This paper explores the instrument of rental factories used by governmental bodies to promote regional investments and economic growth. Having the competition between locations concerning the attractiveness for companies as a starting point, this article presents and describes the fundamental informational asymmetry of investment decisions between investors and governmental bodies. The analysis continues with an in-depht investigation of rental factories as an instrument in the location competition. Finally, the paper concludes with an assessment of rental factories and their effect on economic welfare.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik 1 1.1. Problemstellung und Zielsetzung............................................................. 1 1.2. Vorgehensweise........................................................................................ 1
2 Standortwettbewerb um Unternehmensansiedlungen 1
3 Das Informationsproblem bei Ansiedlungsentscheidungen 3 3.1. Ursachen und Konsequenzen der Unsicherheit.........................................3 3.2. Möglichkeiten der Qualitätssignalisierung................................................8
4 Die Mietfabrik als mögliche Lösung des Informationsproblems 11
4.1. Das Konzept der Mietfabrik....................................................................11 4.2. Mögliche Formen der Bereitstellung von Mietfabriken..........................12 4.3. Ökonomische Konsequenzen von Mietfabriken.....................................13
5 Kritische Würdigung des Konzeptes und Ausblick 15
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Extensive Darstellung eines Ansiedlungsprozesses 6
Abbildung 2 : Darstellung der Wohlfahrtswirkungen der unvollständigen
Information 7
1
1 Einführung in die Thematik
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
Schwerpunkt dieser Arbeit sind Mietfabriken als regionalpolitisches Instrument des Ansiedlungswettbewerbs. Dieses Konzept wird eingehend vorgestellt und analysiert. Dazu soll die Eignung des Angebotes von Mietfabriken als Lösung für die grundlegende Informationsasymmetrie bei der Standortwahl, sowie dessen ökonomische Notwendigkeit und Konsequenzen für die Investitionstätigkeit untersucht werden.
1.2. Vorgehensweise
Zur Lösung der erläuterten Problematik wird zunächst der Ansiedlungswettbewerb zwischen Standorten, seine Ausprägungen und ökonomischen Ergebnisse vorgestellt. Anschließend wird die Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Standort und Investor sowie deren effizienzmindernde Wirkung auf den Umfang von Investitionsentscheidungen beleuchtet. Bei der Erörterung möglicher Konfliktlösungen wird insbesondere auf Mietfabriken, deren Angebotsformen sowie einzel- und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen näher eingegangen. Abschließend wird ein Ausblick für mögliche zukünftige Entwicklungen bezüglich der Gestaltung und Anwendung geboten.
2 Standortwettbewerb um Unternehmensansiedlungen
Investoren stehen bei der Standortwahl für Produktionsstätten vor einer komplexen Fragestellung mit vielen Determinanten, wie z.B. der spezifischen steuerlichen Stellung der Unternehmung, den nutzbaren Infrastruktureinrichtungen und den Faktorpreisen vor Ort. Zudem mag die Reputation des Standortes eine gewisse Entscheidungsrelevanz besitzen. Da mit eben solchen Entscheidungen oftmals das wirtschaftliche und gesellschaftliche Schicksal ganzer Regionen verknüpft ist, scheint eine nähere Betrachtung der in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen und Problemstellungen geboten. 1
1 Zur Bedeutung der Wirtschaftsförderung auch auf kommunaler Ebene vgl. z.B. Pforzheimer Zeitung.
2
Standorte stehen miteinander im Wettbewerb um Ansiedlung von Unternehmen, Wohnbevölkerung und Konsumeinpendlern, also knappe mobile Produktionsfaktoren, um damit für sich wirtschaftliches Wachstum und Prosperität, steigende Steuereinnahmen, sinkende örtliche Arbeitslosigkeit sowie eine wirtschaftsfreundliche Reputation und damit Folgeinvestitionen zu sichern. Von den Standorten beeinflussbare Wettbewerbsparameter stellen der Standortpreis in Form von Steuern und Abgaben sowie die Qualität des standortbegleitenden Dienstleistungsbündels dar. So obliegt beispielsweise die Festsetzung des Hebesatzes der Gewerbesteuer als Kommunalsteuer oder die Bereitstellung kommunaler Infrastruktur den Gemeinden. 2
Durch Wettbewerb auf dem globalen Markt für Standorte wird gewährleistet, dass die Standorte Qualität im Sinne der ansiedlungswilligen Unternehmen liefern, um sich auch langfristig genannte Vorteile zu sichern. Hierdurch werden volkswirtschaftliche Allokationsgewinne erzielt, sofern die Kosten der Wirtschaftsfördermaßnahmen durch deren positive Allokationseffekte überkompensiert werden. 3 Ein hochqualitativer Standort bietet einen für das Unternehmen attraktiven Mix aus politischen, wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen sowie Absatzmöglichkeiten, Arbeitsmarkt und Infrastruktur, aber z.B. auch hoher Vertrauenswürdigkeit, geringer Komplexität und ansiedlungsbegleitender Informationsasymmetrie. 4 Allerdings wird der interkommunale Wettbewerb auch zum Zweck der Verfolgung kommunalpolitischer Ziele genutzt, was eine ineffiziente Anwendung und Allokation von Wirtschaftsfördermitteln zur Folge haben kann. 5
Um das attraktivste Eigenschaftsbündel anbieten und überzeugend demonstrieren zu können, und so ihre Chancen auf lukrative Unternehmensansiedlungen zu erhöhen, bedienen sich verantwortliche Entscheider von Gebietskörperschaften einer Vielzahl von regulatorischen und fiskalischen Instrumenten der Ansiedlungsförderung mit dem Ziel der räumlichen Lenkung von mobilen Produktionsfaktoren. 6 Diese Eingriffsmöglichkeiten resultieren aus der Tatsache, dass in einem Föderalstaat die Teilstaaten
2 Steinrücken und Jaenichen (2006a) 165f, 213ff; Benkert 170ff.
3 Benkert 173, 181ff; vgl. auch Steinrücken und Jaenichen (2006a) 124f.
4 Trumpp 166ff.
5 Benkert 180.
6 Vgl. Steinrücken und Jaenichen (2006a) 101ff; vgl. Steinrücken und Jaenichen (2006b) 243.
3
mit eigener Staatlichkeit und eigenen Gestaltungs- und Entscheidungskompetenzen ausgestattet sind. Solche Instrumente sind z.B. Standortwerbung, Ansiedlungsprämien und Bürgschaften und sollen im Detail im Abschnitt 3.2. näher erläutert werden.
3 Das Informationsproblem bei Ansiedlungsentscheidungen
3.1. Ursachen und Konsequenzen der Unsicherheit
Zu den Qualitätskriterien im Rahmen von Standortentscheidungen zählt die Beschaffenheit des angebotenen Dienstleistungsbündels wie z.B. die bereitgestellte Infrastruktur oder der örtliche Steuerpreis. Im Sinne eines risikoaversen Investors spielt jedoch auch die Glaubwürdigkeit eines Standortes und seine Bereitschaft zur Selbstbindung eine wesentliche Rolle. 7
Zieht man den Kapitalwert einer Investition als einzig relevantes Entscheidungskriterium heran, wird deutlich, dass die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse sowie der herangezogene Diskontzinssatz über die betrachtete Laufzeit von den Rahmenbedingungen der Investition abhängen. 8 Maßgeblich für die Einschätzung dieser Faktoren durch den Investor ist neben den genannten Qualitätskriterien auch das politische Risiko des Standortes. Darunter soll in diesem Kontext die Unsicherheit des Investors hinsichtlich der Möglichkeit nachteiliger Änderungen in der regulatorischen oder fiskalischen Regelsetzung durch föderale staatliche Stellen nach Tätigung der Investition verstanden werden. 9
Es handelt sich bei dem Qualitätsbündel des eingekauften Standortes um ein Erfahrungsgut, dessen Qualität der Investor erst nach Vertragsschluss durch Konsum zuverlässig beurteilen kann. Der Aspekt des involvierten politischen Risikos besitzt gar Charakteristika eines Vertrauensgutes, dessen Qualität sich erst durch häufigen Konsum sowie Aufwendung erheblicher Ermittlungskosten einschätzen lässt. 10
7 Vgl. Scholz 74 ff.
8 Vgl. Scholz 105ff.
9 Vgl. Steinrücken und Jaenichen (2006a) 131ff.
10 Steinrücken und Jaenichen (2006a) 169; Kuchinke 3ff; vgl. Tirole 233ff; vgl. Lehmann 57ff; vgl. Zimmer 122ff.
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Wolfgang von Hessling, 2007, Mietfabriken als Instrument des Ansiedlungswettbewerbs, Munich, GRIN Publishing GmbH
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