Inhaltsverzeichnis
1 Hinführung zum Thema 4
2 Feinstaub 6
2.1 Was ist Feinstaub 6
2.2 Entstehung von Feinstaub 8
2.2.1 Natürliche Quellen 9
2.2.1.1 Primäre Quellen 9
2.2.1.2 Sekundäre Quellen 9
2.2.2 Anthropogene Quellen 9
2.2.2.1 Primäre Quellen 9
2.2.2.2 Sekundäre Quellen 10
2.3 Rechtliche Instrumentarien zur Luftreinhaltung 11
2.4 Situation der Feinstaubbelastung in Deutschland 13
2.5 Wirkung von Feinstaub auf die Gesundheit des Menschen 15
3 Rußpartikelfiltersysteme 17
3.1 Abgasnachbehandlung zur Rußpartikelminderung 17
3.1.1 Wandstromfilter 17
3.1.2 Durchflussfilter 20
3.2 Europäische Abgasgrenzwerte für Diesel-Pkws 22
4 Anmerkung 23
5. Anhang 25
5.1 Literaturverzeichnis 25
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Vorwort
In meiner Seminararbeit 2005 habe ich das Thema „Entstaubung von Abgasen: Die unsichtbare Gefahr durch Feinstaub“, gewählt, weil sich meine beste Freundin vergangenen Sommer erstmals einen Diesel-Pkw gekauft hat. Ich habe sie einige Male mit zum Händler begleitet, wobei uns der Verkäufer Einiges über Feinstaub und Rußpartikel berichtet hat. Diese Thematik hat bei mir Interesse geweckt und ich habe sie deshalb als Thema meiner Seminararbeit ausgewählt.
Zunächst werde ich mit einer kurzen Einleitung zum Thema hinführen. Ich gehe in Punkt 2 auf die Entstehung und Herkunft von Feinstaub ein. Anschließend werde ich die rechtlichen Instrumentarien zur Luftreinhaltung darstellen und über die aktuelle Feinstaubsituation in Deutschland berichten. Des Weiteren beschäftige ich mich, wie sich Feinstaub auf die Gesundheit des Menschen auswirkt. Im folgenden Gliederungspunkt gehe ich auf die verschiedenen Arten von Rußpartikelfiltern ein und erläutere die EU- Abgasgrenzwerte für Diesel-Pkws. Abschließend werde ich meine eigene Meinung zu diesem Thema äußern.
Bezüglich der Fachliteratur verwende ich ausschließlich Quellen aus dem Internet, da dieses Thema noch sehr aktuell ist und sich keine zeitgemäßen Bücher dazu finden ließen.
Ziel meiner Seminararbeit 2005 soll ein kurzer und wissensreicher Einblick in die Feinstaubproblematik sein, da diese Angelegenheit uns alle betrifft und gegen diese wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden müssen.
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1 Hinführung zum Thema
In den vergangen Jahren konnte man eine enorme Verringerung der Staubbelastung in unseren Breitengraden feststellen. In relativ kurzer Zeit wurden in den Unternehmen große Investitionen in Filteranlagen getätigt um die Schadstoffemissionen zu verringern. Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt, denn größtenteils wurde nur der so genannte „sichtbare Staub“ (Grobstaub) reduziert. Allerdings sind für den menschlichen Organismus die kleinsten (unsichtbaren) Staubpartikel von wesentlich größerer Bedeutung, da wegen ihrer „Winzigkeit“ 1 von ihnen eine besondere Gesundheitsgefährdung ausgeht. Bevor ich in meiner Seminararbeit näher auf diese Gefahr eingehe, möchte ich zunächst noch einen kurzen Überblick über Staub im Allgemeinen verschaffen. 2
Alle in der Luft verteilten Feststoffe mit unterschiedlicher Form, Struktur und Dichte werden unter dem Allgemeinbegriff „Staub“ oder „Partikel“ zusammengefasst. Staub ist eine natürliche Ingredienz der Luft und somit fast überall existent. Als Schwebstaub bezeichnet man im Prinzip den gesamten Staub der sich in der Atmosphäre befindet. Dieser umfasst zusätzlich zum Staub, auch noch den Ruß und Rauch. Im internationalen Fachjargon wird er auch als „total suspended particulates (TSP)“ bezeichnet.
Schwebstaub lässt sich nach Partikelgröße und Staubart differenzieren. Die Partikelgröße lässt sich in Feinstaub und Grobstaub und die Staubart in Hausstaub, Faserstaub, Gesteinsstaub und Blütenstaub unterteilen. Die folgende Grafik soll dies veranschaulichen. 3 1 Press Releases, Neue EU-Grenzwerte für die Luftverschmutzung: Fragen und Antworten, http://europa.eu.int/rapid/pressReleasesAction...., 01.11.2005 2 Vgl. ebenda und vgl. Bayerischer Rundfunk, Woher kommt der Staub?, http://www.br-online.de/umwelt- gesundheit/thema/feinstaub/feinstaub-entstehung.xml, 01.11.2005 und vgl. Landeshauptstadt München, Feinstaub, http://www.muenchen.de/feinstaub, 12.12.2005 3 Vgl. Landeshauptstadt München, Feinstaub, a.a.O., 03.11.2005 und vgl. Rein GmbH, Grundlagen: Verunreinigung der Luft, http://www.reinkaelte.de/Neue_Dateien/klitech.html, 01.11.2005 und vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten zum Themenkomplex „Partikelminderungssysteme“, http://www.centro-handel.de/pdf_news..., 05.11.2005, S. 2 und vgl. Wikipedia, Staub, http://de.wikipedia.org/wiki/Staub, 01.11.2005
4
Da ich anschließend im Detail auf den Feinstaub eingehe, möchte ich bei dieser Gelegenheit noch kurz das Thema Grobstaub erläutern. Staub mit einer Größe von mehr als 10 Mikrometer (µm) wird als Grobstaub bezeichnet. Dieser wird durch die modernen Filteranlagen aus der Luft gefiltert. Für das menschliche Auge ist er relativ gut sichtbar, da er sich schnell absetzt. Durch „Schnäuzen“ oder „Niesen“ wird dieser Staub, der sich auf den Flimmerhärchen der Nasenschleimwand abgesetzt hat, wieder aus dem Körper befördert. In meiner Seminararbeit werde ich die so genannten Partikel mit der gängigen Abkürzung „PM (Particulate Matter)“ 5 bezeichnen. 6
5 Vgl. Lahl, Dr. Uwe/Steven, Dr. Wilhelm, Reduzierung von Partikelimmissionen – eine gesundheitspolitische Schwerpunktaufgabe, http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/..., 01.11.2005, S. 325 6 Vgl. Stadt Halle, Teilchengröße, http://www.halle.de/index.asp?MenuID=3139&SubPage=2, 01.11.2005
5
2 Feinstaub
2.1 Was ist Feinstaub?
Als Feinstaub werden Partikel bezeichnet, die so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann und einen „aerodynamischen Durchmesser“ 7 von höchstens 10 µm haben (PM10). Diese Partikel sind so winzig, dass sie nicht einmal ein Zehntel des Durchmessers eines Haares erreichen, wie auf der Abbildung gut zu erkennen ist. 8
Abbildung von Größenvergleich 9
Feinstaub bildet den größten Anteil am Schwebstaub. Es ist ein komplexes, atmosphärisches Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen, die eine Mischung aus einer Vielzahl von chemischen Verbindungen darstellen. Sulfat, Nitrate, Ammoniak, Natriumchlorid, Kohlenstoff, Mineralstaub und Wasser sind die wichtigsten Bestandteile. Durch ihre Größe, Form, Farbe, chemische Zusammensetzung, physikalischen Eigenschaften aber auch durch ihre Herkunft und Entstehung unterscheiden sich die Partikel. Sie entstehen überwiegend durch menschliche Aktivitäten, wie beispielsweise Verbrennungsprozesse. Somit stellen sie den am schwierigsten abzubauenden Teil der Luftschadstoffe dar. Die Größe der Feinstaubpartikel ist dafür verantwortlich, wie lange sie sich in der Atmosphäre aufhalten und wie weit sie transportiert werden können. Die 7 Der aerodynamische Durchmesser eines Teilchens beliebiger Form und Dichte wird mit Hilfe des Durchmessers einer Kugel mit Dichte 1 (1 g/cm³) bestimmt, welches die gleiche Sinkgeschwindigkeit in ruhender oder laminar strömender Luft besitzen würde wie das zu betrachtende Staubteilchen. Universität Karlsruhe, Schadstoffmessung, http://www-iip.wiwi.uni-karlsruhe.de/forschung/..., 23.10.2005, S. 5 8 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Frische Luft für alle – die Feinstaubdebatte Fragen und Antworten, http://www.bmu.de/files/luftreinhaltung/..., 05.12.2005, S.1 und vgl. Medicalpicture, Feinstaub, Partikel – Emissionen, http://www.medicalpicture.de/cont_62.feinstaub.php, 20.12.2005 9 Oberland-Mangold GmbH, Gesundheit, http://www.oberland-mangold.de/index... , 18.12.2005
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größeren Partikel (PM 10 ) sind durch Ablagerung und Niederschlag innerhalb weniger Stunden aus der Luft verschwunden. Dagegen können sehr kleine Partikel (PM 2,5 ) mehrere Tage oder sogar Wochen in der Luft bleiben und so innerhalb kurzer Zeit Strecken über mehrere tausend Kilometer zurücklegen. Ein oft zu besichtigendes Phänomen ist der Saharastaub, der je nach Windrichtung nach Europa oder sogar über den Atlantik verstreut werden kann und dort manchmal auf den Autos vorzufinden ist. 10
Die Einteilung und Definition der Partikel ist in der deutschen Literatur nicht schlüssig und teilweise sogar widersprüchlich. Die Partikel lassen sich sehr gut ihrer Größe nach einteilen. In der nachfolgenden Übersicht wurde eine derartige Einteilung vorgenommen. 11
10
Vgl. Deutsche Atemwegsliga e.V., Feinstaub – kleine Partikel mit großer Wirkung, http://www.atemwegsliga.de/pages/aktuell.htm#Feinstaub, 02.11.2005 und vgl. Medicalpicture, Feinstaub, Partikel – Emissionen, a.a.O. und vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier zum Thema Staub/Feinstaub (PM), http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-p presse/hintergrund/feinstaub.pdf, 23.10.2005, S. 3
11
Vgl. Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S 325
12
Vgl. ebenda, S. 325
7
„Die Massenkonzentration von Feinstaub wird in Milligramm [(mg)], Mikrogramm [(μg)] oder Nanogramm [(ng)] pro Kubikmeter [(m³)] Luft angegeben.“ 13 Um das Verhältnis der Partikelgrößen zueinander besser verständlich zu machen, kann man auch sagen: „Die ultrafeinen Partikeln (UFP) sind eine Teilmenge von PM 2,5 , diese sind eine Teilmenge von PM 10 und diese wiederum eine Teilmenge von TSP.“ 14 Der Anteil der UFP an der Gesamtmasse ist relativ unbedeutend. Da aber ihre Zahl beachtlich ist, werden sie anstatt in „Masse-Konzentrationen“ 15 in „Anzahl-Konzentrationen“ 16 angeführt. 17
2.2 Entstehung von Feinstaub
Feinstaubemissionen lassen sich auf eine Vielzahl von Quellen zurückführen. Sie können entweder durch natürliche Vorgänge (natürliche Quellen) entstehen oder durch den Menschen (anthropogene Quellen) verursacht werden. Die nachfolgende Tabelle soll einen Überblick über die natürlichen und anthropogenen Quellen vermitteln. 18
13 GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Feinstaub - Kleine Partikel mit großer Wirkung, http://www0.gsf.de/flugs/feinstaub_neu_2.phtml, 23.10.2005 14 Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S. 325 15 ebenda, S. 326 16 ebenda, S. 326 17 Vgl. ebenda, S. 325, 326 18 Vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O., S 3 19 Regierungspräsidium Karlsruhe, Luftreinhalte-/Aktionsplan für den Regierungsbezirk Karlsruhe, http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1188387/rpk54.1_lrp_pf_internet.pdf, 18.12.2005, S. 13
8
Aus der Tabelle wird erkennbar, dass durch natürliche Quellen sehr große als auch winzig kleine Partikel entstehen. Von den anthropogenen Quellen werden überwiegend Feinstaubpartikel emittiert. Die ultrafeinen Partikel stammen überwiegend aus Verbrennungsprozessen.
Die beiden oben genannten Quellen, lassen sich wiederum in primäre und sekundäre Quellen unterteilen. Die Primärpartikel werden direkt von den Schadstoffverursachern an die Luft abgegeben. Hingegen entstehen die Sekundärpartikel durch eine chemische Reaktion von gasförmigen Vorläufersubstanzen in der Atmosphäre. 20
2.2.1 Natürliche Quellen
2.2.1.1 Primäre Quellen
Emissionsquellen dieser Partikel sind:
Vulkane (ohne Gasemissionen), Meere (Seesalzaerosole), Bodenerosion, Wald- und Buschfeuer, sowie biologisches organisches Material (Pollen, Sporen oder Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze). 21
2.2.1.2 Sekundäre Quellen
Vulkangase (SO 2 , H 2 S, NH 3 ), Methan aus Feuchtgebieten, Nitrat aus Böden und Gewässern, Sulfat (meist aus Dimethylsulfat und Schwefelwasserstoff aus den Meeren), Distickstoffoxid (N 2 O) durch biologische Aktivitäten in Böden 22
2.2.2 Anthropogene Quellen
2.2.2.1 Primäre Quellen
Hier werden die Partikel, wie bereits oben erwähnt, unmittelbar freigesetzt. Dies geschieht besonders in Verbrennungsanlagen der Energieversorgung (Kraftwerke und Fernheizkraftwerke) und der Müllverbrennungsanlagen. Auch Hausbrand (Gas, Öl, Kohle), Industrieprozesse (Metall- und Stahlerzeugung) und Schüttgutumschlag zählen zu den größten ortsfesten Verursachern dieser Art von Partikeln. 20 Vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O., S. 3 und vgl. Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S. 326 21 Vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O., S. 4 22 Vgl. ebenda, S. 4
9
Aber auch mobile Quellen, wie der Straßenverkehr, hier vor allem Dieselfahrzeuge, tragen durch Auspuffgase, insbesondere durch unvollständig verbrannte Treib- und Brennstoffe, wesentlich zur Luftbelastung bei. Aber auch der Abrieb der Reifen, Bremsen und Kupplungsbeläge, als auch die Aufwirbelung des Straßenstaubs haben einen nicht unbedeutsamen Anteil an der Verschmutzung. Man bezeichnet diese Verursachungsquellen auch als „diffuse Emissionen“ 23 . Ebenfalls zählen zu den mobilen Quellen der Schienen-, Schifffahrts- und Luftverkehr. 24
2.2.2.2 Sekundäre Quellen
Von sekundären anthropogenen Quellen werden reaktionsfähige Gase freigesetzt, die in der Luft durch chemische Reaktionen in sekundäre Staubteilchen umgewandelt werden. Solche Gase sind Schwefeloxide (SO 2 , SO 3 ), Stickstoffoxide (NO, NO 2 ), Ammoniak (NH 3 ) und flüchtige Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMVOC). Ammoniumsulfate und Ammoniumnitrate als auch Aldehyde und Ketone als Oxidationsprodukte der NMVOC sind die Reaktionsprodukte dieser Stoffe. Die Hauptproduzenten dieser sekundären PM sind stationäre Verbrennungsanlagen (Energie, Industrie, Hausbrand), Landwirtschaft (NH 3 ), Lösemitteleinsatz, chemische Industrie und Petrochemie (NMVOC). 25
Im Jahr 1990 wurden in Deutschland 1.858.000 Tonnen Gesamtstaub emittiert. Durch die technische Verbesserung von Filteranlagen, vor allem in den Neuen Bundesländern, war es möglich bis 1999 die Gesamtstaub-Emission auf 259.000 Tonnen zu verringern. Von dieser Menge sind rund 179.000 Tonnen dem Feinstaub zuzurechnen. Die nachfolgende Tabelle zeigt im Jahr 1999, welchen Anteil in Tonnen die einzelnen Quellgruppen an der anthropogenen Feinstaubemission in Deutschland hatten. 26 23 ebenda, S.4 24 Vgl. ebenda, S. 3,4 25 Vgl. ebenda, S. 4 26 Gesundheitsrisiko Verbrennungsanlage Thanhof e.V., Informationen zum Thema Feinstaub in Regensburg, http://www.grvt.de/zdf/fstb_rg.pdf, 03.11.2005, S. 2
10
Feinstaubemissionen in Deutschland im Jahr 1999
2.3 Rechtliche Instrumentarien zur Luftreinhaltung
Die Luftreinhaltungsgesetzgebung in der Europäischen Union basiert hauptsächlich auf der EU-Rahmenrichtlinie (1996/62/EG) über die Beurteilung und die Kontrolle der Luftqualität und den drei dazu erlassenen Tochterrichtlinien (1999/30/EG; 2000/69/EG; 2002/3/EG) sowie der NEC-Richtlinie. In der Richtlinie 1999/30/EG, die auch als Feinstaubrichtlinie bezeichnet wird, sind die Grenzwerte für Schwefeldioxid (SO 2 ), Stickstoffdioxid (NO 2 ) und Stickstoffoxide, Blei und Partikel in der Luft geregelt. Mit der „Zweiundzwanzigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes- Immissionsschutzgesetzes“ 28 vom 11. September 2002 (22. BImSchV) wurde die Feinstaubrichtlinie in das nationale Recht integriert. Die 22. BImSchV ist eine „Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft“ 29 , in der die Grenzwerte für PM 10 zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegt sind. 30
Wie man der nachfolgenden Tabelle entnehmen kann, gelten seit dem 01. Januar 2005 strengere Grenzwerte im Bezug auf den Ausstoß von Feinstaubteilchen. Zum voraussichtlich letzten Mal werden die Grenzwerte nochmals zum Januar 2010 verschärft werden. 31 27 ebenda, S. 3 28 Vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Der Aktuelle Begriff: Feinstaub- Richtlinie, http://www.bundestag.de/bic/analysen/2005/2005_03_21.pdf, 23.10.2005 29 Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S. 381 30 Vgl. ebenda, S. 381 und vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Der Aktuelle Begriff: Feinstaub-Richtlinie, a.a.O. und vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O, S. 17 31 Vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Der Aktuelle Begriff: Feinstaub-Richtlinie, a.a.O.
11
Immissionsgrenzwerte für PM10-Partikel nach Europäischem und nationalem
Recht:
Um jedoch eine dauerhafte und effektive Reduktion zu erlangen, dürfen nicht nur
Maßnahmen verordnet werden, die die direkte Reduzierung der Emissionen von PM
betreffen, sondern es müssen auch Bestimmungen gelten, die die Vorläuferstoffe für die
Sekundärbildung von Partikeln verringern. Für derartige Stoffe sind ebenfalls Grenzwerte
in der 22. BImSchV geregelt. 33
SO 2 - und NO 2 -Grenzwerte nach Europäischem und nationalem Recht:
Zwei weitere Vorläufersubstanzen Ammoniak (NH 3 ) und flüchtige Nichtmethankohlen-
wasserstoffe (NMVOC) sind mit Schwefeldioxid und Stickoxide (NO x ) zusammen in der
33. BImSchV geregelt. In dieser wird die Emissionsminderung über „Höchstmengen“ 35
32 Vgl. Bundesministerium der Justiz, § 4 Immissionsgrenzwerte und Toleranzmargen für Schwebstaub und
Partikel (PM10), http://bundesrecht.juris.de..., 18.12.2005 und vgl. Landeshauptstadt München, Feinstaub,
a.a.O.
33 Vgl. Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S. 381, 382
34 Vgl. ebenda, S. 382
35 ebenda, S.382
12
reguliert, wobei alle in der 22. BImSchV verfassten Grenzwerte als „Schadstoffkonzentrationen“ 36 in der Luft angegeben werden. 37
SO 2 -, NO x -, NH 3 - und NMVOC Grenzwerte nach der 33. BImSchV:
38 Vollständigkeitshalber habe ich eine Tabelle mit diesen Stoffen eingefügt, aber ich werde im Detail jedoch nicht weiter darauf eingehen, um den Rahmen meiner Arbeit nicht zu sprengen.
Die deutschen Kommunen sind dafür verantwortlich, dass die Anforderungen der Richtlinie eingehalten werden. Wird gegen diese Grenzwerte verstoßen, kann dies gerichtlich eingefordert werden. Die ersten Urteile fielen recht unterschiedlich aus. So wurde in München eine Klage abgewiesen, in Stuttgart jedoch gab man dem Kläger Recht. Zudem kann die Europäische Kommission, die über die Einhaltung wacht, ein Vertragsverletzungsverfahren, beim Europäischen Gerichtshof veranlassen. Dieser wird im Falle eines Nachweises der Verletzung Sanktionen aussprechen. Eine solche kann beispielsweise eine Geldstrafe in empfindlicher Höhe sein. Eine Überschreitung des Grenzwertes im Jahr 2005, wird aber noch nicht geahndet werden. 39
2.4 Situation der Feinstaubbelastung in Deutschland
In zahlreichen deutschen Städten stellt die Einhaltung der seit 01. Januar 2005 geltenden Grenzwerte eine scheinbar nicht zu bewältigende Aufgabe dar. Der Feinstaub belastet die Luft öfter als erlaubt und an manchen Tagen sind die Werte sogar um ein Mehrfaches zu hoch. Am 13. März 2005, nur 73 Tage nach Inkrafttreten derer, hat Stuttgart (Messstelle Neckartor) als erste deutsche Stadt den zulässigen Grenzwert zum 35. Mal überschritten. Über das gesamte Jahr 2005 hinweg wurde dieser Grenzwert, allein von Stuttgart, an 173 36 ebenda, S. 382 37 Vgl. ebenda, S. 382 38 ebenda, S. 382 39 Vgl. Bayerischer Rundfunk, Feinstaub liegt in der Luft, http://www.br-online.de/umwelt- gesundheit/thema/feinstaub/, 01.11.2005 und vgl. Landeshauptstadt München, Feinstaub, a.a.O. und vgl. Umweltlexikon, Feinstaub, http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBluft/Feinstaub.php, 05.11.2005
13
Tagen nicht eingehalten. Damit ist diese Stadt Spitzenreiter, gefolgt von München und Leipzig mit jeweils 107 Überschreitungen. Deutschlandweit konnten 30 Städte die von der Richtlinie verlangten Werte nicht einhalten. In der nachfolgenden Tabelle sind die Städte aufgeführt, die 2005 den Grenzwert mehr als das Doppelte überschritten haben. 40
Vereinzelt, wird der PM 10 -Jahresmittelwert überschritten, jedoch liegt er in Deutschland meistens zwischen 20 und 35 µm/m 3 . Besonders an Messstationen die in der Nähe von viel befahrenen Straßen liegen, werden Überschreitungen beobachtet. 42
Von den Städten und Kommunen die gegen die vorgeschriebenen Werte verstoßen, müssen Luftreinhaltepläne erstellt werden, in denen sie der EU mitteilen, wie die Schadstoffbelastung verringert werden soll. Dabei wird besonders auf die Reduzierung von Dieselruß Wert gelegt. Es gibt viele Maßnahmen, die von den Städten eingeführt werden können und sofort zur Reduzierung beitragen. Dazu der umweltpolitische Sprecher Winfrid Hermann von der Grünen-Fraktion.
"Mit Abstand die erfolgreichsten Sofortmaßnahmen, die Kommunen und Länder jetzt ergreifen können, wären die Umlenkung von Verkehr, die Reduktion von Verkehr, etwa durch eine City- Maut, und gezielte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter" 43
40
Vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Der Aktuelle Begriff: Feinstaub-Richtlinie, a.a.O. und vgl. Umweltlexikon, Feinstaub, a.a.O. und vgl. Fiedler, Carsten, Feinstaub-Grenzwert in 30 Städten überschritten, http://www.welt.de/data/2006/01/03/826089.html, 02.01.2006
41
Vgl. Umweltbundesamt, Überschreitungen im Jahr 2005, http://www.env-it.de/luftdaten/trsyear.fwd?state=UB& month=1&comp=PM1&year=2005, 02.01.2006 und vgl. Fiedler, Feinstaub-Grenzwert, a.a.O.
42
Vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O., S. 7
43
FAZ.NET, Feinstaub: Städte fordern schnelle Umrüstung auf Rußfilter, http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E0B0B6085A9E9464F8CD24C4 C928FE4AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html, 05.11.2005
14
In einigen Europäischen Ländern wurden solche Maßnahmen schon umgesetzt. So wurde beispielsweise in London eine City-Maut eingeführt, die zu 18 Prozent weniger Verkehr und zu 12 Prozent weniger Feinstaub geführt hat. In Italien gibt es verschiedene Arten von Fahrverboten. In Deutschland gibt es noch keine rechtskräftigen Maßnahmen. Jedoch ist eine Subventionierung von Partikelfiltern bei Dieselfahrzeugen geplant, wobei aber noch nicht endgültig entschieden ist, ab wann und in welcher Höhe diese bezuschusst werden sollen. Den Behörden ist es aber heute schon möglich, durch vorübergehende Stilllegung von Industriebetrieben, Verhängung von Tempolimits und das Sperren von Ballungszentren für den Verkehr zu versuchen, die von der Richtlinie vorgeschriebenen Grenzwerte einzuhalten. 44
2.5 Wirkung von Feinstaub auf die Gesundheit des Menschen
Auch wenn wir sie nicht sehen, riechen oder schmecken können sind die feinsten Staubpartikel, die wir mit der Atemluft in unsere Körper aufnehmen, allgegenwärtig. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass der Feinstaub in der Luft schädigende Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben kann. Durchgeführte Studien zeigen, dass die Gefährdung des Menschen unter anderem von der Größe des Partikels abhängig ist. Denn je kleiner dieser ist, desto weiter kann er in die menschlichen Atemwege eindringen. 45
Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser von 5 – 10 µm werden im Nasen- und Rachenraum zurückgehalten. In der Luftröhre lagern sich Partikel mit einer Größe von 3 – 5µm ab. Noch kleinere Stäube mit einer Größe von 1 – 3 µm gelangen bis in die Bronchien und Bronchialen. Dort können sie entzündliche Reaktionen wie Bronchitis und Asthma verursachen. Die hervorgerufenen Entzündungen stellen eine Belastung für Herz und Kreislauf dar. Metallpartikel können dafür verantwortlich sein, dass allergisch bedingte Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmert werden. Stäube wie Ruß können Krebs verursachen. Staubteilchen mit einer Größe von nur 0,1 – 1 µm dringen bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vor. Von dort aus können sie sogar in den Blutstrom gelangen. Durch den Blutkreislauf können sie im ganzen Körper verteilt werden und rufen Blutgerinnsel als auch Arteriosklerose hervor. Obwohl noch keine genaue Wirkungsweise 44 Vgl. ebenda und vgl. Wikipedia, Feinstaub, http://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub, 01.11.2005 und vgl. Fiedler, Feinstaub-Grenzwert, a.a.O. und vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 3 45 Vgl. FAZ.NET, Feinstaub: Je kleiner die Partikeln, desto größer das Risiko, http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B05D8D6/Doc~E67831243A9FB4FD0868 88AF90FEDFDA9~ATpl~Ecommon~Scontent.html, 05.11.2005 und vgl. Ruby, Claudia, Staubige Killer, http://www.wdr.de/tv/q21/1512.0.phtml, 12.12.2005
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bekannt ist, steht aber fest, dass durch die feinen Stäube das Herz belastet wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Herzinfarkte und Schlaganfälle an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung häufiger auftreten. 46
Ablagerung von Feinpartikeln im menschlichen Atemtrakt 47
Kinder, ältere Menschen und Personen die bereits unter Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen leiden, sind besonders betroffen. Eine EU-Studie geht davon aus, dass in Deutschland, verursacht durch Feinstaub, 65.000 Menschen vorzeitig sterben. Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2004 zufolge verkürzt sich die durchschnittliche Lebenserwartung durch die momentane Feinstaub-Konzentration um 8,6 Monate in der EU und um 10,2 Monate in Deutschland. Eine Langzeitstudie, die im Ruhrgebiet durchgeführt wurde, bestätigt dies. 48
Auch die chemische Zusammensetzung des Partikels spielt auch eine wichtige Rolle, inwiefern er sich gesundheitlich auswirkt. So ist davon auszugehen, dass Teilchen aus Verbrennungsprozessen schädlicher sind, als solche, die durch natürliche Quellen hervorgerufen werden, auch wenn sie die gleiche Größe haben. Bei diesen ist es eher unwahrscheinlich, dass sie mit negativen Gesundheitseffekten verbunden sind, obwohl man nach heutigem Wissensstand annehmen muss, dass Partikel, egal welcher Art und Herkunft, Einfluss auf die Mortalität und das Krankheitsgeschehen nehmen. Mögliche 46 Vgl. Ruby, Staubige Killer, a.a.O. und vgl. FAZ.NET, Feinstaub: Je kleiner die Partikel, desto größer das Risiko, a.a.O. und vgl. Gesundheitsrisiko Verbrennungsanlage Thanhof e.V., Informationen zum Thema Feinstaub in Regensburg, a.a.O.
47 Gesundheitsrisiko Verbrennungsanlage Thanhof e.V., Informationen zum Thema Feinstaub in Regensburg, a.a.O.
48 Vgl. Landeshauptstadt München, Feinstaub, a.a.O.
16
Erkrankungen, die durch Feinstaub verursacht werden können, sind Husten, chronischer Husten, Bronchitis, Herz-Lungen-Probleme, Lungenkrebs und die Verringerung der Lebenserwartung. 49
3 Rußpartikelfiltersysteme
3.1 Abgasnachbehandlung zur Rußpartikelminderung
Schon heute sind, nicht zuletzt wegen Ihrer Effizienz, rund 40% aller in Deutschland neu zugelassenen Autos Dieselfahrzeuge. Aber durch den Feinstaub, auch Rußpartikel genannt, der von diesen Pkws produziert wird, entsteht eine unsichtbare Bedrohung für den Menschen. Diese Tatsache sollte uns umso nachdenklicher machen, da bis zum Jahre 2005 kaum Autos serienmäßig mit Rußpartikelfilter ausgestattet wurden. Hingegen bauen zwei französische Automobilhersteller schon seit 2000 bei verschiedenen Modellen serienmäßig diese Filteranlagen ein. 50
Rußpartikel entstehen durch unvollständige Verbrennung des Kraftstoffes und gelangen ohne Filterung in die Umwelt. Der Kern eines Rußpartikels besteht aus reinem Kohlenstoff, an dem sich verschiedene Kohlenwasserstoffverbindungen, Metalloxide und Schwefel anlagern. Um die Emission dieser Partikel zu reduzieren, gibt es unterschiedliche technische Möglichkeiten. Zum einen gibt es innermotorische Maßnahmen, bei denen man beispielsweise versucht durch hohen Einspritzdruck ein optimales Dieselkraftstoff-Luftgemisch zu erhalten, um die Verbrenngüte zu steigern. Oder man gestaltet die Ein- und Auslasskanäle so, dass optimale Strömungsverhältnisse vorliegen. Zum anderen gibt es außermotorische Maßnahmen, durch die man den Partikelausstoß mittels geschlossenen oder offenen Filtersystemen verringern kann. 51
3.1.1 Wandstromfilter
Bei diesem geschlossenem System strömt das mit Rußpartikeln versetzte Abgas durch die kanalartigen Kammern eines wabenförmigen Keramikfilters. Diese sind wechselseitig 49 Vgl. FAZ.NET, Feinstaub: Je kleiner die Partikel, desto größer das Risiko, a.a.O. und vgl. Umweltbundesamt, Hintergrundpapier, a.a.O., S. 16 und vgl. Lahl/Steven, Reduzierung von Partikelemissionen, a.a.O., S. 331 50 Vgl. Hein, Volker, Partikelfilter zum Nachrüsten, http://www.wdr.de/tv/service/verkehr/inhalt/20030311/b_3.phtml, 12.12.2005 und Vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 2 51 Vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 2,5
17
verschlossen, damit die Abgase durch die porösen Keramikwände strömen müssen, um
aus dem Filter zu entweichen. 52
Abbildung der kanalartigen Kammern eines Keramikfilter 53
Verwendete Keramikarten für den Filterkörper sind beispielsweise Cordierit, Siliziumcarbid
oder Aluminiumoxid. 54
Die im Abgas enthaltenen Partikel können die Filterwände nicht passieren und lagern sich
dort ab. Dadurch bildet sich allmählich ein „Oberflächenfiltrat“ 56 , das auch als
„Rußkuchen“ 57 bezeichnet wird, und größtenteils aus brennbarem Ruß und den daran
hängenden Kohlenwasserstoffen besteht. Ein kleiner Anteil davon ist nicht brennbar
(Sulfat-Asche), die aus der Verbrennung von Schmiermitteln entsteht. Die Abgase 52 Vgl. Fairkehr GmbH, Kein Diesel ohne Filter, http://www.fairkehr.de/magframeset.html?fair_0405/titel/diesel.htm, 02.12.2005 und vgl. Fh-Koblenz, Dieselrußfilter inert, http://www.fh-koblenz.de/fachbereiche/fbwt/cdrom/produkte/filter/f21.htm, 12.12.2005 und vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 6 53 Borges GmbH, Rußfiltersysteme von Borges, http://www.borges-seelze.de/Downloads/Borges%20Filter.PDF, 12.12.2005, S. 6 54 Vgl. Wikipedia, Partikelfilter, http://de.wikipedia.org/wiki/Ru%C3%9Ffilter, 01.11.2005 55 Fh-Koblenz, Dieselrußfilter inert, a.a.O.
56 Edel, Rainald, Schwierige Marktlage, http://www.autoservice- online.at/upload/pulsSchlag/AS_6_pulsSchlag.pdf, 12.12.2005 57 ebenda
18
müssen sich dann mehr und mehr durch die Wand, als auch durch den wachsenden „Rußkuchen“ kämpfen. Dadurch wird der Abgasgegendruck erhöht und bei Überschreitung eines bestimmten Grenzwertes, den Sensoren messen, muss eine Verbrennung der Partikel erfolgen, da ansonsten der Filter vollkommen verstopfen würde. Diesen Ablauf bezeichnet man als „Regeneration“ 58 . 59
Um diese einzuleiten muss die Abgastemperatur kurzfristig angehoben werden, damit die Schadstoffe verbrennen können. Bei sehr hohen Motorlasten und Drehzahlen, wie sie beispielsweise bei schneller Autobahnfahrt erreicht werden, kann die benötigte Temperatur ohne zusätzliche Maßnahmen erreicht werden. Aber um die Rußpartikel auch bei geringerer Motorleistung verbrennen zu können, muss eine Nacheinspritzung des Kraftstoffes erfolgen.
Ein Dieselmotor hat je Verbrennungstakt zwei Kraftstoffeinspritzungen, eine Voreinspritzung und eine Haupteinspritzung. Durch eine weitere, die bereits erwähnte Nacheinspritzung, wird die Abgastemperatur erhöht. Zunächst treten dabei im Abgas unverbrannte Kohlenwasserstoffe auf, die im Vorkatalysator oxidieren. Dadurch wird weitere Wärme freigesetzt. Die jetzt vorherrschende Temperatur von ca. 500°C ist aber nur ausreichend, wenn dem Kraftstoff ein Additiv 60 beigemengt wird. Dieser Zusatzstoff ist nämlich dafür verantwortlich, dass die ursprüngliche Verbrennungstemperatur der Rußpartikel von über 600°C auf ca. 450°C gesenkt wird. Die Beimengung des Additivs erfolgt automatisch bei jedem Tankvorgang. Je nach Automobil, muss es nach ungefähr
80.000 Kilometern nachgefüllt werden. Damit sind die optimalen Voraussetzungen
gegeben, um den Abbrand der im Filter befindlichen Rußpartikel durchzuführen. Dieser Prozess ist nach circa einer Minute abgeschlossen. Während des Abbrennens kommt es vermehrt zu gasförmigen Emissionen, wobei es sich hier hauptsächlich um Kohlendioxid handelt. Bis auf den nicht brennbaren Anteil, ist der „Rußkuchen“ nach abgeschlossener Regeneration völlig abgebrannt. 61
Auch mit einer Heizspirale, die vor dem Filter installiert ist, kann die nötige Verbrennungstemperatur erzeugt werden. Je nachdem wie oft man in der Stadt oder auf der Autobahn fährt, wird eine Regeneration in einem Streckenintervall von 300 bis 500 58 Fairkehr GmbH, Kein Diesel ohne Filter, a.a.O.
59 Vgl. Edel, Schwierige Marktlage, a.a.O. und vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., 6 60 Additiv: Zusatzstoffe, die Produkten zugesetzt werden um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Hier z.B. Eisen-Sauerstoff-Verbindung um die Verbrennungstemperatur der Rußpartikel zu senken. Vgl. Wikipedia, Additiv, http://de.wikipedia.org/wiki/Additiv, 12.12.2005 und vgl. Hein, Partikelfilter zum Nachrüsten, a.a.O. 61 Vgl. Gauss, Christof, Testbericht vom ADAC: Untersuchung Partikelfiltertechnik am Peugeot 607 HDi + FAP, http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/..., 12.12.2005, S. 3 und vgl. Edel, Schwierige Marktlage, a.a.O.
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Kilometern durchgeführt. Für den Fahrer bleibt dieser Vorgang unbemerkbar, denn die Motorleistung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Jedoch kann sich durch die kurzzeitig höhere Temperatur beim Verbrennungsakt im Motor der Wirkungsgrad verschlechtern und somit einen geringfügig höheren Kraftstoffverbrauch hervorrufen. Wandstromfilter haben eine sehr hohe, über lange Zeit stabile Abscheiderate von mindestens 95 Prozent. Auch die gefährlichen ultrafeinen Partikel werden größtenteils herausgefiltert. „Für die Nachrüstung sind solche Systeme nur bedingt geeignet, da die Abstimmung des Systems auf das Fahrzeug schwierig und mit hohen technischen und finanziellen Aufwand verbunden ist.“ 62 63
Die Nachrüstung mit einem Wandstromfilter, verursacht Kosten in Höhe von ungefähr:
3.1.2 Durchflussfilter
Bei diesem offenem System werden die Dieselabgase durch dünne Stahlfolien geleitet, wobei die größeren Teilchen an der Innenseite hängen bleiben. Dieses System arbeitet mit einer kontinuierlichen Regeneration, die als Continous Regeneration Trap (CRT- Prinzip), also einer so genannten kontinuierlich regenerierenden Partikelfalle, bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die angesammelten Partikel fortlaufend verbrannt werden. Voraussetzung dafür ist eine ausreichend hohe Temperatur und Stickstoffdioxid – Konzentration. Die Abgastemperatur bei Fahrten mit normalem Tempo beträgt bis zu 250 Grad Celsius und ist für diesen Prozess ausreichend. 65 Der Wirkungsgrad eines Durchflussfilters beträgt nur 30 bis 50 Prozent und ist damit deutlich niedriger als der eines Wandstromfilters. Partikel mit einem Durchmesser unter 100 Nanometern (nm), werden kaum gefiltert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Abgas bei dieser Art des Filters keine feinporöse Wand durchdringen muss. Vorteilhaft ist jedoch, dass der niedrige Gegendruck und die Durchlässigkeit für Motorölasche dafür sorgen, dass sich der Kraftstoffverbrauch gar nicht oder nur geringfügig erhöht. Grundsätzlich ist der Einbau eines Durchflussfilters, wegen der niedrigeren Abscheidequote, aber nur bei den Fahrzeugen zu empfehlen, in die kein Wandstromfilter 62 Oberland-Mangold GmbH, Gesundheit, a.a.O.
63 Vgl. Wikipedia, Partikelfilter, a.a.O. und vgl. Fairkehr GmbH, Kein Diesel ohne Filter, a.a.O. 64 Vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 7 65 Vgl. Fairkehr GmbH, Kein Diesel ohne Filter, a.a.O. und vgl. Wikipedia, Partikelfilter, a.a.O. und vgl. Hein, Partikelfilter zum Nachrüsten, a.a.O.
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eingebaut werden kann. Das Nachrüsten eines Durchflussfilters ist innerhalb einer Stunde möglich, da keine Änderungen am Fahrzeug (Sensoren, Elektronik) erforderlich sind. Dies ist auf die kontinuierliche Regeneration zurückzuführen. 66
Der einbaufertige Rußfilterkat kann sofort anstelle des in Form und Größe ähnlich aufgebauten, serienmäßigen Oxidationskatalysators in die Abgasanlage eingebaut werden (siehe Abbildung 1). Die Rußpartikelfilter sind so konstruiert, dass die Aufgaben des Oxidationskatalysators übernommen werden können. Die im Dieselabgas enthaltenen schädlichen Stoffe HC und CO werden vom Rußfilter zu H 2 O und CO 2 oxidiert (siehe Abbildung 2). 67
Bei dieser Filterart sind kostenintensive Elektronik und zusätzliche Module oder zeitaufwendige teure Wartungen, wie das Nachfüllen des Additivs, nicht notwendig und somit ist diese Variante der Nachrüstung günstiger.70 66 Vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S.6 und vgl. Wikipedia., Partikelfilter, a.a.O. und vgl. Twin-Tec, Filter rein … Ruß raus, http://www.dieselrussfilter.de/deutsch/index2.html, 03.11.2005 und vgl. Fairkehr GmbH, Kein Diesel ohne Filter, a.a.O.
67 Vgl. Oberland-Mangold GmbH, Einsatzmöglichkeiten, http://www.oberland- mangold.de/index.php?option=content&task=view&id=12&Itemid=36, 18.12.2005 und vgl. Oberland-Mangold GmbH, Effizienz, http://www.oberland-mangold.de/index.php?option=content&task=view&id=10&Itemid=34, 18.12.2005 68 Oberland-Mangold GmbH, Einsatzmöglichkeiten, a.a.O 69 Oberland-Mangold GmbH, Effizienz, a.a.O.
70 Vgl. Oberland-Mangold GmbH, Einsatzmöglichkeiten, a.a.O
21
Die Kosten für die Nachrüstung mit dieser Filterart belaufen sich etwa auf:
In Deutschland werden unter anderem von den unten aufgeführten Firmen Rußpartikelfilter hergestellt.
72
3.2 Europäische Abgasgrenzwerte für Diesel-Pkws
In den vergangenen Jahren wurde der Partikelausstoß kräftig reduziert. Dies ist nicht zuletzt auf die Europäischen Abgasgrenzwerte zurückzuführen. Darin ist festgelegt welche Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxide (NO x ), Kohlenwasserstoffe insgesamt (HC) und Partikel (PM) gelten, die von allen neuen Kraftfahrzeugen einzuhalten sind. Dabei kommt es darauf an, um welchen Kraftfahrzeugtyp (Pkw, Lkw, Bus) und um welche Art Motor (Otto- oder Dieselmotor) es sich handelt. Die Grenzwerte werden schrittweise verschärft. 73
Meiner Arbeit entsprechend werde ich speziell auf die für Diesel-Pkw gültigen Grenzwerte eingehen. Am 01.Juli 1992 war der erste Grenzwert (Euro 1) in Kraft getreten, welcher einen Partikelausstoß von 0,18 g/km erlaubte. Gegenüber diesem, hat sich die zulässige Menge des Schadstoffausstoßes für Personenwagen bis heute um mehr als 86 Prozent reduziert. Seit dem 01. Januar 2005 ist die Europäische Abgasnorm Euro 4 in Kraft. Mit dieser hat sich der zulässige Rußpartikelausstoß gegenüber Euro 3 von 0,05 g/km auf 0,025 g/km halbiert. Die „Euro 5-Norm“ ist noch nicht rechtsgültig, sieht aber eine Senkung von 80%, auf 0,005 g/km vor. Dieser Vorschlag wird zurzeit vom Europäischen Parlament und vom Rat geprüft und kann frühestens Mitte 2008 in Kraft treten. Um diesen 71 Vgl. Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverband, Aktuelle Fragen und Antworten, a.a.O., S. 7 72 Vgl. ebenda 73 Vgl. Oberland-Mangold GmbH, Gesundheit, a.a.O. und Wikipedia, Abgasnorm, http://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm, 12.12.2005
22
verschärften Grenzwert einhalten zu können, ist es unumgänglich Partikelfilter zum Einsatz zu bringen. 74
4 Anmerkung
Seit vielen Jahren wird man immer wieder auf den Feinstaub und die damit verbundenen Probleme aufmerksam gemacht. Durch technisch verbesserte Filteranlagen konnte man die Staubemission in den letzten Jahren deutlich verringern, wobei sich der Rückgang lediglich auf den Grobstaub beschränkt. Die Feinstaubpartikel werden größtenteils immer noch ungefiltert an die Atmosphäre abgegeben. Die per Gesetz erlassenen Richtlinien sind die richtigen Maßnahmen zur Verbesserung, aber in Anbetracht der Anzahl der Grenzwertüberschreitungen werden sie von den Behörden kaum beachtet. Um die Einhaltung der vorgeschriebenen Werte zu gewährleisten, muss der Gesetzgeber tätig werden und abschreckende Sanktionen bei Missachtung einführen, damit das Gesetz endlich ernst genommen wird. Außerdem sollte sich Deutschland ein Beispiel an den Europäischen Städten nehmen, die bereits Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubbelastung, wie die City-Maut oder Fahrverbote, ergriffen haben.
Feinstaub ist zum größten Teil ein hausgemachtes Umweltproblem, womit ich meine, dass er überwiegend vom Menschen verursacht wird. Deshalb sollte man auch in der Lage sein, wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zur Verminderung des Ausstoßes zu treffen. 74 Vgl. Umweltbundesamt, Abgasgrenzwerte für Pkw und für leichte Nutzfahrzeuge bis 2,5 t Gesamtgewicht, http://www.umweltdaten.de/verkehr/gwpkwlnfz-2.pdf, 02.12.2005 und vgl. Eu-Kommission, Saubere Abgase, http://www.eu-kommission.de/html/presse/pressemeldung.asp?meldung=6030, 28.12.2005 75 Vgl. ebenda
23
Mit den Rußpartikelfiltern ist zumindest schon einmal der Anfang gemacht, denn sie tragen einen wirklich effektiven Teil dazu bei, die Schadstoffmenge der Dieselfahrzeuge zu reduzieren. Aber um die Besitzer dieser Fortbewegungsmittel zur Nutzung solcher Systeme zu überzeugen, ist es erforderlich, dass die von der Regierung geplanten steuerlichen Förderungen endlich in die Tat umgesetzt werden.
Eine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität wird auch bei der Durchführung der oben genannten Maßnahmen nicht von heute auf morgen geschehen, denn jeder einzelne muss seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und sich seiner Verantwortung bewusst sein. Es macht auch wenig Sinn, nur in Deutschland oder Europa die Feinstaubemission zu vermindern. Dies ist ein grenzüberschreitendes Problem und muss von allen Ländern gleichermaßen bekämpft werden.
Mit diesen abschließenden Worten hoffe ich, dass ich mit meiner Arbeit einen aufschlussreichen Einblick in die Feinstaubproblematik geben konnte.
24
5. Anhang
5.1 Literaturverzeichnis
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FAZ.NET, Städte fordern schnelle Umrüstung auf Rußfilter, http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E0B0B6085 A9E9464F8CD24C4C928FE4AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html, 05.11.2005
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Quote paper:
Kristina Wallner, 2005, Entstaubung von Abgasen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Verkehrsbeschränkungen aus Gründen der Luftreinhaltung - Feinstaub
Scholary Paper (Seminar), 44 Pages
Umsetzung der Prinzipien des New Public Management in Entwicklungsländ...
Business economics - Economic Policy
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 14 Pages
Pressegespräch und Pressekonferenz
Nursing / Foster Care Management / Social Services
Termpaper, 18 Pages
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