1 Einleitung
„Spielen lernt man nur durch Spielen!“ 1
Der hohe biologische und pädagogische Wert der ‚Kleinen Spiele’ ist schon lange bekannt. Daher verwundert es nicht, dass die kleinen Spiele in den Lehrplan der Grundschule integriert sind. Sie eignen sich, durch ihre Vielzahl der heitern und abwechslungsreichen Formen, in besonderem Maße Freude und Frohsinn zu schaffen. Die meisten dieser Spiele zeichnen sich laut Döbler durch ihren Wettkampfcharakter aus und reizen die Teilnehmer zu höchstem Einsatz. Sie sind gekennzeichnet durch einen geringen materiellen Aufwand, sind in kleinen Gruppen spielbar, erfordern keine großen Fertigkeiten und das
einfache variable Regelwerk sichert einen schnellen Spielerfolg. 2
In der heutigen Zeit gewinnen die ‚Kleinen Spiele’ im Sportunterricht jedoch in besonderem Maße an Bedeutung. Sie übernehmen die Funktion, grundlegende koordinative und motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu schulen. Noch vor einigen Jahren haben Kinder diese in der Freizeit, beim Spielen in Parks, auf
der Straße oder im Schulhof, erworben. 3 Darüber hinaus leisten sie einen hohen Beitrag zur sozialen Handlungsfähigkeit und zum Interesse an Bewegung, Spiel und Sport und damit verbunden auch zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung.
Döbler unterteilt die kleinen Spiele in folgende Gruppen: Singspiele, Laufspiele, Ballspiele, Kraft- und Gewandtheitsspiele, Spiele zur Übung der Sinne, kleine Spiele im Wasser, kleine Spiele bei Schnee und Eis, Geländespiele und Heimspiele.
1 C. Kröger, K. Roth: Ballschule – Ein ABC für Spielanfänger. Schorndorf: 2002² (Praxisidee.
Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport. Bd. 1)
2 vgl. E. Döbler, H. Döbler : Kleine Spiele. Berlin: 1978 11 , S. 23 ff.
3 vgl. C. Kröger, K. Roth, 2002, S. 8
3
Durch das relativ freie Regelwerk ermöglichen sie eine Vielzahl an Variationen und können so dem Anspruch des Lehrplans, verschiedene Vollzugsformen zu integrieren, gerecht werden.
Des Weiteren ist es überaus ökonomisch, ein bekanntes Spiel geringfügig zu
verändern, um ein anderes Ziel 4 zu verfolgen, als jedes Mal ein ganz neues Spiel einzuführen.
Dieser Beleg befasst sich mit dem kleinen Spiel ‚Ball über die Leine’ und den möglichen Variationsformen. Zunächst wird dieses Spiel in die Systematik von Döbler gesetzt, anschließend der grundlegende Spielgedanke erläutert. In Abschnitt 2.3 und 2.4 werden die Ziel-Inhalts-Relation untersucht und einige methodische Hinweise gegeben.
Im letzten Kapitel werden dann einige Variationsmöglichkeiten, sortiert nach den jeweiligen Vollzugsformen, vorgestellt und erläutert.
4 Auch wenn sich das kleine Spiel über seine Zweckfreiheit definiert, sollte für den Lehrer
selbstverständlich immer eine Zielperspektive dahinter stehen.
4
2 Ball über die Leine
2.1 Systematisierung
Wie bereits der Name verrät, zählt dieses Spiel in der Strukturierung nach Döbler zu den Ballspielen. Dabei wird zwischen Ballspielen zur Wurf- und Fangsicherheit, Ballspielen mit Abfangen, Ballspielen zur Treffsicherheit und
des Ausweichens und Grenz- und Torballspielen unterschieden. 5 ‚Ball über die Leine’ zählt zur erstgenannten Gruppe. Diese wiederum gliedert Döbler abermals in: Ballschule und heitere Ballgewöhnung, Wettbewerbe mit Würfen innerhalb einer Partei (I. einfacher Wettwanderball, II. Wettwanderball
mit Lauf) und Ballspiele mit Würfen an eine Gegenpartei. 6 Wohingegen in den ersten beiden Schuljahren der grundlegende Umgang mit dem Ball geschult wird, ist in der letzten Gruppe das sichere Fangen und Werfen bereits Voraussetzung für das Gelingen des Spiels. In diesem Bereich ist das zu behandelnde Spiel anzusiedeln. Er unterscheidet sich insofern von den anderen beiden Klassen, dass neben dem Fangen und Werfen von den Kindern vor allem taktische Kompetenzen und allgemeine Spielfähigkeit
erworben werden. 7
2.2 Spielbeschreibung
„Die Spieler zweier Mannschaften versuchen, innerhalb eines abgegrenzten
Spielfeldes einen Ball so über die in der Mitte gespannte Leine zu werfen, dass
die gegnerische Mannschaft den Ball nicht fangen kann. Außerdem müssen die
Spieler verhindern, dass Gleiches dem Gegner gelingt. Sieger ist die
Mannschaft mit den meisten erfolgreichen Versuchen nach einer bestimmten
Spielzeit.“ 8
5 vgl. E. Döbler, H. Döbler, 1978, S. 201 f.
6 ebd.
7 vgl. C. Kröger, K. Roth, 2002, S. 14 8 C. Müller: Schulsport in den Klassen 1 bis 4. Aspekte einer Schulsportdidaktik für die Grundschule. Sankt Augustin: 2000, S. 291
5
Arbeit zitieren:
Melanie Teege, 2006, Ball über die Leine, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Bedeutung der Augen in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 23 Seiten
Hoffmann, E.T.A - Der Sandmann - Das Motiv der Augen
Referat / Aufsatz (Schule), 4 Seiten
E. T. A. Hoffmanns 'Der Sandmann' - Das Augenmotiv in der Erzä...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 23 Seiten
Pragmatische Axiome und Störungen menschlicher Kommunikation
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Analyse und Prävention von Kommunikationsstörungen: Das Kommunikations...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Seminararbeit, 26 Seiten
Über Kommunikationsstörungen, speziell auf der Beziehungsebene, und mö...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Melanie Teege's Text Ball über die Leine ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Melanie Teege hat den Text Ball über die Leine veröffentlicht
Melanie Teege hat einen neuen Text hochgeladen
Diccionario de Floricultura Ball/Ball Floriculture Dictionary: Ingles-...
Veronica Hoyos De Martens, M. L. Nydia Palma de Villarreal
WOLK 1: Der LASAREWSKI-REPORT zum Wolf in Rußland. Über die Vernichtu...
Die Wolfsansiedlung und ihr Pr...
Alexander Brückner, Walter Rathgeber, Wasilij Matwejewitsch Lasarewski, Narcisse Seppey, Domenico Laffi, Alexander Theodor von Middendorf, Jürg Steiner, F. I. Walewskij, Knut Bengelmann, Giordano Cayetano Brunelli, Valentino Bonvicini, Claus Taaks, Claus Gampe, Irina Mironova
The Spanish Ballad in the Golden Age: Essays for David Pattison
Nigel Griffin, Clive Griffin, Eric Southworth
0 Kommentare