Seminar: Empirische Politikforschung
Methoden der Messung und Skalierung in der
Empirischen Politikforschung
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriff und Funktion der Messung 4
2.1. Gütekriterien der Messung 5
2.1.1. Objektivität 6
2.1.2. Reliabilität 6
2.1.3. Validität 7
3. Zum Begriff der Skala, Skalentypen und Messniveau 9
3.1. Skalentypen und Messniveau 10
3.1.1. Die Nominal-Skala 10
3.1.2. Die Ordinal-Skala 10
3.1.3. Die Intervall-Skala 11
3.1.4. Die Verhältnis-Skala 11
4. Skalen in der empirischen Politikforschung 12
4.1. Die Thurstone-Skala 13
4.2. Die Likert-Skala 13
4.3. Die Bogardus-Skala 14
4.4. Die Guttman-Skala 15
4.5. Die Skala des semantischen Differentials 15
5. Schlussbetrachtung 17
6. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Der Begriff „Empirie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „auf Erfahrung“ beruhend. Viele Wissenschaften lassen sich den Erfahrungswissenschaften zuordnen, so auch die Politikwissenschaft. Generell beschäftigen sich diese Wissenschaften mit verschiedenen Untersuchungsobjekten (z.B. Menschen, Gruppen, Betriebe, Städte, Länder), die bezüglich bestimmter relevanter Merkmale jeweils mehr oder weniger variieren. Die Dokumentation und Analyse von etwaigen Merkmalsunterschieden und ihrer Effekte steht im Mittelpunkt der Erfahrungswissenschaften. Dazu werden empirische Theorien entwickelt. Mit Hilfe der Messung werden diese empirischen Theorien auf ihre Richtigkeit oder Falschheit hin überprüft. Würden wir unsere Theorien nicht dem Messvorgang aussetzen, so wäre die Behauptung ihrer Richtigkeit oder Falschheit reine Spekulation. (Dreier 1997: 287) Aus diesem Grund werde ich das 9. Kapitel „Methoden der Messung und Skalierung“ des Buches „Empirische Politik-forschung“ von Dr. Volker Dreier intensiv bearbeiten und mit Hilfe anderer Literatur ausbauen.
Die Zuordnung von Zahlen zu Objekten muss nach festgelegten Regeln erfolgen, um die Realität richtig beschreiben, erklären und gegebenenfalls prognostizieren zu können. Die Methode des Messens sollte jeder Politikwissenschaftler als Handwerkszeug schätzen.
Mein Hauptteil habe ich in drei große Kapitel unterteilt. Zu Beginn werde ich die Funktion der Messung und deren Gütekriterien erläutern; im Anschluss daran die Skalentypen. Im letzten Teil beschreibe ich die verschiedenen Skalen in der empirischen Politikforschung anhand von anschaulichen Beispielen, auf die ich bei der Internetrecherche gestoßen bin.
3
2. Begriff und Funktion der Messung
Unter Messen versteht man die systematische (d.h. nach bestimmten Regeln, Vorschriften und Verfahren erfolgende) Zuordnung einer Menge von Zahlen oder Symbolen zu den Ausprägungen einer Variablen (mithin auch zu Objekten), und zwar so, dass die Relationen unter den Zahlenwerten den Relationen unter den Objekten entsprechen. Aus diesem Verständnis heraus spricht man von Messen als eine strukturtreue Abbildung eines empirischen Relativs 1 in ein numerisches Relativ 2 .
Strukturtreue Abbildungen werden auch als Morphismen bezeichnet. Dabei unterscheidet man zwischen Isomorphe Abbildungen 3 und Homomorphe Abbildungen 4 . Eine Isomorphe Abbildung besteht dann, wenn aus dem numerischen Relativ eindeutig auf ein bestimmtes Objekt des empirischen Relativs geschlossen werden kann. Eine umkehrbar eindeutige Abbildung ist möglich.
1 Menge der Objekte, über die eine Relation definiert wurde
2 Menge von Zahlen, über die eine Relation definiert wurde
3 oder auch Isomorphismus
4 oder auch Homomorphismus
4
Eine Homomorphe Abbildung besteht dann, wenn dem numerischen Relativ mehrere Objekte des empirischen Relativs zuzuordnen sind. Es ist keine umkehrbar eindeutige Abbildung möglich.
Das Ziel jedes Messvorgangs besteht in der Erhebung möglichst exakter und fehlerfreier Messwerte. Dieses Ziel wird bei kaum einem Messvorgang erreicht. Die tatsächlichen Messwerte geben meist nicht nur die tatsächliche Ausprägung eines Merkmals wieder, sondern enthalten auch zufällige und/oder systematische Messfehler. Beispielsweise könnten die Antworten auf Fragen nach der Zufriedenheit mit der aktuellen Regierung durch die persönliche Stimmung des Befragten zum Zeitpunkt der Befragung beeinflusst sein (schönes Wetter, Ehekrise, Erbschaft).
Um trotz der Messfehler die erhobenen Daten sinnvoll interpretieren zu können, bedient man sich der klassischen Testtheorie. Sie basiert auf der Annahme, dass jeder beobachtete Messwert aus der Summe eines „wahren Wertes“ und einem Messfehler besteht 5 . Eine weitere Annahme ist: Der Mittelwert aller Messfehler ist null. Beispiel: Bei der Frage nach dem Einkommen untertreiben und übertreiben die Befragten, so dass sich die Messfehler ausgleichen.
2.1. Gütekriterien der Messung
Messungen sollen objektiv, zuverlässig (reliabel) und gültig (valide) sein. Objektivität, Reliabilität und Validität beziehen sich allesamt auf das Messinstrument 6 und seinen Einsatz. Die drei Gütekriterien stehen in einem hierarchischen Verhältnis. Objektivität ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Reliabilität. Reliabilität ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Validität. Objektivität und
5 X i = T i + E i
6 z.B. ein Fragebogen
5
Arbeit zitieren:
Tina Dutschmann, 2003, Methoden der Messung und Skalierung in der Empirischen Politikforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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