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Die Portugiesische Expansion

Wirtschaftliche Interessen und deren Auswirkungen

Title: Die Portugiesische Expansion

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Mill (Author)

Cultural Studies - European Studies
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Summary Excerpt Details

Ein kleines Königreich am äußersten Rand Europas setzte die wohl größte Umwälzung in der modernen Geschichte in Bewegung: die Europäische Expansion und die damit einhergehende viel beschworene Globalisierung. Von Portugal ist die Rede. Seit über 600 Jahren behauptet dieses Land mit wenigen Ausnahmen nun seine Grenzen auf dem europäischen Kontinent. Im 15. Jahrhundert brach es urplötzlich aus diesen Grenzen aus. Berühmte portugiesische Seefahrer erkundeten den Atlantischen und Indischen Ozean. […] Ein Weltreich entstand, welches sich von Brasilien bis nach Indonesien erstreckte und für ein Jahrhundert den Handel im Indischen Ozean beherrschte. Das portugiesische Weltreich unterschied sich dennoch sehr stark von anderen europäischen Kolonialreichen in der Phase der Europäischen Expansion. Es war nicht auf Territorialbesitz, sondern auf die Beherrschung des Handels ausgelegt. Portugal stieg binnen weniger Jahre zu einer der führenden Handelsmächte jener Zeit auf. Durch das, im 16. Jahrhundert im Indischen Ozean durchgesetzte, Monopol auf Pfeffer beherrschte es die europäischen Märkte. Welche Motive diesem Expansionsdrang zu Grunde lagen wurde in der geschichtswissenschaftlichen Forschung ausführlich diskutiert. Wirtschaftshistorikern sticht dabei besonders ein Motiv ins Auge: die ökonomischen Interessen, die das Königreich Portugal mit der Expansion verfolgte. Diese Arbeit soll einen Überblick über die ökonomischen Vorraussetzungen und Interessen der Portugiesen während der Expansion geben. Das erste Kapitel soll überprüfen, inwieweit das Königreich für die Expansion wirtschaftlich gerüstet war. Die Motive Portugals sind zum größten Teil nicht ökonomischer Natur, doch kann eine Expansion von solchen Ausmaßen ohne eine gut funktionierende Wirtschaft nicht bewerkstelligt werden. Das zweite Kapital widmet sich zunächst den individuellen Interessen portugiesischer Gesellschaftsgruppen, um im dritten Kapitel erörtern zu können, ob es einen Wandel in deren Interessen und Prioritäten während der Portugiesischen Expansion gab. Schließlich begann diese mit der imperialistisch motivierten Eroberung der marokkanischen Hafenstadt Ceuta und endete mit der Etablierung eines wirtschaftlich motivierten Handelsmonopols im Indischen Ozean. Zusammenfassend soll geklärt werden, ob die portugiesische Expansion durch ökonomische Zwänge beeinflusst war, und wenn ja, wie stark diese den Prozess der Expansion lenkten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die „Psychose“ eines kleinen Landes?

2. Im Namen Gottes und des Profits

3. Blut. Gold. Pfeffer.

3.1. Ceuta

3.2. Der Seefahrer, der keiner war

3.3. Inseln, Sklaven und Gold

3.4. Das Kap der Stürme und die Ruhe vor dem Sturm

3.5. Kapitalistischer Messianismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Voraussetzungen und Motive hinter der portugiesischen Expansion. Dabei wird analysiert, wie das wirtschaftlich schwache Königreich Portugal durch Interessenkoalitionen zwischen Krone, Adel, Klerus und ausländischen Kapitalgebern trotz struktureller Defizite ein Handelsimperium im Indischen Ozean aufbauen konnte.

  • Wirtschaftliche Ausgangslage Portugals zu Beginn des 15. Jahrhunderts
  • Rolle individueller Interessengruppen bei der Finanzierung und Steuerung der Expansion
  • Zusammenwirken von imperialistischen, religiösen und ökonomischen Motiven
  • Entwicklung vom militärischen Abenteuer hin zum strukturierten Handelsmonopol

Auszug aus dem Buch

3.1. Ceuta

Die portugiesische Expansion begann mit der Eroberung der marokkanischen Hafenstadt Ceuta im Jahre 1415. Die Eroberungszüge in Marokko hatten zunächst einen rein imperialistischen Charakter. Mit den machtpolitisch motivierten Feldzügen in Nordafrika verband König Johann I. aber auch ein wirtschaftspolitische Ziel: Er wollte den islamischen Gürtel, der den Handel mit edlen Gewürzen aus dem Orient und Gold aus dem subsaharischen Afrika von Europa abschirmte, durchbrechen. Deswegen attackierten die Portugiesen die, sich am Eingang des Mittelmeeres befindende, Hafenstadt Ceuta und nicht etwa Granada auf der iberischen Halbinsel.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren aber eher von untergeordnetem Interesse. Die Wahl Ceutas ist dennoch aus drei ökonomischen Gründen plausibel: Erstens war Ceuta eine wichtige Marinebasis der Muslime am Eingang zum Mittelmeer und damit von strategischem Interesse für die Sicherheit der portugiesischen Handelsschifffahrt. Zweitens produzierte das Hinterland Ceutas einen Überschuss an Getreide, welcher für das Getreide importierende Portugal sehr verlockend war. Und Drittens war Ceuta ein Endhafen des trans-saharischen Karawanenhandels mit Gold. Wie schon im ersten Kapitel dargestellt, herrschte in Europa, und im Besonderen in Portugal, erheblicher Mangel an Edelmetallen.

Diese positiven Externalitäten mögen nach der Eroberung Ceutas nur kurzfristige, nicht aber langfristige Wirkungen gezeigt haben. Es ist zudem äußerst fragwürdig, ob die Portugiesen jene Externalitäten bei der Planung des Vorhabens mit einkalkulierten. In erster Linie mögen imperialistische Motive, verknüpft mit religiösem Fanatismus, die Nordafrikafeldzüge veranlasst haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die „Psychose“ eines kleinen Landes?: Das Kapitel beleuchtet die schwierige wirtschaftliche Ausgangslage Portugals zu Beginn des 15. Jahrhunderts, die durch Ressourcenknappheit und eine demografische Krise geprägt war.

2. Im Namen Gottes und des Profits: Es wird analysiert, welche individuellen Motive die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie Adel, Klerus und Handelsbourgeoisie zur Unterstützung der Expansion bewegten.

3. Blut. Gold. Pfeffer.: Dieses Kapitel skizziert die chronologische Entwicklung der Expansion von der Eroberung Ceutas über den westafrikanischen Goldhandel bis hin zum Streben nach dem indischen Gewürzhandel.

3.1. Ceuta: Der Fokus liegt auf den strategischen und ökonomischen Gründen für die Eroberung der marokkanischen Hafenstadt durch König Johann I.

3.2. Der Seefahrer, der keiner war: Die Rolle von Prinz Heinrich bei der Förderung der Entdeckungsfahrten durch Konzessionsvergaben und die Nutzung privaten ausländischen Kapitals wird untersucht.

3.3. Inseln, Sklaven und Gold: Das Kapitel beschreibt den Aufbau eines eigenen Wirtschaftsraumes durch die Kolonisation der Atlantikinseln und den wachsenden Sklavenhandel.

3.4. Das Kap der Stürme und die Ruhe vor dem Sturm: Hier wird die Politik Johanns II. analysiert, der die Suche nach einem Seeweg nach Indien systematisierte und wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rückte.

3.5. Kapitalistischer Messianismus: Es wird untersucht, wie Manuel I. religiöse Ziele mit merkantilen Interessen verband, was zu Spannungen mit Investoren und zum Ausschluss der jüdischen Bevölkerung aus Portugal führte.

Schlüsselwörter

Portugiesische Expansion, Handelsimperium, Europäische Expansion, Wirtschaftshistorik, Edelmetallmangel, Handelsmonopol, Prinz Heinrich der Seefahrer, Ceuta, Indischer Ozean, Goldhandel, Sklavenhandel, Kapitalismus, Merkantilismus, Vasco da Gama, Manuel I.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Hintergründen der portugiesischen Expansion und zeigt auf, dass wirtschaftliche Interessen neben imperialistischen und religiösen Motiven eine entscheidende Rolle für den Erfolg Portugals spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Mangelgesellschaft im mittelalterlichen Portugal, die Bedeutung von ausländischem Kapital, das Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und der Prozess vom militärischen Abenteuer zum Handelsmonopol.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit die portugiesische Expansion ökonomisch motiviert war und wie es dem Land gelang, trotz fehlender eigener Ressourcen ein nachhaltiges Handelsimperium zu errichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine ereignisgeschichtliche Analyse, die durch wirtschaftshistorische Forschungsergebnisse untermauert wird, um die Entwicklung der Interessenkonstellationen über den betrachteten Zeitraum zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die chronologische Abfolge der Expansion: angefangen bei der Eroberung Ceutas über die Suche nach Gold und Sklaven bis hin zur Etablierung des Handelsmonopols für Gewürze im Indischen Ozean.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Portugiesische Expansion, Handelsimperium, ökonomische Motive, Interessenkoalition, Gold- und Pfefferhandel sowie der Einfluss von Konzessionen und ausländischem Kapital.

Warum war Portugal trotz wirtschaftlicher Stagnation erfolgreich bei der Expansion?

Der Erfolg beruhte maßgeblich auf der Einbindung ausländischer Investoren und Experten, die mit der Krone Interessenkoalitionen bildeten, um neue Absatzmärkte zu erschließen und die Abhängigkeit von Importen zu verringern.

Welche Rolle spielte der „Messianismus“ unter Manuel I.?

Der Messianismus bezeichnet die Verbindung von religiösem Missionseifer mit imperialistischen Zielen, die unter Manuel I. zur "Zweckehe" mit merkantilen Wirtschaftsinteressen wurde, auch wenn dies zeitweise zu Konflikten mit Investoren führte.

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Details

Title
Die Portugiesische Expansion
Subtitle
Wirtschaftliche Interessen und deren Auswirkungen
College
University of Marburg  (FB 06: Geschichte und Kulturwissenschaften)
Course
Die Europäische Expansion
Grade
1,0
Author
Markus Mill (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V117410
ISBN (eBook)
9783640195305
ISBN (Book)
9783640195398
Language
German
Tags
Portugiesische Expansion Europäische Expansion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Mill (Author), 2008, Die Portugiesische Expansion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117410
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