Hausaufgaben - ein notwendiges Übel?
Inhaltsverzeichnis
1. Täglicher Stress mit Hausaufgaben - Sind Hausaufgaben überhaupt notwendig? 3
1.1 Argumente gegen und für Hausaufgaben 4
2. Sollen Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen? 5
2.1. Gründe gegen der Mitarbeit der Eltern 6
2.2. Gründe für die Mitarbeit 7
2.3. Wie sollen Eltern ihren Kindern helfen? 8
3. Frust und Lust bei Hausaufgaben 9
4. Vorschläge für etwas andere Hausaufgaben 11
5. Hausaufgaben - Zusammenspiel von Schülern, Eltern und Lehrern 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Täglicher Stress mit Hausaufgaben - Sind Hausaufgaben überhaupt notwendig? Die Schule nimmt zusammen mit den Hausaufgaben einen großen Einfluss auf den Alltag eines Schülers. Den gesamten Morgen ist der Schüler in der Schule und kommt am Nachmittag erschöpft und müde nach Hause, wo er dann noch einen Berg von Hausaufgaben zu bewältigen hat. Wenn die Kinder und Jugendlichen dann noch Nachhilfeunterricht bekommen, ist der Tag vollends verplant und die Schüler zumeist vollends überfordert. Dabei muss diese zeitliche Belastung auch noch mit einigen unverzichtbaren Aktivitäten des Kindes konkurrieren - das Treffen von Freunden, das Fußballspielen im Verein, gemeinsame Unternehmungen mit den Eltern oder auch das Erlernen eines Musikinstruments sind dankbare Ablenkungen und Alternativen zu den Hausaufgaben. Diese werden dann ganz schnell vergessen und können somit schnell eine Ursache für einen Familienstreit zwischen Eltern und Kind werden.
Hausaufgaben tragen ständig ein großes Konfliktpotential in sich - sowohl in der Schule als auch in der Familie. Vor allem bei Kindern aus der sozialen Unterschicht ist die Belastung durch Hausaufgaben hoch, da ihnen in den seltensten Fällen von Eltern oder Geschwistern geholfen werden kann und die Kinder ihre Hausaufgaben allein nicht lösen können. Dadurch gelangen sie in einen Leistungsrückstand, verstehen den neuen Lernstoff auch nicht und bekommen auch schlechtere Noten. Das bedeutet, dass sozial schwächere Kinder durch das Schulsystem und die Hausaufgabenpraxis stark benachteiligt werden und oftmals keine Chance haben, in der Gesellschaft „aufzusteigen“. Auch finanziell werden Familien durch Hausaufgaben belastet - die Schüler brauchen für ihre Hausaufgaben nicht nur Scheren, Kleber, Stifte, Bücher und Blöcke, sondern heutzutage auch oftmals einen Fernseher und einen Internetanschluss.
Dabei werden Hausaufgaben nur gemacht, weil sie aufgrund der Vorgabe der Lehrer erledigt werden müssen und zumeist nicht, weil die Schüler sie machen wollen oder gar Spaß daran haben.
Dennoch sind sich Eltern und auch Schüler laut einer empirischen Forschung einig, das Hausaufgaben „nützlich“ sind (vgl. Trautwein/ Köller, 2003, 206) und den Schülern durch Übungen und Festigen des Gelernten bei dem besseren Verständnis des gelernten Unterrichtsstoffes helfen. Am Ende verfolgen Lehrer, Schüler und Eltern mit den Hausaufgaben nur ein gemeinsames Ziel: schulischen Erfolg.
Jedoch stellt sich die Frage: Sind Hausaufgaben wirklich sinnvoll und sind Hausaufgaben überhaupt notwendig?
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1.1 Argumente gegen und für Hausaufgaben
Auf die Frage, ob Hausaufgaben sinnvoll sind, kann eine empirische Forschung von Wittmann (1964) eine deutliche Antwort geben. Er stellte die Frage, ob es Leistungsunterschiede im Rechnen und Rechtschreiben zwischen Klassen mit Hausaufgaben und Klassen ohne Hausaufgaben gibt und sein Ergebnis zeigte deutlich, „dass bei der Messung der Rechen- und Rechtschreibleistungen am Ende der viermonatigen Experimentalperiode keine signifikanten Unterschiede vorliegen, also auch keine Wirksamkeit der Hausaufgaben behauptet werden kann“ 1 . Eine aktuellere Studie von Bischof (1996) bestätigte die Ergebnisse Wittmanns.
Des Weiteren können Hausaufgaben die Chancengleichheit der Schüler beeinträchtigen, denn Elternhilfe und auch die übrigen häuslichen Bedingungen, unter denen Hausaufgaben angefertigt werden sind in den Familien sehr unterschiedlich. Wie schon erwähnt sind sozial schwächere Kinder oft benachteiligt, da ihnen zumeist keiner helfen kann, wenn sie etwas nicht verstehen. Gerade für Immigrantenkinder können Hausaufgaben zu einer täglichen Qual werden, wenn sie die Aufgaben auch sprachlich nicht verstehen. Am nächsten Morgen werden dann die Schüler dann auch noch vom Lehrer bestraft, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Dies führt dann zu großer Angst und Panik vor den Lehrern, den Hausaufgaben und der Schule.
Letztendlich können Hausaufgaben aufgrund des oftmals hohen Zeitaufwands, der Unlust der Kinder und dem hohen Leistungsdruck zu Streit in der Familie und somit zu einer Beeinträchtigung des Eltern-Kind-Verhältnisses führen. Das wiederum kann natürlich den Lern- und Erziehungsprozess des Kindes sehr negativ beeinflussen. Es wäre jetzt leicht zu sagen, Hausaufgaben können abgeschafft werden, da sie große Probleme auslösen können. Dies ist aber schon aus organisatorischen Gründen nicht möglich, da die Zeit in der Schule oftmals nicht ausreicht, um den Lernstoff zu vermitteln. Jedoch haben Hausaufgaben auch wichtige Funktionen, die die Entwicklung des Kindes sehr positiv beeinflussen.
Die Kultusministerien der sechzehn deutschen Bundesländer sehen dabei in Hausaufgaben vor allem eine didaktisch-methodische Aufgabe. Dazu zählt nicht nur das Üben und Einprägen des erlernten Stoffes, sondern auch die Vertiefung und Fortsetzung von Lernprozessen und die Anwendung oder Übertragung der durch den Unterricht erlangten Kenntnisse. Wenn ein Schüler zu Hause den Unterrichtsstoff noch einmal nachbereitet, kann er ihn besser verstehen und wird ihn sich auch besser einprägen. Laut dem Bayerischen
1 Wittmann : Vom Sinn und Unsinn der Hausaufgaben. Berlin. 1964, S.37
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Arbeit zitieren:
Diana Renner, 2007, Hausaufgaben - ein notwendiges Übel?, München, GRIN Verlag GmbH
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