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Das Milgram-Experiment. Untersuchungsdetails und Kritik

Titel: Das Milgram-Experiment. Untersuchungsdetails und Kritik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Diana Schuett (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit werden die von Milgram durchgeführten Gehorsamsexperimente und deren Ergebnisse erläutert, um einen Einblick zu gewähren, unter welchen Umständen sich das Gehorsamsniveau verändert. Anschließend wird geprüft, ob Replikationen des Milgramschen Basis-Experiments von anderen Forschern ähnliche Ergebnisse hervorbrachten und wie hoch die Gehorsamsbereitschaft in Milgrams Untersuchungen von Außenstehenden eingeschätzt wird. Milgram führt das Verhalten der Versuchspersonen auf den Agens-Zustand zurück, in dem sie sich während ihres Gehorsams befanden. Was Milgram genau unter den Agens-Zustand versteht, wird kurz Erwähnung finden, bevor in dem letzten Kapitel des ersten Teils dieser Arbeit die Ergebnisse unterschiedlicher Studien wiedergegeben werden, die untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gehorsam gibt. Die zweite Hälfte dieser Arbeit beschäftigt sich mit der methodologischen und ethischen Kritik an Milgram. Unter anderem stellt sich die Frage, in wiefern die Ergebnisse von Milgrams Experimenten in einen größeren sozialen Rahmen interpretierbar sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Milgram-Experiment

2.1 Untersuchungsdetails

2.2 Veränderungen der Versuchsandordnung

2.3 Replikationen des Experiments

2.4 Erwartetes Verhalten

2.5 Gehorsam und der Agens-Zustand

2.6 Persönlichkeitsmerkmale und Gehorsam

3 Kritik

3.1 Methodologische Probleme

3.2 Generalisierbarkeit der Ergebnisse

3.2.1 Labor vs. Alltagssituation

3.2.2 Simulation von Verhaltens in Gesellschaften oder Organisationen?

3.2.3 Übertragbarkeit auf den Nationalsozialismus

3.3 Ethische Legitimität

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Milgram-Experiment und analysiert die psychologischen sowie situativen Faktoren, die Menschen dazu veranlassen, einer Autorität zu gehorchen und Handlungen gegen ihre eigenen moralischen Werte auszuführen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der wissenschaftlichen Kritik an der Methodik, der Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf reale gesellschaftliche Organisationen sowie der ethischen Vertretbarkeit des Experiments.

  • Analyse der situativen Determinanten von Gehorsam gegenüber Autoritäten.
  • Untersuchung des Konzepts des "Agens-Zustands" als Erklärungsmodell.
  • Kritische Würdigung der methodologischen Validität und ethischen Legitimität.
  • Diskussion der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Nationalsozialismus und Organisationen.
  • Vergleich der Milgram-Ergebnisse mit verschiedenen Replikationsstudien.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Stellen Sie sich vor, Sie schlagen morgens am Frühstückstisch Ihre Zeitung auf und erblicken eine Anzeige mit der Überschrift „Wir bezahlen Ihnen 4.00 Dollar für eine Stunde ihrer Zeit. Personen für eine Untersuchung über Gedächtnisleistung gesucht“. Vielleicht wollten Sie schon immer mal an einem Experiment teilnehmen und ergreifen die Gelegenheit und melden sich bei der Yale-Universität als Interessent dieser Untersuchung. Kurze Zeit später finden Sie sich in einem Labor auf dem Universitätsgelände ein und treffen auf einen Versuchsleiter, der Sie mit einem anderen freiwilligen Teilnehmer bekannt macht.

Der Versuchsleiter berichtet, daß eine Theorie überprüft werden soll, die besagt, daß ein Mensch seine Lernleistung erhöhen könnte, wenn er für Fehler bestraft wird. Das Ziel des Experiments sei deshalb, die Auswirkung von Bestrafung auf das Lernverhalten zu untersuchen. Er teilt Ihnen mit, daß ein Teilnehmer die Rolle des Schülers übernimmt, der etwas lernen muß, und der andere den Lehrer darstellt, der den Schüler, wenn nötig, bestrafen müßte. Zur Verteilung der Rollen werden Sie und der andere freiwillige Versuchsteilnehmer aufgefordert ein Los zu ziehen. Sie wurden als Lehrer bestimmt.

Zusammen mit der zum Schüler bestimmten Person folgen Sie nun dem Versuchsleiter in einem Nebenraum. Dort wird der Schüler an einem Stuhl gefesselt, um übermäßige Bewegungen einzuschränken, an seinem rechten Handgelenk wird eine Elektrode befestigt und unter seiner linken Hand wird ein kleiner Antwortkasten mit vier Knöpfen positioniert. Ihnen beiden wird erklärt, daß der Schüler eine Reihe von Wortpaaren lernen müsse und für jede falsche Antwort einen Elektroschock von wachsender Stärke erhalte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die experimentelle Anordnung des Milgram-Experiments ein und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach dem Gehorsam gegenüber Autoritäten unter Konflikt mit eigenen moralischen Überzeugungen.

2 Das Milgram-Experiment: Dieses Kapitel erläutert die Details der Untersuchungsreihe, verschiedene Variationen der Bedingungen, den Agens-Zustand als theoretisches Konstrukt sowie empirische Befunde zu Persönlichkeitsmerkmalen der Versuchsteilnehmer.

3 Kritik: Hier werden die methodologischen Einwände, die Schwierigkeiten der Generalisierbarkeit auf Alltagssituationen und Organisationen sowie die komplexe Debatte über die Übertragbarkeit auf den Nationalsozialismus und ethische Bedenken diskutiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt die Annahme auf, dass mit zunehmender Bedeutung von sozialer Intelligenz und moralischer Entwicklung der Gehorsam in solchen Experimenten in Zukunft abnehmen könnte.

Schlüsselwörter

Milgram-Experiment, Gehorsam, Autorität, Sozialpsychologie, Agens-Zustand, methodologische Kritik, ethische Legitimität, situativer Ansatz, Nationalsozialismus, Organisationen, moralische Entwicklung, soziale Intelligenz, Replikation, Verhaltenswissenschaft, menschliches Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Milgram-Experiment, eine berühmte sozialpsychologische Untersuchung, die aufzeigt, inwieweit Menschen bereit sind, auf Befehl einer Autoritätsperson anderen Menschen Schmerzen zuzufügen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für Gehorsam, den psychologischen Mechanismen hinter dem "Agens-Zustand", der Kritik an der methodischen Vorgehensweise und der ethischen Debatte um das Experiment.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die situativen Bedingungen zu verstehen, unter denen Menschen ihren moralischen Prinzipien entgegen handeln, sowie die wissenschaftliche Validität und Übertragbarkeit dieser Befunde kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Milgram-Originalstudien sowie zahlreicher Replikationsstudien und kritischer Auseinandersetzungen aus der Organisationssoziologie und Täterforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Aufbau der Experimente, die Ergebnisse unter verschiedenen Versuchsbedingungen, die Theorie des Agens-Zustands sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit methodischer und ethischer Kritik dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gehorsam, Autorität, Milgram-Experiment, Agens-Zustand, soziale Intelligenz, methodische Kritik und ethische Legitimität.

Inwiefern spielt der Agens-Zustand eine Rolle?

Der Agens-Zustand beschreibt nach Milgram den psychischen Zustand, in dem ein Individuum seine Eigenverantwortung zugunsten einer übergeordneten Autorität aufgibt und sich als bloßes Instrument zur Ausführung fremder Wünsche definiert.

Warum ist die Übertragbarkeit auf den Nationalsozialismus umstritten?

Die Übertragung ist umstritten, da Historiker darauf hinweisen, dass die Laborsituation nicht die komplexe Realität der Indoktrination, der Gruppendynamik und der ideologischen Überzeugung im Dritten Reich widerspiegelt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Milgram-Experiment. Untersuchungsdetails und Kritik
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,7
Autor
Diana Schuett (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V117989
ISBN (eBook)
9783640201822
ISBN (Buch)
9783668104082
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Milgram-Experiment Milgram Experiment Gehorsam Gewalt Psychologie Kritik Labor
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diana Schuett (Autor:in), 2006, Das Milgram-Experiment. Untersuchungsdetails und Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117989
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Leseprobe aus  26  Seiten
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