Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Migration - ein neuzeitliches Phänomen? 5
3. Einwanderung in Deutschland nach 1945 7
4. Zuwanderung ab 1990 8
5. Demographische Folgen der Zuwanderung 11
6. Wirtschaftliche Folgen der Zuwanderung für Deutschland 13
7. Fazit: Migration als Chance für Deutschland? 14
8. Literatur 18
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1. Einleitung
„In der BRD leben offiziell 15,3 Mio. Menschen ausländischer Herkunft. Doch trotz Massenarbeitslosigkeit vertreten die Etablierten nicht die Interessen des eigenen Volkes, sondern sorgen mit ihrem EU-Erweiterungswahnsinn dafür, dass sich bei uns immer mehr Ausländer als Arbeitsplatzkonkurrenten niederlassen.“ 1 Diese Aussage vom NPD-Fraktionsvorsitzenden im sächsischen Landtag Holger Apfel teilen scheinbar viele deutsche Bürger, wie man an den Ergebnissen der Landtagswahlen in den letzten Jahren sehen konnte. Allein das Wort ‚Migration’ scheint bei vielen Leuten einen negativen Beigeschmack auszulösen. Die vorliegende Arbeit wird sich deshalb mit dem Phänomen der Migration und den daraus resultierenden Folgen befassen. Dabei möchte ich auf der Grundlage von Statistiken und Entwicklungen versuchen aufzuzeigen, ob Migration wirklich als etwas Negatives gesehen werden kann das unser Sozialsystem ausbeutet, oder aber ob man die Migration nicht vielleicht als eine Chance für Deutschland sehen kann, die gegenwärtige negative Entwicklung im Bereich der Sozialstaatlichkeit zu stoppen, oder gar gänzlich umzudrehen. Kann man Migration als Chance für Deutschland sehen?
Da man über dieses Thema sicherlich mehrere Bücher füllen könnte, werde ich Kriegsflüchtlinge und die illegalen Einwanderer zunächst ausblenden. Dies hat neben dem Umfang der Arbeit auch noch zwei weitere Gründe. Zum einen halten sich Kriegsflüchtlinge in der Regel nur relativ kurzfristig in einem Land auf, zum zweiten handelt es sich bei den Zahlen zu den illegalen Einwanderern nur um geschätzte Zahlen, welche dann für Vermutungen zugrunde gelegt werden. Für diese Arbeit werden ausschließlich Zahlen verwendet, welche nach wissenschaftlichen Prinzipien erfasst und ausgewertet wurden und überhaupt erhoben werden konnten. Obwohl die Frage nach dem Für und Wider von Migration schon sehr alt ist, hat sie nichts an ihrer Aktualität verloren. Gerade durch die zunehmende Globalisierung und den damit zusammenhängenden Grenzöffnungen erscheint es den Menschen immer wichtiger ihre nationale Identität zu bewahren und sich von allem Fremden irgendwie abzugrenzen. Dabei vertreten viele Menschen die Meinung, dass Migration etwas völlig neuartiges ist und erst durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den Nachkriegsjahren in der Bundesrepublik aufkam. Ob man diese These bejahen kann oder nicht, werde ich im ersten Teil der Arbeit herausarbeiten, bevor ich im zweiten
1 Apfel, H. (2006)
3
Teil auf den heutigen Stand der Migration in Deutschland mit den daraus resultierenden demografischen Folgen näher eingehe. Im dritten Teil geht es mir schließlich darum, die wirtschaftlichen Folgen etwas näher zu beleuchten, welche in den sehr emotionsgeladenen Debatten über die Migration das wohl wichtigste Thema darstellt. In diesem Zusammenhang erscheint es mir als besonders wichtig zu klären, ob Migration an sich überhaupt ein Problem in Deutschland darstellt, oder ob es nicht vielleicht ohne die Immigranten ein viel größeres Problem geben würde. Zum Abschluss der Arbeit ist es mir wichtig ein Fazit zu ziehen und infolge dessen auch Verbesserungsvorschläge an die Politik zu formulieren. Doch zunächst muss einmal geklärt werden, was Migration eigentlich ist. Dass diese Klärung nicht ganz einfach ist, erkennt man daran, dass der Begriff je nach Literatur divergent definiert wird. Wichtig dabei erscheint es, den Begriff Migration von einer bloßen Wanderungsbewegung zu differenzieren, in dem man auf die Verweildauer am neuen Ort und dem Sinn der Wanderung ausgeht. Damit kann man den Begriff so wie er hier verwendet werden soll, von einer Wanderungsbewegung wie z.B. einer Urlaubsfahrt abgrenzen. Mindestens genauso wichtig ist es herauszustellen, dass sich die Migration die wir betrachten, über staatliche Grenzen hinweg erfolgt. Innerstaatliche Wanderungen vollziehen sich in der Regel unproblematisch und frei. Bei Wanderungen über staatliche Grenzen hinweg aber, resultieren daraus verschiedene politisch verwaltungstechnische Anforderungen. 2 Norbert Wenning (1996) beispielsweise definiert Migration als „jede längerfristige, räumliche Verlagerung des Lebensschwerpunktes über eine größere Distanz, die ein Verlassen des sozialen Aktionsraumes zur Folge hat, …“ 3 . Ich werde diese Definition noch um ein kleines Detail ergänzen, so dass ich Migration im Sinne dieser Arbeit als eine längerfristige, wenn möglich dauerhafte Verlagerung des Lebensschwerpunktes über nationalstaatliche Grenzen hinweg definiere, woraus sich ein Verlassen des ursprünglichen sozialen Aktionsraumes ergibt. Wie ich bereits zu Beginn der Arbeit erwähnte, geht es darum die Zahlen der Einwanderer auszuwerten, welche dauerhaft in Deutschland leben möchten, ungeachtet der Pushbzw. der Pullfaktoren welche auf die Migranten wirken.
2 Santel, B. (1995) Seite 21
3 Wenning, N. (1996) Seite 13
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2. Migration - ein neuzeitliches Phänomen?
Migrationsbewegungen werden in der Öffentlichkeit heutzutage als etwas gesehen, was es vorher noch nie gab und was der Natur der Menschen widerspricht. Doch ist dies wirklich der Fall? Um diese Frage zu beantworten, werde ich kurz auf die Geschichte des Menschen eingehen. Der neuzeitliche Mensch entwickelt sich seit ca. 50.000 Jahren. Seit es ihn gibt, verbreitet er sich auf allen Kontinenten der Erde und verdrängte dadurch andere (vor-)menschliche Gruppen, wie zum Beispiel den Neandertaler. 4
Im 8. Jahrhundert vor Christus war es den Menschen auf dem griechischen Festland nicht mehr möglich, alle gleichermaßen zu ernähren. Infolge dessen kam es zu Gründungen von neuen Kolonien in Süditalien und Vorderasien. 5 Das Europa so wie wir es heute kennen, wurde maßgeblich von Wanderungen zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert geprägt. Wahrscheinlich kamen einige Gruppen aufgrund von Klimaveränderungen aus Nordeuropa in Richtung Westen und Süden. Hunnen wanderten aus dem Osten in Richtung Westen, da sie vermutlich von anderen Gruppen aus Asien vertrieben wurden. Im 4. Jahrhundert wanderten Burgunder in die Region, die heute Burgund genannt wird, die Franken wanderten in Richtung des heutigen Nordwestfrankreich und die Angeln sowie die Sachsen verließen ihre Siedlungsgebiete in Richtung des heutigen Englands. 6 Erst ab dem 9. Jahrhundert kam es zu einer Zeit, in der die Menschen mehr oder weniger sesshaft wurden. 7
In der Geschichte der Migration muss beachtet werden, dass es damals noch keine nationalstaatlichen Grenzen gab. Grenzen und die damit im Zusammenhang stehenden Grenzkontrollen sind also eher moderne Erfindungen, welche sich ab dem 17. Jahrhundert mehr und mehr etablierten. 8 Migrationsbewegungen sind also wie gezeigt, weder in der Geschichte noch in der Gegenwart plötzliche und unnatürliche Erscheinungen, sondern sie gehören zur Menschheit. „Jede Nation, jeder Staat, jede Stadt ist Produkt migratorischer Prozesse.“ 9
Zuzüge von Ausländern in Deutschland als Arbeitskräfte sind von einer gewissen Kontinuität geprägt. So kann man belegen, dass selbst im wilhelminischen
4 Wenning, N. (1996) Seite 39
5 Santel, B. (1995) Seite 29
6 Wenning, N. (1996) Seite 43
7 Santel, B. (1995) Seite 29
8 ebd. Seite 31
9 ebd. Seite 30
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Deutschland Ausländer als Arbeiter nach Deutschland zogen, das gleiche gilt für die Kriegsjahre bis 1945 genauso, wie für die Nachkriegsjahre, als Gastarbeiter angeworben wurden 10 . Selbst in der Zeit vor 1900 stand den benötigten und geförderten Migrationsbewegungen die Forderung vor dem Schutze des Deutschseins und dem Schutze vor Überfremdung gegenüber. Die Mehrzahl der Arbeiter die zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Deutschland kamen, waren polnische Landarbeiter. Aufgrund der Diskussion über die „Überfremdung“ der Deutschen wurden so genannte Karenzzeiten geschaffen, die mit der Ideologie der deutschen Nationalitätenpolitik einhergingen. Dadurch war es den deutschen Behörden möglich, die Arbeiter nach einer gewissen Karenzzeit wieder zurück in ihre eigentliche Heimat zu schicken. Das diente nicht nur dem Schutz der Deutschen vor Überfremdung, sondern war gleichzeitig eine Art der Vorbeugemaßnahmen, dass sich die weniger gebildeten und für schlechtes Geld arbeitenden Polen in ihren Ansprüchen an die deutsche Arbeiterschaft annähern konnten. Damit sie sich also nach einer gewissen Zeit nicht an deutsche Lebens- und Arbeitszustände gewöhnten und höhere Löhne verlangten, mussten sie nach einer bestimmten Zeit zurück in ihr Heimatland, denn ansonsten wäre der wirtschaftliche Nutzen Deutschlands minimiert. 11
Diese Maßnahmen griffen aber nicht bei den so genannten Ruhrpolen, welche zwar die polnische Sprache sprachen, aber rein rechtlich preußische Staatsbürger waren. Bei dieser großen Gruppe versuchte man etwas anderes. Sie wurden waggonweise in das Ruhrgebiet in den Bergbau geschickt, wo sie sich lückenlos in die „deutsche Kultur“ einleben sollten und somit nichts mehr von ihrer polnischen Herkunft übrig sein sollte. Doch die Umsetzung dieses Vorhabens bewirkte genau das Gegenteil. Die meist jungen polnischstämmigen Arbeiter pflegten ihre Kultur in den Einwanderervierteln und entwickelten einen engen Zusammenhalt untereinander. 12 Im Jahre 1914 arbeiteten ungefähr 1,2 Millionen Ausländer in der deutschen Wirtschaft 13 . Dies war für diese Zeit eine enorm große Zahl. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb schon in den Zeiten des wilhelminischen Deutschlands über ein „Ausländerproblem“ diskutiert wurde. Diese Diskussion wurde in den Folgejahren immer wieder aufgegriffen und spaltet seit jeher die deutsche Gesellschaft. Damals
10 D’ Amato, G. (2001) Seite 77
11 Herbert, U. (1994) Seite 64
12 ebd. Seite 65
13 ebd.
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Arbeit zitieren:
Mathias Herbst, 2008, Migration - eine Chance für Deutschland?, München, GRIN Verlag GmbH
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