Das Stehengebliebene Heer
Hausarbeit für das Proseminar:
Stadt und Militär in Brandenburg im 18. Jahrhundert
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INHALTVERZEICHNIS
1.
Einleitung ___________________________________________________________ 3
2.
1. These: Das Heer ist ,,stehengeblieben"___________________________________ 3
3.
2. These: Das stehende Heer hat sich neu entwickelt__________________________ 9
4.
Abschließende Betrachtung _____________________________________________ 12
5.
Tabellen ____________________________________________________________ 14
6.
Quellen und Literaturverzeichnis ________________________________________ 15
3
1.
Einleitung
Beim Studieren der Heeresorganisationen zur Zeit des Endes des ,,Dreißigjährigen Krieges"
wird deutlich, dass sich ein großer Wandel vollzogen hat. Dieser Wandel hat in allen
Bereichen der Truppen angesetzt: vom Organisatorischen bis hin zur inneren Struktur.
Die so veränderten Truppen wurden dann auch nicht mehr als Söldnerheere bezeichnet,
sondern fanden mit der Terminologie der ,,Stehenden Heere" Eingang in die Literatur.
Wie sich nun der Umbruch in den Truppen vollzogen hat, in welchen Etappen und in welcher
Zeit, ist die Frage, die sich diese Arbeit im Grundsätzlichen gestellt hat.
Dabei kann man zwischen zwei gegensätzlichen Positionen unterscheiden:
Die eine Position geht davon aus, dass das stehende Heer ein stehengebliebenes Heer ist, das
in seinem Kern aus den Söldnerheeren des Dreißigjährigen Krieges gebildet wurde.
Die andere Position geht eher davon aus, dass es einen nahezu vollständigen Bruch in der
Armeeorganisation gegeben hat, u.a. bedingt durch einen Generationswechsel in der
militärischen Elite, und dass die stehenden Heere des Absolutismus klar abzugrenzen sind
von den ehemaligen Söldnertruppen.
Es sollen nun beide Positionen vorgestellt werden, und anschließend, in einer abschließenden
Betrachtung soll versucht werden, zu einem Urteil zu kommen.
Begonnen wird mit der ersten Position der stehengebliebenen Heere.
2.
1. These: Das Heer ist ,,stehengeblieben"
In der Regel bestanden die Heere des Dreißigjährigen Krieges aus angeworbenen Söldnern.
Ursprünglich wurden sie für jeweils einen Feldzug aufgestellt und lösten sich nach
Beendigung desselben wieder auf.
Dabei war das Schema der Anwerbung auf allen Gebieten des Krieges fast identisch:
Die (fürstlichen) Kriegsherren beauftragten Kriegsunternehmer. Diese finanzierten und
organisierten die Anwerbung.
Dabei spielten patriotische Motive bei den Wenigsten eine Rolle. Es wurde ,Kriegsvolk` von
beliebiger Herkunft geworben.
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Die Kriegsunternehmer fungierten dann als Anführer der Heere und konnten sich so bei den
unterschiedlichsten Plünderungen ihr eingesetztes Kapital plus Zinsen ,zurückholen`
1
.
So sah die Praxis der Söldnerheere aus.
Faßt man nun noch einmal die Eigenschaften des Söldnerheeres zusammen, so kommt man zu
folgendem Ergebnis:
Organisatorisch kämpften die Söldner für ihren Kriegsunternehmer, nicht für ein Land oder
eine Ideologie. Sie folgten ihm zu den unterschiedlichsten Kriegsschauplätzen und in die
verschiedensten Kriege. Es spielte keine Rolle ,für welche Kriegspartei sie kämpften.
Diese Heere wurden nach dem Feldzug aufgelöst und die Söldner kämpften in einem anderen
Krieg weiter. Sie erhielten ihren Sold von dem Kriegsunternehmer. Dabei war es eine gängige
Methode, sich den benötigten Unterhalt aus den Gebieten zu erpressen, in denen man lagerte
2
.
Daher werden die Söldnerheere häufig in der Literatur auch als ,,marodierende Soldateska"
3
bezeichnet, die anscheinend keine Moral gehabt hat. Ob man das so drastisch auf die Spitze
treiben kann und sich verallgemeinernd auf alle Söldner beziehen kann, ist eher fragwürdig,
muß aber an anderer Stelle untersucht werden.
Die Frage, die sich nun stellt, ist die, wie es zu der Entwicklung während des Dreißigjährigen
Krieges vom Söldnerheer zum stehenden Heer kam, bzw. ob diese Entwicklung überhaupt
nicht erst nach dem Dreißigjährigen Krieg begann?
Als wichtigster Punkt dafür ist die reine Masse an Soldaten zu nennen, die während des
Krieges unter Waffen stand.
So rüsteten die Kriegsparteien während des Dreißigjährigen Krieges ihre Armeen von einigen
tausend auf über 100 000 Mann auf. Weiterhin muß man zu den ,reinen` Soldaten immer
noch einen Troß von Menschen hinzurechnen, die ebenfalls vom Kriegshandwerk gelebt
1
Vgl. Parker, G. Der Soldat. S. 48 ff.
2
Eine schöne Übersicht über das Leben der Söldner und die Umstände der Zeit des dreißigjährigen Krieges
erhält man im Aufsatz von Parker, G. Der Soldat. S.47 81.
3
Vgl. z.B. in Fiedler S. Kriegswesen. S. 157 161.
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