Inhaltsverzeichnis
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Einleitung... 2
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Fußball als eigenständiges System... 4
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Politik im Fußball und in der Gesellschaft... 6
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Religion und Familie im Fußball und in der Gesellschaft... 8
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Zusammenfassung... 14
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Literatur- und Quellenverzeichnis... 15
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1 Einleitung
In den letzten einhundert Jahren hat sich der Fußball als Vertreter des Sports zu
einem der herausragenden Massenerlebnisse entwickelt. Als Sport des kleinen
Mannes in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angefangen,
steigerte sich seine Bedeutung innerhalb des Sports und innerhalb der Gesellschaft
immens. Dabei ist Fußball nicht nur auf Deutschland oder Europa begrenzt, sondern
ein globales Phänomen. Menschen aller Länder verfolgen Großereignisse wie
Weltmeisterschaften oder kontinentale Meisterschaften.
Betrachtet man alleine die gigantischen Summen, die für Spielertransfers,
Stadionneubauten, sogenannten ,,Leistungszentren" und Werbung ausgegeben
werden, kann man feststellen, dass der Fußball in Deutschland nicht länger ,,nur" ein
Sport ist. Die Frage besteht natürlich in wie weit Fußball eine Rolle innerhalb der
Gesellschaft einnimmt oder aber ob Fußball an sich schon eine Subkultur, wenn
nicht sogar eine Parallelgesellschaft ist.
Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen in Italien, Spanien oder aber auch
Deutschland, so stellt man fest, dass es Fans und Anhänger von bestimmten
vereinen gibt, die ihren Verein durch jede mögliche Form unterstützen. So bilden sich
zum Beispiel Hooligan - Gruppen, also gewaltbereite Vereinigungen, die entweder
selbst kriminelle Vereinigungen sind oder aber mit solchen zusammen arbeiten.
Diese Gruppen, die selber für sich genommen eigene Hierarchien und Strukturen
bilden, sind eine Facette der Separierung einer ,,Fußballgesellschaft".
Die totale Identifizierung mit dem Verein durch eine Fangruppe, wie auch immer
geartet, führt zu einer starken emotionalen Bindung zum Verein und damit zu den
Spielergebnissen. Nicht selten entstehen Rivalitäten bei sogenannten ,,Derbies", wo
benachbarte Vereine gegeneinander antreten. Nicht selten erhält ein solches Spiel
durch seine Fans eine größere Bedeutung als nur den Fußball. Nimmt man den BV
Borussia Dortmund 09 und den FC Schalke 04 als Beispiel, so hat man im Falle des
,,Ruhrpott Derbys" ein Spiel, bei dem es für beide Seiten um ,,Ehre" geht. Insgesamt
betrachtet ist der FC Schalke 04 in Paradebeispiel für den Einfluss des Fußballs auf
die Gesellschaft.
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In der folgenden Arbeit soll versucht werden diesen Einfluss der Sportart auf die
Gesellschaft herauszuarbeiten und die oben genannte Fragestellung in Ansätzen zu
beantworten.
Grundlage hierfür bildet das Werk von Bernd Schulze: Sportarten als soziale
Systeme, Münster 2005, in welchem eben diese Thematik angesprochen wird.
Anhand empirischer Untersuchungen vergleicht er verschiedene Entwicklungen in
Sport und Gesellschaft. Dieses Werk basiert nach wie vor auf dem ersten Hauptwerk
von Niklas Luhmann ,,Soziale Systeme" von 1984. Ergänzen wurden mit Masse
Werke von N. Luhmann hinzugezogen.
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2 Fußball als eigenständiges System
Verschiedene Wissenschaftler haben versucht herauszufinden, in wie weit Sport und
Gesellschaft in Zusammenhang gebracht werden können. So stellt Mücke fest, dass
die Gesellschaft Deutschlands ein kompliziertes Gesamtsystem ist, in dem der Sport,
inklusive dem Fußball, eines der Subsysteme ist. Diese verschiedenen, nach Mücke
autonomen Systeme, bilden ein Gefüge, in dem sie direkt Einfluss auf die
Gesellschaft nehmen können.
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Becker stellt damit übereinstimmend fest, dass der Sport als eigenständiges
Funktionssystem eine nahezu uneingeschränkte Exklusivstellung im Bezug auf
Fragen der Bewegungssozialisation hat.
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Während Bette seine Thesen bezüglich der Eigenständigkeit nur auf den
Spitzensport bezieht
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und unterstellt, dass die Autonomie nicht vollständig sei, da es
kein eigenständiges und generalisiertes Steuerungsmedium gebe und der Sport für
die Reproduktion der Gesellschaft nicht unverzichtbar ist
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, zeigt Mücke durch eine
Auflistung von bestimmten Anforderungskriterien
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, welche sich sowohl auf eine
Gesellschaft, wie auch auf Teilsysteme beziehen können, dass die Anforderungen
für die Bezeichnung als Teilsystem für den Gesamtbereich Sport durchaus erfüllt
sind. Legt man diese Kriterien als Schablone an den Teilbereich Fußball an, so stellt
man fest, dass der Fußball ebenfalls alles seine Kriterien erfüllt.
Zusammengenommen mit seiner globalen Ausprägung und dem hohen
Beliebtheitsgrad, stellt man fest, dass Fußball durchaus als Teilsystem der
Gesellschaft bezeichnet werden kann.
Fußball wahrt global ein gewisses Maß an Autonomie, bewegt sich aber dennoch
nicht im rechtslehren Raum, was an den jüngsten Streitigkeiten um die
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Mücke, F.: Der Moderne Sportverein. Eine systemtheorerische Fallstudie., Frankfurt am Main 1986, S. 27
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Becker, P.: Steigerung und Knappheit. Zur Kontingenzformel des Sportsystems und ihren Folgen, in: Ders.
(Hrsg.): Sport und Höchstleistung, Reinbek 1987, S. 17 - 37
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Im Gegensatz zu Mücke und Becker ist für Bette nur der Spitzensport ,,als ein Sinnsystem eigener Art
verstanden, das viele verschiedene Positionen, Rationalitäten und Handlungsstrategien ausgeprägt und
entwickelt hat und gleichsam auf dem Weg ist, sich als ein eigenständiges gesellschaftliches Teilsystem
auszudifferenzieren." Aus: Bette, K.-H.: Die Trainerrolle im Hochleistungssport. Sankt Augustin 1984, S. 12f
4
Bette, K.-H.: Körperspuren. Zur Semantik und Paradoxie moderner Körperlichkeit., Berlin 1989, S. 169
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Zielsetzung, Werte, Normen, Organisationsstrukturen, Steuerungsmedien, Herrschafts- und Machtverhältnisse,
parallele, aber nicht zwangsweise gleichgerichtete Differenzierungsprozesse; Mücke, F.: Der Moderne
Sportverein. Eine systemtheorerische Fallstudie., Frankfurt am Main 1986, S.25-28
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