Schriftliche Ausarbeitung
zum Referatsthema
Unternehmenskultur und Ethik
Im Rahmen der Vorlesung:
Unternehmensethik für Unternehmer
an der
Universität Hamburg,!
Fakultät Wirtschaft- und Sozialwissenschaften,!
Masterstudiengang Entrepreneurship
Vorgelegt von:
Diplom-Betriebswirt Andreas Ebert
Hamburg, Juli 2007
Unternehmenskultur und Ethik
Schriftliche Ausarbeitung zu obigem Referatsthema im Rahmen der Vorlesung Unternehmensethik für
Unternehmer an der Universität Hamburg !
Fakultät Wirtschaft- und Sozialwissenschaften!, Masterstudiengang Entrepreneurship
Vorgelegt von: Diplom-Betriebswirt Andreas Ebert, Sommersemester 2007
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung/ Gang der Untersuchung
_
_
Seite 1
2.
Definitorisches
Seite 1
2.1.
Unternehmenskultur
Seite 1
2.2.
Ethik
Seite 2
3.
Unternehmenskultur und Ethik
Seite 2
4.
Integration von Ethikprogrammen in die Unternehmenskultur
Seite 3
5.
Unternehmenskultur in der Praxis
Seite 4
6.
Praxisbeispiel Faber Castell
Seite 5
7.
Fazit, Schlussfolgerung
Seite 6
Anhang
Folien zum Vortrag vom 06. Juli 2007
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Unternehmensethik für Unternehmer
Unternehmenskultur
und Ethik | Andreas Ebert
1. Einleitung / Gang der Untersuchung
Begleitend zu der am 06. Juli 2007 gehaltenen Präsentation soll diese Verschriftlichung
dazu dienen, die vorgestellten Bereiche näher darzustellen und zu reflektieren. Bei der
Erstellung des Referates war es das Ziel, die wechselseitigen Beziehungen und der Ethik
und Unternehmenskultur möglichst praxisnah darzustellen. Aus diesem Grund wird,
soweit es möglich ist, auf theoretische Konstrukte weitestgehend verzichtet.
Als sehr interessant wurde die anschließende Diskussion zu dem TV-Beitrag von Faber-
Castell empfunden, die ebenfalls im Fazit in dieser Arbeit berücksichtigt wird. Die im Ple-
num geführte Diskussion soll nachträglich in den Kontext zum gehaltenen Referat ge-
bracht werden. Insbesondere daher, da das Praxisbeispiel andersartige Reaktionen her-
vorrief als vom Referierenden erwartet und in Ansätzen Schlüsse auf die ,,allgemeine
gesellschaftliche Wahrnehmung" von sozial engagierten Unternehmen zulässt.
Vor der interessanten Darstellung und Analyse der geführten Diskussion soll zuerst eine
definitorische Grundlage der Begriffe Kultur und Ethik erfolgen. Darauf aufbauend wer-
den Umsetzungs- und Implementierungsbereiche in Ansätzen dargestellt sowie eine pra-
xisnahe tatsächliche Umsetzung an einem Beispiel angeführt. Ein eigenes Fazit erfolgt
unter Berücksichtigung der Kurzanalyse der o.g. Diskussion.
2.
Definitorische Grundlagen
2.1. Unternehmenskultur
Wenn man sich dem Begriff der Unternehmenskultur systematisch nähert, erkennt man
schnell, dass es sich dabei um einen Begriff aus der Organisationstheorie handelt. Die
Unternehmenskultur beinhaltet dabei -kurz gefasst- die Entstehung, Entwicklung und den
Einfluss kultureller Aspekte innerhalb von Organisationen.
1
Daraus ergibt sich, dass Un-
ternehmenskulturen eine Art ,,Eigendynamik" entwickeln können und sollen und auf der
Summe der Werte und Normen der Mitglieder einer Organisation beruhen.
Auch muss man in diesem Kontext erwähnen, dass es keinen eindeutigen Konsens über
die Zuordnung dieses Begriffes gibt und dass es in der Auslegung und Interpretation
beträchtliche Unterschiede gibt. Eine zugegebenermaßen recht pragmatische aber zu-
treffende Definition des Begriffes Unternehmenskultur ist, dass es sich dabei um die ,,soft
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Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Organisationskultur - 31.05.07
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Unternehmenskultur
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skills, also die weichen Faktoren von Unternehmen handelt. Ebenfalls eine treffende De-
finition bietet das Marketing-Lexikon, dass Unternehmenskultur wie folgt definiert: ,,Die
Unternehmenskultur besteht aus Werten, Normen, Symbolen und Verhaltensweisen in-
nerhalb der Unternehmung, die auf verschiedene Arten ausgedrückt werden (Beziehun-
gen, Kommunikation, Dresscode, Art der Unternehmensleitung usw."
2
2.2. Ethik
Das aus dem altgriechisch stammende Wort Ethik (abgeleitet von ,,Ethos") bedeutet
soviel wie ,,Gewohnheit, Sitte oder Brauch." Dabei handelt es sich um ein Teilgebiet aus
der Philosophie und legt Kriterien für gutes und schlechtes Handeln fest sowie eine
Bewertung seiner Motive und Folgen, die daraus resultieren. Ziel der Ethik ist es
allgemeingültige Werte und Normen als Basis zu erarbeiten. Ebenso wie bei der Kultur
gibt es auch bei der Ethik facettenreiche Ausprägungen. Ziel ist es jedoch eine
praktische Hilfestellung im Alltag zu bieten. Insbesondere bei sittlichen Entscheidungen
sollen allgemeine Prinzipien Orientierungshilfen aufweisen an denen man sich
situationsgerecht orientieren kann. Kurz formuliert nach Immanuel Kant kann man es
zusammenfassen mit: ,,Was soll ich tun?"
3
Bei der Unternehmensethik kommt es insbesondere darauf an, Verhaltensweisen und
moralische Wertvorstellungen praxisnah auf Unternehmen anzuwenden. Sprich heraus-
zufinden, wie sich Unternehmen verhalten sollen. Dabei gilt es als Herausforderung zum
einen das unternehmerische Gewinnstreben und moralische Ideale so miteinander zu
vereinbaren und zu kombinieren, dass es die gewünschten positiven Effekte herbeiführt.
Die Gefahr bei der Missachtung von allgemeingültigen Werten und Normen ist der Ver-
lust der Legitimation durch die Gesellschaft bzw. die der Verbraucher, worauf später
noch näher eingegangen wird.
3. Unternehmenskultur und Ethik
Die Frage die sich im Rahmen der Themenbearbeitung stellt ist insbesondere, wie Un-
ternehmenskultur und Ethik aufeinander wirken und in welcher Abhängigkeit sie inner-
halb einer Organisation zueinander stehen. Diese Frage lässt sich wie folgt beantworten:
Die Unternehmensethik analysiert, kritisiert und begründet die Unternehmenskultur. Dies
2
Vgl. Internationales Marketing-Lexikon (Hrsg.),Köln 1998, Seite 75
3
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ethik, 01.06.07
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sind die Wertvorstellungen und Denkhaltungen, die das Handeln reguliert, um den Un-
ternehmenserfolg (Gewinn, Lebenserhaltung, Wertsteigerung) auf moralisch verantwort-
bare Weise zu erzielen.
Dabei lässt sich das 3-Stufen-Modell nach Schein anführen, dass sich mit den Aus-
drucksformen der Unternehmenskultur auseinandersetzt. Dabei werden von den Organi-
sationsmitgliedern folgende Ausdrucksformen geteilt und letztlich die Unternehmenskul-
tur prägen oder ausmachen.
1. Basisannahmen: Gemeinsame Vorstellungen über die Umwelt, das Weltbild,
Realitätswahrnehmung, z.B. Akzeptanz von wettbewerblicher Ausrichtung o.ä.)
2. Wertvorstellungen und normative Regeln (z.B. Hierarchie)
3. Zeichen, Symbole und Rituale (als Ausdruck der Identifikationsmuster, z.B.
Dresscode, Betriebsversammlung u.ä.)
4
Dabei kann man grundsätzlich zwischen zwei Formen der Unternehmenskultur unter-
scheiden, die auch immer ethische Bestandteile enthält. Nämlich zum einen der be-
wussten Wahrnehmung und Steuerung der Ausprägungen z.B. durch Integration, Koor-
dination und Motivation der Organisationsmitglieder (z.B. durch die Führungskräfte) und
zum anderen die ,,gemeinsam konstruierte Wirklichkeit". Diese Form ist weniger gesteu-
ert und die Organisation folgt ihren eigenen Gesetzen, wandelt sich, passt sich an und
kann nur schwer von außen beeinflusst werden.
5
4.
Integration von Ethikprogrammen in die Unternehmenskultur
Wenn man als Unternehmen ein Ethikprogramm bzw. ein ethischen Instrument in ein
Unternehmen implementieren möchte, ist es insbesondere wichtig nicht nur alle Organi-
sationsmitglieder an diesem Prozess zu beteiligen, sondern auch sämtliche Stakeholder.
Dabei beginnt man zunächst mit der Ist-Aufnahme im Unternehmen, die folgende Berei-
che abdecken sollte:
· Wie sehen die Mitarbeiter das Unternehmen und sein Verhalten gegenüber Kun-
den, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern
· Wie sehen die Mitarbeiter Ihre Kollegen und Vorgesetzten
4
Vgl. http://www.olev.de/uv/untkultur.htm - 01.06.07
5
Vgl. http://www.aodgps.de/alt/unternehmenskultur.html
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· Wie wird die Mitarbeiterzufriedenheit eingeschätzt (von allen)
· Wie gestaltet sich die Kommunikation im Unternehmen
· Wie können sich Mitarbeiter im Unternehmen einbringen (z.B. Ideenmanage-
ment)
· Wie wird der Unternehmensstil wahrgenommen
· Welche Lebensziele und Werte der Mitarbeiter lassen sich in Beziehung bringen
zu den Zielen und Werten des Unternehmens.
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Von der Ist-Analyse ausgehend wird anschließend eine Zieldefinition erarbeitet, die sich
insbesondere mit den Punkten befasst, wie die Unternehmenskultur aussehen und ges-
taltet werden soll (intern und extern). Ebenso, welche Werte sind für das Unternehmen
besonders wichtig; umgangssprachlich ausgedrückt: ,,Was schreibt man sich auf die
Fahnen." Welches Verhalten, sowohl von Mitarbeitern, Führungskräften, Lieferanten und
anderen Stakeholdern soll gefördert und welches ggf. sanktioniert werden.
Bei der konkreten Umsetzung der Ziele stehen unterschiedliche Instrumente, die zur
Implementierung verwendet werden können, zur Verfügung. Exemplarisch sollen folgen-
den Instrumente stichwortartig genannt werden: Code of Ethics (Leitbild), branchenspe-
zifische Leitlinien, Ethikbeauftragter, Ethikkomitee / -beirat, Ethiktrainings, Roundtable,
Gesprächskreise, Ethikhotline, ethische Kriterien im Personalmanagement, Interne Ethik-
Audits, Ethik-Management-System, Soziale und ethische Audit-Verfahren.
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Wenn es um die Implementierung von ethischen Werten und Normen innerhalb einer
Organisation geht, werden insbesondere folgende Bereiche meist berücksichtigt, da Sie
maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen oder zum Selbstverständnis der
Unternehmung gehören: Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer, Ökologie, Ökonomie, Werteori-
entierung, Verhalten, Gesellschaft. Diese Bereiche stellen das Fundament der Unter-
nehmung dar und sollten daher bei der Umsetzung der Unternehmenskultur unbedingt
berücksichtigt werden.
5.
Umsetzung in der Praxis
Die adäquate Umsetzung einer ethischen Unternehmenskultur führt neben einer höheren
Stabilität der Unternehmung und einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit auch zu mehr
6
Vgl. http://www.securitymanager.de/magazin/artikel_1230.html 02.06.07
7
Vgl. bickmann.de/pdf/Ethik-Tools-bersicht.pdf 02.06.07
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Erfolg. Klar definierte und gelebte Ziel- und Wertvorstellungen innerhalb einer Organisa-
tion bieten neben einer eindeutigen Orientierungshilfe auch positive Auswirkungen für
alle Sharholder (Kunden, Mitarbeiter Lieferanten, Staat etc.).
Eine Schlüsselrolle in diesem Kontext nimmt insbesondere die Außendarstellung einer
Unternehmung ein. Eine der größten Gefahren von Unternehmen ist der Imageverlust
sowie der Vertrauensverlust der Verbraucher & Konsumenten. Die Unternehmen
verlieren durch unethische Verhaltensweisen ihre Legitimation seitens der Gesellschaft
und Verbraucher.
In diesem Kontext können die Negativ-Beispiele von Shell und der Förderinsel Brent
Spar, den sog. Sweatshops von Nike und der Säuglingsnahrung von Nestlè angeführt
werden. Die Negativ-Wirkungen solcher Geschehnisse sind häufig mit millionenschweren
Verlusten für die Unternehmen verbunden. In diesem Kontext kommen auch unter-
schiedliche Faktoren zum tragen, wie z.B. einer unseriösen Darstellung in den Medien
und häufig höchst emotionale Argumentationsketten, denen es nicht selten an sachlicher
Logik fehlt. Auch in diesem Kontext das Beispiel Brent Spar der Firma Shell. Die von
Greenpeace begonnene Kampagne gegen Shell operierte nicht nur mit falschen Mess-
werten und einseitigen Behauptungen, sondern führte u.a. zu einem Boykott von Shell-
Tankstellen. Die Kunden und Verbraucher tankten u.a. bei Esso, die an der För-
derplattform beteiligt waren.
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Dieses Beispiel soll Unternehmen nicht als ,,Opfer" darstellen oder gar unethisches
Verhalten legitimieren. Es zeigt aber deutlich die Gefahr, dass es für Unternehmen
unglaublich schwer ist, sich von einer Anschuldigung zu befreien, wenn sich erst einmal
die Medien und andere gesellschaftliche Interessenvertretungen auf einen ,,Skandal"
eingelassen haben; auch wenn nachträglich Behauptungen z.T. revidiert werden. Häufig
bleibt dann nur noch die Schadensminimierung für die Unternehmen. Dennoch ist der
Ruf einer Unternehmung häufig über Jahre hinweg geschädigt oder lädiert.
6.
Positivbeispiel Faber Castell
Faber-Castell gilt als eines der führenden Unternehmen in der Bleistift-Produktion und
befindet sich seit 8 Generationen im Familienbesitz. Wie der vorgeführte TV-Beitrag der
Serie ,,Made-in-Germany" u.a. zeigt hat das Unternehmen eine eigene Sozialcharta die
für alle gilt sowie feste Grundsätze verfolgt. Die 3 P's (Planet, People & Profit) werden
8
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar - 02.06.07
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