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Inhaltsverzeichnis:
1. Sachanalyse S. 3 5
1.1 Der Autor 3
1.2 Ein Gedicht - was ist das? 4
1.3 Kreativ-produktiver Umgang mit Literatur (Gedichten) S. 4 5
2. Didaktische Analyse S. 5 6
2.1 Lehrplanbezug / Bildungsgehalt S. 5 6
2.2 Begründung der Schwerpunktsetzung 6
3. Methodische Analyse S. 6 8
4. Bemerkungen zur Klasse 8
5. Unterrichtsverlaufsplan S. 9 10
6. Literaturverzeichnis 11
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1.1 Der Autor
Der österreichische Dichter Rainer Maria Rilke wurde am 04.12.1875 in Prag geboren und verstarb am 29.12.1926 in Territet (Genfer See). Er verbrachte eine eher freudlose Jugend in einer österreichischen Militärschule. Ein Aufenthalt in Rußland führte ihn mit dem großen russischen Dichter Leo Tolstoi zusammen. Die Weite der Landschaft und die schlichte Gläubigkeit des russischen Volkes ließen ihn zum religiösen Menschen reifen. Später brachte ihn sein Wanderleben nach Paris, wo er jahrelang der Freund und Privatsekretär des großen französischen Bildhauers Auguste Rodin war. Zuletzt lebte er im Wallis in der Schweiz.
Epochengeschichtlich ist Rilke in die Zeit der Neuromantiker einzuordnen (um 1900), welche das Geheimnisvolle, Gefühlsbetonte und "Hintergründige" in der Dichtung darstellten (Gegensatz zum Naturalismus). Die bedeutendsten Vertreter sind Rilke, George, Hofmannsthal und Stefan Zweig.
Im Mittelpunkt von Rilkes Werk steht die Geistwerdung in der Seele. Sie breitet sich empfindungsreich über alles Außerpersönliche, auch Transzendente (Gott, Tod) aus und schafft sich so einen beseelten Kosmos, den "Weltinnenraum". Diese Stimmung kommt auch in dem für den Lehrversuch ausgewählten Gedicht "Herbsttag" (1906) zum Ausdruck, z.B. wendet er sich hier namentlich an Gott, den Schöpfer. Er überträgt die Jahreszeit Herbst auf das Menschenleben, d.h. der Herbst symbolisiert die Vergänglichkeit bzw. das Nahen des (Lebens-) Winters und einer wachsenden Unruhe vor der kommenden Einsamkeit, was ein Grundbefinden des menschlichen Daseins impliziert bzw. charakterisiert.
In seinen Gedichten spüren wir das Geheimnis, das in den Dingen schlummert, durch die Musik und Kraft seiner Sprache. Dies zeigen vor allem zwei seiner bekanntesten Gedichte: "Der Panther" (1903, aus "Neue Gedichte") und "Herbsttag" (1906, aus dem "Buch der Bilder"). Von starker Gedankentiefe zeugen auch "Das Stundenbuch" (1905), und die "Duineser Elegien" (1923). Rilkes Werk beschränkt sich aber nicht nur auf die Lyrik, sondern beinhaltet auch epische Stücke, z.B. "Geschichten vom lieben Gott" (1900), die "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" (1910, Angst als Grundstimmung), "Auguste Rodin" (1903).
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1.2 Ein Gedicht - was ist das?
Die Dichtkunst ist eine Schwester der anderen Künste - der Malerei, der Musik, der Bildhauerei oder der Baukunst. Die Meister dieser Künste arbeiten mit Farbe, mit Tönen und Klängen, mit Holz, Metall und Stein, der Dichter mit dem Wort, mit der Sprache.
Warum schreibt bzw. liest man Gedichte? Antworten könnten sein: um mit Sprache und Gedanken zu spielen, um sich selber zu finden oder zu verwirklichen... Eine Gedichtanalyse ist ziemlich umfassend, mit Aspekten wie Thema/Motive, Form/Aufbau, Sprache/Stil sowie Inhalt/Interpretation.
Wichtig ist zunächst ein sogenannter "Fahrplan" zur Gedichterschließung. Ein Gedicht untersuchen heißt Fragen stellen, sich also langsam herantasten. Dazu gehört zum Beispiel das Gedicht aufmerksam zu lesen, auffallende Stellen zu markieren, Gedanken zu ordnen und gruppieren, sich über den Dichter zu informieren usw. In einem zweiten Schritt kann man dann tiefer auf den Inhalt eingehen, das zentrale Thema suchen (z.B. Natur). Weiterhin kann man Überschrift, einzelne Strophen und Schlüsselwörter genauer untersuchen.
Außerdem gilt es, die Form und den Aufbau eines Gedichts zu berücksichtigen, die ja oft den Inhalt entscheidend beeinflussen, z.B. die Gedichtform überlegen (Ballade, modernes Gedicht etc.), Abschnitte erfassen (Verse, Strophen). Was wäre aber ein Gedicht ohne Sprache und Stil? In diesem Bereich, wo ein Gedicht nochmals untermalt wird, werden Dinge wie sprachliche Bilder, Rhythmus, Metrum, Takt sowie das Reimschema angesprochen.
Schließlich versucht der Leser am Ende seiner Analyse, das Gedicht zu interpretieren, d.h. Inhalt und Gehalt zu deuten. Dabei erforscht man das lyrische Ich (Stimmung, Gefühle, Erfahrungen, Haltungen gegenüber der Umwelt etc.).
1.3 Kreativ-produktiver Umgang mit Literatur (Gedichten)
Heute besteht in der Fachliteratur - von einigen wenigen Didaktikern abgesehen - ein breiter Konsens hinsichtlich der Notwendigkeit produktiver Verfahren im Literaturunterricht, was eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu diesem Bereich verdeutlichen. Auf die Vorteile produktiver Verfahren wird in der einschlägigen Literatur schon seit den 70er - Jahren hingewiesen. Durch die intensive produktive Auseinandersetzung mit Literatur wird die Sensibilität für literarische Werke erhöht, indem die Trennung von Produzenten auf der einen Seite und Rezipienten auf der
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Kerstin Heyne, 2002, Unterrichtseinheit: Herbstlyrik - am Beispiel von 'Herbsttag' von Rainer Maria Rilke, Munich, GRIN Publishing GmbH
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