "Begriff des Politischen" und die politische Erfahrung der Gegenwart. Überlegungen zur Aktualität von Carl Schmitt In: Der Staat, 22 (1983), S. 321-345 Zitiert als: Schelsky
Schüle, A.
Eine Festschrift In: JZ 22 (1959), S. 729ff. Zitiert als: Schüle, A.
Willms, Bernard
C. S. - jüngster Klassiker des politischen Denkens?
In: Helmut Quaritsch (Hrsg.), Complexio Oppositorum - Über Carl Schmitt, Duncker & Humblot, Berlin 1988, S. 577-597 Zitiert als: Willms
7
I. Einleitung
Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Verfassungsjuristen, Staats- und Völkerrechtler 1 Carl Schmitt und seiner Bedeutung für die Zeit nach 1945. Er gilt weitgehend als der Jahrhunderts. 2 einflussreichste deutsche Staatsrechtslehrer des 20. Die
Wissenschaftsgeschichte um die Person Schmitts ist allerdings einem Zwiespalt unterworfen. Einerseits handelt es sich bei ihm um einen für die Wissenschaft sehr bedeutenden Begründer wichtiger Lehren. Andererseits sind bedeutende Lehren seines Gesamtwerks untrennbar mit der Zeit des Nationalsozialismus verbunden. Daher ist Carl Schmitt sowohl viel bewundert als auch viel gescholten worden.
II. Biographie
Carl Schmitt wurde 1888 in Plettenberg/Sauerland geboren. Seine universitäre Laufbahn begann 1907 mit seinem Studium der Rechtswissenschaft in Berlin, München und Straßburg. Der promovierte und habilitierte Jurist lehrte nach seinem Kriegsdienst zunächst als Dozent und ab dem Jahr 1921 als ordentlicher Professor in Greifswald. Ab 1922 lehrte er als Nachfolger von Rudolf Smend in Bonn und ab 1928 an der Handelshochschule Berlin. Es folgten weitere Rufe nach Köln, Leipzig, Heidelberg und München.
Im Jahre 1932 vertrat er das Reich nach dem sog. "Preußenschlag" vor dem Staatsgerichtshof und trat im Mai 1933 der NSDAP bei. Im Juli 1933 wurde er zum Preußischen Staatsrat ernannt. 1934 übernahm er die Herausgeberschaft der Deutschen Juristen-Zeitung. In demselben Jahr rechtfertigte er in seinem Aufsatz "Der Führer schützt das Recht", die von Hitler am 30. Juni 1934 befohlene Tötungsaktion, den sog. Röhm-Putsch 3 . Seine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten scheiterte und er verlor im Jahr 1936 seine Partei- und Ehrenämter. Die NS-Zeit gehörte zum Zenit seiner akademischen Karriere 4 . Es blieben ihm jedoch der Berliner Lehrstuhl, den er erst 1945 verlor, und der Titel des Preußischen Staatsrats. Er wandte sich den rechtshistorischen und völkerrechtlichen Studien zu. Von September 1945 bis März 1947 war er in Lagerhaft und führte danach in Plettenberg ein zurückgezogenes Leben. Er verstarb dort im Jahr 1985 im Alter von 97 Jahren. 5
1 Willms, S. 592.
2 Kennedy, S. 380.
3 Rüthers, Entartetes Recht, S. 120; Stolleis, Recht im Unrecht, S. 139.
4 Rüthers, Carl Schmitt im Dritten Reich, S. 36.
5 Kleinheyer, S. 507; Mehring, Carl Schmitt zur Einführung, S. 38, 187ff.; Stolleis, Juristen, S. 562.
8
III. Carl Schmitt vor 1945
1. Seine Grundpositionen
Schmitt war Vertreter des Dezisionismus. Als Dezisionismus bezeichnet man die rechtsphilosophische Anschauung, nach der das als Recht anzusehen ist, was die Gesetzgebung zum Recht erklärt. In Schmitts Interpretation bedeutete dies die Fähigkeit des Staates zur rechtlich ungebundenen politischen Entscheidung in Extremsituationen. 6 Er gehörte in das Umfeld der sog. konservativen Revolution. Die Angehörigen dieser Richtung bejahten zwar einzelne Aspekte des in der Weimarer Zeit offen zutage tretenden technischen, gesellschaftlichen und kulturellen Modernisierungsprozesses. Sie verharrten jedoch politisch in einem antiliberalen Nationalismus und bekämpften die als liberalistisch verachtete Weimarer Verfassungsordnung. Nach der Machtergreifung im Jahre 1933 stellten sich etliche auf die Seite des neuen Regimes. 7
Als Antipositivist war Schmitt ein entschiedener Gegner der Lehre des juristischen Positivismus, deren Hauptvertreter Hans Kelsen war. 8 Als Etatist war für ihn der Staat als höchste politische Einheit Ausgangs- und Endpunkt seines Denkens. Außerdem war er Katholik, Idealist, Nationalist und sein Denken war schon in der Weimarer Zeit zumindest latent antisemitisch. 9
-Seine Liberalismuskritik
Schmitt hatte große Bedeutung für die antiliberale geistige Landschaft zwischen 1910 und 1940. 10 Er war einer der scharfsinnigsten und sprachgewandtesten Kritiker der Weimarer Verfassungsordnung. 11 Seine Kritik am Liberalismus hat Schmitt während der Weimarer Republik in verschiedenen Werken vorgetragen. 12 Als Denker mit einer liberalen Grundeinstellung, wie sie der bürgerliche Liberalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts hinterlassen hatte, stilisierte er den Staat des 19. Jahrhunderts zum Ideal. 13 Die Weimarer Zustände erschienen ihm aus diesem Blickwinkel als das Resultat eines kontinuierlichen Zerfallsprozesses, durch die er die politische Durchsetzungskraft des Staates mehr und mehr geschwächt sah. Er sah die staatliche Neutralität durch das zunehmende Eindringen der Gesellschaft in den Bereich des Politischen in Frage gestellt. Insbesondere Parlament,
6 Günther, S 36.
7 Günther, S. 114.
8 Becker, S. 19, 54.
9 Günther, S. 35f.
10 Stolleis, Die Jünger am Grabe, S. 249.
11 Günther, S. 35.
12 Adam, S. 98; Schelsky, S 321.
13 Schelsky, S. 321.
Arbeit zitieren:
Yonca Kiel, 2006, Carl Schmitt: Vor und nach 1945 , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Souveränitätsbegriff bei Carl Schmitt und Georg Jellinek
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Examensarbeit, 48 Seiten
Über: Carl Schmitt - Der Begriff des Politischen
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 15 Seiten
Carl Schmittt - Warum stellt Carl Schmitt die Freund-Feind-Unterscheid...
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Referat (Ausarbeitung), 17 Seiten
Strafrechtliche Überlegungen zum Abschuss eines von Terroristen entfüh...
Seminararbeit, 31 Seiten
Die Grundsätze des Art. 79. Abs. 3 GG in der Weimarer Staatsrechtslehr...
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
In welcher Hinsicht ist David Eastons Theorie des politischen Systems ...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 15 Seiten
Demokratie bei Carl Schmitt - Darstellung seiner Demokratiekonzeption ...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
John Wayne und 'Chisum': "Big Duke does it again?" -...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 30 Seiten
Carl Schmitt und die Theorie des Freund-Feind-Schemas
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Begriff des Politischen bei Carl Schmitt
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 14 Seiten
Yonca Kiel's Text Carl Schmitt: Vor und nach 1945 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Yonca Kiel hat den Text Carl Schmitt: Vor und nach 1945 veröffentlicht
Yonca Kiel hat einen neuen Text hochgeladen
The Lesson of Carl Schmitt: Four Chapters on the Distinction Between P...
Heinrich Meier, Marcus Brainard
Carl Schmitt and Leo Strauss: The Hidden Dialogue
Heinrich Meier, Joseph Cropsey, J. Harvey Lomax
The International Political Thought of Carl Schmitt: Terror, Liberal W...
Louiza Odysseos, Fabio Petito
Carl Schmitt and the Jews: The "Jewish Question," the Holocaust, and G...
Raphael Gross, Peter Caldwell, Joel Golb
0 Kommentare