1.) Aufzubauende Kompetenz:
„Die Schülerinnen und Schüler sprechen mit und vor anderen und halten Gesprächsregeln ein.“ (Niedersächsisches Kultusministerium 2006, S.14) 2.) Lernzuwachs in der Stunde:
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten und diskutieren in Gruppen die Rechte der Kinder, die sie für wichtig erachten. 3.) Im Einzelnen:
- Die SuS überlegen gemeinsam, wer in der Gruppe welche Aufgaben übernimmt (Materialbeschaffung, Zuschnitt der Blätter, Schreiben,…).
- Die SuS informieren, beschreiben und appellieren, um ihre eigene Meinung zu äußern und zu vertreten.
- Die SuS versuchen die Gesprächsregeln einzuhalten, das heißt sich gegenseitig ausreden lassen, sich melden und abwarten, aktiv zuhören und sich auf Vorredner beziehen.
- Die SuS sichern ihre Ergebnisse (Rechte) in Stichworten auf Tonpapierblättern.
- Die SuS stellen den anderen Gruppen ihre Kinderrechte vor und erörtern und diskutieren diese gemeinsam.
2
Kinder haben Rechte. Diese Rechte sind in der UN- Konvention über die Rechte des Kindes der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 20. November 1989 festgehalten. Alle Staaten, mit Ausnahme der USA und Somalia haben dieses internationale Menschenrechtsabkommen unterzeichnet. Allerdings bedeutet diese Ratifizierung 1 nicht, dass es in den unterzeichnenden Staaten keine Verletzungen der Kinderrechte mehr gibt. Millionen Kinder haben nicht die Möglichkeit zur Schule zu gehen, in vielen afrikanischen Ländern gibt es Kindersoldaten und gerade in Dritte-Welt- Ländern hungern viele Kinder. 2
Die Konvention definiert Grundrechte, die völkerrechtlich verbindlich sind. Die Staaten, die das Dokument unterzeichnet haben, stehen in der Pflicht, diese Rechte in ihren nationalen Gesetzen zu verwirklichen. Die Konvention geht davon aus, dass jedem Kind auf dieser Welt individuelle Rechte eigen sind. Die in der Konvention enthaltenen zahlreichen Einzelrechte können in drei Gruppen unterteilt werden: die Versorgungsrechte, die Schutzrechte und die kulturellen, Informations- und Beteiligungsrechte. 3 Im Originaltext stehen 40 Artikel in sehr komplizierter und nicht kindgerechter Sprache. UNICEF, die Kinderrechtsorganisation der UNO, fasst diese in zehn Grundrechten zusammen (vgl. Anhang iii).
Das Sprechen und Zuhören fällt in den Bereich der Kommunikation. Kommunikation ist ein „Prozess, in dessen Verlauf Information von einem Sender an einen Empfänger übermittelt wird“ Forgas 1999, S.106). An jeder Kommunikation sind folgende drei Elemente beteiligt: der Sender (Sprecher) bzw. eine Quelle, der oder die eine Botschaft kodiert, die dann über einen speziellen Kanal an einen Empfänger (Zuhörer) übermittelt wird, der seinerseits die Botschaft dekodiert. 4 Immer wenn wir mit anderen kommunizieren, müssen wir uns an bestimmte Gesprächsregeln halten. Diese Gesprächsregeln, die auch die Schülerinnen und Schüler kennen und anwenden sollen, sind: sich melden, abwarten, ausreden lassen, aufmerksam und aktiv zuhören und sich auf Beiträge der Vorredner beziehen. 5
Die Gruppenarbeit bezeichnet ein arbeitsteiliges Verfahren, welches sich in Phasen der Arbeitsplanung (und -verteilung), Arbeitsdurchführung und Arbeitsvereinigung untergliedert. Es fordert von den beteiligten Schülern eine kooperative und produktive Selbsttätigkeit innerhalb eines vorgegebenen Themas. Themengleiche Gruppenarbeit ist das parallele Arbeiten mehrerer Gruppen zum
1 Länder, die sich verpflichten die Regeln eines Abkommens oder eines Übereinkommens einzuhalten, unterschreiben es. Mit dieser Unterschrift bestätigen sie, dass sie alle ihre Gesetze dem Übereinkommen anpassen werden. Diesen Vorgang nennt man Ratifizierung.
2 Vgl. Deutsches Komitee für UNICEF 2001, S.6
3 Vgl. ebd., S.8 f
4 Vgl. Forgas 1999, S.106
5 Vgl. MK 2006, S.14
3
gleichen Thema. Sie sollen anhand bereitgestellter Materialien und mit Hilfe von Arbeitsanweisungen möglichst eigenständig die Aufgaben bewältigen. 6
In der Klasse 4a erteilte ich von Beginn des Schuljahres 2007/ 2008 an bis zu den Sommerferien 2008 eigenverantwortlich sechs Stunden wöchentlich den Deutschunterricht. Seit Anfang September betreut Frau Chadwick den Unterricht. Die Klasse setzt sich aus 14 Schülerinnen und Schülern zusammen, sieben Mädchen und sieben Jungen. Zwischen mir und der Klasse besteht ein gutes Verhältnis und die Arbeitsatmosphäre wird durch gegenseitige Wertschätzung und einander zuge-wandtes Verhalten bestimmt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen mit Freude und großer Motivation am Deutschunterricht teil.
Hinsichtlich der Aufmerksamkeit und der Leistungsbereitschaft schätze ich das Arbeitsverhalten der Klasse im Fach Deutsch als sehr gut ein. Es gibt einige besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, wie Chiara, Jasmin, Justin und Luise, die auch komplexere Aufgaben erfolgreich und vor allem eigenständig bearbeiten können. Diese Kinder zeichnen sich zudem durch eine überdurchschnittliche Beteiligung an den Unterrichtsgesprächen aus. Im Gegensatz dazu, haben Celin und Kevin oft große Schwierigkeiten, Aufgaben (selbstständig) zu erschließen und neue Unterrichtsinhalte zu erfassen. Sie benötigen eventuell zusätzliche Hilfe und Unterstützung meinerseits in der Einzelarbeitsphase.
Bezüglich des Sozialverhaltens lässt sich sagen, dass es überwiegend positiv ist und die Schülerinnen und Schüler freundlich miteinander umgehen und hilfsbereit und aufgeschlossen sind. Jonathan hat häufig Schwierigkeiten sich in eine Arbeitsgruppe zu integrieren und einen Teil der Arbeit eigenverantwortlich zu übernehmen. Sollten Probleme innerhalb der Gruppe mit ihm auftreten, werde ich ihn aus der Gruppenarbeit herausziehen und alleine arbeiten lassen. Weitere Konflikte können so vermieden werden und er erhält die Chance seine eigenen Ziele zu erreichen.
Inhaltliche Lernvoraussetzungen
In der Einführungsstunde der Unterrichtseinheit ist schnell ersichtlich geworden, wie unterschiedlich der Kenntnis- und Informationsstand der Schülerinnen und Schüler ist. Viele Kinder werden zu Hause von ihren Eltern über die Geschehnisse in der Welt informiert und wissen viel über die verschiedenen Organisationen und Gremien, die für uns Menschen zuständig und verantwortlich sind. Ihnen sind Begriffe wie UNO, NATO und Kinderhilfswerk bekannt. Ihnen ist auch bekannt, dass es den Menschen in den unterschiedlichen Ländern unserer Erde unterschiedlich gut geht und viele Kinder in Armut und Not leben. Doch einige Kinder bekommen zu Hause leider relativ wenig darüber mitgeteilt und hatten zu Beginn einen recht niedrigen Kenntnisstand in dieser Hinsicht.
6 Vgl. Frey/ Frey- Eiling 2002, S.50-57
4
Arbeit zitieren:
Sabrina Engelke, 2008, Unterrichtsstunde: Die Rechte der Kinder – eine Diskussion, München, GRIN Verlag GmbH
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