INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. DIE HEERESREFORM DES MARIUS 4
3. DIE ORGANISATION DER RÖMISCHEN ARMEE 7
3.1. DIE PROVINZIALARMEE 7
3.1.1. DIE LEGION 7
3.1.2. DIE HILFSTRUPPEN 9
3.1.3. DIE GESCHÜTZE 11
3.1.4. DIE TECHNISCHEN TRUPPEN 11
3.1.5. DIE STABSTRUPPEN 12
3.2. DIE MARINE 13
3.3. DIE ABORDNUNG 14
3.4. DIE REKRUTIERUNG 15
3.5. ZUSAMMENFASSUNG: ORGANISATION DER RÖMISCHEN ARMEE 16
4. DAS EXERZIEREN 17
4.1. ZUSAMMENFASSUNG EXERZIEREN 20
5. DIE SOZIALE BEDEUTUNG DER RÖMISCHEN ARMEE INNERHALB DER
GESELLSCHAFT 21
6. ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG 22
7. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS 25
7.1 SEKUNDÄRLITERATUR 25
7.2 ANTIKE QUELLEN 25
2 NA
1. EINLEITUNG
In der nun folgenden Arbeit möchte ich mich mit der römischen Armee befassen. Dazu muß man allerdings einschränkend sagen, dass eine umfassende Arbeit über das römische Heerwe- sen konsequenterweise einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren umfassen müßte. In dieser langen Zeitspanne war das
Imperum Romanum
und mithin sein Heer mehrfach poli- tischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Änderungen unterworfen. Es würde also den Rahmen der vorgegebenen Arbeit sprengen, die römische Armee durch ihre gesamte Geschichte zu begleiten, und sämtliche Neuerungen bzw. Änderungen anzufüh- ren. Aus diesem Grund konzentriere ich mich auf die Zeit Caesars [ 100 –44 v.Chr.], der sich ca.60 v. Chr. die Neuerungen der Heeresreform des Marius zu Nutze machte, um sich wäh- rend seiner Konsulnzeit in Gallien eine mächtige ‚Privatarmee‘ aufzubauen, die den Grund- stock seiner späteren Macht legte Meine Arbeit konzentriert sich auf die Frage, warum die römische Armee so erfolgreich war und in der ca. 1000-jährigen Geschichte des römischen Reiches durch Eroberungsfeldzüge dazu beitrug, dass Rom von einem Stadtstaat zum römische Imperium heranwuchs. Dieses umfaßte in seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan (regierte von 98 bis 117 n. Chr. ) den gesamten Mittelmeerraum, sowie Gallien, Britannien, den heutigen Balkan, die Türkei und Teile des nahen Ostens bis zum kaspischen Meer und dem persischen Golf.
Ich nähere mich dem Gegenstand, die Armee Caesars, indem ich mich zunächst mit der Orga- nisation der Armee befasse. Als Literatur für die Erforschung der Organisation der Armee zur Zeit Cäesars bietet sich das Werk von G.Veith 1 ,sowie von W. Rüstow 2 an.
Als nächstes werde ich mich dann mit dem Exerzieren beschäftigen. Dieses Exerzieren ist eine der Hauptursachen für die Erfolge der römische Armee.
Für die Untersuchung dieses Themas ist das Werk von Yann Le Bohec 3 zu erwähnen.
Als letzten Punkt gehe ich kurz auf die soziale Bedeutung der römischen Armee in der Ge- sellschaft ein. Auch hierfür liefert das Buch von Y.Le Bohec mannigfaltige Informationen.
1 Veith,G.: Geschichte der Feldzüge von C.Julius Cäesar, Wien 1906.
2 Rüstow,W.: Heerwesen und Kriegsführung C. Julius Cäsars, Nordhausen 1862.
3 Le Bohec,Y.: Die römische Armee, Stuttgart 1993.
3
Weitere hilfreiche Literatur zu diesem Thema sind die Werke von Gabriele Wesch-Klein 4 , sowie von Markus Junkelmann 5 .
Die Quellenlage zu diesem Thema ist sehr ergiebig. Zum einen gibt es Autoren, die sich zwar nicht speziell um die Militärwissenschaft gekümmert haben, aber dennoch eine Menge Hin- weise dazu geben. Dazu zählen für die Zeit der römischen Republik C.J.Caesar, sowie Poly- bius (von ca. 200 v. Chr. bis ca. 120 v. Chr.). Über die Kaiserzeit machen J.Flavius (37/38 n. Chr.- 100 n. Chr.),Plinius der Jüngere (61/62 n. Chr.- 113 n. Chr.), Sueton (70 n. Chr. – 130 n. Chr.), Tacitus (55 n. Chr. – 116 n. Chr.) und Cassius Dio (163 n. Chr. – 235 n. Chr.) mannig- faltige Aussagen.
Weiterhin gibt es noch antike Autoren, die sich speziell den militärischen Forschungen ge- widmet haben. Zu ihnen zählen Onosandros, Aelianus, Pseudo-Hyginus und Vegetius 6 .
2. DIE HEERESREFORM DES MARIUS
Meine Arbeit soll sich auf die Neuerungen der caesarianischen Zeit beschränken. Um diese Neuerungen allerdings besser verstehen zu können, ist es nötig, etwas in der Zeit zurückzugreifen. Die Grundlage der Neuerungen liegt in der Heeresreform des Marius [156- 86 v.Chr.], die er ca. 104 v. Chr. als neu gewählter Konsul durchführte.
Ursprünglich war es im römischen Staate üblich gewesen, die Verteidigung des Vaterlandes nur in die Hände der landbesitzenden Klasse zu legen, die ein materielles Interesse an seinem Fortbestand hatte. Diese Soldaten fühlten sich ganz Rom verpflichtet, und waren motiviert, sich für ihre persönlichen Interessen auch militärisch zu engagieren.
Der Soldat wurde nur im Notfall zu den Waffen gerufen und entlassen, sobald die Gefahr ge- bannt war. Er mußte seine Waffenausrüstung selbst stellen.
Man entlohnte ihn für die Dienstzeit zwar mit einer geringe Summe, aber seine Hauptein- kommensquelle war sein Bauernhof oder das, was sonstige Geschäftsinteressen daheim ab- warfen.
4
Wesch-Klein,G.: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit, Stuttgart 1998.
5
Junkelmann,M.: Panis Militaris Mainz am Rhein 1997.
6 Vgl. LeBohec,Y. S.10.
4
Daher kann es kaum überraschen, dass er auf lange Dienstzeiten keinen Wert legte. Folglich wurde das Rekrutieren immer schwieriger (siehe 3.2.), je weiter sich der Kriegsschauplatz von zu Hause weg verlagerte und sich die Feldzüge zeitlich ausdehnten.
Dies wirkte sich schädigend auf die eigenen Geschäfte aus. Deswegen sannen die Eingezoge- nen unaufhörlich auf eine baldige Entlassung. Als Konsequenz daraus ergab sich, dass gerade bei unlukrativen Feldzügen (lange Dauer und wenig Beute) die Moral in den Legionen sank. Bei besonders unattraktiven Feldzügen (z.b.111-105 v Chr. Jugurthinischer Krieg) konnte Rom kaum Rekruten für seine Legionen auftreiben.
Damals war Marius als römischer Konsul für den Krieg verantwortlich. Unter diesen schwie- rigen Umständen öffnete er die Legionen für jeden Freiwilligen mit römischen Bürgerrecht, einerlei ob er zu den besitzenden Schichten gehörte oder nicht.
Dadurch strömten die Armen zu den Waffen. Ihnen war es keineswegs um baldige Entlassung zu tun. Sie hofften vielmehr möglichst lange bei der Armee bleiben zu können, da sie so einer finanziell abgesicherten Zukunft entgegenblicken konnten. Dieser Schritt des Marius schaffte also die Grundlagen des Berufsheeres.
Weitere Neuerungen in den Legionen nach der Heeresreform waren im Sold und der Ausrüs- tung zu finden. Früher hatten man die Rekruten nur gering entlohnt und dennoch erwartet, dass sie ihre eigene Ausrüstung mitbrachten. Die neuen Legionäre waren arm und konnten sich unmöglich selbst ausstatten. Deshalb erhöhte man ihren Sold.
Da sich jetzt alle Legionär eine volle Bewaffnung leisten konnten, ebnete sich der Unter- schied zwischen schwer- und leichtbewaffneten Truppen ein.
Der Unterschied zwischen den Hastati / Principes 7 einerseits und den Triariern 8 anderseits
wurde abgeschafft. Alle erhielten die gleiche Bewaffnung, nämlich Schwert und Pilum. Die Legionen wurden also uniform.
Die velites der Zeit des Aemilius Paullus (3-2 Jhd. v. Chr. römischer General, eroberte Make- donien), die nur Speere und Schild getragen hatten gab es nun nicht mehr.
7
Hastati und Principes waren Soldaten auf der Höhe ihrer Mannesjahre. Sie bildeten das Rückgrat der Legion und trugen zur vollen Rüstung ein Schwert sowie zwei lange Wurfspieße (pilum), einer schwerer, der andere leichter. Die Hastati stellten die vorderste Linie, die Princepes die zweite.
8 Triarii bildeten die ausgewählte, altgediente Kerntruppe des Heeres. Sie trugen denselben Panzer wie die Hastati/ Principes, jedoch anstatt der Wurfspießeneinen langen Speer. Sie griffen nur im äußersten Notfall in den Kampf ein.
5
Des weiteren wurde die Organisationsform der Legionen überdacht. Die Triarier-Manipel 9 wurden auf dieselbe Stärke wie die Hastati und Principes angehoben und mit ihnen zu Ko-
horten zusammengefaßt.
Somit bestand die ganze Legion jetzt aus zehn Kohorten zu je 6 Zenturien oder 3 Manipeln statt wie bisher aus 30 Manipeln.
Durch die Schaffung eines Berufsheeres gab es nun stehende Legionsheere, die nach dem Feldzug nicht mehr aufgelöst wurden, sondern solange bestehen bleiben, wie das Imperium Bestand hatte.
Die einzelnen Soldaten hatten ihre gesamte Dienstzeit von 20 Feldzügen bzw.ca. zwischen 16 und 28 Jahren abzuleisten (Stand in Abhängigkeit, mit der Einheit, in der man diente) 10 .
Nach erfolgreicher Beendigung ihrer Dienstzeit 11 erhielten sie allerdings eine hohe Abfindung (missio nummaria) 12 , und ein Stück Land (missio agraria) und durften sich bis zum Tod mit
dem Titel ‚Veteran‘ auszeichnen, was soviel bedeutet wie ‚ehrenhaft entlassen‘. Weiterhin behielten gediente zeitlebens den Titel miles (Soldat). Zu den materiellen Abfindungen bekamen die Veteranen noch rechtliche- und steuerliche Privilegien. Durch die Befreiung von einer ganzen Reihe von Abgaben wurde Ihnen der Auf- bau einer zivilen Existenz erleichtert.
9
Definition der Begriffe Kohorte, Manipel und Zenturie in Kap. 3.1.1.
10 Vgl. Rüstow, W. S.2 ;vgl. Le Bohec,Y. S.69 ; vgl. Wesch-Klein, G. S.181- 184. 11 Dies bedeutete, dass man die gesamte Dienstzeit überlebte, und ehrenvoll entlassen wurde. Es gab zwei Arten der ehrenhaften Entlassung: vgl. Wesch-Klein, G., S.180.
12 Erst seit 13 v. Chr. durch Augustus eingeführt.
6
3. DIE ORGANISATION DER RÖMISCHEN ARMEE
3.1. DIE PROVINZIALARMEE
3.1.1. DIE LEGION
Die Legionen bildeten den Kern der Armee. Als Hauptmacht der Armee schlugen und ent-
schieden sie die Schlachten fast allein
13
.
Die Legionen waren die Einheiten, die in der gesamten Provinzialarmee das höchste Prestige
genossen 14 . Als Feldzeichen führten sie den Adler.
Der Sollstand der Legion zur Zeit Caesars lag bei 6000 Mann. Allerdings war dieser Sollstand
des öfteren durch die vielen blutige Kriege nicht zu erreichen, und so mußte die Qualität er-
setzen, was am Quantität fehlte.
Die Legion gliederte sich in Zehn Kohorten zu je 600 Mann, die wiederum in drei Manipeln
zerfiel. Ein Manipel war also zweihundert Mann stark. Ein Manipel bestand aus zwei Zentu-
rien. Dies war die kleinste taktische Einheit in der Legion und bestanden aus hundert Man.
Zudem gab es eine hierarchische Gliederung der Kohorten . Die erste Kohorte war die Elite-
kohorte der Legion.
In ihr waren die besten Zenturionen (siehe S.7), und ihr war der Adler anvertraut. Später in
der Kaiserzeit wurde sie auch numerisch stärker als die übrigen.
Weiterhin gab es in jeder Legion noch eine Anzahl von Antesignanen.
Dieses waren Männer, die im „zerstreuten Gefecht“
15
ausgebildet waren, also nicht in der Le-
gionsschlachtordnung. Die Antesignanen wurden von den ersten vier Kohorten gestellt, und
waren pro Legion ca. 300 Mann stark 16 .
Eine Definition der Antesignanen findet man bei Rüstow 17 : „Antesignanen sind also Truppen,
welche vor der Front, vor dem Treffen der Massen, allgemeiner gefaßt, getrennt von demsel-
ben, zu fechten bestimmt sind.“
14 Vgl. Ritterling,E. RE XII, 2 1925, s. u. Legio; vgl. Parker,H.M.D., The Roman legions, 2 Aufl. 1958. 15 Vgl. Veith, G, S.27.
16 Vgl. Rüstow, W,. S.19.
17 Vgl. Rüstow, W., S.21.
7
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Paul Rosen, 2005, Die römische Armee, München, GRIN Verlag GmbH
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