Gliederung
1 Einleitung 4
2 Die Einkommensverteilung 5
2.1 Die funktionale Einkommensverteilung 5
2.2 Die personelle Einkommensverteilung 6
3 Die Entwicklung der Einkommensverteilung in Deutschland 7
3.1 Die Datenquellen 7
3.2 Die Entwicklung der personellen Einkommensverteilung 8
3.3 Die Umverteilungswirkung von Steuern und Transfersystemen 10
3.4 Die Entwicklung der relativen Einkommensarmut in Deutschland 12
4 Die Entwicklung der Einkommensverteilung in Schweden 15
4.1 Die Datenquellen 15
4.2 Die Entwicklung der personellen Einkommensverteilung 15
4.3 Die Umverteilungswirkung von Steuern und Transfersystemen 16
4.4 Die Arbeitsmarktpolitik in Schweden 18
5 Das Abgabensystem in Deutschland und Schweden 19
6 Deutschland und Schweden im Vergleich 20
7 Fazit 22
Literaturverzeichnis 24
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Lorenzkurve
Abbildung 2: Die Entwicklung der personellen Einkommensverteilung
Abbildung 3: Die Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen von
1969 bis 2003
Abbildung 4: Die Entwicklung der Ungleichheit von Markteinkommen
und verfügbaren Einkommen in Westdeutschland nach
der Einkommens und Verbrauchsstichprobe
Abbildung 5: Entwicklung der Ungleichheit von Markteinkommen Einkommen nach
Sozialtransfers nach privaten
Transfers (Bruttoeinkommen) und verfügbaren
Einkommen in Westdeutschland 1973 2000
Abbildung 6: Entwicklung der relativen Einkommensarmut in
West und Ostdeutschland gesamtdeutsche Einkommensverteilung 1991 2003
Abbildung 7: Armutsquote relativer Einkommensarmut nach sozio-demographischen
Merkmalen
Abbildung 8: Entwicklung der Einkommensungleichheit in Schweden
1967 1999
Abbildung 9: Entwicklung der Ungleichheit von Faktoreinkommen und
verfügbarem Einkommen in Schweden 1975 2000
Abbildung 10: Entwicklung der Ungleichheit von Markteinkommen
Einkommen nach Sozialtransfers nach privaten Transfers (Bruttoeinkommen)
und verfügbaren Einkommen in Schweden 1975 2000
3
1 Einleitung Seit den 80er Jahren weisen die westlichen Industrieländer eine zunehmende Spreizung der Markteinkommen auf. Da die Einkommensverteilung über lange Zeit gesunken war um seither wieder zuzunehmen, bezeichnen Forscher diese Umkehr als „Great U-turn“. Die Einkommensverteilung ist ein Indikator für die Verteilung des Sozialstatus und spiegelt daher ein System der sozialen Schichtenbildung wider. Weiterhin hängt die Stabilität sowie die Instabilität einer Gesellschaft von ihrer Einkommensungleichheitsgröße ab. Zwischen den einzelnen Ländern sind innerhalb dieses Grundmusters deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Dabei können zum einen Faktoren wie Globalisierung, Arbeitsmarktinstitutionen sowie Unterschiede in der demographischen Zusammensetzung der Bevölkerung und zum anderen Einflüsse der ökonomischen Struktur und deren Veränderung sowie Unterschiede bei der Steuer-, Sozial- und Bildungspolitik der Auslöser dafür sein. 1
Seit langer Zeit beschäftigt sich die Ökonomie mit der Fragestellung der Einkommensverteilung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Klassen. Wichtig dabei ist die Armuts- und Wirtschaftlichkeitsentwicklung. 2 Somit beschäftigt sich diese Arbeit mit den Aspekten der Entwicklung der Einkommensverteilung (Betrachtungszeitraum 70er Jahre bis heute).
Betrachtet werden zwei völlig unterschiedliche Wohlfahrtsstaatstypen, die einer Analyse der Entwicklung in zwei Ländern nachgehen soll: Deutschland als „konservativer Wohlfahrtsstaat“ und Schweden als „sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat“.
Zu diesem Zweck wird zunächst die langfristige Entwicklung der Einkommensverteilung in Deutschland und Schweden dargestellt, um auf die Entwicklung der personellen Einkommensverteilung 3 sowie auf die Umverteilungswirkung von Steuern und Transfersystemen zu sprechen zu kommen. 4
Da eine zunehmende Einkommensspreizung mit einer sinkenden Lohnquote einhergeht und das wiederum einen Anstieg der Armutsquote zur Folge hat, wird bezüglich der
1 Vgl. DIW 2006, S. 174 f.
2 Vgl. Bauer 2007, S. 1 3 Anmerkung: die personelle Einkommensverteilung wird in dieser Arbeit ausschließlich berücksichtigt 4 Vgl. DIW 2006, S. 175
4
Einkommensverteilung in Deutschland die relative Einkommensarmut und ihre Auswirkung untersucht. 5 Schweden hingegen wird als prominentestes Beispiel eines sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaates 6 betrachtet, welches bis zum Ende der 80er Jahre durch eine strenge Fiskal- , solidarische Lohn- und eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik gekennzeichnet war. Nach einer schweren wirtschaftlichen Krise im letzten Jahrzehnt und einigen nachträglichen Änderungen im System, gilt Schweden heute wieder als erstrebenswertes Modell zur Erzielung einer aktiven sowie passiven Arbeitsmarktpolitik.
Weiterhin geht es in dieser Arbeit um das Abgabensystem in Deutschland und Schweden. Am Ende der Arbeit wird ein ausführlicher Vergleich beider Länder gezogen um zusammenfassend zu verdeutlichen, warum Schweden einen erfolgreichen Wohlfahrtsstaat führt und wo in Deutschland Nachholbedarf besteht.
2 Die Einkommensverteilung
Die Einkommensverteilung ist ein wichtiges Maß, um den Wohlstand eines Landes auszudrücken. Dabei gibt es unterschiedliche Faktoren, die die Einkommensverteilung beeinflussen können. Zum einen zählen persönliche Merkmale wie Fleiß, das Ausmaß von Humankapital und Bildung und zum anderen auch Bevölkerungswachstum, technologischer Wandel sowie politische Rahmenbedingungen zu diesen Faktoren.
Zudem werden innerhalb der Einkommensverteilung zwei grundsätzliche Konzepte unterschieden: die funktionale- und die personelle Einkommensverteilung, 7 die nachfolgend näher beschrieben werden.
2.1 Die funktionale Einkommensverteilung
Die funktionale Einkommensverteilung bezieht sich auf die Verteilung des gesamten Einkommens einer Wirtschaft. Dabei geht es um die Verteilung der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. Die Berechnung bekannter Kerngrößen wie Lohn- und Besitzeinkommen verdeutlichen die sektorale Verteilung des Volkseinkommens. Weiterhin kommt die funktionale Einkommensverteilung durch den Einsatz der Produktionsfaktoren zustande und wird aus diesem Grund auch als primäre 5 Vgl. Dauderstädt 2008, S.1
6 Anmerkung: „Schwedisches Modell“, „Dritter Weg“ oder „Rehn-Meidner-Modell“
7 Vgl. Baur 2002, S 11f.
5
Einkommensverteilung bezeichnet. Klassische Ökonomen wie Karl Marx und David Ricardo haben sich ausschließlich mit der funktionalen Einkommensverteilung beschäftigt. Von Interesse war vor allem die Verteilung des Einkommens auf verschiedene Klassen, die sich durch den Besitz von Produktionsfaktoren im städtischen und ländlichen Sektor unterschieden haben. 8
2.2 Die personelle Einkommensverteilung
In der heutigen Forschung steht weniger die Einkommensverteilung zwischen verschiedenen Klassen oder Gruppen, sondern die personelle Einkommensverteilung im Vordergrund des Interesses. Sie gewann in den 50er Jahren zunehmend an Bedeutung und unterteilt sich in primäres- und sekundäres Einkommen. Zudem liefert sie eine klare Aussage über den Wohlstand einer Bevölkerung. 9
Die personelle Einkommensverteilung kann anhand unterschiedlicher Indikatoren gemessen werden. Zu diesen Indikatoren zählen vor allem der Variationskoeffizient, das Atkinson-Maß sowie der Theil-Index. Dabei sind die am häufigsten anzutreffenden Indikatoren die Einkommensquantile und der Gini-Koeffizient.
Die Einkommensquantile geben den prozentualen Anteil am Gesamt-einkommen einer bestimmten Einkommensgruppe an, zum Beispiel den Anteil, den die 10% höchsten Einkommensbezieher erzielen. Sie werden in internationalen Statistiken oft in Verbindung mit dem Gini-Koeffizienten ausgewiesen. 10
Der Gini-Koeffizient basiert auf der Lorenzkurve. Er ist ein Maß der relativen Konzentration und kann einen Wert zwischen 0 (Gleichverteilung) und 1 (maximale Ungleichheit) annehmen. Abbildung 1 zeigt die relative Häufigkeit der Bevölkerung in Verbindung mit der relativen kumulierten Häufigkeit derer Einkommen zueinander. Personen mit dem höchsten Einkommen werden zuletzt aufgeführt und Personen mit dem niedrigsten Einkommen zuerst. Auf der Ordinate wird der kumulierte Anteil am gesamten Einkommen gemessen. Anhand der Kurve lässt sich ablesen, welchen Anteil am Gesamteinkommen welcher Anteil der Bevölkerung verdient. Bei absolut gleichmäßiger Verteilung würde die Lorenzkurve eine 45- Grad-Gerade ergeben (Linie der perfekten Gleichverteilung).
8 Vgl. Gillis et al. 1992, S. 91f.
9 Vgl. Adelman et al. 1989, S. 971
10 Vgl. Statistisches Bundesamt 2006, S. 9
6
Abb. 1: Die Lorenzkurve
Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: S. 23
Es kann auch vorkommen, dass sich mehrere Lorenzkurven überschneiden. Das hat zur Folge, dass der gleiche Gini-Koeffizient bei unterschiedlich geformten Lorenzkurven abgebildet
wird. Somit ist es schwierig einen internationalen Vergleich zu konzipieren. 11 Um die Vergleichbarkeit der Daten anhand verschiedener Qualitätsstandards sicherstellen zu können, erhebt die Weltbank seit Jahren internationale Einkommensverteilungsdaten für eine große Anzahl von Ländern. Dabei beziehen sich die Gini-Koeffizienten auf das Haushaltseinkommen und werden anhand von Haushaltsstudien hergeleitet. Der Gini-Koeffizient ist relativ stabil, wobei Veränderungen der Verteilung im mittleren Einkommensbereich am stärksten zu verzeichnen sind; der obere und untere Bereich hingegen fallen kaum auf.
Obwohl, wie soeben beschrieben, qualitative Einschränkungen vorliegen, wird der Gini-
Koeffizient international angewendet. 12
3 Die Entwicklung der Einkommensverteilung in Deutschland
3.1 Die Datenquellen
Es bestehen vielfältige Defizite innerhalb der zur Verfügung stehenden Datensätze, die zur Bestimmung der Einkommensverteilung in einem Land herangezogen werden.
11 Vgl. Deininger und Squire 1996, S. 567
12 Vgl. Brümmerhoff 1992, S. 75
7
Quote paper:
Jennifer Russell, 2008, Unterschiedliche Einkommensverteilung in Deutschland und Schweden und ihre Entstehungszusammenhänge, Munich, GRIN Publishing GmbH
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