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I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis 2
II. Einleitung. 3
III. Biographie 5
IV. Werke. 7
V. La Trahison des clercs 9
V. 1. Definition der clercs 10
V. 2. Definition der trahison 11
V. 3. Résumé 12
V. 4. Die Aspekte der nationalen Identität und Alterität 18
VI. Schlußbemerkung 22
VII. Bibliographie 25
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II. Einleitung
« Il [Julien Benda] connaît admirablement son temps; il lit avec soin ce qui paraît, mais tout ce qu’il y découvre le confirme dans son opposition. Il réussi ce rare exploit de s’attirer la haine de pratiquement tous les écrivains et penseurs de son époque. » 1
Dieses aus einem Literaturlexikon entnommene Zitat über Julien Benda, den Autor des Essays La Trahison des clercs, in dem er seine Theorie über die gesellschaftliche Verantwortlichkeit der Intellektuellen darlegt und den seiner Meinung nach auf der Seite der Gelehrten vorliegenden Verrat begründet, gibt klar zu erkennen, daß sich der Autor mit seinen literarischen Werken - gelinde ausgedrückt - nicht gerade beliebt gemacht hat. Ganz im Gegenteil, er wird hier als einer der wenigen hingestellt, die es geschafft haben, den Haß fast aller zeitgenössischen Intellektuellen auf sich zu ziehen.
Dem interessierten Leser stellen sich nun natürlich folgende Fragen: Wie kommt es, daß Julien Benda kein gutes Haar an den Intellektuellen seiner Zeit läßt und nur Kritik für sie, ihr Leben und ihre Werke übrig hat? Und warum bevorzugt er die literarischen Werke längst verstorbener Autoren, wie z. B. Molière und Racine? Ist er zur falschen Zeit geboren? Wäre es für ihn besser gewesen, zur Zeit Molières gelebt zu haben? Warum lehnt er alles Zeitgenössische ab und verherrlicht die Vergangenheit, anstatt sich am modernen Leben und Fortschrittsdenken seiner Mitmenschen zu erfreuen? Und wo in seinem Werk lassen sich Hinweise auf seine Vorstellung zum Aufbau bzw. zum Erhalt von nationaler Identität und Alterität finden (welches ja das Thema des Seminars darstellt, im Zuge dessen ich diese Arbeit anfertigen möchte)? Vielleicht gelingt es mir, im Laufe dieser Arbeit einige der oben aufgeführten Fragen zu beantworten.
1 Beaumarchais, Jean-Pierre; Conty, Daniel; Rey, Alain. Dictionnaire des littératures de la langue française. Paris : Bordas, 1994.
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Zu diesem Zweck habe ich folgende Gliederung vorgenommen: Zu Beginn meiner Arbeit werde ich zunächst über das Leben Julien Bendas 2 und seine literarischen Werke berichten (vgl. hierzu Kapitel III - Biographie und Kapitel IV - Werke). Im Anschluß daran werde ich mich dann meiner eigentlichen Aufgabe widmen, der Analyse des im Jahre 1927 erschienenen Werkes La Trahison des clercs (vgl. hierzu Kapitel V - La Trahison des clercs). Dabei werde ich zunächst versuchen, die Begriffe clercs und trahison mit Bezugnahme auf Bendas Essay zu definieren (vgl. hierzu Kapitel V.1 -Definition der clercs und Kapitel V.2 - Definition der trahison). Im folgenden werde ich dann ein Résumé des Werkes anfertigen, in dem diese beiden Definitionen noch einmal vertieft und die wichtigsten inhaltlichen Aspekte des Essays dargelegt werden sollen (vgl. hierzu Kapitel V.3 -Résumé). Bevor ich dann zur Schlußbemerkung komme, möchte ich noch einige Dinge zur nationalen Identität und Alterität herausarbeiten (vgl. hierzu Kapitel V.4 - Die Aspekte der nationalen Identität und Alterität und Kapitel VI - Schlußbemerkung).
2 Einen visuellen Eindruck von Julien Benda erhält der interessierte Leser z. B. in folgendem Werk: Akademie der Wissenschaften der DDR (Hg.). Paris 1935. Erster Internationaler Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur. Berlin: Akademie-Verlag, 1982.
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III. Biographie
Julien Benda wird am 26.12.1867 in Paris geboren. Er stammt aus einer jüdischen, bürgerlichen Familie. Nachdem er das Lycée Charlemagne besucht hat, geht er auf die Sorbonne, wo er Geschichte, Philosophie und klassische Philologie studiert. Später arbeitet er dann zunächst für verschiedene Zeitschriften, wie z. B. für La Revue blanche, in der er zahlreiche Artikel zu dem zu dieser Zeit in Frankreich vorherrschenden Thema, der Dreyfus-Affäre, veröffentlicht. Später trifft Julien Benda immer häufiger auch mit Charles Péguy zusammen und arbeitet an der von Péguy im Jahre 1900 gegründeten Zeitschrift Cahiers de la quinzaine mit.
In seinen literarischen Werken, die ich aufgrund ihrer doch recht großen Anzahl überwiegend im folgenden Kapitel aufgeführt habe (vgl. Kapitel IV - Werke), greift Julien Benda zahlreiche zeitgenössische Intellektuelle, wie z. B. Henri Bergson, Romain Rolland und Maurice Barrès an, ebenso Charles Sorel, Friedrich Nietzsche und die nationalistische Action française sowie deren Wortführer Charles Maurras und Paul Bourget. Henri Bergson beispielsweise wird von Julien Benda vor allem in folgenden Werken attackiert: Le Bergsonisme ou une philosophie de la mobilité, das im Jahre 1912 veröffentlicht wird, und Sur le Succès du bergsonisme, ein Werk, welches schon zwei Jahre später, 1914 also, erscheint. Julien Benda rechnet Bergson zu den Verderbern einer idealisierten Klarheit. Der Mehrzahl der zeitgenössischen Schriftsteller wirft Benda Emotionalität und Verrat am Intellekt vor, was nicht nur in den beiden 1925 bzw. 1927 veröffentlichten Werken Le Sentiment de Critias und La Fin de l’éternel klar zum Ausdruck kommt, sondern vor allem auch in dem von mir näher untersuchten und wohl bekanntesten Werk La Trahison des clercs, das im Jahre 1927 erscheint. Julien Benda ist davon überzeugt, daß der Rationalismus allein der menschlichen Würde angemessen ist. So ist es nicht verwunderlich, daß er letzteren in so ziemlich allen seinen literarischen Werken verteidigt. Als Beispiele seien hier Dialogues à Byzance, das bereits im Jahre 1900 erscheint, Dialogue D’Eleuthère (1911) und La France byzantine (1945) aufgeführt. Unter seinen Werken findet man auch einige mehr oder weniger
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autobiographische Stücke, wie z. B. La Jeunesse d’un clerc und Un régulier dans le siècle. Ersteres erscheint im Jahre 1936, letzteres zwei Jahre später.
Da Julien Benda so ziemlich alles kritisiert, ist es nicht verwunderlich, daß man von ihm manchmal als homme du XVIII e siècle 3 spricht, zumal er öffentlich zugibt, daß er Autoren wie Racine und Molière beispielsweise den zeitgenössischen Schriftstellern vorzieht. Benda ordnet sein ganzes Leben dem Dienst an der Vernunft und einer absoluten Wahrheit und Gerechtigkeit unter.
« Vérité, justice, et cette liberté chérie qui rend compossibles ces trois valeurs, voilà les seuls dieux de Benda. » 4
In seiner Gesellschafts-, Philosophie- und Literaturkritik läßt er sich allein von der Vernunft und nicht von Leidenschaften leiten, die er der Vernunft entgegensetzt.
Bei näherer Untersuchung seines Lebens und seiner Tätigkeiten fallen allerdings auch einige Widersprüchlichkeiten ins Auge: So schreibt Julien Benda beispielsweise gleichzeitig für die die Interessen der Volksfront vertretende Wochenzeitschrift Vendredi und für die erzreaktionäre Zeitschrift Temps und scheint darin zunächst keinerlei Probleme zu sehen. Erst als er auf diesen Mißstand aufmerksam gemacht wird, entscheidet er sich dafür, die Mitarbeit an der Temps aufzugeben.
Im Jahre 1935 nimmt Julien Benda am Ersten Internationalen Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur in Paris teil. Ein Jahr später fährt er zur Schriftstellerkonferenz nach London und 1937 zum Zweiten Internationalen Schriftstellerkongreß nach Valencia und Madrid. Dort ruft er alle Intellektuellen auf, die demokratische Regierung der spanischen Republik in ihrem Kampf gegen den Faschismus, den Benda als sehr gefährlich einstuft, zu unterstützen. Daraufhin wirft man ihm vor, seinen eigenen
3 Richter, Sylvia. „Julien Benda - Der Weg eines ‚Unzeitgemäßen’ nach links.“ Weimarer Beiträge. XXXI (1985): 1026-1029, 1026.
4 Etiemble. „Préface.“ In : Benda, Julien. La Fin de l’éternel. 3. Auflage. Paris : Gallimard, 1977, 7-15, 10.
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Prinzipien zu widersprechen, da er gefordert hatte, daß sich kein Intellektueller zu politischen Leidenschaften hinreißen lassen dürfe.
Doch Julien Benda rechtfertigt sein politisches Engagement in dieser Sache damit, daß es sich um einen Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit handle.
Während des Zweiten Weltkrieges zieht sich Julien Benda nach Toulouse zurück. Da er jedoch jüdischer Abstammung ist und außerdem den Faschismus bekämpft, ist es keineswegs verwunderlich, daß er den deutschen Faschisten ein Dorn im Auge ist, so daß diese im Zweiten Weltkrieg seine gesamte Bibliothek in Paris völlig vernichten. Nach dem Krieg arbeitet Julien Benda zunächst noch bei verschiedenen Zeitungen. Seine Aktivitäten lassen allerdings aus Altersgründen allmählich immer mehr nach. Im Alter von 84 Jahren heiratet er 5 , bekommt 1955 den Prix de l’humanité verliehen, womit seine Verdienste gewürdigt werden, und stirbt ein Jahr später, am 07.06.1956, im Alter von 88 Jahren in Fontenay-aux-Roses.
IV. Werke
Die Aufzählung der literarischen Werke Julien Bendas habe ich hier im Anschluß an die unter Punkt III zu findende Biographie gestellt, da diese doch recht lang ist und innerhalb der Biographie meiner Meinung nach nur zu unnötigen Verwirrungen geführt hätte. Im folgenden sind alle Titel - nach ihrem Erscheinungsjahr geordnet - aufgeführt.
5 Etiemble. „Délicieux Eleuthère.“ In: Benda, Julien. La Jeunesse d’un clerc. 2. Auflage. Paris : Gallimard, 1964, I-X, VII.
Arbeit zitieren:
Dr. phil. Birgit Lonnemann, 1999, Julien Benda - La Trahison des clercs, München, GRIN Verlag GmbH
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