Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis i
Abk ürzungsverzeichnis. ii
Einleitung. 1
1. Unternehmensstruktur und Besteuerung. 2
1.1. Kapitalmobilität und internationale Kapitaltransfers. 2
1.1.1 Direkt- versus Portfolioinvestition. 2
1.1.2 Arten grenzüberschreitender Direktinvestitionen 3
1.1.3 Motivation für grenzüberschreitende Direktinvestitionen 4
1.2. Grenzüberschreitende Direktinvestitionen und Besteuerung. 4
1.2.1 Steuerliche Beweggründe für grenzüberschreitende Direktinvestitionen. 5
1.2.2 Steuervorteile ausländischer Niederlassungen im Verhältnis zu lokalen Unternehmen. 6
2. Steuerwettbewerb und steuerpolitische Gegenmaßnahmen. 7
2.1 Internationale ökonomische Integration und Steuerwettbewerb. 7
2.2 Gefahren des Steuerwettbewerbs 8
2.3 Fiskalische Maßnahmen gegen schädlichen Steuerwettbewerb 9
3. Steuervorteile für MNU in der modelanalytischen Betrachtung 9
3.1 Modellaufbau 10
3.2 Benchmark-Modell 11
3.2 Wahl des Steuersatzes. 14
3.3 Wahl der Unternehmensstruktur 15
3.4. Wahl des Diskriminierungsgrades 16
3.4.1 Nicht-kooperative Lösung 16
3.4.2 Kooperative Lösung. 18
4 Fazit. 20
Literaturverzeichnis 21
i
Abkürzungsverzeichnis
a.F. alte Fassung
BA Betriebsausgabe
BMG Bemessungsgrundlage
EU Europäische Union
EStG Einkommenssteuergesetz
FDI Foreign Direct Investment
FPI Foreign Portfolio Investment
FOC First-Order Condition
ggf. gegebenenfalls
GRS Grenzrate der Substitution
GRT Grenzrate der Transformation
IFSC International Finance Service Centre
MNU Multinationale Unternehmen
NAFTA North American Free Trade Agreement
OECD Organisation for Co-operation and Development
S. Seite
sog. so genannte
u.a. unter anderem
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
ii
Einleitung
Die Unternehmensform und -struktur hat einen weitreichenden Einfluss auf sämtliche betriebswirtschaftliche Bereiche und Funktionen. Gerade im Bereich des internationalen Handels kann eine entsprechende Modifizierung der Unternehmensstruktur in ein multinationales Unternehmen (MNU) zu einer Transaktionskostensenkung und somit zu Wettbewerbs-vorteilen führen. Ein in der Literatur bisher kaum behandelter Beweggrund für multinationales Engagement sind Steuerspareffekte, die sich aus dem internationalen Steuerwettbewerb unter den Staaten ergeben. So offerieren Regierungen und fiskalische Behörden in ihrem Kampf um international mobiles Kapital und das sich daraus ergebende Steueraufkommen neben niedrigen Steuersätzen auch Steuerschlupflöcher, speziell für MNU. Organisationen wie die EU und OECD sehen in diesem diskriminierenden Verhalten einen schädlichen Steuerwettbewerb und fordern deshalb einen koordinierten, weltweiten Abbau der Steuerbegünstigungen für MNU.
Im Rahmen dieser Arbeit wird nun u.a. modelltheoretisch analysiert, ob die von der OECD und EU postulierte Reduzierung der internationalen Steuerschlupflöcher zu Wohlfahrtsgewinnen führt und somit weiterzuverfolgen ist. Dazu wird im ersten Teil der Zusammenhang zwischen Unternehmensstruktur und Besteuerung verdeutlicht. Im zweiten Abschnitt werden der internationale Steuerwettbewerb und mögliche sich daraus ergebende Gefahren charakterisiert. Anschließend wird mithilfe eines Steuerwettbewerbsmodells analysiert, inwieweit die Schließung internationaler Steuerschlupflöcher wohlfahrtsfördernd ist. Abschließend werden die hergeleiteten Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst.
1
1. Unternehmensstruktur und Besteuerung
1.1. Kapitalmobilität und internationale Kapitaltransfers
Wenn sich Unternehmen entscheiden, ihre Organisations- und Unternehmensstruktur multinational auszurichten, setzt dieses Vorhaben internationale Kapitaltransfers voraus, um ein wirtschaftliches Engagement im Ausland gleich in welcher Form zu begründen. Der Transfer des mobilen Kapitals ins Ausland kann auf zwei Arten erfolgen, nämlich als grenzüberschreitende Direktinvestition (FDI) oder als sog. Portfolioinvestition (FPI), welche im folgenden Abschnitt charakterisiert und voneinander abgegrenzt werden.
1.1.1 Direkt- versus Portfolioinvestition
Die gängige Abgrenzung zwischen FDI und FPI stellt vor allem auf die Anlageninteressen des jeweiligen Investors und auf die Nachhaltigkeit des Engagements ab. Internationale Portfolioinvestitionen sind kurzfristige und spekulative Entscheidungen, bei denen reine Einkommensinteressen dominieren und keine Beeinflussung der Entscheidungen des ausländischen Unternehmens angestrebt werden. Typische Beispiele sind kurzfristig handelbare Kredite wie Staatspapiere, Investmentzertifikate, festverzinsliche Wertpapiere, Unternehmensanleihen und Geldmarktpapiere sowie Beteiligungen an ausländischen Unternehmen ohne Mitbestimmungsrecht 1 .
Internationale Direktinvestitionen haben im Gegensatz hierzu anders gelagerte wirtschaftliche Intentionen. Dieses längerfristige Engagement, „bei dem der Investor eine maßgebliche Kontrolle über das Investitionsprojekt erlangt [.]“ 2 , zielt auf den Erwerb oder den Neubau von Realkapital im Ausland. Auf diese Weise will der Direktinvestor ein bestimmtes Ausmaß an Kontrolle über Produktionsanlagen und Produktionsaktivitäten im Ausland erlangen und eine dauerhafte Verbindung mit Mitbestimmungsrecht über das operative Geschäft zu einem ausländischen Unternehmen aufbauen. Der überwiegende Anteil der FDI besteht in der Kapitaltransaktion zwischen der Muttergesellschaft eines MNU und einer im Aus-land ansässigen Tochtergesellschaft, wobei neben den reinen Finanzkapitalströmen auch sog. „Managerial Inputs“ 3 in die ausländische Niederlassung fließen. Folglich umfassen FDI eben nicht nur Kapitalflüsse, sondern auch den Transfer von intangiblen Vermögensgegenständen wie Organisations-, Marketing-, Technologie- und Managementkapazitäten 4 .
1 Vgl. Schratzenstaller, Margit (2002): Internationale Mobilität von und internationaler fiskalischer Wett-
bewerb um Direktinvestitionen; S. 28 f.
2 Weichenrieder, Alfons J. (1995): Besteuerung und Direktinvestition; S. 4
3 Razin, Sadka, Yuen (1998): A Pecking Order of Capital Inflows and International Tax Principles; S. 54
4 Vgl. Schratzenstaller, Margit (2002): Internationale Mobilität von und internationaler fiskalischer Wett-
2
Wie bereits oben beschrieben können Beteiligungen an ausländischen Unternehmen sowohl als FDI und auch als FPI gehalten werden, so dass sich auf diesem Markt beide Arten von Investoren „treffen“ können. Hinsichtlich der Abgrenzung ist das Kriterium der Unternehmenskontrolle maßgeblich, denn nur der Direktinvestor ist wie oben geschildert an einem nachhaltigen Engagement interessiert. Strittig ist jedoch, ab welcher Beteiligungsquote eine ausreichende Unternehmenskontrolle vorliegt und somit Unternehmensanteile als Direktinvestition zu qualifizieren sind. Trotz fehlender einheitlicher quantitativer Abgrenzung hat sich international weitestgehend die Konvention durchgesetzt, dass ab einer Beteiligungsquote an einem ausländischen Unternehmen von 10% eine gewisse Einflussmöglichkeit vorliegt und somit die Anteile eine FDI darstellen 5 .
1.1.2 Arten grenzüberschreitender Direktinvestitionen
Im vorherigen Abschnitt wurde bereits angedeutet, dass FDI auf verschiedene Weise erfolgen können. In diesem Abschnitt werden nun die unterschiedlichen Arten von grenzüberschreitenden Direktinvestitionen charakterisiert. Die Deutsche Bundesbank unterscheidet in ihrem Monatsbericht Nr. 12 (1999) aus einer Volkswirtschaft abfließende FDI in Zunahme von Anteilen an ausländischen Unternehmen (Beteiligungskapital), in Neugewährung von Krediten durch inländische Direktinvestoren an ausländische Niederlassungen (Kreditverkehr deutscher Direktinvestoren) und in Reinvestition von Gewinnen der ausländischen Niederlassung im Ausland. Darüber hinaus gibt es den Auffangposten „Übrige Anlagen“. 6 Aus der Perspektive der ausländischen Tochtergesellschaft sind FDI neues Eigen- oder Fremdkapital, das für den laufenden Geschäftsbetrieb und künftige Investitionsprojekte verwendet wird. Als Kompensation für die Kapitalisierung der Tochter- erhält die Muttergesellschaft vereinbarte Rückzahlungen wie z.B. Dividenden, Zinsen oder im Fall eines Gewinnabführungsvertrages, den abgetretenen Gewinn. Von der Finanzierungsseite her lassen sich ausländische Direktinvestitionen in Eigenkapital-FDI, bestehend aus Beteiligungskapital und reinvestierten Gewinnen, oder in Fremdkapital-FDI (Kredite und Darlehen) unterscheiden. Typische Eigenkapital-FDI sind die Neugründung und Errichtung ausländischer Niederlassungen, also sog. Greenfield Investments, sowie der Teil- oder Mehrheitserwerb von bestehenden Unternehmen oder Produktionsanlagen im Ausland (Mergers & Aquisitions) 7 .
bewerb um Direktinvestitionen; S. 30
5 Vgl. Schratzenstaller, Margit (2002): Internationale Mobilität von und internationaler fiskalischer Wett-
bewerb um Direktinvestitionen; S. 28 f.
6 Vgl. Deutsche Bundesbank (1999): Monatsbericht Nr. 12; S. 71
7 Vgl. Schratzenstaller, Margit (2002): Internationale Mobilität von und internationaler fiskalischer Wett-
3
Arbeit zitieren:
B.A. Economics Sven Wegener, 2008, Steuerwettbewerb und Unternehmensstruktur, München, GRIN Verlag GmbH
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