Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG. 5
2 DIE METHODE DER KULTURANTHROPOLOGIE. 6
3 DIE GESCHICHTE DER TÄTOWIERUNG. 7
4 AFRIKA. 8
4.1 DIE URSPRÜNGE DER TÄTOWIERUNG 8
4.2 REICHTUM DER FORMEN - KRAFT DER FARBEN 9
4.2.1 Rot: Farbe des Lebens - Farbe des Todes 10
4.2.2 Weiß: Verbindung mit dem Übersinnlichen. 10
4.3 DIE TATAUIERUNGEN DER BERBERFRAUEN. 12
4.4 DIE WODAABE: SCHÖNHEITSWETTBEWERB DER MÄNNER 12
4.5 ATTRIBUTE DER ANERKENNUNG BEI MURSI UND BUMI. 14
4.6 DIE STOCKKÄMPFE DER SURMA 14
4.7 DIE NUBA 15
4.8 LEBENSLANGE ZEICHNUNGEN - ZEUGEN DER PERSÖNLICHEN BIOGRAPHIE 17
4.9 KÖRPERSCHMUCK DER MAASAI. 18
4.10 DIE YORUBA: KÖRPER ALS SPIEGEL INNERER QUALITÄT 18
5 DEUTSCHLAND. 20
5.1 DIE URSPRÜNGE DER TÄTOWIERUNG 20
5.1.1 Unkultur 20
5.1.2 Die Seefahrer 21
5.1.3 Nach dem Krieg 22
6 SCHLUSS 24
7 LITERATURVERZEICHNIS. 25
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Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland
DARSTELLUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Ahnenkult bei den Lobi in Burkina Faso ………………………...……… 11 Abb. 2: Schminkkult der Woodabe-Männer in der Republik Niger ..……………. 13 Abb. 3: Kampfbemalung der Surma im Südwesten Äthiopiens .………………… 15 Abb. 4: Gesichtsmuster der Nuba im Südsudan ………………….……………… 16 Abb. 5: Narbenzeichnungen der Ga’anda in Nigeria ….………………………… 17 Abb. 6: Kolo-Markierungen der Yoruba in Südwestnigeria ..…………………… 19
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Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland
1 Einleitung
Tätowierung - die Verzierung der Haut in vielfältigster Form und Technik ist nicht nur heutiger Körperkult und Ausdruck der eigenen Individualität, sondern vielmehr im traditionellen Sinne das Herausstellen der eigenen Persönlichkeit und der gesellschaftlicher Stellung.
Die Abhandlung befasst sich mit der Geschichte der Tätowierung in Deutschland und im Speziellen auf dem afrikanischen Kontingent mit dem Ziel, dem Interessierten einen Einblick von traditionellen Riten bis zum heutigen Körperschmuck zu geben. Angefangen mit der Erläuterung der Methode der Kulturanthropologie, wird im Anschluss die Geschichte der Tätowierung beschrieben. Zunächst wird die Bedeutung der Tätowierungen in einzelnen afrikanischen Stammesgesellschaften untersucht. Dabei wird der Reichtum der Formen und die symbolische Bedeutung einzelner Farben dem Leser nahe gebracht. Die diversen Beweggründe der Körperbemalung in diesen Kulturen werden fortführend dargestellt. Im vorletzten Kapitel wird die Geschichte der Tätowierung im deutschen Kulturkreis der letzten drei Jahrhunderte bis zur Gegenwart beleuchtet und Parallelen zu den zuvor beschriebenen traditionellen Tätowierungsriten aufgezeigt, um im abschließenden Kapitel zu resümieren.
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Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland
2 Die Methode der Kulturanthropologie
„Mit Sicherheit ist die Körperbemalung so alt und so universel[l] verbreitet wie der Mensch selbst, und vielleicht gehört dieses Tun zu den frühesten Zeugnissen, durch die er sich vom Tier unterschied.“ 1
Die Kulturanthropologie ist die Wissenschaft von (fremden) Kulturen, von ihrer Erfahrung, Analyse und Darstellung und setzt sich mit dem Menschen in seinem Verhältnis zu Kulturen auseinander, welche seit 1970 zu einer Leitdisziplin für die Kulturwissenschaft geworden ist. Ihr Forschungsinteresse gilt der Auseinandersetzung mit kulturellen Differenzen und der hintergehbaren Fremderfahrung - sprich die Kategorie des Fremden. 2 Kulturanthropologen verstehen sich als selbstreflektierende Wissenschaftler, deren Ziel die Entwicklung übergreifender theoretischer Fragestellungen und Begriffe ist. Die wissenschaftliche kulturanthropologische Arbeit soll empirisch, problemorientiert und gegenwartsbezogen sein. Einige Anthropologen erforschen, wie unsere Wissenschaft als ‚Homo sapiens’ bezeichnete Spezies sich aus früheren Arten entwickelt hat. Andere Anthropologen untersuchen wie sich der Homo sapiens in den Besitz der spezifisch menschlichen Sprachfähigkeit kam. Wieder andere konzentrieren sich auf die erlernten Traditionen menschlichen Denkens und Verhaltens, die so genannten Kulturen. Sie untersuchen, wie frühere Kulturen entstanden sind und sich verändert haben und wie und warum moderne Kulturen Wandlungen unterworfen sind oder gleich haben. 3
1 Ferguson, Henry; Procter, Lynn; Hrsg: body art: Tattoo. Rituale, Kunst, Mode. Rastatt: Moewig, 1998. S.
11.
2 vgl.: Nünning, Ansgar; Nünning, Vera: Konzepte der Kulturwissenschaften: Theoretische Grundlagen,
Ansätze, Perspektiven. Stuttgart: Metzler, 2003. S. 86.
3 vgl.: Harris, Marvin: Kulturanthropologie: Ein Lehrbuch. Aus dem Amerikanischen von Sylvia M. Schom-
burg-Scherff. Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1989. S. 15.
4 vgl.: Greverus, Ina-Maria: Kultur und Alltagswelt: Eine Einführung in Fragen der Kulturanthropologie.
München: Beck, 1978. S. 52ff.
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Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland
3 Die Geschichte der Tätowierung
Der Begriff Tätowierung geht auf die Bezeichnung Tatauierung [zu polynes. Tatau = Zeichen] zurück, den die Ureinwohner Polynesiens für das Bemalen des Körpers mit einem Tatau benutzen. Die englischen Seefahrer, die sich im 18. Jahrhundert von den Eingeborenen verzieren ließen, machten für den englischen Sprachgebrauch scherzeshalber ein ‚Tattoo’ daraus. Der Begriff hat sich gehalten. Ins Deutsche wurde er mit dem Begriff der Tätowierung übertragen. 5 Der Akt des Tätowierens war aber nicht nur den Urvölkern Polynesiens ein Begriff, er war der Menschheit allgemein seit der Frühzeit bekannt, mit dem Unterschied, das es damals noch nicht ‚Tätowieren’ hieß, sondern ‚Stechen’, ‚Ritzen’, ‚Schnitzen’ oder ‚Stechmalen’. Die Prozedur war jedoch die gleiche: Die Menschen fügten sich Schnitte zu und rieben dann Holzkohle, farbige Erde oder Pflanzenteile in die Wunde. Manchmal gingen die Menschen sogar noch weiter: Sie schnitten sich Narben oder brannten sich Wunden ins Fleisch. Die dadurch entstandenen Hautbilder waren selten künstlerische Verzierungen, sondern waren rituelle Gebaren. Die Hautbilder galten als Schutz vor Geistern, als Ausdruck der Tapferkeit, des Erwachsenseins, als Beispiel besonderer Manneskraft oder schlicht als Zeichen der Stammeszugehörigkeit. Aufgrund von Funden wird vermutet, dass Körperverzierungen als kultische Handmalungen in Japan bereits während der Jomon-Periode, der Jungsteinzeit, die zwischen 5000 und 300 v. Chr. datiert wird, durchgeführt worden sind. Aufschluss darüber gibt Ötzi, der älteste erhaltene menschliche Körper der Welt, der 15 Hautbilder besitzt. Ötzi besitzt eine Reihe parallel verlaufender Linien, die seine untere Wirbelsäule bedecken, Streifen um seinen rechten Fußknöchel und ein Symbol in Form eines Kreuzes hinter seinem rechten Knie. ‚Nur’ 2.400 Jahre alt ist die im russischen Ukok-Plateau gefundene Frau. Sie ist bisher die älteste bekannte tätowierte Frau. Es wird vermutet, dass es sich um eine Kriegerin oder eine Erzählerin von Stammesgeschichten handelt, welche von ihrem Stamm der Pazyryker hoch angesehen war. Sie trägt kunstvolle und reich verzierte Hautbilder von Vögeln, Hirschen und mystischen Tieren an den Armen und Schultern. 6
5 vgl.: Feige, Marcel; Krause, Bianca: Tattoo- & Piercing Lexikon: Kult und Kultur der Körperkunst, 2.,
erweiterte Auflage. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2004. S. 246f.
6 vgl.: Feige, Marcel: Ein Tattoo ist für immer: Die Geschichte der Tätowierung in Deutschland. Berlin:
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2003. S. 10f.
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Arbeit zitieren:
Anne Fuest, 2005, Die Tätowierung - Geschichte und Bedeutung in Afrika und Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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