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Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Komposition - ein Mittel der Wortbildung 3
2.1 Entstehung und Zweck der Bildung der Komposita 3
2.2 Zusammengesetzte Verben 4
3. Verbalkomposition im Althochdeutschen 6
3.1 Nominale Präfixbildungen 6
3.2 Verbale Präfixbildungen 8
3.2.1 Feste Präfixbildungen 8
3.2.2 Unfeste Präfixbildungen 10
4. Mittelhochdeutsche Verbalkomposition 10
5. Phase des Übergangs - Frühneuhochdeutsch 11
6. Veränderungen bei Verbkomposita im Neuhochdeutschen 12
7. Schlussfolgerung 14
Literaturverzeichnis 15
Abk ürzungsverzeichnis
ahd. althochdeutsch
frnhd. frühneuhochdeutsch
mhd. mittelhochdeutsch
nhd neuhochdeutsch
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1. Einleitung
Sprache war seit jeher konkreter Ausdruck und Spiegelbild ihrer Zeit. Wie Zeiten und Völker sich verändern, so verändern sich auch ihre Sprachen. Somit gibt es Sprachwandel in allen Sprachen, zu allen Zeiten und in allen Bereichen - von der Phonologie bis hin zur Lexikologie und Wortbildung. Der siebzehnte hieß vor zwölfhundert Jahren noch sibuntozehanto. Und das heute bei den Jugendlichen so beliebte Wörtchen geil gab es bereits im Mittelhochdeutschen; aber damals bedeutete es soviel wie "fröhlich". Der Wandel innerhalb der Wortbildung so unter anderem bei verbalen Kompositionen ist Gegenstand dieser Arbeit.
In dieser Seminararbeit werde ich versuchen auf die Komposition als Mittel der Wortbildung, Entstehung und Zweck der Bildung der verbalen Zusammensetzungen einzugehen und sie anhand von Beispielen zu erläutern.
Die Komposition als Zusammenfügung von Wörtern zu einer komplexen Worteinheit, zu einem Kompositum, lässt sich je nach zugrunde liegendem Wort in nominale und verbale Komposition unterteilen. Der Wandel der verbalen Komposita von Althochdeutsch in Neuhochdeutsch systematisch zu beschreiben, ist in dem hier gesteckten Rahmen nicht möglich. Es können lediglich einige Aspekte dieser Bereiche anhand ausgewählter Beispiele verdeutlicht werden. So werde ich mich im folgenden auf einen der wichtigsten Etappen der Bildung vom ahd. über mhd. zu nhd. und Wandel der verbalen Komposita konzentrieren, zum anderen einzelne Wörter hinsichtlich ihres Bedeutungs-wandels erläutern.
Als Basis für diese Seminararbeit liegen hauptsächlich die wissenschaftlichen Arbeiten von Henzen (1965), Gerdes (1972) und Splett (2000) zu Grunde.
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2. Komposition - ein Mittel der Wortbildung
Die Komposition ist ein wichtiges Mittel der Wortbildung. Komposition erfolgt durch Zusammenfügung selbständiger Wörter zu einer neuen formalen und begrifflichen Einheit: das Kompositum trägt einen Hauptakzent, es wird flexivisch und syntaktisch wie ein einfaches Wort behandelt (nur einmal flektiert: der Großvater, des Großvaters) und es bedeutet etwas anderes als eine freie syntaktische Verbindung der zusammengesetzten Wörter (der Großvater ist nicht dasselbe wie der große Vater). Die Wortart ist durch das Hinterglied des Kompositums, das "Grundwort", festgelegt (vgl. vollstopfen, Vollbart, vollgültig). Unabhängig davon kann im Vorderglied grundsätzlich jede Wortart stehen, so Substantiv, Adjektiv, Verb, usw. Präfixkomposition liegt vor, wenn das Vorderglied nicht ein selbständiges Wort, sondern ein Funktionselement ist, das in Verbindung mit verschiedenen Grundwörtern einen bestimmten Bildungstyp konstituiert (vgl. Gerdes, 1972:96).
2.1 Entstehung und Zweck der Bildung der Komposita
Wie entstehen Modelle der Komposition? Diese Frage hat die ältere Forschung stark beschäftigt. Schon Wilmanns (1896) spricht von "syntaktisch verbundenen Wörtern", die "zum Compositum verschmelzen" und erörtert bereits Bedingungen, die diesen Vorgang fördern und begleiten. Neuere Darstellungen benutzen Univerbierung als Sammel- und Oberbegriff für "Vorgang und Ergebnis des Zusammenwachsens mehrgliedriger syntaktischer Konstruktionen zu einem Wort" (Bussmann, 1990:819). "Sprachgeschichtlich ist die Zusammensetzung aus der syntaktischen Verbindung zweier oder mehrerer Wörter hervorgegangen. Die Verschmelzung zur Worteinheit erfolgte dann meist dadurch, dass die syntaktische Verbindung den in ihr verbundenen Wörtern gegenüber verselbständigt wird. Muttersprache unterscheidet sich der Bedeutung nach von der bloßen Fügung (der) Mutter Sprache, Jungfrau jetzt außerdem der Form nach von junge Frau" (Henzen, 1954:36). Das heißt nicht, dass jedes Kompositum aus einer syntaktischen Fügung entstanden ist. Vielmehr wirkte jeweils eine Anzahl von Fügungen, die zur Worteinheit verschmolzen sind, analogisch weiter. Die meisten der von jeher überlieferten Zusam-
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mensetzungen sind Analogiebildungen, sogar solche, die von sich aus entstehen konnten.
Wenn man die Frage stellt, wozu die Komposita gebildet werden, so kann man folgende Gründe anführen:
a) zur Beseitigung semantischer Unklarheiten: Kleider-stoff - Roman-stoff
b) zur Informationskonzentration: Halte-stelle
c) bei fehlenden Flexions- (meist Plural-)formen: Schnee - Schneefälle
d) zur Steigerung oder Präzisierung: krank - sterbenskrank, müde - todmüde, wund - todwund
2.2 Zusammengesetzte Verben
Das Verb ist der Zusammensetzung von jeher weniger zugänglich als das Substantiv, trotzdem es wie keine andere Wortart nähere Bestimmungen verträgt. Die Gründe für dieses Verhalten sieht Henzen (Henzen, 1965:86) darin, "dass neben dem Verb als dem Kern und Träger des Satzes die Selbständigkeit der bestimmenden Satzglieder am deutlichsten empfunden wurde". Im Zusammenhang hiermit steht vielleicht die relative Beweglichkeit dieser Glieder. Aber keines ist in fester Stellung vor dem Verb, wie beim Substantiv. Das Verb befindet sich in dauernden Übergangszustand in dem Sinne, dass es mit den Bestimmungswörtern bisher feste, halbfeste oder noch keine Zusammensetzung eingegangen ist. Der Übergang zu fester Verschmelzung steigert sich im Laufe der Sprachgeschichte; bis jetzt sind jedoch erst gewisse Partikeln und wenige Nominalstämme von ihr erfasst (vgl. Henzen, 1965:86).
Man darf die Entwicklung der Verhältnisse des Germanisch-Deutschen aber nicht einfach so sehen, als hätten zuerst nur unfeste Verbindungen bestanden und allmählich die festen zugenommen. Es machen sich vorher auch die umgekehrten Bewegungen be- merkbar. Neben "präpositionalen" festen Zusammensetzungen scheinen die "adverbia-
Arbeit zitieren:
Nataliya Shchukina, 2006, Der Wandel innerhalb der Wortbildung: Verbalkomposition, München, GRIN Verlag GmbH
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