Überlegenheit der deutschen Armee niedergeworfen wurde. Eine noch größere Überlegenheit könne eines Tages allerdings auch die Deutschen besiegen. Die französische Regierung könne mit Hilfe der Seemacht der Briten und der industriellen Macht der Vereinigten Staaten den Krieg von den überseeischen Gebieten fortsetzen. Denn „cette guerre n’est pas tranchée par la bataille de France“, sondern er ist ein „guerre mondiale“.
De Gaulle weiß sehr wohl von der materiellen Überlegenheit der Deutschen. Schließlich befehligte er selbst eine Panzerdivison, die allerdings bei Abbeville ein Niederlage erlitt.
Frankreich erklärte Deutschland am 3. September 1939 den Krieg, nachdem die Nazies in Polen eingefallen waren. In dieser auch als „drôle de guerre“ (seltsamer Krieg) bekannten Zeit zwischen der Kriegserklärung und dem Beginn des Frankreichfeldzugs am 10. Mai 1940 unternimmmt die französische Armee keinerlei Versuche, Deutschland anzugreifen. Zu dieser Zeit, am 2. September 1939, übernimmt Oberst de Gaulle das Kommando über die Panzer der 5. Armee, die im Schutz der Maginotlinie das Elsass abschirmen soll. De Gaulle versucht unentwegt, seine Vorstellungen über den Einsatz von Panzern durchzusetzen. Er plädiert in seiner Schrift „Vers l’armée de metier“ und „La France et son armée“ für die Errichtung einer Panzerstreitmacht, die nicht nur eine Unterstützung der Infanterie sein sollte, sondern als selbständiges Kampfmittel, das Schlachten entscheidet, eingesetzt werden müsste. In Frankreich war de Gaulle einer der wenigen, denen annähernd bewusst war, welches technische Ausmaß der kommende Krieg haben würde und der diese Erkenntnis gegenüber dem Hohn und Spott „prominenter“ Offiziere auszusprechen wagte. (vgl. Staub: 54-55) Er will seinen Standpunkt insofern behaupten, indem er zunächst vor Ort im Elsass versucht, das ihm anvertraute Material aufzubessern. Er fordert für die Panzer Funkausrüstungen an und errichtet eine Panzerausbildungsstelle der 5. Armee in Blamont. De Gaulles hartnäckige Bemühungen um die Durchsetzung seiner Vorstellungen veranlassen schließlich den Generalstab, Oberst de Gaulle die 4. Kürassierdivision – die stärkste französische Panzerdivision – anzuvertrauen, deren Kommando er am 11. Mai übernimmt. Im Endeffekt muss er sich allerdings der deutschen Übermacht und den Anweisungen des Ministerpräsidenten Reynaud geschlagen geben., der ihn am 6. Juni eiligst nach Paris beruft, wo er als
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Unterstaatssekretär des Kriegs- und Verteidgungsministeriums auf einen Regierungsposten wechselt und somit nicht mehr der Militärhierarchie untersteht. (vgl. http://www.charles-de-gaulle.org/article.php3?id_article=453) De Gaulle ist trotzdem entschlossen, unter keinen Umständen zu kapitulieren. „Zwei von außen an ihn herangetragenen Gesuche ermutigen ihn: Innenminister Mandel bittet ihn nicht abzudanken, General Spears lädt ihn in Churchills Namen ein, in London sein Domizil aufzuschlagen. Während seines Aufenthaltes in Bordeaux am 16. Juni fürchtet er verhaftet zu werden, als sei sein Entschluss in sein Gesicht geschrieben. Er trifft sich mit Spears im Hotelzimmer des britischen Botschafters, zu dem er auf Schleichwegen eilt; er bittet darum, die Nacht auf einem [...] britischen Zerstörer zubringen zu dürfen und besteigt am nächsten Tag, mit den nötigen Alibis in der Tasche, im letzten Augenblick Spears‘ Flugzeug, das nach London zurückkehrt.“ (Fabre-Luce: 74)
In seiner Rede fordert de Gaulle die französischen Offiziere und Soldaten „qui se trouvent en territoire britannique ou qui viendraient à s’y trouver, avec leurs armes ou sans leurs armes“ ebenso wie die Ingenieure und Facharbeiter der Rüstungsindustrie auf, sich mit ihm in London in Verbindung zu setzten, den Waffenstillstand nicht zu akzeptieren und die neue französische Regierung zu bekämpfen. Doch zunächst sind es nicht die erhofften großen französischen Generäle, die sich ihm anschließen., sondern französische Soldaten und Zivilisten, die sich im Sommer 1940 in Großbritannien befinden und dort in völligem Durcheinander angelangt sind; teils als Einzelpersonen, teils, wie die in letzter Minute in Dünkirchen eingeschiffften oder aus Narvik entkommenen Truppen, als organisierte Einheiten.
Für alle diese Soldaten und Freiwilligen musste schnellstens Unterkunft beschafft werden. General de Gaulle richtet sich in London zunächst im ersten Stock eines geräumigen Hauses gleich neben dem Hydepark ein, bevor das Freie Frankreich am 22. Juli seine endgültige Bleibe in 3, Carlton Gardens, einem schattigen Platz mit Blick auf die Mall in der Nähe des St-James-Park bezieht. (vgl. http://www.charles-de-gaulle.org/article.php3?id_article=490) „La flamme de la résistance française ne doit pas s’éteindre et ne s’éteindra pas.“ Das sind die Worte, die General de Gaulle am 18.Juni 1940 an das französische Volk richtet. Dieser Appell stellt den Beginn des französischen Auslandswiderstands dar.
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Diana Eckl, 2005, Textanalyse: „Appel du Général de Gaulle à la Résistance“ – 18 juin 1940, Munich, GRIN Publishing GmbH
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