Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Leben als Single 3
2.1 Singleanteil an der Gesellschaft 3
2.1.1 Begriffliche Abgrenzungen: verschiede Definitionen von Singles 3
2.1.2 Historischer Rückblick 5
2.1.3 Singleverbreitung in der Gesellschaft 7
2.1.3.1 Altersstrukturelle Verteilung 8
2.1.3.2 Geschlechts- und familienstandsspezifische
Differenzierungen 10
2.1.3.3 Regionale Unterschiede 11
2.2 Lebenslage und soziale Merkmale von Singles 13
2.2.1 Soziale Charakterisierung der Singles 13
2.2.2 Berufliches und finanzielle Lage 15
2.2.3 Netzwerke und Kontakte 15
2.2.4 Determinanten, die ein Singleleben begünstigen 17
2.2.5 Bewertung durch Mitmenschen 17
2.3 Theorien 18
2.4 Wertewandel und Postmaterialisten 19
3 Fazit 21
4 Literaturverzeichnis 23
1
1 Einleitung
Sex and the City, Ally McBeal, Friends,.. die erfolgreichsten Serien im Fernsehen handeln von partnerlosen Singles, die verzweifelt auf der Suche nach Liebe sind. Dabei werden sie meistenteils als neurotische und egoistische Wesen dargestellt, die nicht bereit sind Kompromisse einzugehen.
Singles scheinen 7 Tage die Woche Partys zu feiern und ihre Sexual-Partner wie ihre Unterwäsche zu wechseln. Auf der Suche nach einer festen Partnerschaft sind sie jedoch nicht bereit Einschränkungen bezüglich ihres Freiheitsdranges in Kauf zu nehmen. Mit anderen Worten: sie wollen alles, aber weigern sich, sich auf etwas festzulegen. Aufgrund dieser exzessiven Lebensführung ziehen sie so viel Aufmerksamkeit in den Medien aber auch bei privaten Diskussionen auf sich, wie keine andere Lebensform. Auf der einen Seite beneidet um ihr aufregendes Leben und andererseits missachtet als egoistischer Sozialschmarotzer, spalten Singles die Nation.
Man kann sich dem Phänomen des einsamen Singles nicht mehr entziehen, denn überall wo man hinblickt, drängt sich einem die ganze Single-Maschinerie auf. Sie sind zu einer riesigen wirtschaftlichen Zielgruppe für Unternehmen geworden, die darauf abzielen, den Singles zu einer glücklichen Partnerschaft zu verhelfen (Single-Partys, Single-Foren,…). Trifft denn das egoistische und selbstverwirklichende Bild auf diese Bevölkerungsgruppe zu? Haben sie sich bewußt für diese Lebensweise entschieden oder eher mit ihrer Situation unzufrieden? Sind wir auf dem Wege zu einer Single-Gesellschaft? Obwohl Singles so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, gehen die Vorstellungen über ihre Lebensführung weit auseinander.
Wir wollen uns nun anschauen, wie es wirklich um die Singles bestellt ist und ob sie kurz davor stehen, die traditionelle Familie abzulösen.
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2 Das Leben als Single
2.1 Singleanteil an der Gesellschaft
Der Forschungsstand bietet derzeit keine gute Basis, um das Phänomen der Singles ausführlich analysieren zu können. Es stehen nur Querschnittsstudien zur Verfügung und durch die fehlenden Lebensverlaufsanalysen bleibt einem ein näherer Zugang zu der Materie verwehrt. Folgend wird vor allem mit Hilfe der Daten der amtlichen Statistik versucht, zu klären, ob der Anteil der Alleinlebenden an der Gesellschaft wirklich so hoch ist und wie dieser bezüglich der Faktoren Alter, Geschlecht und Regionsverteilung bestimmt ist. Ein weiteres Problem betrifft die Uneinigkeit darüber, was unter einem Single im definitorischen Sinne verstanden wird.
2.1.1 Begriffliche Abgrenzungen: verschiedene Definitionen von Singles Der Begriff Single umfasst eine große Anzahl verschiedenster definitorischer Zugänge. 1 Aufgrund der Uneinigkeit bzgl. des Gegenstandsbereiches und der unterschiedlichen Bezugnahmegebiete von empirischen Forschungen über Singles, wird die Annäherung an dieses Phänomen erschwert.
In den meisten Untersuchungen werden unter Singles Alleinlebende verstanden und dabei wird auf Personen Bezug genommen, die einen eigenen Haushalt führen, alleine wohnen und wirtschaften. Diese Definition erleichtert eine Analyse, da Daten des statistischen Bundesamtes zur Hilfe genommen werden können und danach kann man aktuell 17% der Bevölkerung als Single bezeichnen.
Mit der üblichen Vorstellung von Singles, einem Menschen, der auf Dauer, freiwillig, ohne festen Partner oder einer Familie, alleine lebt, hat dies allerdings nichts mehr gemein. 2
1 R. Bachmann führte 21 verschiedene Definitionen des Begriffs „Single“ auf. (vgl. Bachmann 1992:238ff)
2 „Der Begriff „Single“ war ursprünglich ein US-Import der 1970iger Jahre und bedeutet eigentlich nichts
anderes als das Gegenteil von „Married“, also einzeln, unverheiratet, ledig. In der Alltagssprache waren
damit schnell Personen gemeint, die auch freiwillig allein lebten.“ (Schneider, Rosenkranz, Limmer 1998:41)
3
Um diesem Bild näher zu kommen, aber dennoch die Möglichkeit einer empirischen Erfassung dieser Bevölkerungsgruppe zu ermöglichen, entstanden weitere Definitionen. Einen weiten Single-Begriff hat Hradil eingeführt, indem er zu dem Merkmal des Einpersonenhaushaltes noch das Definitionskriterium Alter mit einbezog: “Ihm zufolge gelten alle diejenigen als „Singles“, die 25 bis unter 55 Jahre alt sind und alleine leben und haushalten.“ (Hradil 1995:7)
Nach dieser Definition war im Jahr 2000 jeder 7. in Deutschland ein Single. Durch diese altersbezogene Einschränkung will er gewährleisten, dass jüngere, die aus finanziellen Gründen noch keine Möglichkeit zum Alleinleben haben, und ältere Menschen, die durch Verwitwung oder Scheidung zur Führung eines Ein-Personenhaushaltes gezwungen sind, nicht unter der Definition des Single fallen.
Zweck dieser Eingrenzung ist es, die Personen zu erfassen, die sich freiwillig unter den Alternativen der Lebensführung für das Alleinleben entschieden haben und diese auch soziologisch abgrenzbar sind. Doch können auch in diesem Falle Personen per Definition zu den Singles gezählt oder ausgeschlossen werden, die nicht darunter fallen. Sind jedoch auch die Lebensweisen bei einer Untersuchung von Bedeutung, so sollte auf einen engeren Single-Begriff zurückgegriffen werden.
Nach Hradil gilt im engeren Sinne jede(r) als Single, „der bzw. die alleine in einem Einpersonenhaushalt lebt, 25 bis unter 55 Jahre alt ist, und angibt, keinen festen Partner zu haben sowie aus eigenem Willen und für längere Zeit alleinleben zu wollen.“ (Hradil 1995:9) Verwendet man einen so engen Single-Begriff, dann betrifft das Leben als Single weniger als 1% der Bevölkerung.
Die Freiheit und Dauerhaftigkeit ist hierbei ein wichtiges Kriterium um einen Single zu charakterisieren und diese Definition kommt der Vorstellung über Singles in der Gesellschaft wahrscheinlich am nächsten. 3
3 Die Kriterien der Freiwilligkeit und Dauerhaftigkeit weisen Probleme bzgl. der Forschungspraxis auf:
„Die „Freiwilligkeit“ des Singledaseins ist objektiv unbestimmbar und subjektiv, als Bekundung durch den
einzelnen ermittelt, oft so sehr von Rationalisierungen, Bekundungen mit Blick auf die Erwartungen der
Gesellschaft etc. durchtränkt“ (Hradil 1995:8). Auch die Dauer des Single-Seins ist schwer zu bestimmen, da
keine exakten Aussagen über die Zukunft und sein Single-Dasein gemacht werden können.
4
In Bezug auf diesen 2 Komponenten, wurde folgendes Schema in den USA entwickelt: Typologie der Singles
Singles im engeren Sinne würden nach dieser Typologie durch die Überzeugten gebildet werden, da sie sich freiwillig für ein unbefristetes Alleinleben als Lebensstil entschieden haben. 4
Trotz der besseren Widerspiegelung der Singles durch eine engere Definition, werden aufgrund der schwierigen Erfassung dieser Kriterien und des ungeeigneten Charakters bzgl. empirischer Forschungen weiterhin öfters die Daten der Alleinlebenden oder der Singles im weiteren Sinne als Grundlage dienen.
Aber grundsätzlich werden die Definitionen, derer man sich bedient und die Zielgruppe auf die man Bezug nimmt, nach Forschungsziel ausgewählt. So wird man sich z.B. zur Einschätzung der Wohnlage der Definition der Einpersonenhaushalte und zur Analyse der Einsamkeit von Singles einer weit enger gefassten Definition bedienen. Wie bereits durch diesen kleinen Einblick ersichtlich, sind die Anteile der Singles an der Gesellschaft wesentlich undramatischer als angenommen. Je enger man den Begriff fasst und somit dem wahren Single als Lebensweise näher kommt, desto kleiner fällt der Gegenstandsbereich aus.
2.1.2 Historischer Rückblick
Das Ansehen der Singles, ihre Lebenssituation, ihre Stellung in der Gesellschaft, ihre Verbreitung, sowie die Zusammensetzung der Singles haben über die Zeit hinweg einen starken Wandel vollzogen. Dies ist ohne Zweifel auch auf die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Situation eines Landes und auf die dadurch gesicherten Lebensbedingungen zurückzuführen.
4 Die Grenzen zwischen den Typen sind fließend und es sind im Verlaufe des Lebens Wechsel
zwischen den einzelnen Typen möglich.
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Arbeit zitieren:
Diana Schuett, 2005, Singles - Eine unbekannte Lebensform auf der Überholspur?, München, GRIN Verlag GmbH
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