Allgemeine Anmerkungen Die Formatierung des Textes entspricht den Empfehlungen der Handreichung gemäß IQSH (2005): „Informationen zum Vorbereitungsdienst“, Kronshagen: Joost, S. 29.
Quellen wurden entsprechend DIN 1505 gekennzeichnet.
Der Kopie, Weitergabe und Einsichtnahme dieser Hausarbeit, im Rahmen der vom IQSH durchgeführten Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, wird ausdrücklich vom Verfasser zugestimmt.
Diese Hausarbeit beinhaltet eine DVD, auf der die Unterrichtsreihe in Auszügen als Filmdatei aufgezeichnet wurde. Einem Verleih und der Weitergabe der DVD, sofern dies nicht für die Bewertung dieser Hausarbeit unerlässlich ist, wird aus Gründen des Datenschutzes nicht zugestimmt.
Inhalt
1 Einleitung 2
1.1 Vorwort 2
1.2 Das Rollenspiel im Unterricht 3
1.3 Bezug zum Lehrplan 4
1.4 Bezug zum Modul 4
1.5 Ziele und Leitfragen 4
1.6 Bezug zu den Ausbildungsstandards 5
2 Umsetzung des Rollenspiels im Unterricht 7
2.1 Lernsituation in der Klasse 7
2.1.1 Einordnung in die Stoffverteilung des Halbjahres (Makroplanung) 7
2.2 Entscheidungsfelder (Mikroplanung) 10
2.2.1 Sachanalyse 10
2.2.2 Didaktisch-methodische Überlegungen 11
2.3 Inhaltliche Konzeption des Rollenspielszenarios 11
2.3.1 Rollen 11
2.3.2 Szenario 12
2.3.3 Zeitliche Planung 12
2.4 Lernziele 12
2.4.1 Methodenkompetenz 13
2.4.2 Sozialkompetenz Selbstkompetenz 13
2.4.3 Fachkompetenz 13
3 Auswertung der Unterrichtsreihe 13
3.1 Evaluationsinstrumente 13
3.1.1 Fragebögen 14
3.1.2 Stimmungsbarometer 14
3.1.3 Abschlussfragebogen 14
3.2 Kritisches Zwischenfazit 14
3.3 Auswertung und Reflexion der Ergebnisse 15
3.3.1 Allgemeine Beobachtungen der Lehrkraft 15
3.3.2 Bewertung der gespielten Rollen 16
3
3.3.3 Befragung der Schüler 18
3.4 Überprüfung der Ergebnisse im Hinblick auf die Lernziele Kompetenzen 19
3.5 Überprüfung der Ergebnisse im Hinblick auf die Leitfragen 21
4 Resümee 22
4.1 Schlussfolgerungen für den zukünftigen Einsatz der Methode Rollenspiel 22
4.2 Kritische Betrachtung der Unterrichtsreihe und Ausblick 23
4
Anhang
1 Quellen A25
1.1 Literatur A25
1.2 Digitale Medien A26
2 Evaluation A27
2.1 Evaluationsauswertung an einem Auswertungsbeispiel A27
2.2 Ergebnisse Evaluationsbogen I II: „Fragen: Regionaler Bezug“ A29
2.3 Ergebnisse Evaluationsbogen I II: „Toleranz zu anderen Meinungen“ A31
2.4 Ergebnisse Evaluationsbogen I II: „Methode Rollenspiel“ A32
2.5 Exemplarische Kommentare aus den Evaluationsbögen A34
2.5.1 Perspektivwechsel A34
2.5.2 Kompetenzen A35
2.5.3 Kritik A35
2.5.4 Lob A36
2.6 Auswertung des Abschlussfragebogens für die gesamte Klasse A37
2.6.1 Fragen: Arbeitsaufträge A37
2.6.2 Fragen: Material A37
2.6.3 Fragen: Methode Rollenspiel A39
2.6.4 Fragen: Spielleitung A39
2.7 Stimmungsbarometer A40
2.7.1 Gruppe 1 T2 T3 A40
2.7.2 Gruppe 2 T2 T3 A41
3 Material zum Rollenspiel A11
3.1 Arbeitsmaterial Luftbild der Stadtwerke Flensburg A11
5
1 Einleitung
1.1 Vorwort Als Kernziele des Faches Wirtschaft und Politik (WiPo) wird im Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein die Befähigung der Schüler 1 zum rationalen Urteilen über politische Sachverhalte und die Förderung von verantwortlichem Handeln definiert (vgl. MFBW-SH Lehrplan WiPo). Der pädagogische Anspruch der sich daraus ableitet bedarf schüleraktivierender und schülerorientierter Unterrichtsmethoden. Der daraus resultierende Paradigmenwechsel von der Lehrerzentrierung zu einem Lehrer in beratender und unterstützender Funktion, bedingt die Ausgestaltung des Unterrichts zunehmend mehr in die Hände der Schüler zu geben. Das pädagogische Konzept des handlungsorientierten Unterrichts fordert diese Elemente ein. In der Literatur lassen sich dazu eine Vielzahl unterschiedlichster hilfreicher Methoden und Ansätze finden. Eine Methode, die sich im didaktischen Kanon des handlungsorientierten Unterrichts befindet, ist das Rollenspiel.
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Untersuchung der Methode Rollenspiel, das im Fach WiPo, am Beispiel eines fiktiven umweltpolitischen Szenarios: „Müll- und Altölverbrennung im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg?“, durchgeführt wurde. Der fachliche Bezug und dessen didaktische und unterrichtliche Umsetzung ist dabei nicht außer Acht zu lassen, soll aber nicht im Fokus dieser Untersuchung stehen. Demnach ist die Wahl des fachlichen Rahmenthemas (in diesem Fall Ökologie) das Ergebnis der Einforderungen des Lehrplans und nicht von untersuchungsrelevanten Überlegungen. Einleitend wird im ersten Kapitel der Bezug zum Modul, den Ausbildungsstandards und dem Lehrplan aufgezeigt. Ziele und Leitfragen werden formuliert und der Untersuchungsschwerpunkt der Hausarbeit dargestellt. Im zweiten Kapitel wird die Umsetzung des durchgeführten Rollenspiels im Unterricht beschrieben, die dafür erforderlichen didaktisch-methodischen Überlegungen erörtert und die Lernziele definiert. Im folgenden dritten Kapitel werden die Instrumente dieser Hausarbeit beschrieben, mit denen die formulierten Leitfragen beantwortet wurden. Schwerpunkt ist dabei die Analyse, Beobachtung und Einschätzung der Lehrkraft. Diese wird durch statistische Instrumente (z.B. Fragebögen) in Einzelfällen
1 Im Folgenden wird aufgrund besserer Lesbarkeit auf die Nennung der männlichen und der weiblichen Form
verzichtet. Mit der durchgehenden Nennung der männlichen Form sind an dieser Stelle beide Geschlechter
gemeint, ohne einem den Vorzug geben zu wollen.
2
unterstützt. Im abschließenden Resümee werden die gewonnenen Ergebnisse dargestellt und die Hausarbeit kritisch betrachtet.
1.2 Das Rollenspiel im Unterricht Das Rollenspiel und das Planspiel kann der methodischen Großform der Entscheidungsspiele zugeordnet werden (vgl. GEHLERT; POHLMANN 2001, S. 59). Kennzeichen von allen Entscheidungsspielen ist, Schülern Entscheidungs- und Handlungsfreiheiten innerhalb eines realen oder fiktiven Szenarios zuzusprechen (vgl. BLÖTZ 2001, S. 14). Die Grenzen zwischen Planspiel und Rollenspiel verlaufen dabei jedoch fließend. Meyer sieht zwischen Plan- und Rollenspiel den prägnanten Unterschied, dass beim Rollenspiel das Rollenverhalten dem Rollenträger weitestgehend vorgegeben wird und damit innerhalb vorgegebener Freiheitsgrade gelenkt wird (vgl. MEYER 2008, S. 357). Im Planspiel ist das nicht der Fall. Freiheitsgrade der Akteure sind deutlich größer und von Ihnen gefällte Entscheidungen haben einen direkten Einfluss auf den Verlauf und das Ergebnis des Spiels. Das Rollenverhalten der Rollenträger ist unschärfer festgelegt und obliegt in weiten Bereichen der Selbstorganisation der Teilnehmer. „Rollenspiele verbinden Lebenswirklichkeit mit spielerischem Agieren. Im Rollenspiel werden reale Situationen, Probleme oder Konflikte nachempfunden oder vorausschauend bearbeitet.“ (Gugel 2003, S. 87). Die Rollen sind dabei klar definiert und verteilt. (vgl. HUGENSCHMIDT; TECHNAU 2002, S. 143). Es handelt sich somit um eine weitestgehend geschlossene Handlungssituation, dessen Ergebnis sich innerhalb eines vom Lehrer bestimmten Erwartungshorizonts befindet. Kennzeichnend für das Rollenspiel ist der Rollenkonflikt, der aus dem Handlungs- und Interaktionsspielraum der Rollenspieler untereinander entsteht (vgl. Speichert 1975, S. 321). Gugel betont im Gegensatz dazu mehr die sozialen Elemente des Rollenspiels und betont den förderlichen Charakter des sozialen Lernens. Einstellungen und Verhaltensweisen der Schüler werden sichtbar und Ansatzpunkte für Veränderungen zeigen sich durch die Simulation spielerischer Realität. Es findet somit ein „Probehandeln“ ohne reale Konsequenzen statt (vgl. KLIPPERT 2008, S. 58) und eröffnet den Teilnehmern die Möglichkeit zur einer spielerischen Auseinandersetzung mit Themen und Situationen (vgl. GUGEL 2003, S. 87).
3
1.3 Bezug zum Lehrplan Für das zweite Halbjahr des ersten Ausbildungsjahres sieht der Lehrplan für das Fach WiPo das übergreifende Thema „Orientieren in der sich wandelnden Gesellschaft – der Mensch als Teil seiner Umwelt“ (MFBW-SH Lehrplan WiPo S. 3) vor. Der Lehrplan eröffnet Lehrkräften an dieser Stelle die Wahl zwischen zwei Vertiefungsvarianten, die sich hinsichtlich ihrer Schwerpunktsetzung nach berufsbezogenen Handlungssituationen (Variante B2) und einem explizitem Bezug auf die Lebenswelt der Schüler (Variante A2) unterscheiden. Diese Möglichkeiten wurden mit den Schülern diskutiert und verschiedene Unterrichtsmethoden für eine Unterrichtsreihe vorgeschlagen. Gemeinsam mit den Schülern fiel die Wahl auf die Durchführung eines Plan- oder Rollenspiels. Im Hinblick auf die Klasse und den Zeitrahmen fiel die Entscheidung für ein Rollenspiel. Da die Vorgaben des Lehrplans die Beziehung des Individuums und seinen Lebensbereichen resultierend zur Umwelt und die darauf wirkenden zivilisatorischen Gefahren betont, schien die unterrichtliche Umsetzung der Forderungen des Lehrplans, im Rahmen eines Rollenspiels, als besonders passend 2 .
1.4 Bezug zum Modul Das Thema dieser Hausarbeit orientiert sich an dem Pflichtmodul B-WIP-C, das im zweiten Schulhalbjahr 2007/2008 von OStR Bernd Andreas für die Lehrer in Ausbildung der nördlichen Ausbildungsschulen Schleswig-Holsteins angeboten wurde. Titel der Modulreihe war „Unterrichtskonzeptionen für verschiedene Unterrichtsformen und deren Evaluation in Hinblick auf die Unterrichtswirksamkeit“. Im Verlauf des Moduls am 16. April 2008 fand eine Lehrprobe statt, die als inhaltlicher Exkurs explizit auf die Durchführung des Rollenspiels vorbereitete (vgl. 2.1.1 / UE9).
1.5 Ziele und Leitfragen Das Rollenspiel als Methode im Unterricht bietet eine Vielzahl unterschiedlichster Fragestellungen und Aspekte für eine Untersuchung. Für diese Unterrichtsreihe
2 „Dieser Lernabschnitt eignet sich in besonderem Maße dazu, von den Lebensbereichen und den Erfahrungen der Schüler auszugehen. Der Mensch als Konsument, der Mensch im Beruf, der Mensch in seiner Freizeit, der Mensch als Verkehrsteilnehmer. Auch wenn Zusammenhänge zwischen diesen Lebensbereichen bestehen, lassen sich aus ihnen Beispiele dafür erarbeiten, wie wir Menschen Lebensräume und Lebensgrundlagen benutzen und gefährden.“ (MFBW-SH Lehrplan WiPo S. 2)
wurden Leitfragen formuliert, die die Fragestellung eingrenzen und damit im Rahmen dieser Hausarbeit, mit den zur Verfügung stehenden zeitlichen Ressourcen, untersuchbar machen. Diese Leitfragen sind:
L1: Ist ein regionaler thematischer Bezug für die Durchführung eines Rollenspiels hilfreich?
L2: Kann die Methode "Rollenspiel" mehr Toleranz gegenüber anderen Meinungen, z.B. durch einen Perspektivwechsel fördern?
L3: Welche Kompetenzen werden durch die Teilnahme am "Rollenspiel" gewonnen, die über die erwarteten Lernziele hinausgehen?
1.6 Bezug zu den Ausbildungsstandards Die mit der Neugestaltung des Vorbereitungsdienstes formulierten allgemeinen Ausbildungsstandards beschreiben die vom Lehrer in Ausbildung 3 eingeforderten Fähigkeiten und Kompetenzen, die während des Vorbereitungsdienstes vertieft und erlangt werden sollen 4 . In der vorliegenden Hausarbeit lassen sich direkte Bezüge zu den folgenden Ausbildungsstandards finden:
Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht:
- 1. „Die LiA plant mittelfristig Unterricht unter Berücksichtigung der Lehrpläne
- 2. „Die LiA plant Unterricht im Kontext von Unterrichtseinheiten
- 5. „Die LiA fördert die Selbständigkeit der Lernenden durch eine Vielfalt schüleraktivierender Unterrichtsformen [...]
- 14. „Die LiA evaluiert den eigenen Unterricht systematisch unter Einbeziehung der Lernenden.“ Erziehung und Beratung:
- 21. „Die Lehrkraft i. A. vermittelt demokratische Werte und Normen
3 folgend sind Lehrer in Ausbildung abgekürzt durch LiA
4 Die 34 Ausbildungsstandards gliedern sich in die Bereiche auf: 1) Planung, Durchführung und Evaluation von
Unterricht 2) Mitgestaltung und Entwicklung von Schule 3) Erziehung und Beratung 4) Selbstmanagement und 5)
Bildungs- und Erziehungseffekte. Über das IQSH sind die Ausbildungsstandards in einem Skript „Grundlagen zur
Ausbildung“ zu beziehen.
5
Über die für alle LiA in Schleswig-Holstein geltenden Ausbildungsstandards hinaus, wurden von der IQSH Fachgruppe WiPo (S. 23) fachspezifische Standards formuliert 5 . In Ergänzung zu „Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht“, ist hier ein Ausbildungsstandard hervorzuheben, der expliziten Bezug auf handlungorientierte Unterrichtsverfahren nimmt.
- 4. „Die LiA Unterrichtsverfahren (Arbeitsweisen, Aktionsformen und geschäftsprozessorientiertes, selbständiges und teambezogenes Handeln der Auszubildenden und jungen Erwachsenen im Sinne von Planen, Durchführen, Kontrollieren und Auswerten fördern.
5 Die fachspezifischen Ergänzungen zu den allgemein formulierten Ausbildungsstandards ist in einem Skript
„Übersichten zu Ausbildung“ über das IQSH zu beziehen (Stand: Juni 2004 21-3334.03.2)
6
Quote paper:
Christian Lang, 2008, Das Rollenspiel als Methode im WiPo-Unterricht am Beispiel eines fiktiven umweltpolitischen Szenarios, Munich, GRIN Publishing GmbH
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