Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS. II
TABELLENVERZEICHNIS III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS III
1 Einleitung 4
1.1 These dieser Arbeit. 4
1.2 Vorgehen 5
2 Theoretische Grundlagen 6
2.1 Das demokratische Grundproblem 6
2.1.1 Probleme der repräsentativen Demokratie 7
2.1.2 Verfahren der partizipativen Demokratie 8
2.2 Technik und Demokratie. 9
2.2.1 Probleme der Technikentwicklung. 9
3 Definition und Funktion des Verfahrens „Planungszelle“ 11
3.1 Begriffsbestimmung 11
3.2 Werdegang der Planungszelle. 11
3.3 Funktion des Verfahrens. 12
4 Erfahrungswerte und Praxisbeispiel 15
4.1 Praxisbeispiel “Unser Bayern - Chancen für alle , 2008 15
5 Einordnung der Planungszelle als Verfahren der partizipativen Demokratie
17
5.1 Einordnung nach Peter C. Dienel 17
5.2 Die Planungszelle gegenüber anderen Mechanismen der
demokratischen Technikentwicklung. 18
6 Demokratischer Wert der Planungszelle. 20
7 Kritik an das Konzept der Planungszelle 21
8 Fazit 23
LITERATURVERZICHNIS 24
II
Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Selbsterstellte Tabelle: Kategorisierung der Beteiligungsverfahren
nach Peter C. Dienel...........................................................................................9 Tabelle 2: Selbsterstellte Tabelle: Einordnung der Planungszelle als
Beteiligungsverfahren nach Peter C. Dienel .....................................................18 Tabelle 3: Einordnung der Planungszelle gegenüber anderer Mechanismen der
demokratischen Technikentwicklung . ..............................................................19
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
III
Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
1 Einleitung
Demokratie (gr. Δημοκρατία, von δήμος [démos], „Volk“, und κρατία [kratía], „Herrschaft“) bezeichnete zunächst im antiken Griechenland die direkte Volksherrschaft, allerdings mit starken Eingrenzungen der zum politisch aktiven Volk gehörigen Bürger.
Heute wird Demokratie zumeist als allgemeiner Sammelbegriff für Herrschaftsformen gebraucht, deren Herrschaftsgrundlage aus einem weitgefassten und pluralistischen Volksbegriff abgeleitet wird, mit umfassenden Partizipationsrechten für alle Bürger ab Vollendung des 18. Lebensjahres. Die Probleme beginnen dann, wenn die Bürger selbst ihre Partizipationsrechte nicht mehr wahrnehmen wollen. Das scheint eine gegenwärtige Entwicklung der Demokratien, vor allem in den Industrieländern. Trotz gutem Bildungsstand und hohem Lebensstandard, verliert das ursprüngliche Menschenbild der Demokratie den wichtigsten Charakterzug: sein Interesse daran, sein Schicksal auf politischer Ebene mitzubestimmen.
Der Grund dafür scheint das geringe Vertrauen in das politische System zu sein, was als Ursache u.a. eine zu geringe politische Bildung haben könnte. Gerade in Fragen der Technikentwicklung, die vielfältig und langfristig den Alltag prägen und in Ihrer Komplexität sehr schwer zu durchschauen sind, wäre eine effektive Bürgerbeteiligung wichtig. Dadurch könnten die demokratischen Staaten Entscheidungen treffen, die nicht allzu schnell revidiert werden müssten, was bei der Tragweite der Technikentscheidungen von großer Bedeutung ist.
1.1 These dieser Arbeit
In dieser wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt uns die Frage, ob die Planungszelle den demokratischen Einfluß der Technikentwicklung erhöht. Dabei vertrete ich die These, dass die Planungszelle zwar ein hervorragendes Verfahren zur Bekämpfung der Politikverdrossenheit ist. Doch durch die Beratungsfunktion ihrer Ergebnisse, kann der Einfluss der Planungszelle auf die Entscheidungsträger höchstens einen korrektiven Charakter einnehmen.
4
Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
1.2 Vorgehen
Nach der Definition der grundlegenden Begriffe (Kapitel Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. und Kapitel 3) werden im Anschluss im Kapitel 4 Praxisbeispiele der Planungszelle untersucht, um die theoretischen Hypothesen durch Erfahrungswerte zu prüfen. Anschließend wird die Planungszelle eingeordnet, sowohl im Bezug auf allgemeine Beteiligungsverfahren, als auch im Vergleich zu speziellen Beteiligungsverfahren und institutionellen Einrichtungen, die bei politischen Entscheidungen über technische Themen eingesetzt werden. Darauf aufbauend werden der demokratische Wert der Planungszelle und die Kritik an das Konzept herausgearbeitet.
Die dargestellten Verfahren, Zusammenhänge und Erkenntnisse basieren auf Literaturrecherche, eigene Beobachtungen und auf die Analyse mehrerer konkreten Bürgergutachten, als Ergebnisse von durchgeführten Planungszellen. Die Schlussbetrachtung (Kapitel 8) beinhaltet eine Zusammenfassung der daraus gewonnenen Erkenntnisse.
5
Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das demokratische Grundproblem
Ein repräsentatives Regierungssystem basiert in der Theorie auf der Annahme, dass sich der Volkswille stets auf die Förderung des Gesamtinteresses richtet
(Hypothetischer Volkswille). 1 Ein demokratisches Regierungssystem geht jedoch davon aus, dass es einen einheitlichen Volkswillen gibt, der mit dem Gesamtinteresse identisch ist. Also liegt die Aufgabe dieser politischen Ordnung darin, eine Übereinstimmung des empirischen Volkswillens mit dem Gesamtinteresse zu schaffen. Dabei sind natürlich Minoritäts- und Sonderinteressen störend, da sie nicht im Sinn des einheitlichen Volkswillens stehen. In der plebiszitären Regierungsform wird bei einem Auseinandergehen des empirischen und hypothetischen Volkswillens dem empirischen Volkswillen
der Vorzug gegeben. 2 Eine repräsentative Demokratie geht davon aus, dass politische Entscheidungen den hypothetischen Volkswillen vorziehen, wobei der Versuch, den hypothetischen Volkswillen zu erkennen, die Wahrnehmung des empirischen Volkswillen beinhalten soll.
Den Ursprung des plebiszitären Regierungssystems kann man leicht in der griechischen Polis finden, da es aus einer Versammlung aller Aktivbürger entstand und sich am Leitbild der Gesellschaft orientiert.
Hieraus können wir nun erkennen, dass beide Systeme sich aus unterschiedliche Legitimationsprinzipien herleiten lassen, denn das plebiszitäre System basiert auf dem doppelten Grundsatz des ,,individuellen Wahl- und
Mitbestimmungsrechts als eines Menschenrechts" 3 und der Volkssouveränität. Das Repräsentativsystem geht dagegen von einem auf Naturrecht basierenden Gesamtinteresse aus, welches sich hauptsächlich auf die obere Gesellschaftsschicht bezieht. Obwohl diese beiden Systeme verschieden Legitimationsgrundlagen besitzen, können sie sich gegebenenfalls so stark annähern, dass man sie nur noch schwer voneinander unterscheiden kann und Unklarheit hervorruft. So geschehen bei Jean-Jacques Rousseau, der durch seine ,,Erziehungsdiktatur" ein plebiszitär ausgerichtetes Regierungssystem
1 Fraenkel (1964), S. 55
2 Menck (2001), S. 5
3 Fraenkel (1964), S. 115
6
Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung
schaffen wollte, aber gleichzeitig das Volk zur Einhaltung allgemeingültiger Maxime verpflichtete. 4
2.1.1 Probleme der repräsentativen Demokratie
In jedem repräsentativen Regierungssystem steckt die Gefahr durch Korruption, Kooptation und Isolation zu Cliquen zu erstarren und somit seinen repräsentativen Charakter zu verlieren.
Demokratie als Sphäre der Politik lebt vom Meinungsstreit; der Rechtsstaat mit seinen Rechtsstreitigkeiten lebt vom Glauben an die Legitimität des Gesetzes und von der Treue gegenüber Recht und Verfassung. Nach Peter C. Dienel geht es dem Steuerungssystem im 21. Jahrhundert nicht gut. „Kleinstprobleme werden immer genauer geregelt, insgesamt aber treiben wir absehbar auf Katastrophen zu.“ 5 Der auf repräsentativer Demokratie basierende Staat benötige die Hilfe seiner Bürger, er sei aus eigener Kraft nur begrenzt in der Lage, sich selbst zu korrigieren. 6
Offensichtlich wurde die politische Entscheidungsfindung so kompliziert, oder sie wird so kompliziert dargestellt, dass es des großen Expertenwissens der Politiker und Bürokraten bedarf, um sie verstehen zu können. So verspürt der Bürger erst gar nicht die Lust, sich damit zu beschäftigen. Denn sollte er sich dennoch einmal der Mühe des Lesens und Verstehens unterziehen, dann sichern die Gesetze und die Bürokratie, dass er keinen direkten Einfluss auf die Gestaltung der Entscheidungen nehmen kann. Diese Wahrnehmung wird sowohl durch Meinungsumfragen als auch durch die immer sinkende
Wahlbeteiligung bestätigt. 7
Peter C. Dienel unterscheidet in seinem Buch „Die Planungszelle“ fünf verschiedene Probleme der repräsentativen Demokratie:
■ Das Defizit an rationaler Bewertung ■ Das Defizit an Interaktion mit dem Bürger ■ Das Defizit an politischer Sozialisation ■ Das Defizit an Legitimation ■ Das Defizit an Zukunft
So erkennt Dienel die Komplexität der Problemstellung und den hohen
4 Rousseau (1762), S. 67
5 Dienel (2005), S.9
6 Dienel (2005), S.10
7 Klages (2005), S. 7-8, Trunschke (2003), S.2
7
Arbeit zitieren:
Despina Leonhard, 2008, Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Bürgerbeteiligung in Planungsverfahren: Moderation - Mediation - Planu...
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Wirtschaftliche Perspektiven eines zukünftigen Umgangs mit Energieress...
Diplomarbeit, 52 Seiten
Energie – „Schmierstoff“ der Weltpolitik ?
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Despina Leonhard's Text Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Despina Leonhard hat den Text Die Planungszelle als demokratische Einflussmöglichkeit auf die Technikentwicklung veröffentlicht
Despina Leonhard hat einen neuen Text hochgeladen
Demokratische Gemeinschaft trotz ethnischer Differenz
Theorien, Institutionen und so...
Andrea Schlenker-Fischer
0 Kommentare