Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus 3
3. Tourismus im Heiligen Land 6
3.1 Entwicklung der touristischen Infrastruktur 6
3.2 Touristisches Angebot heute 7
4. Die aktuelle Lage des touristischen Sektors in Israel 8
5. Das touristische Potential im Spiegel der Entscheidungsfaktoren und der
politischen Lage 12
6. Zusammenfassung und Ausblick 15
7. Literatur und Quellen 16
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1. Einleitung
Palästina und das heutige Israel liegen nicht nur seit jeher im Spannungsfeld geopolitischer und religiöser Auseinandersetzungen, sondern sind auch Zielort touristischer Aktivitäten seit über 3.000 Jahren. König Salomo errichtete erste Bäder am See Tiberias, Kleopatra residier- te im Winter am Toten Meer und die Spuren römischer und byzantinischer Refugien am See Tiberias und im Jordantal sind heute noch zu finden (RITTER 1967: 169). Als Schmelztiegel und heiliges Land der drei monotheistischen Weltreligionen kamen seit jeher jüdische, mus- limische und christliche Pilger ins Land, um die Wirkungsstätten ihrer Propheten und die Ur- sprünge ihres Glaubens zu erkunden. Im Zuge der zionistischen Besiedlung und der Wohlstandssteigerung seit der Industrialisierung wuchsen nicht nur Binnentourismus und Besucherzahlen an den heiligen Stätten, sondern begann auch der Ausbau der touristischen Infrastruktur Israels.
Heute präsentiert sich Israel als modernes Reiseland mit einem sehr großen touristischen Potential. 3.000 Jahre Kulturgeschichte an der Schnittstelle der westlichen und östlichen Kul- turkreise haben viele Relikte der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Über dem ganzen Land schwebt die Mystik des Ursprungs von Judentum, Christentum und Islam und in medi- terranem Klima und westlicher Affinität wird ein breites Themenspektrum moderner touristi- scher Angebote wie Kultur-, Bade-, Wellness- und Aktivurlaub vorgehalten. Dabei profitiert das touristische Potential weiterhin von der geringen Landesfläche, welche etwa der Größe Hessens entspricht und viele Ziele somit per Tagesausflug erreichbar macht. Angesichts weltweit wachsender Tourismusmärkte hat Israel eine große Chance, den touristischen Sek- tor weiter auszubauen und die Wirtschaftsstruktur des Landes nachhaltig zu stärken.
Ob Israel in der Lage ist, sein touristisches Potential zu nutzen und welche Faktoren die Be- sucherströme beeinflussen, soll in dieser Arbeit gezeigt werden. Dabei möchte ich zunächst einen Überblick über die weltweite Entwicklung des internationalen Tourismus geben, bevor ich die Entwicklung und Bedeutung des Tourismus für Israel näher beleuchte und diese im Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Lage diskutieren möchte.
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2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus
Wie in der Einleitung schon angedeutet, ist Tourismus keine Erfindung der Neuzeit. Der Massentourismus wie wir ihn kennen entwickelte sich jedoch erst langsam im Zeitalter der Industrialisierung, als mit zunehmendem Ausbau der Verkehrs- und Transportwege eine schnellere und günstigere Erreichbarkeit interessanter Orte entstand und das zu Wohlstand gekommene Bürgertum der Reiselust des Adels nachzueifern begann (NOWACK 2006: 26ff;
WALZ 2004: 18).
Die explosionsartige Ausdehnung des internationalen Tourismus nach dem II. Weltkrieg wurde vor allem durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den westlichen Ländern eingelei- tet. Mit steigendem Einkommen und Wohlstand erfreute sich das für viele Menschen nun erreichbare Reisebedürfnis einer ständig wachsenden Nachfrage. Technischer Fortschritt im Transportsektor und steigender Individualverkehr senkten die Reisekosten bei gleichzeitig wachsenden Löhnen und sinkender Arbeitszeit. Steigendes Bildungsniveau und soziokultu- relle Veränderungen, wie Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile, diversifizier- ten die touristische Nachfrage und die Angebotslage. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der internationalen Touristenankünfte von 1950 bis 2020. Diese lagen 1950 bei etwa 25 Millio- nen Ankünften, 50 Jahre später bei 693 Millionen Ankünften, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 6% pro Jahr entspricht (ABU HASHEM 2003: 94ff).
Abb. 1: Entwicklung der internationalen Touristenankünfte 1950 bis 2020
Quelle: UNWTO 2008: 11
Im Jahre 2006 wurden von der UNWTO rund 846 Millionen internationale Touristenankünfte registriert. 584 Billionen Euro Einnahmen bilden 9,9% des Weltsozialproduktes und 8,4% der weltweiten Arbeitsplätze. Bis 2020 sollen die intern. Touristenankünfte laut UNWTO konstant um jährlich 4% auf 1,5 Milliarden anwachsen und der Anteil am Sozialprodukt auf 10,5% stei- gen (UNWTO 2008; World Travel & Tourism Council 2008 1 ).
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Die räumliche Verteilung der internationalen Ankünfte konzentriert sich hauptsächlich auf die Industrienationen. Wie in Tabelle 1 zu sehen ist, fielen 2006 fast 2/3 aller Ankünfte auf Euro- pa und Nordamerika. Der Nahe Osten (hier: Middle East) und Afrika haben mit jeweils knapp
5% die geringsten Zuströme internationaler Touristen, zeigen jedoch zusammen mit Asien die höchsten Wachstumsraten auf.
Quelle: UNWTO 2008: 11
Die Haupteinreisegründe für das Jahr 2006 werden in Abbildung 2 dargestellt. Dabei ist zu erkennen, dass über 50% aller Ankünfte dem Freizeit-, Urlaubs- und Erholungstourismus zufallen. Die Kategorie Besuch von Freunden und Verwandten, Religionstourismus und Sonstige ist zu 27% Haupteinreisegrund. Weitere 16% geben geschäftliche Angelegenheiten als Einreisegrund an, 6% wurden nicht näher spezifiziert.
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Tobias Kauf, 2008, Tourismus in Israel, Munich, GRIN Publishing GmbH
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