INHALT
1. Einleitung 3
2. Die Stellung der Medien im politischen System 4
3. Funktionen der Medien im politischen Prozess 6
4. Die vierte Gewalt? 8
5. Gefahren durch Medien 11
5.1 Gefahr der Abhängigkeit auf wirtschaftlichem Sektor 11
5.2 Gefahr der Wirklichkeitsverzerrung 13
5.3 Möglichkeiten der Medienkontrolle 14
6. Fazit 15
7. Literatur 17
2
1. Einleitung
Münster, 20.04.1995 (dpa): Für jedes dritte Kind, selbst aus ländlichen Gebieten Deutschlands, sind Kühe lila. Das berichtete jetzt das in Münster erscheinende Landwirtschaftliche Wochenblatt unter Berufung auf eine Malaktion in Bayern. Dort waren 40 000 Bauernhof-Poster an Kindergärten verteilt worden. Auf einem Drittel der eingeschickten Bilder waren die Kühe lila ausgemalt.. Der Bauernverband sieht darin ein Indiz, dass die Realität sogar auf dem Land in der Kindergartenphantasie von Medien „überlagert“ wird. 1
Informationsfluss findet heutzutage zu großen Teilen durch Massenmedien statt. Auf der ganzen Welt ist der Mensch täglich mit ihnen konfrontiert, nicht einmal zu Hause bleibt er unbeeinflusst. Die täglichen Nachrichten, Polit-Talkshows und andere Medien fungieren als Meinungsbildner jeglicher sozialen Schicht, sie spalten, führen zusammen und können auch zerstören.
In Demokratien stehen Medien und Politik in gegenseitiger Abhängigkeit, sodass die Massenmedien als gemeinsame Schnittstelle zwischen politischen Akteuren und Bürgern gesehen werden können. Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, regelmäßig erscheinende, keiner Zensur unterworfene Presse ein Wesenselement des freiheitlichen Staates und für die moderne Demokratie unentbehrlich ist. Das Bundesverfassungsgericht sagt weiter, dass sich in ihr auch die öffentliche Meinung artikuliert, indem die Argumente sich in Rede und Gegenrede klären, deutliche Konturen gewinnen und den Bürgern Urteil und Entscheidung erleichtern. Die Presse wird als Verbindungs- und Kontrollorgan zwischen dem Volk und den Volksvertretern im Parlament gesehen, das Meinungen und Forderungen zusammenfasst und verständlich für alle macht, sowohl aus der Richtung des Parlaments als auch aus der des Volkes. 2
Die Medien tauchen häufig in Verbindung mit dem Begriff 4. Gewalt auf. Medien sind aber keine verfassungsrechtlichen Organe und sind, im Gegensatz zu den anderen drei Gewalten, nicht mit einer Aufgabe betraut, die ihnen die Öffentlichkeit aufgetragen hat. Das Volk hat sie nicht dazu legitimiert, aktiv und mit Rechten der drei Gewalten ausgestattet, in politische Abläufe einzugreifen. Woher kommt dann also diese Kompetenzzuweisung als vierte Gewalt?
1 Frankfurter Rundschau, 21.04.1995
2 BVerfGe Bd. 20, S.174 ff.
3
Des Weiteren stellt sich die Frage, ob man die Medien wirklich dieser wichtigen Aufgabe zuordnen sollte und in wie weit eine Gewalt, die möglicherweise durch die anderen Gewalten instrumentalisiert wird, als solche zu betrachten ist. Ist es wirklich so, dass die öffentliche Meinung stark durch die Presse beeinflusst wird und dass sie dadurch auch die Staatsgewalt kontrolliert? Oder ist das alles nur Schein und hinter den vielfältigen Medien stecken die Politiker, die sich die Medien zunutze machen? In der folgenden Arbeit geht es um diese Punkte: Wie kommt es zu der oben angesprochenen Kompetenzzuweisung? Welche Faktoren können dazu beitragen, dass man die Medien tatsächlich als 4. Gewalt bezeichnet, wenn man die rechtlichen Aspekte hinzuzieht bzw. vernachlässigt?
2. Die Stellung der Medien im politischen System
Medien sind das Sprachrohr der Öffentlichkeit. Der Begriff Öffentlichkeit ist vielschichtig, wobei die öffentliche Meinung sicher am ehesten in die Beziehung zwischen Politik und Medien passt. Die öffentliche Meinung bezeichnet einen momentanen Zustand des Volkes, nämlich den einer vorherrschenden Meinung zu einem bestimmten Thema, egal ob politisch oder anderweitig geprägt. Somit sieht man schon, dass man auch diesen Begriff nicht einfach definieren kann, denn die öffentliche Meinung korreliert nie zu 100%, im Gegenteil, in Demokratien gehen die Meinungen weit auseinander. Dennoch existiert der Begriff in jeder Art von Gesellschaft, denn nur über ein gemeinsames Medium können Entscheidungen in einer Gemeinde gefällt werden.
Demokratische Herrschaft ist öffentlich begründungs- und rechenschaftspflichtig. Die öffentliche Meinung ist deshalb ein unentbehrlicher Faktor im Prozess der politischen Willensbildung aller freiheitlich-demokratischen Systeme. Sie kann, zumindest in Demokratien, somit als ein Kontrollinstrument betrachtet werden. Dabei ist zu beachten, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit am politischen Prozess eher punktuell und sporadisch ist. Des weiteren wird sie stark durch die vermittelnden Instanzen geprägt, die den Themen noch ein starkes Eigengewicht hinzufügen, wodurch die endgültige Prägung somit erst stattfindet.
4
der Bildung der öffentlichen Meinung stark beteiligt sind und überhaupt erst ermöglichen, gegenüber staatlichen Eingriffen in ihrer Informationsfreiheit nicht behindert. Das kann aber trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch diese Einrichtungen beeinflusst werden und so die öffentliche Meinung je nach Belieben gesteuert werden kann. Nicht umsonst gibt es die politische Öffentlichkeitsarbeit aller Parteien und Verbände.
Massenmedien sollten laut klassischem Konzept dazu dienen, die inhaltliche und formale Gestaltung des jeweiligen Anbieters funktionell auf den Empfänger, also das Massenpublikum, zu bestimmen. Durch diese Annahmen kam den Medien die Eigenschaft zu, eine öffentliche Aufgabe innezuhaben. Speziell für den Bereich der Politik wurde den Massenmedien die Funktionen der Artikulation von gesellschaftlichen Bedürfnissen und politischen Forderungen, der Kritik und Kontrolle von Machtträgern und der Konsensbildung zu politischen Entscheidungen zugeordnet. Eine weitere politische Bedeutung kommt den Medien zu, wenn man die Perioden zwischen den Wahlzeiten betrachtet, in denen das Volk durch die Wahlen direkt seine Meinung ausdrücken kann. In diesen Perioden sind die Medien die zentrale Stelle der öffentlichen Meinung.
Medien werden eine Vielzahl verschiedender Funktionen zugeordnet, wobei die zentralen Funktionen, die in der Wechselbeziehung mit der Politik eine Rolle spielen, im nächsten Teil erklärungsweise aufgeführt werden.
5
Arbeit zitieren:
Sandra Rodwell, 2008, Medien als vierte Gewalt ohne staatliche Legitimation?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Verhältnis von Politik und Medien in Deutschland
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit, 15 Seiten
Journalisten und Politiker in der neuen Mediokratie: Wer ist vom wem a...
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Politainment - Die Personalisierung des Wahlkampfes
Eine Darlegung der Beziehung z...
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit, 16 Seiten
Positivismusstreit in der deutschen Soziologie
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Vordiplomarbeit, 28 Seiten
Der Positivismusstreit - Geschichte und Positionen
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Schweiz - Föderalismus und direkte Demokratie
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Hausarbeit, 24 Seiten
Das Duale Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland - Ein Auslaufm...
Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
Hausarbeit, 24 Seiten
Direktdemokratische Elemente im Politischen System der Schweiz
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Disziplinargesellschaft bei Michel Foucault
Eine zutreffende Beschreibung ...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Konkordanzdemokratie in der Schweiz - ein die Interessen von Minde...
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Seminararbeit, 14 Seiten
Gouvernementalität - Zur Klärung des Begriffs
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Macht und Machtanalyse im Werk von Michel Foucault — die Genese einer ...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 25 Seiten
Parteiverbote nach Art. 21 Abs. 2 GG - Schutz der Demokratie mittels D...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Traditioneller Realismus und Neo-Realismus: Grundzüge, Gemeinsamkeiten...
Mit Thesenpapier
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 11 Seiten
Pädagogische Arbeit gegen Rechtsextremismus in der Schule
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 23 Seiten
sandra rodwell's Text Medien als vierte Gewalt ohne staatliche Legitimation? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
sandra rodwell hat den Text Medien als vierte Gewalt ohne staatliche Legitimation? veröffentlicht
sandra rodwell hat einen neuen Text hochgeladen
Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter
Symposium des Philosophischen ...
Günther Mensching
Gewalt zwischen Fakten und Fiktionen
Eine Untersuchung von Gewaltda...
Petra Grimm, Katja Kirste, Jutta Weiß
Die Vierte Gewalt. Ohne das Interview mit Bascha Mika
im Gespräch mit Friederike Sch...
Friederike Schröter, Claus Gerlach
Geminderte demokratische Legitimation staatlicher Institutionen im par...
Zur Wirkung von Verfassungspri...
Kay Waechter
Die Einbindung privater Unternehmensberater in staatliche Entscheidung...
Externe Politikberatung im Lic...
Olina Burkhardt
Die Legitimität staatlicher Herrschaft
Eine staatsrechtlich-politisch...
Thomasjun Würtenberger
0 Kommentare