Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Der Begriff „Kultur“ Eine definitorische Annäherung 4
3. „Interkulturelle Kommunikation“ in der heutigen Zeit 8
3. 1 Die filmische Auseinandersetzung mit dem Thema „Interkulturelle
Kommunikation “ am Beispiel des Fernsehfilms „Wut“ (2006) 8
3. 2 Formen interkultureller Kommunikation. 12
4. Fazit: Weshalb „interkulturelle Kommunikation“ von wesentlicher Bedeutung ist 14
5. Literaturverzeichnis - Quellen 16
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1. Einleitung
In den vergangenen Monaten ist das Thema der Integration bezüglich ausländischer Mitbürger, kontrovers diskutiert worden. Ereignisse an Schulen, wie der Berliner Rütli-Schule, sind kein Einzelphänomen, in vielen Ballungsgebieten nehmen Ausschreitungen oder Gewaltexzesse immer mehr zu. Doch nicht nur hier, sondern auch im kulturellen Bereich scheint die Kommunikation zwischen den Kulturen nur noch bedingt zu funktionieren. Wegen Androhung von Gewalt, setzte die Intendantin der Berliner Oper kurzerhand das Stück Idomeneo ab, da womöglich die religiösen Gefühle der Muslime verletzt werden könnten. Die Kunstfreiheit steht hier versus die Integrität einer Religion.
Dass die engagierte Berliner Rechtsanwältin Seyran Ates, die sich in der Vergangenheit vehement und nachdrücklich für die Rechte verfolgter und unterdrückter Frauen einsetzte, im August diesen Jahres ihren Beruf aufgegeben hatte, weil die Drohungen gegen sie und ihre Familie immer unverhohlener und direkter wurden, kann als weiterer Indikator dafür gesehen werden, dass der Dialog zwischen den Kulturen zusehends schwieriger zu werden scheint. Sowohl auf persönlicher, als auch politischer und kultureller Ebene ist dieser Dialog unabdingbar, weil nur er als Garant für ein friedvolles und halbwegs gerechtes Miteinander steht. Aus der interkulturellen Zusammenarbeit ist schon weithin bekannt, dass jede einzelne Kultur ihr individuelles Wertesystem mitbringt, und dass jedes einzelnes Individuum aufgrund seiner spezifischen Sozialisation diese verinnerlicht hat. Dennoch und gerade deshalb ist der Austausch zwischen den Kulturen notwendig, um den vieldiskutierten und von einigen Seiten auch viel beschworenen Clash of Civilizations zu vermeiden. Inwieweit durchaus anerkennenswerte Veranstaltungen wie die Islamkonferenz vom September diesen Jahres, -initiiert vom Bundesinnenminister- Wege für einen solchen Dialog eröffnen und bestenfalls ebnen, wird die Zukunft zeigen.
In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden wie interkulturelle Kommunikation heutzutage auch unter den multimedialen Einflussnahmen funktioniert. Darüber hinaus sollen die Soll- und Bruchstellen ausgeleuchtet werden. Am Beispiel des Fernsehfilms „Wut“ (2006) wird das partielle Scheitern von interkultureller Kommunikation beschrieben werden. Ob und wie interkulturelle Kommunikation funktioniert wird Gegenstand des
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nächsten Kapitels sein. Im Abschluss wird ein kurzes Fazit gezogen, warum interkulturelle Kommunikation und dessen Funktionieren von großer Bedeutung ist. Vorausgeschickt wird diesen Überlegungen, eine definitorische Annäherung an der Begriff „Kultur“.
Es ist auch wichtig herauszuarbeiten, wie dieser Begriff in einer globalisierten Welt neu besetzt werden muss, um nicht zu einer wertlosen, im Grunde unbrauchbaren, ausrangierten Worthülse zu verblassen. 2. Der Begriff „Kultur“. Eine definitorische Annäherung In vielfachen Diskursen ist schon der Versuch unternommen worden den Begriff „Kultur“ zu definieren, ihn einzukreisen, eine Begriffsbestimmung zu finden unter der man das Wesentliche subsumieren kann. Immer wieder stößt man an seine Grenzen, und gerade in einer globalisierten und medialisierten Welt, in der es aus den diversen Perspektiven oftmals um Kultur geht, scheint sich der Begriff zusehends zu verwässern. Im Zusammenhang mit dem Thema „Interkulturelle Kommunikation“ muss man sich natürlich im Vorfeld darauf verständigen, wie der Begriff „Kultur“ in diesem Kontext besetzt ist. Der Kommunikationswissenschaftler Gerhard Maletzke definiert den Begriff der Kultur wie folgt:
„Kultur - abgeleitet vom lateinischen ´colere´ = bebauen, bestellen, pflegen - bedeutet zunächst ganz allgemein die Art und Weise wie die Menschen ihr Leben gestalten mitsamt den Produkten ihres Denkens und Schaffens.“ (Maletzke, Gerhard: Interkulturelle Kommunikation, Darmstadt, 1996, S. 15)
Wenngleich diese Definition sicherlich nicht falsch ist, greift sie doch zu kurz, um die Komplexität zu erfassen, die dieser Begriff nach sich zieht. Maletzke definiert vom etymologischen Ansatz her. Der Niederländer Geert Hofstede, der sich im Zusammenhang mit den Kulturen, und die daraus folgenden
Kommunikationsbarrieren intensiv auseinandergesetzt hat, kommt in Bezug auf den Begriff „Kultur“ zu folgendem Resultat:
„In den meisten westlichen Sprachen bedeutet Kultur gemeinhin Zivilisation oder Verfeinerung des Geistes und insbesondere die Ergebnisse dieser Verfeinerung, wie Bildung, Kunst und Literatur. Das ist Kultur im engeren Sinne, die ich manchmal auch als Kultur Eins bezeichne. (…) Kultur ist immer ein kollektives Phänomen, da man sie zumindest Teilweise mit Menschen teilt, die im selben sozialen Umfeld leben oder lebten, d.h. dort, wo diese Kultur erlernt wurde. Sie ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder
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Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.“ (Hofstede, Geert: Interkulturelle Zusammenarbeit - Kulturen - Organisationen - Management, Wiesbaden, 1993, S. 18 f.)
Fraglich ist bei dieser Definition ob eine Unterteilung in Kultur Eins, und dann konsequenterweise in Kultur Zwei hilfreich ist, um dem Begriff näher zu kommen. Inwieweit einer Begriffsbestimmung Rechnung getragen wird, wenn man von „kollektiver Programmierung“ des Geistes spricht muss hinterfragt werden. Eine generelle Programmierung des individuellen Geisteszustands eines einzelnen Menschen kann nur schwer festgemacht werden, da die prägenden Strukturen jedes Individuums stark divergieren. Überdies ist jeder einzelne grundverschieden sozialisiert.
Das Wort „kollektiv“ impliziert auch, dass es eine große Anzahl vom Menschen als Ganzes betrifft, dass also ihre „Programmierung“ viele gemeinsame Schnittstellen aufweist. Auch hier manifestiert sich eine problematische Sichtweise. Zweifelsohne, werden die kulturellen Schnittstellen zwischen einem Menschen, der in Westeuropa aufgewachsen ist, und einem Menschen der in Osteuropa aufgewachsen ist, gemeinhin größer sein, als zwischen einem West-, oder Osteuropäer und einem Asiaten. Und wiederum muss darauf verwiesen werden, dass es innerhalb dieser Ethnien große kulturelle Diskrepanzen gibt.
Ein reicher Geschäftsmann wird ein Abendessen in einem piekfeinem Restaurant als „kultivierten“ Ausgang eines Abend empfinden, während ein Linksautonomer dies aller Wahrscheinlichkeit nach als dekadent empfinden wird. Innerhalb der Kulturwissenschaften sind seit der Etablierung dieses Studiengangs in der deutschen Hochschullandschaft verschiedentliche Kulturtheorien entstanden. Im Rahmen dieser Arbeit erscheint es unmöglich auf diese einzugehen. Evident ist geworden, dass die Geschichte des Kulturbegriffs viele Phasen durchlaufen, und der Begriff immer neue Bedeutungsebenen gefunden hat, die aber das Phänomen nur selten in einem klaren Licht erscheinen ließen. Oftmals erging man sich in den Wissenschaften in theoretischen Abstraktionen, die für die Praxis inessentiell blieben.
Um den Bogen zur interkulturellen Kommunikation zu spannen: Gerade hier ist es notwendig griffige Beschreibungen zu finden, mittels und auf Grundlage derer in der
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Arbeit zitieren:
Sven Weidner, 2006, Was ist Interkulturelle Kommunikation? Eine Annäherung an den Begriff, und Ausdrucksformen interkultureller Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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