Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geographische Ausdehnung des Reiches 4-5
3. Die Organisation des Ptolemäerreiches
3.1. Verwaltung und Wirtschaft 5-6
3.2. H e e r w e s e n 6
4. Alexandreia
4.1. Haupt- und Residenzstadt 7-9
4.2. Zentrum der Wissenschaft 10-12
5. F a z i t 12
6. Anhang
6.1. Quellen- und Literaturverzeichnis 13-14
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1. Einleitung
“If none of the Diadochi or Successors were as remarkable as Alexander, it does not mean that they were not extraordinary men.” 1
Diese Einschätzung mag insbesondere für Ptolemaios I., den Begründer der über dreihundert Jahre währenden Dynastie der Ptolemäer gelten. Geboren 367/6 v. Chr. als Sohn des Lagos und der Arsinoe, einer Verwandten des makedonischen Königs Phillips II., bewies er sich an der Seite dessen Sohnes Alexander dem Großen als fähiger General und erlangte schließlich die als besondere Vertrauensposition gekennzeichnete Stellung eines Somatophylax. 2 Während der Neuverteilung der Satrapien nach dem Tode Alexanders 323 v. Chr. wurden Ptolemaios I. die Satrapie Ägypten sowie die ihr westlich angrenzende Kyrenaia und die an Ägypten grenzenden Gebiete Arabiens zugesprochen. 3 Als Reaktion auf die Maßnahmen des Antigonos, der sich als erster der Diadochen selbst zum König ernannte, nahm er 306/5 v. Chr. ebenfalls den Königstitel .10*" an. 4 Jedoch ist hierbei der individuelle Charakter dieser Monarchie hervorzuheben: Die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen der Diadochen untereinander bedingten dabei „die Sieghaftigkeit des Herrschers“ 5 , welcher sich durch geeignetes machtpolitisches Handeln seine Position im jeweiligen Reich sichern musste. Auf welche Weise Ptolemaios I. dabei vorging, soll Thema der vorliegenden Arbeit sein. Dabei werden zunächst die Außenpolitik Ptolemaios I. und die damit verbundenen Gebietserweiterungen des Reiches dargestellt. Anschließend folgt im Gegensatz dazu die Analyse der Strategie der Herrschaftssicherung im Kernland Ägypten, wobei zunächst die Organisation von Wirtschaft und Verwaltung sowie kurz das Heerwesen betrachtet werden sollen. Der Schwerpunkt wird jedoch auf den Ausbau der Haupt- und Residenzstadt Alexandreia und deren Ausgestaltung zur Kultur- und Wissenschaftsmetropole gelegt werden. Abschließend soll ein kurzes Resümee der Leistung des Ptolemaios I. gegeben werden.
1 Ellis, Walter M.: Ptolemy of Egypt, London 1994, S. 2.
2 Hölbl, Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches, Darmstadt 2004, S. 14-15.
3 Huß, Werner: Ägypten in hellenistischer Zeit 332-30 v. Chr., München 2001, S. 97.
4 Diod. 20, 53, 2-4. vgl. Hölbl 2004, S. 21.
5 Gehrke, Hans Joachim: Geschichte des Hellenismus (OGG 1A), 3. überarbeitete u. erweiterte Aufl., München 2003, S. 49.
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2. Geographische Ausdehnung des Reiches
In der älteren Forschungsliteratur lässt sich eine eher negative Bewertung des außenpolitischen Handelns Ptolemaios I. erkennen. So charakterisiert Seibert ihn als unentschlossenen „Zögerer und Zauderer“ 6 , welcher eher reagierte als agierte. 7 Die neuere Forschung zeichnet jedoch ein positiveres Bild des Lagiden: Es handle sich bei ihm um einen „Meister der Beschränkung“ 8 , der statt einer aktiven Expansionspolitik hauptsächlich eine taktisch kluge Defensivpolitik verfolgte, um somit die Sicherung seines Kernlandes Ägypten zu garantieren. 9 Dabei intervenierte er erstmalig 322 v. Chr. in der ihm 323 v. Chr. zugesprochenen Kyrenaia 10 . Um die nach dem Tode Alexanders dort ausgebrochenen Unruhen niederzuschlagen, entsandte er auf Bitte eines geflüchteten Oligarchen Truppen in das Gebiet. 11 Zur dauerhaften Sicherung seines Einflusses verkündete er 321/0 v. Chr. im Diagramma von Kyrene öffentlich seine Suprematie als oberster Stratege und Gerichtsherr, sicherte seinen Herrschaftsanspruch durch Militärbesatzung entsprechend ab und gewann somit seinen ersten großen Außenbesitz. 12 Nach dem Tode des Antipatros 319/18 v. Chr. besetzte Ptolemaios I. Teile Syriens und Phöninkiens für eine Weile. 13 Die Wiedereroberung dieser verlorenen Gebiete gelang ihm 301 v. Chr., wobei er das sogenannte Koilesyrien bis zum Fluss Eleutheros besetzte. Als die am nördlichsten gelegene Stadt gliederte er Byblos in sein Reich ein. 14 Die wirtschaftlich bedeutsame Provinz Syrien und Phönikien, mit ihren großen Vorkommen an Zedernwäldern und dem Endpunkt der Weihrauchstraße, sollte nun neben der Kyrenaia den zweiten relativ dauerhaften Gebietsgewinn des Ptolemäerreiches bilden. 15 Als für das Ptolemäerreich geopolitisch und wirtschaftlich ebenfalls von herausragender Bedeutung sollte sich auch die Eroberung der Insel Zypern 295/94 v. Chr. erweisen, welche über einen großen Reichtum an Metallen und landwirtschaftlichen Ressourcen verfügte. 16 Am Ende der Herrschaft Ptolemaios I.
6 Seibert, Jakob: Das Zeitalter der Diadochen, Darmstadt 1983, S. 223.
7 Seibert, Jakob: Untersuchungen zur Geschichte Ptolemaios I. (Münchner Beiträge zur Papyrusforschung
und antiken Rechtsgeschichte 56), München 1969, S. 95.
8 Seibert 1983, S. 223.
9 Caroli, Christian A.: Ptolemaios I. Soter. Herrscher zweier Kulturen, Konstanz 2007, S. 99-100.
10 Curt. 10, 10, 1.
11 Huß 2001, S. 99-100.
12 Diod. 18, 21, 6-9. vgl. Hölbl 2004, S. 15.
13 App. Syr. 52.
14 Diod. 20, 113, 1-2.
15 Hölbl 2004, S. 24-25.
16 Hölbl 2004, S. 25.
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erstreckte sich sein Reich über große Teile des östlichen Mittelmeerraumes. Zu den „wichtigste[n] Außenbesitzungen [zählten] Koilesyrien und Palästina, Zypern, die Südküste Anatoliens, Kyrene, ferner weitere griechische Poleis im Inselbund der Nesioten und bis in die nördliche Ägäis“ 17 . Dabei war sein Vorgehen durchaus auch expansionistisch ausgerichtet, doch lässt sich hierbei ein vorsichtiges Taktieren und der Vorzug des Rückzuges bei Gefahr von Verlusten ausmachen. Primär diente seine außenpolitische Strategie wohl der Errichtung von Vorbastionen, die das Stammland Ägypten vor äußeren Angriffen bewahren sollten. 18 Diese sollte erfolgversprechend sein. Während der Regentschaft Ptolemaios I. wurde das ägyptische Kernland nicht ernsthaft durch militärische Angriffe von außen bedroht. Somit verblieb Ptolemaios I. „in his African province safe as a tortoise in its shell“ 19 und schaffte folglich durch sein Handeln die Voraussetzung für eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte Ägyptens. 20
3. Die Organisation des Ptolemäerreiches
3.1 Verwaltung und Wirtschaft
Ptolemaios I. übernahm bei seinem Neuaufbau der Verwaltung, wie vor ihm schon die persischen Großkönige, überwiegend die noch bestehende ausgefeilte und hierarchisch durchgegliederte Wirtschaftsadministration des alten pharaonischen Ägyptens. 21 An die Spitze dieser Hierarchie setzte er jedoch einen in der Hauptstadt Alexandria stationierten, zentralen Verwaltungsbeamten, den Dioiketés. Ihm waren in den einzelnen Gauen folgende Verwaltungsbeamte unterstellt: Der hauptsächlich für die landwirtschaftliche Produktion zuständige leitende Beamte des Gaues, der Nomárchos. Der mit der Eintreibung der Steuern beauftragte Oikonómos. Sowie der mit der Buchführung betraute Königliche Sekretär. 22 Diese Positionen beließ Ptolemaios I. in den Händen der einheimischen ägyptischen Bevölkerung. Dagegen besetzte er die Schnittstellen der Macht in den einzelnen Gauen mit makedonischen Offizieren. Diese erhielten die Position eines Strategós, welcher direkt dem König unterstellt war und
17 Gehrke 2003, S. 45.
18 Caroli 2007, S. 99-100.
19 Bevan, Edwyn R.: The House of Ptolemy. A History of Hellenistic Egypt under the Ptolemaic Dynasty,
Oxford 1927, S. 23.
20 Caroli 2007, S. 99.
21 Hölbl 2004, S. 27.
22 Gehrke 2003, S. 58-59.
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Arbeit zitieren:
Melanie Buettner, 2008, Die Diadochenreiche - Das Ptolemäerreich, München, GRIN Verlag GmbH
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