1 Grundlagen der Theaterrezension
Der Begriff Rezension leitet sich vom lateinischen Ursprung recensio ab und bedeutet Musterung. Dabei handelt es sich um einen schriftlich fixierten Diskussionsbeitrag, im Fall einer Theaterrezension um eine kritische Auseinandersetzung mit einer entsprechenden Inszenierung. 1 Daher ist der Begriff Theaterkritik ebenso geläufig und wird synonym verwandt. Verfasst werden Rezensionen in der Regel von Journalisten und als Teil des Feuilletons in Rundfunk, Fernsehen, Internet sowie in Printmedien veröffentlicht.
„Kriterien für eine Theaterkritik gibt es nicht“ 2 , jedoch bestimmte Bausteine aus denen eine Rezension zusammengesetzt wird. Heinz Koch nennt derer vier, auf die Bezug genommen werden sollte:
• Kategorie/Genre
• Autor(in) / Buch
• Regie
• Darsteller 3
Somit umfasst eine Theaterrezension neben einer literaturkritischen Analyse und Würdigung des aufgeführten Werkes vor allem die Beurteilung seiner szenischen Realisierung, meist auch der Gesamtkonzeption des Theaters und dessen Standortbestimmung. 4
Neben sachlichen Informationen widerspiegelt eine Theaterkritik auch die persönliche Einstellung des Kritikers. Das hat zur Folge, dass solche Beiträge zum Teil durch sich widersprechende Auffassungen gekennzeichnet sind.
1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Rezensionen. Download vom 5. März 2007
2 Theaterkritik - G. Schweikle, I. Schweikle (Hrsg.): Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart: 1990²
3 Vgl. H. Koch: http://www.theater-neu-ulm.de/was-macht-eine-gute-theater-rezension-aus.html. Download vom 5. März 2007
4 Theaterkritik - G. Schweikle, I. Schweikle (Hrsg.): Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart: 1990
2
2 Faust I - Auftakt der neuen Spielzeit
Der Fauststoff steht in einer ganz besonderen Beziehung zum derzeitigen Aufführungsort Dresden. Zum Einen war das Elbflorenz 1845 Uraufführungsort von Faust II, zum Anderen ist hier 1887 eine Abschrift des Urfaust gefunden worden.
Letztmalig vor 14 Jahren wurde Faust im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden aufgeführt. In der laufenden Spielzeit 2006/2007 stehen nun wieder beide Teile auf dem Programm. Die Premiere des Faust I am 10. September galt dabei als Auftakt der neuen Spielzeit und ab dem 3. März 2007 wird dann auch Faust II zu sehen sein. Die zukunftsentscheidende Frage nach der totalen Erkenntnis und Beherrschbarkeit der Welt durch den Menschen stellt den Leitfaden dieser Spielzeit dar.
Damit reiht sich das Schauspielhaus in eine Fülle von Veranstaltungen im Rahmen des Dresdner Festivals FAUST spielen ein, welches am 29. April 2007 mit einer festlichen Matinee eröffnet werden soll.
3
3 Ein Lebenswerk
GOETHES Leben war geprägt durch die permanente Arbeit am Faust. Es ist bekannt, dass GOETHE den Stoff periodenweise bearbeitete, trotzdem soll hier von einer permanenten Arbeit die Rede sein, da die Thematik ihm offensichtlich stets gegenwärtig war und ihn nie ganz losgelassen hat. Mit den beiden Faust-Teilen halten wir ein Stück Weltliteratur in den Händen, was auf eine sechzigjährige Entstehungsgeschichte zurückblicken kann, seiner Zeit weit voraus war und an Aktualität bis heute nichts verloren hat. Sie beschreiben den Gang der Welt und die Suche nach dem Platz des Menschen in dieser. Dazu führt GOETHE dem Rezipienten viele verschiedene kleine, unabhängige Welten vor Augen. Experimentelle Situationen in denen der Protagonist Faust wirkt. Hier unterscheiden sich der erste und der zweite Teil. Wo es im ersten Teil noch um individuelle Bedürfnisbefriedigung geht mit verhältnismäßig kleinen Opfern, beschreibt der zweite Teil das Wirken in der großen Welt. Es handelt sich um das rücksichtslose Streben nach Macht durch unbegrenztes Wissen und Geld. Erst am Ende muss Faust eingestehen, dass dieser rasante Kreislauf keine Befriedung bringen kann. Während GOETHE im Faust I auf Grundlage der volkstümlichen Faustgeschichten vor allem eigene Erfahrungen mit der sich wandelnden Welt verarbeitet, löst er sich im Faust II von den traditionellen Vorlagen und kreiert ein Stück, welches die Welt mit den Mitteln des Theaters versucht erklärbar und durchschaubar zu machen.
Dass dieses Projekt nicht leicht auf die Bühne zu bringen sein würde, war GOETHE durchaus bewusst, und dass es „einen Regisseur erfordert, wie es deren nicht leicht gibt“. Einen solchen Regisseur scheint das Stück in Holk FREYTAG gefunden zu haben, der den ersten Teil in konsumentenfreundlichen 2 Stunden und 40 Minuten auf die Bühne bringt und den zweiten Teil in der laufenden Spielzeit nachschiebt.
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Arbeit zitieren:
Melanie Teege, 2007, Theaterrezension: Faust - Der Tragödie erster Teil , München, GRIN Verlag GmbH
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