Inhaltsverzeichnis
Abstract 2
0. Einleitung 3
1. Morphologie 3
1.1 Wortarten 4
1.1.1 Morphematik 5
1.2 Inhärente Fall-Kategorien 7
1.2.1 Genus 7
1.2.2 Kasus 7
1.2.3 Numerus 10
1.2.4 Kategorie Zahl 10
1.2.5 Person 11
2. Toponomastik in Kärnten 11
2.1 Allgemeines 11
2.2 Substantivische Beispiele 14
2.2.1 Flurnamen 14
2.2.2 Hausnamen 14
2.2.3 Pflanzenarten 15
2.2.4 Baumarten 16
3. Zusammenfassung 17
4. Literaturverzeichnis 18
1
Abstract
Die slowenische Volksgruppe in Kärnten ist in ihrer Existenz gefährdet, da die Sprachkompetenz von Generation zu Generation immer mehr nachlässt. Die slowenischen Mundarten sind vor allem nördlich der Drau nur mehr ein Relikt der älteren Generation und werden spätestens die übernächste Generation nicht mehr überleben. Erst wenn der letzte Kärntner Slowene das Zeitliche gesegnet haben wird, wird sich eine Art ÄMelancholie³ in der Kärntner Bevölkerung verbreiten. Es wird sicherlich das Gefühl aufkommen, etwas Undefinierbares im Seelenleben des Kärntner verloren zu haben, nämlich das Slawische an sich. Dann wird man sich möglicherweise an die alte, Ägute³ Zeit mit ihrer kulturellen Vielfalt zurücksehnen und der verlorenen Sprache gedenken. Diese Arbeit soll ein wenig dazu beitragen, dass XQVHUH VRJ ÄZLQGLVFKH 6SUDche³ in lebhafter Erinnerung bleibt.
Einen herzlichen Dank habe ich meinen beiden Informantinnen Hribernig Margarethe und Krenn Christine auszusprechen, die mir mit einer Anzahl von Toponymen bzw. mundartlichen Bezeichnungen im Dialekt des nordwestlichen Sprachgebiets des Jauntals zur Seite gestanden sind.
0. Einleitung
Das Hauptthema dieser Arbeit ist die slowenische Morphologie, die nach dem slowenischen Sprachwissenschaftler Joåe 7RSRULãLþ in ihren Grundzügen zusammengefasst wird, ergänzt mit Toponymen von einigen Pflanzenarten und Baumarten aus dem slowenischen Jauntalerdialekt des nordwestlichen Sprachgebietes. Weiters wird die zweisprachige Namensgebung in Kärnten näher untersucht und auf die Problematik der slowenischen Schreibweise von Ortsnamen hingewiesen.
Die Toponomastik beschäftigt sich mit Siedlungsnamen, also Namen von Burgen, Höfen, Städten und Ländern, aber auch mit sogenannten Flurnamen, d.h. Eigennamen von Bergen, Wäldern, Auen, Wiesen und Äckern bis hin zu einzelnen Pflanzen.
1. Morphologie
Die Morphologie ist die Lehre von den Morphemen (kleinste bedeutungstragende Einheiten) und beschäftigt sich mit der internen Struktur von Wörtern. Dieser Begriff wurde im 18. Jahrhundert von Wolfgang Johann Goethe eingeführt und er bezeichnete damit die Lehre von den Strukturen lebender Organismen. Es gibt verschiedene Morphemarten wie z.B. die lexikalischen oder grammatikalischen Morpheme und es werden zwei Arten der morphologischen Beziehungen unterschieden ± nämlich Flexion (Beugung von Wortformen) und Wortbildung (Bildung neuer Lexeme), die in sog. Untertypen unterteilt werden. Die Flexion läßt sich in Deklination, Konjugation und Komparation, die Wortbildung in Derivation und Komposition unterteilen, wobei einige Untertypen ebenfalls unterschiedliche Kategorien aufweisen können.
Analog zur Phonetik (Phon ± Allophon) spricht man in der Morphologie von Allomorphen, die Varianten eines Morphems sind. Die Allomorphie betrifft Affixe (segmentierbare gebundene Morpheme), die in Präfixe, Suffixe etc. unterteilt werden; weiters Wurzeln (nicht weiter zerlegbar) und Stämme einzelner Wörter.
1.1 Wortarten
In der slowenischen Sprache gibt es nach TopRULãLþ>, 256-272] 9 verschiedene Wortarten: N Substantivische Wörter: Substantiv]%KLãDRWURNGHMDQMHVNUE
Eigenständige adjektivische Wörter]%GHåXUQD7RPDþHYRNDWHULRED Substantivische Pronomen, z.B. jaz, ti; kdo, nekdo N Adjektivische Wörter:
Adjektiv, z.B. lep, -a, -o; pojoþ-a, -e; ubit, -a, -o Zahlwörter, z.B. en, -a, -o; dva, -e, -e; prvi, -a, -o; veþGRVWL Adjektivische Pronomen, z.B. tak, -a, -o; moj, -a, -e; neki, -a, -o; koliko N Verben:
Personalformen, z.B. dela-m, -te; delaj-te, delal bi deskriptive Partizipien auf ±l und ±n/-t, z.B. delal, delan, ubit nichtflektierbare Formen]%GHODMHGHODMRþGHODWLGHODWVWRSLYãL N Adverbien: ]%GRPDYþHUDMOHSRNMHWHGDM]DNDMWDNRHWF N Prädikative: ]%YãHþWUHEDWLKR etc. N Präpositionen: z.B. do, za, zaradi, konec, glede na etc. N Konjunktionen: z.B. LQWRGDGDþHSRWHPNRHWF N Partikeln: z.B. samo, celo, tudi, paþPHQGDHWF N Interjektionen: z.B. ah, ej, uh, kuku, iha etc.
Die Wortarten werden in veränderliche und nichtveränderliche unterschieden, wobei die substantivischen und adjektivischen Wörter sowie die Verben und teilweise auch Prädikative zu den veränderlichen Wortarten gezählt werden.
Substantivische und adjektivische Wörter werden dekliniert (z.B. lepa lipa, lepe lipe) und verändern sich auch im Geschlecht (z.B. lep, lepa, lepo); diejenigen, die eine Eigenschaft bezeichnen, erfahren auch noch eine Steigerung ± z.B. OHS OHSãL QDMOHSãL
9HUEHQZHUGHQNRQMXJLHUW]%GHODPGHODãGHODHWFXQGVLHZHUGHQ in Zahl (z.B. delam, delava, delamo), in Zeit (z.B. delam, delal sem/bom), Verbalmodus (z.B. delam, delaj, delal bi) und Verbalgenus (z.B. tiskam, tiska se) flektiert. Flektierbare Formen lassen sich auch noch nach dem Geschlecht beugen (z.B. delal sem, delala sem, delalo je), das beschreibende Partizip wird nach Geschlecht und Zahl flektiert (z.B. delal-delala, delal-delali). Einige Adverbien haben 6WHLJHUXQJVIRUPHQZLH]%OHSOHSãHQDMOHSãHRGHU]HOREROMQDMEROM
Paradigmen:
Einzelne veränderliche Wortarten werden nach morphologischen Mustern in solche, die die Formen verändern und solche, die Formen erzeugen, unterteilt. N Formverändernde Paradigmen
Substantivische Wörter: 4 Deklinationen für jedes Geschlecht Adjektivische Wörter: 1 Deklination für jedes Geschlecht Verbalformen: 4 Konjugationen
Beide beschreibenden Partizipien: flektieren in Geschlecht und Zahl wie Adjektive N Formbildende Paradigmen
Die Stammformen adjektivischer Wörter werden nach Geschlecht (z.B. lep,a, -o) und Zahl (z.B. lep, lepa, lepi) flektiert, und sie können auch gesteigert ZHUGHQ ]% OHS OHSãL QDMOHSãL Verben bestehen aus Präsens- (z.B. delam, -aj, -aje/-DMRþ XQG Infinitivparadigmen (z.B. del-ati, -at, -al, -an, -anje); von den erstgenannten gibt es 5 (del-am, kroå-im, pi-jem, tres-em, je-m) und von den letztgenannten 4 (del-ati/sed-HWLNURå-iti, pi-ti, tres-WLSHþ-i).
1.1.1 Morphematik
Der Wortstamm hat objektivische Bedeutung, der aus einem oder mehreren Morphemen besteht, und die einteilige Wortendung markiert Fall, Person, Geschlecht oder Zahl. N Wandlungen der Konsonanten
Jotierung: orientiert sich nach der Aussprache, z.B. Sonant (ustvariti ± ustvarjen ± ustvarjati), Labial (potopiti ± potopljen ± potapljati) oder dentale und velare Konsonanten (roditi ± rojen ± rajati).
Palatalisierung: betrifft nur velare Nichtsonanten; k, g, h > þ å ã > c, z, s; z.B. rekel ± UHþHP- reci, stregel ± VWUHåHP- strezi, phal ± SãHPVUK± srsi
Arbeit zitieren:
DI Mag Fabian Prilasnig, 2007, Die Morphologie der slowenischen Schriftsprache , München, GRIN Verlag GmbH
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