II
Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff demographischer Wandel. 1
1.1 Zielsetzung 1
1.2 Das Untersuchungsgebiet: 3
Der Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. 3
2. Demographischer Überblick über Deutschland - Alterung
und Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050 5
2.1 Ursachen des demographischen Wandels in Deutschland 5
2.2 Geburtenniveau und Wanderungssaldo in Deutschland im Vergleich zu anderen
europ äischen Staaten 7
2.3 Bevölkerungsvorausberechnung für die Mitgliedsstaaten
der europäischen Union von Eurostat. 12
2.4 Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes 15
2.5 Hessen - Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050. 22
2.6 Rheinland-Pfalz - Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050 25
2.7 Ergebnisse der regionalisierten Vorausberechnung für die Regierungsbezirke
Hessens und landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz 27
3. Die Demographietypen der hessischen und rheinland-pfälzischen Kreise
(mittlere Variante) 28
3.1 Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung
f ür die hessischen Landkreise 28
3.2 Zweck der Demographietypen 29
3.3 Faktorenanalyse der demographischen Daten der Landkreise 29
3.4 Clusteranalyse der demographischen Daten der Landkreise 33
3.5 Rheingau-Taunus-Kreis, eine demographische Analyse - Demographietyp 8. 36
3.6 Die Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises. 40
3.7 Fazit: demographischer Wandel. 44
4. Strukturanalyse des Rheingau-Taunus-Kreises. 45
4.1 Zweck der Faktoren- und Clusteranalyse bei der Strukturanalyse 45
III
4.2 Die Siedlungsstruktur 46
4.2.1 Faktorenanalyse der Siedlungsstrukturdaten 46
4.2.2 Clusteranalyse der Siedlungsstrukturdaten 49
4.2.3 Die Siedlungsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises. 51
4.2.4 Das System der zentralen Orte im Rheingau-Taunus-Kreis 53
4.2.5 Fazit: Siedlungsstruktur. 56
4.3 Die Wirtschaftsstruktur. 58
4.3.1 Faktorenanalyse der Wirtschaftsstrukturdaten. 58
4.3.2 Clusteranalyse der Wirtschaftsstrukturdaten 60
4.3.3 Die Wirtschaftsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises. 62
4.3.4 Fazit: Wirtschaftsstruktur 68
5. Voraussichtliche Auswirkungen des demographischen Wandels 70
5.1 Siedlungsstruktur/ Wohnbau 70
5.2 Wirtschaftsstruktur 76
6. Qualitative, problemzentrierte Interviews 78
6.1 Situation des Rheingau-Taunus-Kreises 80
6.2 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsstruktur. 80
6.3 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wirtschaftsstruktur und
Versorgung 81
6.4 Defizite der Kommunen/ des Landkreises 81
6.5 Risiken des demographischen Wandels 82
6.6 Chancen des demographischen Wandels 83
6.7 Maßnahmen gegen den demographischen Wandel. 84
7. Konsequenzen für die räumliche Planung. 86
8. Entwicklung von Strategien zur Abmilderung des demographischen Wandels. 88
8.1 Wachstum und Innovation fördern. 91
8.2 Daseinsvorsorge und verkehrliche Erreichbarkeit sichern. 97
8.3 Ressourcen bewahren und Landschaftspotentiale entwickeln. 101
9. Quellenverzeichnis 104
9.1 Zitierte Literatur. 104
9.2 Zusätzlich gelesene Literatur 107
9.3 Statistische Daten 110
9.4 Kartengrundlage 111
10. Anhang 112
IV
Abbildungs -, Tabellen- und Kartenverzeichnis
Abb. 1: Bevölkerungswachstum der Südhessischen Landkreise
Abb. 2: Zusammengefasste Geburtenziffer ausgewählter europäischer Staaten
Abb. 3: natürliche Bevölkerungswachstumsrate
Abb. 4: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1960-2005
Abb. 5: Wanderungssaldo
Abb. 6: Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2050
Abb. 7: Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland
Abb. 8: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Abb. 9: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Abb. 10: Bevölkerungsentwicklung in Hessen 1970 bis 2050.
Abb. 11: Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung für Rheinland-Pfalz
Abb. 12: Ab- bzw. Zunahme der Bevölkerung im Cluster 8
Abb. 13: Veränderung der Altersgruppenanteile im Cluster 8.
Abb. 14: Vergleich Ergebnisse Hessen 2050 zu Bertelsmannstiftung
(Rheingau-Taunus-Kreis)
Abb. 15: Wanderungsbewegungen über die Gemeindegrenzen
des Rheingau-Taunus-Kreises.
Abb. 16: Das Zentrale-Orte-System im Rheingau-Taunus-Kreis
Abb. 17: Verfügbares Einkommen, BIP je Einwohner und BWS
je Erwerbstätigen im Cluster 5
Abb. 18: Steuereinnahmen der Kommunen in den Landkreisen des Cluster 5.
Abb. 19: Arbeitsplatzentwicklung des Rheingau-Taunus-Kreises
2000-2005 nach Wirtschaftsbereichen
Abb. 20: Arbeitsplatzentwicklung von 2000 bis 2005 nach Wirtschaftsbereichen
in den Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises
Abb. 21: Wohnbauprognose für den Rheingau-Taunus-Kreis bis 2020
Abb. 22: Wohnbautätigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis.
Abb. 23: Gemeindeanteile an der Wohnungsbautätigkeit 1995 bis
des Rheingau-Taunus-Kreises
V
Tab. 1: Block 1 der Varianten 16
Tab. 2: Block 2 der Varianten 17
Tab. 3: Variablen der Faktorenanalyse (demographische Daten) 30
Tab. 4: Cluster der Demographiedaten 36
Tab. 5: Variablen der Siedlungsstrukturdaten. 46
Tab. 6: Clusterzugehörigkeit zu den Siedlungsstrukturclustern. 50
Tab. 7: Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und Demographie 57
Tab. 8: In die Faktorenanalyse eingegangene Variablen 58
Tab. 9: Clusterzugehörigkeit zu den Wirtschaftsstrukturclustern. 62
Tab. 10: Zusammenhang zwischen Demographie und Wirtschaftsstruktur 70
Tab. 11: Interviewpartner. 79
Tab. 12: Maßnamenkatalog im Leitbild - Wachstum und Innovation fördern. 91
Tab. 13: Maßnahmenkatalog im Leitbild - Daseinsvorsorge
und verkehrliche Erreichbarkeit sichern 97
Tab. 14: Maßnahmenkatalog im Leitbild - Ressourcen bewahren
und Landschaftspotentiale entwickeln 101
Tab. Anhang 1: Demographiedaten der Demographiecluster (Clustermittelwerte) 137
Tab. Anhang 2: Strukturdaten der Siedlungsstrukturcluster (Clustermittelwerte) 139
Tab. Anhang 3: Wirtschaftsstrukturdaten der Wirtschaftsstrukturclustern
(Clustermittelwerte) 140
Karte 1: Der Rheingau-Taunus-Kreis 112
Karte 2: Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Rheingau-Taunus-Kreis
von 1980 bis 2005 113
Karte 3: Bevölkerungswachstumsraten Europas. 114
Karte 4: Bevölkerungsvorausberechnung in Europa bis 2050 von Eurostat. 115
Karte 5: Bevölkerungsab- bzw. Zunahme der Bundesländer. 116
Karte 6: Ergebnisse der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für die
Regierungsbezirke Hessens und die landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz 117
Karte 7: Clusterzugehörigkeit der Landkreise und kreisfreien Städte zu den.
Demographieclustern 118
VI
Karte 8: Veränderung der Bevölkerungsdichte bis 2050 im Cluster 8 119
Karte 9: Altersgruppen im Cluster 8 im Vergleich 2005-2050. 120
Karte 10: Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung bis 2020 von der
Bertelsmannstiftung 121
Karte 11: Alterung der Bevölkerung im Rheingau-Taunus-Kreis auf der Ebene
der Städte und Gemeinden bis 2020. 122
Karte 12: Zugehörigkeit der Landkreise zu den Siedlungsstrukturclustern. 123
Karte 13: Dichte- Indikatoren der Siedlungsstruktur 124
Karte 14: Wohnfläche pro Wohngebäude und Art der Wohngebäude
der Gemeinden im Rheingau-Taunus-Kreis. 125
Karte 15: Siedlungsflächen im Rheingau-Taunus-Kreis. 126
Karte 16: Zugehörigkeit der Landkreise und kreisfreien Städten zu den.
Wirtschaftsstrukturclustern 127
Karte 17: wichtige wirtschaftliche Indikatoren. 128
Karte 18: Beschäftigtendichte und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
in den Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises 129
Karte 19: Arbeitsplatzentwicklung 2000 bis 2005 der Kommunen
des Rheingau-Taunus-Kreises. 130
Karte 20: Die Kaufkraft je Einwohner in den Kommunen
des Rheingau-Taunus-Kreises. 131
Karte 21: Steuereinnahmekraft in den Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises. 132
Karte 22: Haushaltsprognose des BBR für die hessischen
und rheinland-pfälzischen Landkreise 133
Karte 23: Prognose der Erwerbspersonen von 2003-2020. 134
Karte 24: Entwicklung der Erwerbspersonen in den hessischen
und rheinlandpfälzischen Landkreisen. 135
Karte 25: Prognose der Erwerbspersonen in den hessischen
und rheinlandpfälzischen Landkreisen 136
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1. Der Begriff demographischer Wandel
Seitdem der Mensch sesshaft wurde, hat sich in einem bestimmten Gebiet eine bestimmte Bevölkerungszahl ergeben. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich Zentren der Besiedlung, die Hochkulturen hervorgebracht haben. Schon zu dieser Zeit war eine stabile Bevölkerungsentwicklung nötig, um diese Kulturen am leben zu erhalten. Jedoch verursachten Kriege, Hungersnöte und Epidemien eine erhebliche Bevölkerungsabnahme, die den Bestand der Besiedlung in einem Gebiet gefährdete. Demnach ist der demographische Wandel kein neues Phänomen, sondern es gibt ihn schon so lange, wie es den Menschen gibt. Der demographische Wandel hängt mit vielen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammen. Einerseits kann ein moderater Bevölkerungsanstieg die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen, andererseits kann eine Bevölkerungsexplosion wie auch eine Bevölkerungsimplosion eine Gesellschaft im Bestand gefährden.
In Europa des 18. und 19. Jahrhunderts im Zuge der industriellen Revolution verlief die Bevölkerungsentwicklung zum größten Teil positiv, explodierte geradezu, so dass viele Menschen gezwungen waren auszuwandern. Andernfalls hätten sie nicht ernährt werden können oder hätten in Armut gelebt.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts und im Laufe des 20. Jahrhunderts sank jedoch die Geburtenzahl in vielen europäischen Staaten aufgrund neuer sozialer Entwicklungen drastisch. Somit entwickelte sich der aktuelle demographische Wandel mit seinen vielfältigen, gravierenden Problemen.
1.1 Zielsetzung
Im Rahmen einer Strukturanalyse wird die demographische Entwicklung im Rheingau-Taunus-Kreis untersucht und dargestellt. Aufbauend auf die Strukturanalyse wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der zur Abmilderung der Auswirkungen des demographischen Wandels im Rheingau-Taunus-Kreis beitragen soll.
Der demographische Wandel hat vielfältige Auswirkungen. Die Diplomarbeit konzentriert sich darauf, wie sich der demographische Wandel im Rheingau-Taunus-Kreis auf seine Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur auswirken wird und wo sich die Problemgebiete befinden, bzw. welche Gemeinden des Kreises hiervon besonders betroffen sind. Die Analyse der
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Strukturdaten zeigt Chancen und Risiken des Rheingau-Taunus-Kreises auf, die auf den demographischen Wandel bezogen werden.
Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung des hessischen Landtages, „Bevölkerung in Hessen 2050“, im Rahmen der koordinierten Bevölkerungsprognose der Bundesregierung sowie aktuelle statistische Daten der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur bilden hierfür die Daten-grundlage. Aus der Analyse soll hervorgehen, wie sich die Bevölkerungszahl bis 2050 entwickeln und wie sich bis dahin die Altersstruktur verändern wird. Zunächst wird auf den demographischen Wandel in Deutschland und Hessen eingegangen, um einen Überblick über die Problematik zu geben und die Rahmenbedingungen für das Untersuchungsgebiet aufzuzeigen. Der Analyseteil der Diplomarbeit beginnt mit der Erstellung eines Demographietyps der hessischen und rheinland-pfälzischen Landkreise mit Hilfe quantitativer Analysemethoden. Die demographischen Daten der Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises werden unter zur Hilfenahme der Bevölkerungsvorausberechnung der Bertelsmannstiftung analysiert.
Des Weiteren erfolgt eine Analyse des Rheingau-Taunus-Kreises in Bezug auf seine Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur.
Ergänzend dazu werden verschiedene Institutionen zum demographischen Wandel befragt. Bei folgenden Institutionen wurden Interviews durchgeführt:
• Hessenagentur
• Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises (Taunusstein, Oestrich-Winkel, Aarbergen, Heidenrod und Walluf) • Kreisverwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises
Die Ergebnisse der Analyse werden gebündelt und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsstruktur und Wirtschaftsstruktur bewertet. Mit der Diplomarbeit wird eine Datengrundlage für weitere Konzepte im Rheingau-Taunus-Kreis gelegt. Die vergleichende Analyse der demographischen Daten des Rheingau-Taunus-Kreises mit den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen und Rheinland-Pfalz verdeutlicht die Situation des Rheingau-Taunus-Kreises. Aus dem Analyseteil ist ersichtlich, welche Landkreise mit der Struktur des Rheingau-Taunus-Kreis vergleichbar sind. Mit diesen Landkreisen würde sich daher eine Zusammenarbeit im Themenfeld demographischer Wandel anbieten. Die demographischen Daten der hessischen und rheinlandpfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte sind visuell in Form von thematischen Karten, die mit einem Geo-
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graphischen Informationssystem (GIS) erstellt wurden, aufbereitet. So können die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Landkreise und kreisfreien Städte im Einzelnen abgelesen werden. Mit Hilfe der Strukturanalyse der Siedlungs- und Wirtschaftsdaten dieser Landkreise und kreisfreien Städte können die derzeitigen Defizite des Rheingau-Taunus-Kreises erfasst werden. Sie werden zusammen mit qualitativen, problemorientierten Experteninterviews bewertet und eingeordnet. Schließlich gibt der Maßnahmenkatalog als Ergebnis der Diplomarbeit Anregungen, wie in der Zukunft mit dem demographischen Wandel im Rheingau-Taunus-Kreis umgegangen werden kann.
1.2 Das Untersuchungsgebiet:
Der Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen
Das Untersuchungsgebiet ist der hessische Landkreis Rheingau-Taunus. Der Rheingau-Taunus-Kreis liegt im Südwesten Hessens an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Er gehört zum Regierungsbezirk Südhessen. An den Rheingau-Taunus-Kreis grenzen im Nordosten die hessischen Landkreise Limburg-Weilburg und der Hochtaunuskreis sowie im Südosten der Main-Taunus-Kreis und die kreisfreie Stadt Wiesbaden. Im Nordwesten grenzt der rheinland-pfälzische Landkreis Rhein-Lahn und im Südwesten der Landkreis Mainz-Bingen an. Der Rheingau-Taunus-Kreis besteht aus den Kreisteilen Rheingau und Untertaunus, die in einer Verwaltungsreform im Jahr 1977 zu einem Landkreis zusammengefasst wurden. Beide Kreisteile sind durch unterschiedliche Landschaftsräume gekennzeichnet. (vgl. Karte 1) Der Rheingau, durch den Rhein geprägt, ist ein ausgeprägtes Weinanbaugebiet und für den Tourismus sehr attraktiv. Als ein lang gezogenes Siedlungsband liegen am Rhein die Haupt-orte Walluf, Eltville, Kiedrich, Oestrich-Winkel, Geisenheim, Rüdesheim und Lorch. Den größten Teil der Fläche des Rheingaus nimmt das überwiegend bewaldete Rheingaugebirge als Ausläufer des Taunus mit den Ortsteilen Espenschied, Ransel, Wollmerschied (Lorch), Presberg (Rüdesheim) sowie Stephanshausen (Geisenheim) ein.
Das zweite Teilgebiet des Rheingau-Taunus-Kreises ist der Untertaunus, der von ausgedehnten Waldgebieten und großen ländlichen Gemeinden geprägt ist. Diese Gemeinden sind Heidenrod, Hohenstein, Aarbergen und Hünstetten im Nordwesten und Waldems im Nord- osten. Im Süden des Untertaunus liegen die urbaneren Städte und Gemeinden Taunusstein,
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Idstein, Niedernhausen und die Kreisstadt Bad Schwalbach. Dort konzentrieren sich zum größten Teil die Gewerbegebiete und Arbeitsplätze des Untertaunus. Somit setzt sich der Rheingau-Taunus-Kreis aus sehr unterschiedlichen Räumen zusammen. Zum einen umfasst er große ländliche Bereiche im Nordwesten und suburbane Bereiche im Südosten, die an die kreisfreie Stadt Wiesbaden angrenzen. Der Landkreis ist demnach ein sehr heterogenes Gebiet am Rande des Verdichtungsraumes Rhein-Main. Der Rheingau-Taunus-Kreis hat auch in der Bevölkerungsentwicklung eine sehr heterogene Struktur, wie es in der Karte 2 ersichtlich ist. Die Gemeinden Heidenrod, Niedernhausen und Waldems weisen seit 1980 einen Bevölkerungszuwachs von knapp 30 Prozent sowie Hünstetten mit 35 Prozent den höchsten Bevölkerungszuwachs auf. Acht der insgesamt 17 Gemeinden hatten einen Zuwachs zwischen 6-10 Prozent zu verzeichnen. Die Städte und Gemeinden Aarbergen, Geisenheim, Lorch und Rüdesheim haben dagegen eine Bevölkerungsabnahme von bis zu 10 Prozent zu verkraften. Somit lagen schon in der Vergangenheit Wachstums- und Schrumpfungsräume im Rheingau-Taunus-Kreis nah beieinander, was den angesprochenen demographischen Wandel noch verschärfen wird.
Im Vergleich des Rheingau-Taunus-Kreises zu den anderen südhessischen Landkreisen hat er vor allem im Zeitraum von 2001 bis 2005 ein sehr geringes Bevölkerungswachstum. Nach dem Odenwaldkreis hat der Rheingau-Taunus-Kreis das geringste Bevölkerungswachstum der südhessischen Landkreise und kreisfreien Städte. Insgesamt zeigt Abbildung 3, dass das Bevölkerungswachstum aller südhessischen Landkreise nachgelassen hat. Demgegenüber hat das Bevölkerungswachstum der kreisfreien Städte Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zum Teil erheblich zugelegt. In Darmstadt und Frankfurt veränderte sich ein negatives Bevölkerungswachstum im Zeitraum von 1996 bis 2000 zu einem positiven Bevölkerungswachstum von 1,5 Prozent im Zeitraum von 2001 bis 2005. Demnach könnten in Zukunft die Kernstädte im Rhein-Main-Gebiet im Gegensatz zu den ländlichen und suburbanen Räumen an Attraktivität für Wohnen gewinnen. (vgl. Abb. 1)
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Abb. 1: Bevölkerungswachstum der Südhessischen Landkreise
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes
Das Untersuchungsgebiet Rheingau-Taunus-Kreis ist deswegen so interessant, weil der Kreis durch seine Randlage zum Kernraum des Rhein-Main-Gebietes, gerade auch wegen des demographischen Wandels, stark unter Druck gerät und an Attraktivität für Wohnen und Arbeiten verlieren könnte.
2. Demographischer Überblick über Deutschland - Alterung und
Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050
2.1 Ursachen des demographischen Wandels in Deutschland
Der demographische Wandel in Deutschland hat seine Ursache in der Einstellung der Nachkriegsgenerationen zu Kindern und Familie. So hat die Veränderung der Einstellung der Menschen, nach Meinung des Bevölkerungswissenschaftlers Hertwig Birg, in der Gesellschaft ein demographisch-ökonomisches Paradoxon hervorgerufen. In den entwickelten Ländern leisten sich Paare trotz eines steigenden Realeinkommens weniger Kinder als in der Vergangenheit.
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Noch im Nachkriegs-Babyboom in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts bekam eine Frau im Durchschnitt 2,4 Kinder. Das ist doppelt soviel wie heute, obwohl das Realeinkommen damals weniger als die Hälfte des heutigen erreichte. (Birg 2005: 42) Eine Erklärung dazu ist, dass die Preise und Kosten der für die Erziehung von Kindern benötigten Dienstleistungen, insbesondere für Betreuung und Aufsicht durch Dienstpersonal, stärker gestiegen sind als die Preise der industriell erzeugbaren materiellen Konsumgüter. Somit kann mit dem heutigen Einkommen ein höheres Maß an Nutzen erzielt werden, wenn der Anteil, der für den Erwerb von industriell erzeugten Gütern verwendet wird, am verfügbaren Einkommen ausgeweitet und, der für Kinder aufgewendete, entsprechend reduziert wird. (Birg 2005: 43)
Die zweite Erklärung ist, dass das entgangene Einkommen der Frauen, die sich um Erziehung der Kinder kümmern, abgewogen wird. Das Lohneinkommen der Frauen ist relativ zu den Lohneinkommen der Männer in der Nachkriegszeit erheblich gestiegen. Die Gehälter von vollzeitbeschäftigten weiblichen Angestellten, die noch im Jahre 1960 bei 55 Prozent der Gehälter ihrer männlichen Kollegen lagen, sind inzwischen auf über 70 Prozent angestiegen. Dabei ist bemerkenswert, dass die Geburtenrate in Frankreich höher ist als in Deutschland, obwohl dort die Relation von Frauen- und Männerlöhnen. (Birg 2005: 43) Hans-Werner Sinn spricht von einer indirekten Wirkung der gestiegenen Einkommen der Frauen, denn fehlende Kindergärten und Ganztagsschulen verstärken diese Wirkung. So ist der Anreiz beim Fehlen solcher Einrichtungen auf Kinder zu verzichten, umso größer, je höher das Lohneinkommen der Frauen ist. (Sinn 2005: 73f)
Den größten Einfluss auf die Höhe der Geburtenrate hat nach Ansicht Birgs die Einführung der modernen Sozialversicherung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgeübt. Jedenfalls ist es sehr auffällig, dass ab diesem Zeitpunkt die Geburtenrate abnimmt. Denn aus individueller Sicht ist die soziale Absicherung durch Kinder jetzt nicht mehr erforderlich. (Birg 2005: 45f)
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2.2 Geburtenniveau und Wanderungssaldo in Deutschland im Ver-
gleich zu anderen europäischen Staaten
Der demographische Wandel ist vor allem darauf zurückzuführen, dass seit den 70er Jahren die Sterbefälle die Geburten übertroffen haben und ein zunehmendes Geburtendefizit anzutreffen ist. Allgemein ist bei der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland insbesondere der progressive Charakter des Bevölkerungsrückgangs festzuhalten. Bei Wachstums- wie bei Schrumpfungsprozessen der Bevölkerung handelt es sich nicht um lineare, sondern um exponentielle Funktionen So kann eine unkontrollierte Fertilität in den Entwicklungsländern zu einem sich selbst beschleunigenden Bevölkerungswachstum führen. Dementsprechend ist im Falle eines kontinuierlichen starken Geburtenrückgangs mit einer Bevölkerungsimplosion zu rechnen. Ein gutes Maß für die Bevölkerungsentwicklung ist die zusammengefasste Geburtenziffer. Die zusammengefasste Geburtenziffer ist die Summe der alterspezifischen Fruchtbarkeitsziffern der weiblichen Bevölkerung eines bestimmten Jahres. So gibt die zusammengefasste Geburtenziffer praktisch die mittlere Kinderzahl pro Frau bezogen auf ein Stichjahr an. (Kaufmann 2005: 49fff)
Im Vergleich der ausgewählten europäischen Staaten fällt auf, dass alle hier dargestellten Staaten das Bestandserhaltungsniveau von 2,13 Lebendgeborenen pro Frau im gebärfähigen Alter unterschritten haben. Der Zeitpunkt des Unterschreitens variiert jedoch zwischen den Staaten erheblich. So war Deutschland im Jahr 1970 der erste Staat, der das Bestandserhaltungsniveau von 2,13 unterschritten hat. In den Jahren 1972/73 unterschritt Österreich das Bestandserhaltungsniveau sowie Frankreich und Norwegen 1975, Italien 1976/77, Spanien 1980/81 sowie Rumänien und Polen 1990/91. (vgl. Abb. 2)
Seitdem hat kein Staat mehr das Bestandserhaltungsniveau wieder überschritten, jedoch die hier dargestellten Staaten Frankreich und Norwegen nähern sich dem Bestandserhaltungsniveau wieder an. Spanien und Polen, die spät das Bestandserhaltungsniveau unterschritten haben, sind bei der zusammengefassten Geburtenziffer sehr stark abgesunken. In denjenigen Staaten, in denen die zusammengefasste Geburtenziffer das Bestandsherhaltungsniveau unterschritten hat, werden immer weniger Mädchen geboren, die wiederum im gebärfähigen Alter zu wenige Kinder bekommen. So verringert sich die Bevölkerung zum einen, weil insgesamt zu wenige Kinder geboren werden und zum anderen fehlen in der nächsten Generation die Mütter. (Eurostat 2007b)
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Abb. 2: Zusammengefasste Geburtenziffer ausgewählter europäischer Staaten
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b
Wie oben beschrieben, hat Deutschland im Jahr 1970 das Bestandserhaltungsniveau unterschritten. Lediglich zwei Jahre später ist das natürliche Bevölkerungswachstum in den negativen Bereich gefallen. Die zusammengefasste Geburtenziffer ist bis 1977 auf 1,4 Lebend-geborenen pro Frau im gebärfähigen Alter gefallen und wurde nie wieder überschritten. Dies hatte die Folge, dass die natürliche Bevölkerungswachstumsrate bis heute nicht wieder in den positiven Bereich gestiegen ist. Im Gegenteil, wenn die zusammengefasste Geburtenziffer weiterhin deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau bleibt, wird das Geburtendefizit in Deutschland immer weiter zunehmen.
Verglichen mit der Situation Frankreichs, wo die zusammengefasste Geburtenziffer ebenfalls unter dem Bestandserhaltungsniveau liegt, ist noch kein Geburtendefizit erreicht. Das natürliche Bevölkerungswachstum in Frankreich ist nach wie vor im positiven Bereich. Es ist allerdings in den 1970er Jahren stark abgefallen. Wenn die zusammengefasste Geburtenziffer Frankreichs auch in Zukunft unter dem Bestandserhaltungsniveau bleibt, wird das natürliche Bevölkerungswachstum unaufhaltsam dem Nullniveau nähern und unterschreiten. In Norwegen sind die Verhältnisse ganz ähnlich. In beiden Staaten ist die zusammengefasste Geburtenziffer wieder gestiegen, so dass die Erhöhung des Geburtendefizites verlangsamt wurde. (vgl. Abb.3)
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In Polen liegen die Verhältnisse ganz ähnlich wie in Deutschland, nur dass in Polen die zusammengefasste Geburtenziffer erst 1989 das Bestandserhaltungsniveau unterschritten hat. In Polen war allerdings das natürliche Bevölkerungswachstum auf einem sehr hohen Niveau, so dass es erst im Jahr 2002 negativ wurde, also 13 Jahre nachdem die zusammengefasste Geburtenziffer unter dem Bestandserhaltungsniveau gefallen ist. (Eurostat 2007b)
Abb. 3: natürliche Bevölkerungswachstumsrate
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b
Abbildung 4 zeigt die wichtigsten demographischen Indikatoren, das natürliche Bevölkerungswachstum, den Wanderungssaldo und das Gesamtwachstum der Bevölkerung. Erkennbar ist dabei, dass das Bevölkerungswachstum in Deutschland vor 1970 insbesondere durch das natürliche Bevölkerungswachstum bestimmt wurde. Dagegen wurde ab 1970, nach dem starken Absinken des natürlichen Wachstums in den negativen Bereich, das Bevölkerungswachstum besonders stark durch die Zuwanderung bestimmt. So konnte die Zuwanderung das Geburtendefizit mehr als wettmachen. Besonders in den 90er Jahren erfolgte eine hohe Einwanderung nach Deutschland. Jedoch verringerte sich der Wanderungssaldo seit Mitte der 90er Jahre stark, so dass im Jahr 2004 das Gesamtwachstum der Bevölkerung negativ wurde. Seit Ende der 80er Jahre vergrößert sich das Geburtendefizit deutlich. Dies wird sich in absehbarer Zeit nicht verändern. Auf diese Weise wird, um die Bevöl-
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kerungszahl stabil zu halten, ein immer höherer positiver Wanderungssaldo nötig sein. (Eurostat 2007b)
Abb. 4: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1960-2005
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b
Die Verringerung des Wanderungssaldos wird durch die rückläufige Einwanderung der Spätaussiedler verursacht, die von über 98 000 im Jahr 2001 auf ca. 35 500 im Jahr 2005 zurückgegangen ist. Zusätzlich nahmen die Fortzüge der Deutschen mit 110 000 im Jahr 2001 auf 145 000 im Jahr 2005 stark zu. Für die Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass die Zuzüge der Spätaussiedler weiter zurückgehen werden. Es kann jedoch nicht vorhergesagt werden, ob die Fortzüge der Deutschen dauerhaft auf dem derzeit hohen Niveau bleiben werden. (Statistisches Bundesamt 2006: 23)
Andere West- und Mitteleuropäische Staaten wie Österreich, Belgien, Italien, Norwegen und vor allem Spanien und Irland hatten besonders seit dem Jahr 2000 eine deutlich höhere Ein-wanderung als Deutschland. Spanien zum Beispiel hatte seit der Jahrtausendwende eine 4-mal höhere Einwanderung. Im Jahr 2005 verzeichnete Deutschland außer Polen und der Slowakei den niedrigsten Wanderungssaldo aller west- und mitteleuropäischen Staaten. So wird deutlich, dass Deutschland auch bei der Einwanderung zunehmend einen schweren Stand hat. Viele Nachbarstaaten sind viel attraktiver für Einwanderung geworden als Deutschland. (vgl. Abb. 5) (Eurostat 2007b)
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Abb. 5: Wanderungssaldo
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b
In Bezug auf Wanderungen zwischen verschieden Staaten sind besonders die so genannten Push und Pull-Faktoren bedeutsam. In jedem Gebiet sind zahlreiche Faktoren vorhanden, die den Menschen entweder festhalten oder anziehen. Die Faktoren, die eine anziehende Wirkung haben, werden als Pull-Faktoren bezeichnet. Dagegen werden Faktoren, die den Menschen von diesem Gebiet abstoßen bzw. ihn fernhalten, als Push-Faktoren bezeichnet. Des Weiteren sind Faktoren vorhanden, denen gegenüber die Menschen sich weitgehend indifferent verhalten. (Kuls 2000: 199)
In der Theorie von E. S. Lee aus dem Jahr 1966 werden vier Faktorenkomplexe aufgestellt, die für die Entscheidung zu wandern und für den Ablauf der Wanderung wesentlich sind:
Jedoch werden Wanderungen nicht nur durch die Abwägungen von positiven und negativen Faktoren im Wohngebiet und im möglichen Zielgebiet ausgelöst, sondern es werden auch die Hindernisse zwischen zwei Punkten in Betracht gezogen, deren Überwindung mehr oder
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weniger große Schwierigkeiten bereiten. Schließlich haben Hindernisse aufgrund persönlicher Faktoren für verschiedene Menschen eine unterschiedliche Bedeutung. (Kuls 2000: 199) So sind Wanderungen zwischen Staaten von sehr unterschiedlichen Faktoren im Herkunfts-und im Zielland abhängig. Ein wichtiger Faktor kann z.B. die aktuelle Wirtschaftslage sein. Einerseits kann eine schlechte Wirtschaftslage im Herkunftsland Menschen dazu bewegen in ein anderes Land auszuwandern - ein Push-Faktor. Andererseits kann eine boomende Wirtschaftslage, in der ein Arbeitskräftemangel herrscht, ein Pull-Faktor bedeuten, der Menschen dazu veranlasst einzuwandern. Neben wirtschaftlichen Faktoren können soziale oder politische Faktoren vorhanden sein, die Wanderungen hervorrufen.
In Bezug auf die momentane Situation Deutschlands kann eine schlechte wirtschaftliche Lage in den letzten Jahren dafür gesorgt haben, dass viele Deutsche ins Ausland ausgewandert sind und nur wenige Ausländer dazu veranlasst hat nach Deutschland einzuwandern. Eine deutlich bessere wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren kann somit auch wieder einen positiveren Wanderungssaldo erzeugen. So ist in Bezug auf Wanderungen mit starken Schwankungen zu rechnen, die eine genaue Vorausberechnung der Bevölkerungszahl schwierig machen. Daher sind für eine Bevölkerungsvorausberechnung Annahmen wichtig, die in verschiedenen Varianten gebündelt werden.
2.3 Bevölkerungsvorausberechnung für die Mitgliedsstaaten der eu-
ropäischen Union von Eurostat
Eurostat macht in seiner Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2004 für die Mitgliedstaaten der europäischen Staaten und den mit der EU assoziierten Staaten Bulgarien und Rumänien folgende Annahmen und geht davon aus, dass bei den Fruchtbarkeitsstrukturen in der EU ein Übergang zur späten Schwangerschaft erfolgt. So befinden sich die Mitgliedsstaaten in unterschiedlichen Übergangsphasen. Die nord- und westeuropäischen Staaten befinden sich demnach in einer Spät- oder Endphase des Übergangs. Die südlichen Staaten dagegen sind in einer mittleren Phase und die osteuropäischen Länder durchlaufen eine noch frühe Phase. In den Staaten, in denen eine Verschiebung stattfindet, wird die zusammengefasste Geburtenziffer voraussichtlich nur langsam steigen. In den südeuropäischen Staaten wird vor dem Jahr 2010 eine Zunahme der Fruchtbarkeit stattfinden, während sie im östlichen Mitteleuropa im kommenden Jahrzehnt gering bleiben und dann wieder steigen wird. Das Bestandserhaltungs-
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niveau wird in keinem EU-Staat erreicht werden. Die zusammengefasste Geburtenziffer für die EU wird voraussichtlich zwischen 1,4 und 1,9 liegen.
Eurostat geht davon aus, dass die Lebenserwartung in der EU-25 (alte EU Staaten zusammen mit den EU-Erweiterungsstaaten) sowohl für Männer als auch für Frauen weiter zunehmen wird. Außerdem werden sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich der Lebenserwartung weiter verringern.
Für die Mitgliedstaaten der europäischen Union hat Eurostat drei Varianten der Bevölkerungsvorausberechnungen erstellt: die hohe Variante, die Basisvariante und die niedrige Variante.
Die europäische Union wird laut Basisvariante im Vorrausschätzungszeitraum bis 2050 fast 40 Millionen Migranten aufnehmen, nach der hohen Variante 63 Millionen und nach der niedrigen Variante 20 Millionen. Der größte Teil der Einwanderer wird in die EU- 15 immigrieren. Die neuen Mitgliedsstaaten jedoch werden zwar am Ende des Zeitraums bei der hohen Variante und Basisvariante einen positiven Saldo erzielen. Die kumulierten Werte des Vorrausschätzungszeitraums werden in den neuen Mitgliedstaaten jedoch sehr viel geringer sein. (Eurostat 2007a: 7)
Für die verschiedenen Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung hat Eurostat in Bezug auf Deutschland die folgenden Annahmen getroffen (Eurostat 2007a: 7):
• hohe Variante:
• Basisvariante:
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• niedrige Variante:
In Karte 4 sind die Ergebnisse der Vorausberechnung von Eurostat dargestellt. Demnach können in der hohen Variante fast alle EU-Staaten außer Rumänien bis 2050 ein Bevölkerungswachstum vorweisen. Dabei könnten Großbritannien, Irland und Schweden das höchste Bevölkerungswachstum von über 25 Prozent aufweisen. Deutschland gehört dagegen zusammen mit Italien, Griechenland und die baltischen Staaten zu den EU- Staaten mit einem geringen Bevölkerungswachstum von 10 Prozent. In der Basisvariante schrumpfen die östlichen Mitgliedsstaaten der EU wie Polen, die baltischen Staaten, Rumänien und Ungarn um bis zu 20 Prozent. Deutschland schrumpft wie Italien, Finnland und die Iberische Halbinsel um bis zu 10 Prozent. Die westeuropäischen Staaten der EU wie Großbritannien, Frankreich, Benelux, Schweden und vor allem Irland wachsen in ihrer Bevölkerungszahl zum Teil sehr deutlich, wie Irland bis zu 40 Prozent. In der niedrigen Variante schrumpfen alle Mitgliedstaten der EU außer Irland. Die östlichen Staaten schrumpfen stärker als die westlichen Mitgliedsstaaten der EU.
Abbildung 6 zeigt die Ergebnisse der Vorausberechnung von Eurostat in Bezug auf Deutsch-land. So wächst die Bevölkerungszahl in der hohen Variante bis 2050 auf 90 Millionen Einwohner. In der Basisvariante und der niedrigen Variante dagegen schrumpft die Bevölkerung- szahl Deutschlands auf 75 bzw. 65 Millionen Einwohner bis zum Jahr 2050. (Eurostat 2007c)
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Abb. 6: Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2050
Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007c
2.4 Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statis-
tischen Bundesamtes
Das statistische Bundesamt führt in regelmäßigen Abständen im Auftrag der Bundesregierung eine koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung durch, die in Zusammenarbeit mit den statistischen Landesämtern der Bundesländer entwickelt wird. Die Bundesländer unter Abstimmung mit dem statistischen Bundesamtes erstellen wiederum eigene Bevölkerungsvorausberechnungen für ihr eigenes Bundesland. Im Folgenden werden die Annahmen der neuesten, 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2006 beschrieben (Statistisches Bundesamt 2006: 8fff):
• Annahme „annährende Konstanz“ (G1): fortgesetzte Entwicklung der letzten 15 bis 20 Jahre: zusammengefasste Geburtenziffer auf dem Niveau von knapp 1,4 Kindern je Frau - konstante Geburtenverhältnisse im Zeitraum von 2016 bis 2050 • Annahme „leichter Anstieg“ (G2): Zunahme der Geburtenhäufigkeit auf 1,6 Kinder je Frau bis 2025 - konstante Geburtenhäufigkeit im Zeitraum von 2026 bis 2050
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• Annahme „leichter Rückgang“ (G3): Rückgang der Geburtenhäufigkeit bis zum Jahr 2050 auf 1,2 Kinder je Frau
• Basisannahme zur Lebenserwartung (L1): im Jahr 2050 durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer von 83,5 Jahren und für Frauen von 88,0 Jahren - Zuwachs von 7,6 bzw. 6,5 Jahren im Vergleich zur Lebenserwartung in Deutschland 2002/2004
• Basisannahme zur Lebenserwartung (L2): im Jahr 2050 durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer von 85,4 Jahren und Frauen von 89,8 Jahren - für Männer 9,5 Jahre und für Frauen 8,3 Jahre mehr als 2002/2004 • Annahme zum Wanderungssaldo W1: jährlicher Wanderungsüberschuss von 100.000 Personen
• Annahme zum Wanderungssaldo W2: jährlicher Wanderungsüberschuss von 200.000 Personen
Die Annahmen zur Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Wanderungssaldo ergeben, miteinander kombiniert, zwölf Varianten. Zur besseren Übersichtlichkeit werden die zwölf Varianten zu zwei Blöcken mit je sechs Varianten zusammengefasst: Drei Annahmen zur Geburtenhäufigkeit multipliziert mit zwei Annahmen zur Lebenserwartung. Im ersten Block werden sie mit einem Wanderungssaldo von 100.000 und im zweiten einem Wanderungssaldo von 200.000 kombiniert. (Statistisches Bundesamt 2006: 30) Die Varianten 1-W1 und 1-W2 zeigen die wahrscheinlichen Bevölkerungsentwicklungen, wenn sich die langfristigen Trends fortsetzen. Die beiden Varianten bilden die Ober- und Untergrenze eines Korridors, der die „mittlere“ Bevölkerung anzeigt. (vgl. Tab. 1 bzw. Tab. 2) (Statistisches Bundesamt 2006: 30)
Tab. 1: Block 1 der Varianten
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Tab. 2: Block 2 der Varianten
Trotz hoher Nettozuwanderung geht seit 1998 die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zurück. Im Jahr 2005 waren 19,5 Millionen Frauen zwischen 15 und 49 Jahre alt. Bei der Fortsetzung der aktuellen demographischen Entwicklung werden es 2050 lediglich 12,1 bzw. 13,4 Millionen sein („mittlere“ Bevölkerung, Unter- bzw. Obergrenze). Unter diesen Bedingungen wird das Geburtendefizit von 144 000 im Jahr 2005 auf 434 000 bzw. 404 000 im Jahr 2030 und dann weiter auf 602 000 bzw. 566 000 im Jahr 2050 steigen (Varianten 1-W1 bzw. 1-W2: „mittlere“ Bevölkerung, Unter- bzw. Obergrenze). Auch eine langfristige jährliche Zuwanderung von 200 000 statt 100 000 Personen wird somit das Anwachsen des Geburtendefizits etwas verlangsamen, kann seine Vervierfachung aber nicht verhindern. (Statistisches Bundesamt 2006: 31f)
In Deutschland lebten Ende 2005 82,4 Millionen Menschen. Die Variante 1-W1, die Untergrenze der „mittleren“ Bevölkerung bedeutet eine Verringerung der Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 auf 68,7 Millionen. Somit wird die Bevölkerungszahl mit etwa 14 Millionen unter dem heutigen Stand liegen. Das Niveau des Jahres 1950 wird sie so leicht unterschreiten. Ein höherer Wanderungssaldo von 200.000 Personen wird laut der Variante 1-W2„mittlere“ Bevölkerung, Obergrenze für einen langsameren Rückgang sorgen: Im Jahr 2050 werden danach 74 Millionen Menschen in Deutschland leben. (vgl. Abb. 7) (Statistisches Bundesamt 2006: 34)
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Abb. 7: Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland
Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des statistischen Bundesamtes beinhaltet neben der zukünftigen Bevölkerungszahl Deutschlands auch die Berechnung der zukünftigen Altersstruktur. Zur besseren Einordnung der Ergebnisse werden sie mit der Altersstruktur von 1910, 1950 und 2005 verglichen.
Der Altersaufbau von 1910 in Deutschland hat nahezu die Idealform einer Alterspyramide, mit einer hohen Geburtenzahl und einer gleichmäßigen Verringerung der Anzahl der einzelnen Geburtenjahrgänge mit zunehmendem Alter. Der Altersaufbau von 1950 dagegen zeigt große Geburteneinbrüche durch die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise. Auch ist schon sichtbar, dass sich die Zahl der Geburten von Geburtenjahrgang zu Geburtenjahrgang verringerte. Die Altersstruktur von 2005 nimmt schon eine vollständig andere Form an als 1910 - eine Zapfenform. Deutlich sind die Jahrgänge erkennbar, die aus dem „Babyboom“ der 60er Jahre hervorgegangen sind, die im Jahr 2005 um die 40 Jahre alt waren. Danach fällt die Stärke der Jahrgänge deutlich ab, die aufgrund des „Pillenknicks“ und der geringeren Geburtenrate der 70er Jahre weniger stark sind. Augrund der geringen Fertilitätsrate verringert sich die Stärke der Jahrgänge weiter, so dass im Jahr 2050 die Altersstruktur die Form einer Urne angenommen hat. (vgl. Abb. 8)
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Abbildung 9 zeigt ebenfalls die Altersstruktur, jedoch ist sie in die Altersgruppen 0 bis unter 20 Jahre, 20 bis unter 65 Jahre sowie 65 und älter eingeteilt. Bei einer konstanten Geburtenhäufigkeit, einer leicht steigenden Lebenserwartung und einem Wanderungssaldo von 100 000 Personen entwickeln sich diese Altersgruppen bis 2050 folgendermaßen. Die Altersgruppe unter 20 Jahre verringert sich bis 2030 um 4 Prozentpunkte und bis 2050 um 5 Prozentpunkte. Einen stärkeren Rückgang bis 2050 mit 9 Prozentpunkten hat die mittlere Altersgruppe der 20 bis 65 Jährigen zu verzeichnen. Dagegen wird die Altersgruppe der über 65 Jährigen 2050 deutlich größer sein - Anstieg des Anteils um 14 Prozentpunkte. Bei einer steigenden Geburtenhäufigkeit, einer leicht zunehmenden Lebenserwartung und einen Wanderungssaldo von 200 000 Personen fällt die Abnahme der mittleren und jungen Altersgruppe und der Anstieg der über 65 Jährigen fällt gleich wie im ersten Fall. Bei einer fallenden Geburtenhäufigkeit, einer stark steigenden Lebenserwartung und einem Wanderungssaldo von 100.000 dagegen geht der Anteil der mittleren und jungen Altersgruppe noch etwas mehr als im ersten Fall zurück. Der Anstieg der Altersgruppe der über 65 Jährigen fällt noch höher aus. (Statistisches Bundesamt 2007)
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Abb. 8: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Quelle : Statistisches Bundesamt 2006: 35
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Abb. 9: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Quelle : Statistisches Bundesamt 2006: 37
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In Bezug auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung der Bundesländer kommt die 11. ko-ordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zu den folgenden Ergebnissen, die auf Karte 5 dargestellt werden:
Nach der Variante 1-W1 nimmt bis 2010 die Bevölkerung der ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen um über 4 Prozent ab, gefolgt von den Bundesländern Sachsen und Saarland mit 2 bis 4 Prozent Abnahme. Die westdeutschen Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen haben bis 2010 eine leichte Abnahme von 0 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Dagegen können Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg noch leicht mit 0 bis 1 Prozent wachsen.
Nach 2010 setzt in fast allen eine stärkere Bevölkerungsabnahme ein. So verringert sich bis 2030 in allen Bundesländern außer dem Stadtstaat Hamburg die Bevölkerung. Die stärksten Abnahmen betreffen Ostdeutschland mit 12 bis 20 Prozent, Sachsen-Anhalt sogar mit über 20 Prozent sowie in Westdeutschland das Saarland. In den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verringert sich die Bevölkerung um 6 bis 12 Prozent. Am geringsten fällt die Bevölkerungsabnahme in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein mit 6 Prozent aus.
Bis 2050 steigert sich die Bevölkerungsabnahme weiter und erreicht in Ostdeutschland 25 bis 35 Prozent und in Sachsen-Anhalt sogar über 35 Prozent. In Westdeutschland ergibt sich wiederum ein Nord-Süd-Gefälle zwischen dem Süden mit einer geringeren Abnahme von 4 bis 15 Prozent und Niedersachsen mit 18 bis 25 Prozent.
2.5 Hessen - Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050
Die statistischen Landesämter erstellen auf der Grundlage der koordinierten Bevölkerungs-vorausberechnung des statistischen Bundesamtes die regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen für ihr jeweiliges Bundesland. Die Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen stimmen weitgehend mit den Annahmen der koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung überein. Der Wanderungssaldo für die jeweiligen Bundesländer wird aus den Absprachen der statistischen Landesämter abgeleitet. Die Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Hessen sind die Folgenden (Hessischer Landtag 2005: 8-20):
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• Geburtenhäufigkeit
• Lebenserwartung
• Zuwanderung aus dem Ausland nach Hessen
• Zuwanderung aus anderen Bundesländern:
Bei der unteren Variante (W1) ist bereits ab dem Jahr 2005 mit einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung zu rechnen. Im Jahr 2019 wird die Grenze von 6 Millionen Einwohnern, die 1995 überschritten worden war, wieder unterschritten. Die Bevölkerungszahl Hessens wird bis 2050 um 1,03 Millionen bzw. 17% auf rund 5,07 Millionen Einwohner schrumpfen.
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Nach der mittleren Variante (W2) wird die Bevölkerungszahl in Hessen in den kommenden Jahren zunächst noch leicht ansteigen. Im Jahr 2014 wird ein vorübergehendes Bevölkerungsmaximum von 6,13 Millionen Einwohnern erreicht werden. Die zunehmenden Sterbefallüberschüsse können jedoch danach nicht mehr durch die angenommen Wanderungsgewinne ausgeglichen werden und die Bevölkerungszahl wird allmählich sinken. Etwa im Jahr 2023 wird in der mittleren der derzeitige Bevölkerungsstand erreicht sein. Die hessische Bevölkerung wird im Jahr 2050 mit gut 5,49 Millionen etwa 600.000 oder 10 Prozent niedriger sein als heute. (Hessischer Landtag 2005: 32)
Nach der oberen Variante (W3) wird die Bevölkerung noch bis zum Jahr 2020 wachsen und danach abnehmen. Der jetzige Bevölkerungsstand wird nach dieser Variante im Jahr 2038 wieder erreicht. Die Einwohnerzahl wird im Jahr 2050 mit knapp 5,93 Millionen um 159.000 oder rund 3 Prozent niedriger liegen als heute. (vgl. Abb. 10)
Abb. 10: Bevölkerungsentwicklung in Hessen 1970 bis 2050
Zum Vergleich prognostiziert die Hessenagentur für Hessen eine Bevölkerungsabnahme von 48.000 Personen auf 6,027 Mio. Einwohner und bis 2050 eine Bevölkerungsabnahme von 9,2 Prozent auf 5,518 Mio. Einwohner gegenüber dem Jahr 2006. (Hessenagentur 2007a: 12)
Arbeit zitieren:
Dipl. Geograph Marcel Becker, 2008, Chancen und Risiken des demographischen Wandels im Rheingau-Taunus-Kreis, München, GRIN Verlag GmbH
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