Interdisziplinäres Seminar
„Kritische und postmoderne Theorien:
Ausgewählte Vergleichsaspekte”
Frühjahrtrimester 2001
Dekonstruktion
Andreas Hönicke
Universität der Bundeswehr München
Staats- und Sozialwissenschaften - Jahrgang 1999
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage S. 3
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit S. 3
2. Kurzbiographie Jacques Derrida S. 4
3. Dekonstruktion in der Philosophie S. 5
4. Dekonstruktion in der Literatur
4.1. Allgemeine Anmerkungen S. 8
4.2. Die „Yale-School“ S. 10
5. Dekonstruktion - Ein Beispiel
5.1. Detektivgeschichte „ Der Tod und der Kompaß“ S. 12
5.2. Auswertung S. 15
6. Schluß S. 17
7. Literaturverzeichnis S. 18
8. Internetlinks S. 18
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage
Im Rahmen der folgenden Seminararbeit möchte ich mich eingehend mit dem poststrukturalistischen Konzept der Dekonstruktion in Philosophie und Literatur beschäftigen. Meine Literaturrecherche ergab eine Reihe von Monographien und Aufsätzen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen. Die Bibliographie reicht von Standardwerken Derridas der Sechziger, wie zum Beispiel „Grammatologie“ und die „Randgänge der Philosophie“, bis zu aktuellen Abhandlungen aus den neunziger Jahren. Hervorzuheben sind hierbei vor allem die Autoren Jonathan Culler und Peter V. Zima, welche sich auf Derrida bezugnehmend mit philosophischen und literarischen Aspekten der Thematik auseinandersetzen. Das Internet lieferte mir neben biographischen Daten auch einige Möglichkeiten zur Einarbeitung in Fragestellungen meiner Seminararbeit.
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit
Ziel meiner Arbeit ist es, gemäß Gliederung aus der vorliegenden Literatur spezifische Fragestellungen zur Dekonstruktion zu bearbeiten. Zunächst möchte ich anhand einer biographische Skizze Derridas die für das Verständnis seines Wirkens notwendigen persönlichen Informationen darstellen, um anschließend die philosophischen Grundlagen der von ihm geprägten Dekonstruktion zu erörtern. Hierbei gilt es vor allem deren Charakter und damit auch die Unterschiede zu strukturalistischen Konzepten herauszuarbeiten. Um die daraus resultierenden Auswirkungen auf das geisteswissenschaftliche Arbeiten zu verdeutlichen, möchte ich mich der Dekonstruktion innerhalb der Literaturgeschichte widmen. Besondere Beachtung soll in diesem Zusammenhang den Grundsätzen der als Yale-School bekannt gewordenen Professorengruppe zuteil werden, welcher eine herausragende Stellung in der amerikanischen Literaturwissenschaft der siebziger und achtziger Jahre zugeschrieben wird. Um meine theoretischen Ausführungen mit einem praktischen Beispiel zu verdeutlichen, werde ich mich eingehend mit einer Kurzgeschichte von Luis Borges auseinandersetzen. Unter Zuhilfenahme einer Definition möchte ich den betreffenden Text analysieren und die spezifischen Merkmale der Dekonstruktion herausarbeiten. Den Abschluß meiner Arbeit bildet eine Zusammenfassung sowie das Literaturverzeichnis.
2. Kurzbiographie Jacques Derrida
Der französische Philosoph Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 im algerischen El Biar geboren. Von 1935 bis 1941 besuchte er die Grundschule in seinem Geburtsort und wechselte anschließend zum Lycée Ben Aknoun. In dieser Zeit erfuhr er häufig Diskriminierungen aufgrund seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk. Neben der Schule studierte er intensiv die Werke der Philosophen Rousseau, Gide, Nietzsche, Valéry und Camus. Außerdem veröffentlichte Derrida Gedichte in kleinen nordafrikanischen Zeitungen. 1947 bis 1948 besuchte er die Philosophieklasse am Lycée Gauthier.1 In den darauffolgenden Jahren beschäftigte sich Derrida vor allem mit Texten Kierkegaards und Heideggers und beschloß die völlige Hinwendung zur Philosophie. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Internatsschule Lycée Louis-le-Grand studierte Derrida von 1952 bis 1956 an der École Normale Supérieure in Paris.2 Hier war er zeitweilig in Gruppen der nichtkommunistischen extremen Linken aktiv. Derrida schloß Freundschaft mit Foucault und besuchte mit Begeisterung dessen Vorlesungen. 1956 erhielt er ein Stipendium als „special auditor“ an der Universität von Harvard, wurde aber bereits ein Jahr später zum Militärdienst im Rahmen des Algerienkrieges zurückberufen. Von 1960 bis 1964 lehrte er Allgemeine Philosophie und Logik an der Sorbonne in Paris. Im Anschluß wurde er Dozent für Philosophiegeschichte an der École Normale Supérieure. 1966 nahm Derrida an der Johns Hopkins University in Baltimore an einem großen Kolloquium teil, welches eine spektakuläre Intensivierung der Rezeption bestimmter französischer Philosophen und Theoretiker in den USA einleitete. Bei diesem Treffen lernte der Philosoph unter anderem auch Paul de Man und Jacques Lacan kennen.3 Ein Jahr später hielt er seinen sehr populär gewordenen Vortrag „Die différance“ vor der Société française de philosophie. Derrida veröffentlichte daraufhin erste Bücher, wie zum Beispiel „De la grammatologie“ und die für das Konzept der Dekonstruktion maßgeblichen „Randgänge der Philosophie“. Die wachsende Anerkennung des Auslandes in der Folgezeit spiegelte sich in der Mitgliedschaft in mehreren Akademien sowie vielfacher Verleihung von Preisen und Ehrendoktortiteln wider.
[....]
1 http://www.suhrkamp.de/autoren/derrida/derridabio.htm
2 http://www.philosophenlexikon.de/derrida.htm
3 Dahlerup, Pil: Dekonstruktion. Die Literaturtheorie der 1990er, Berlin 1998, S. 34.
Quote paper:
Andreas Hönicke, 2001, Das Konzept der Dekonstruktion und seine Bedeutung für Philosophie und Literatur, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Fritz Langs Metropolis - Konstruktionen des Organischen
Communications - Movies and Television
Bachelor Thesis, 17 Pages
Sprache und Macht - Performative Ansätze bei Wittgenstein, Austin, Der...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 16 Pages
Recht und Gerechtigkeit bei Friedrich Schiller
Law - Philosophy, History and Sociology of Law
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Systemische Beratung - eine kritische Auseinandersetzung mit dem syste...
Ein kurzer Überblick
Essay, 10 Pages
Die Darstellung des Krieges und seiner Folgen in Hans Erich Nossacks D...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Intellectual Property Rights - Patentstrategien
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 30 Pages
Religionskritische Ansätze als Formen des Atheismus mit Berücksichtigu...
Theology - Systematic Theology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Patentzitierungen als Indikator für Innovationen
Business economics - Miscellaneous
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Performative Strategien bei DADA Zürich - Die Dada-Manifestationen in ...
German Studies - Modern German Literature
Thesis (M.A.), 121 Pages
Herausforderung des Patentrechtes in der Biotechnologie
Law - Civil / Private / Trade / Anti Trust Law / Business Law
Examination Thesis, 30 Pages
Rainer Maria Rilke - Erste Duineser Elegie - Eine Analyse der ersten b...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 33 Pages
Patentrennen und Research Joint Ventures
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Termpaper, 21 Pages
Qualität und Qualitätsmanagement in Bildungseinrichtungen
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Die Kavalierstour in der frühen Neuzeit
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Termpaper, 19 Pages
Andreas Hönicke's text Das Konzept der Dekonstruktion und seine Bedeutung für Philosophie und Literatur is now available as a printed book
Andreas Hönicke has published the text Das Konzept der Dekonstruktion und seine Bedeutung für Philosophie und Literatur
Andreas Hönicke has uploaded a new text
Philosophy, Literature, and Politics: Essays Honoring Ellis Sandoz
Charles R. Embry, Barry Cooper
Kombipack "Kritische Theorie der Zeit" und "Menschentiere, Sensationen...
Oliver Decker, Tobias Grave, Günter K. Bose, Dirk Scheidt, Hans Haacke, Bertram Haude
Composites, Surfaces, and Software: High Performance Architecture: Gre...
Greg Lynn, Mark Foster Gage, Yale School of Architecture
0 comments