Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
I. Die Hochkultur der Azteken. 4
1.1. Der Ursprung der Azteken. 4
1.2. Der Aufstieg und die Blütezeit des Aztekenreiches 4
1.3. Tenochtitlán. 6
1.4. Der Mythos. 8
II. Die Eroberung des Aztekenreiches 9
2.1. Der Aufstieg des Hernán Cortés. 9
2.2. Die Ankunft in Mexiko. 10
2.3. Die Quetzalcoatl-Legende. 12
2.4. Die Gründung von Villa Rica de la Vera Cruz 13
2.5. Cortés geschickte Diplomatie 13
2.6. Der Marsch nach Tenochtitlán 16
2.7. Der Empfang in Tenochtitlán. 17
2.8. Der Tod des Juan Escalante und die Gefangennahme Moctezumas. 18
2.9. Pánfilo de Narváez 20
2.10. Aufruhr in Tenochtitlán 21
2.11. Der Sturm auf den Axayactl Palast. 22
2.12. Der Tod des Moctezuma 23
2.13. La Noche triste - Die traurige Nacht 24
2.14. Die erneute Vorbereitung für den Kampf gegen die Azteken 26
2.15. Der Fall Tenochtitláns 26
2.16. Das weitere Schicksal des Hernán Cortés? 29
III. Die Folgen der Eroberung für Mexiko 30
3.1 Verwaltung Mexikos durch Spanien 31
3.2 Rechte der Eingeborenen und Verwaltung. 32
3.3. Die Rolle der Kirche in Mexiko 34
3.4. Die Politik gegenüber den Eingeborenen 35
3.5. Zusammenfassung der Folgen für Mexiko 38
1
IV. Die Folgen der Eroberungen für das spanische Mutterland. 40
4.1. Spanien im 16. Jahrhundert 40
4.2. Globalisiertes Denken auf der iberischen Halbinsel 42
4.3. Der Kampf gegen England und Frankreich um die Kolonien. 43
4.4. Wirtschaftliche Konsequenzen 44
4.5. Zusammenfassung der Folgen für Spanien 47
Nachwort 48
Bibliographie. 49
2
Vorwort
Der Impuls für diese Fachbereichsarbeit ging von meinem Großvater aus, der in den 70er Jahren als Presse- und Kulturrat viele Jahre in Mexiko verbrachte und mir viel über die alten Kulturen dieses Landes, vor allem über die Azteken, erzählte. Ich hatte mir damals schon die Frage gestellt, wie ein Hernán Cortés mit einigen hundert Mann ein so großes Land wie Mexiko mit einer Kultur, die mein Großvater mit der Ägyptens verglich, erobern konnte.
Meine zweite Frage war, warum es in Mexiko zu einer so starken Vermischung der indianischen Bevölkerung mit den spanischen Eroberern kam, während die Indianer Nordamerikas heute als Randgruppe kaum am Aufbau der USA und Kanadas mitwirken konnten. Schließlich war mir unklar, warum ein Staat wie Spanien, der so reiche Bodenschätze aus Mittel- und Südamerika gewinnen konnte, gerade in dieser Zeit seine Vormachtstellung in der europäischen Welt einbüßte. Das alles war für mich Motivation genug, dieses Thema zu wählen und mich ausführlich mit der Literatur über die Azteken, Spanien und Mexiko auseinander zusetzen. Frau Professor Bartl-Sieber unterstützte mich bei meinen Materialrecherchen, so dass ich durch sie, in öffentlichen Bibliotheken und in der Büchersammlung meines Großvaters die wesentlichsten modernen Werke zu diesem Thema zur Verfügung hatte. Wichtige Unterstützung erhielt ich auch durch die Suche im Internet.
Ich werde versuchen, in den folgenden Kapiteln die Begegnung der spanischen und aztekischen Kultur, die unterschiedlichen Sichtweisen der Folgen der Eroberung durch Cortés zu beschreiben und zumindest anzudeuten, wie aus diesem historischen Untergang einer Hochkultur die Wurzeln für den modernen mexikanischen Staat entstanden.
3
I. Die Hochkultur der Azteken
1.1. Der Ursprung der Azteken
Eine Legende erzählt, dass Aztlán - "das Land der Reiher“ - der Ursprungsort der Azteken war. Sie waren damals ein kleines Nomadenvolk, das sich selbst Mexica oder Tenochca nannte. Andere Überlieferungen verweisen auf Chicomoztoc, den „Ort der sieben Höhlen“, wo angeblich sechs verschiedene Stämme lebten. Nacheinander verließen sie die Höhlen, als letzter Stamm die Azteken. Der einzige geschichtlich belegte Ort, aus dem der Ursprung der Azteken vermutet wird, ist Colhuacan („Krummer Berg“), der etwa 270 Kilometer nordwestlich der heutigen Stadt Mexiko vermutet wird. Wo die Wanderung allerdings tatsächlich begonnen hat, ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Möglich ist, dass es sich bei den drei Orten um ein- und denselben handelt oder dass sie nur Stationen des Wanderwegs beschreiben 1 . Sehr wahrscheinlich ist aber, dass das Volk aus der Gegend des Großen Salzsees kam.
Zwei Indizien deuten darauf hin, dass die Azteken mit den Indianern des Nordwestens verwandt sind - es gibt sprachliche und anthropologische Parallelen. Das „Nahuatl“, die Sprache der Azteken und ihrer Nachbarn, ist sehr ähnlich jener der Stämme, die sich im Norden bis nach Utah angesiedelt haben. Das zweite Indiz ist die Zugehörigkeit zu den sogenannten Zentraliden, deren Verbreitungsgebiet vom Süden der USA bis zum nördlichen Zentralamerika reicht.
1.2. Der Aufstieg und die Blütezeit des Aztekenreiches
Die Wanderung der Azteken dauerte ungefähr 130 Jahre. Um 1200 kamen sie in das mexikanische Hochland und fanden dort ihre neue Heimat. Nachdem die Azteken aus Tula, der Hauptstadt des zu dieser Zeit schon zerfallenen Toltekenreichs weiterzogen und aus Chapultepec, einem Ort nahe des Texcoco-Sees, als tributpflichtige Untertanen vertrieben worden waren, suchten sie Unterschlupf in Sümpfen des Großen Sees. Dort sahen sie das Zeichen, das ihr Kriegsgott Huitzilopochtli prophezeit hatte: Eine Insel mit einem Kaktus, auf dem ein Adler saß, in dessen Fängen sich eine Schlange wand. Dieses Zeichen, sagte der Aztekengott,
1 http://www.indianer-welt.de/meso/aztek/aztek-ur.htm (12.10.01)
4
zeige dem Volk den heiligen Ort, wo es sich für immer niederlassen solle 2 . Das Symbol steht heute im Mittelpunkt der mexikanischen Flagge. An der Stelle, die Huitzilopochtli gewiesen hatte, wurde 1325 3 der Haupttempel, der sogenannte Teocalli, ihm und zu Ehren des Regengottes Tlaloc errichtet. Die Stadt selber, welche Tenochtitlán („Ort der Kaktusfrucht“) heißen sollte, wurde erst einige Jahre später gegründet. Die Historiker geben Datierungen zwischen 1345 und 1470 4 als wahrscheinliches Gründungsdatum an.
Auf einer Insel im Texcoco-See (Lago de Texcoco) ließ sich der Nomadenstamm nieder. Dort teilte er sich. Das Stadtbild sah nun so aus: Tlatelolco, der Markt der Stadt im Norden, und im Süden, das eigentliche Tenochtitlán, das religiöse und politische Zentrum.
Noch standen die Azteken unter Schutzherrschaft der Tepaneken, von denen sie die Kriegskunst erlernt hatten. Aber nach heftigen Kämpfen unterwarfen sie dieses Volk im Jahr 1430 5 und legten durch geschickte Bündnisse mit den aus gleichem Stamm entstandenen Stadtstaaten Texcoco und Tlacopán den Grundstein ihres Reiches. Nun waren die Azteken, nachdem sie in nur wenigen Jahren fast das ganze Hochland erobert hatten, das herrschende Volk von Mexiko.
Durch militärische Erfolge und taktisch kluge Allianzen weitete sich das Reich immer mehr aus. Unzählige wertvolle Güter gelangten nach Tenochtitlán, was den Aufschwung der Stadt ermöglichte. Um 1460 erstreckte sich das aztekische Imperium vom Atlantischen bis zum Pazifischen Ozean. Erst Moctezuma II. (* 1467, † 1520; andere Schreibweise: Motecuzoma) II. Xocoyotzin merkte, dass das Bestreben nach noch mehr Land an seine natürlichen Grenzen gestoßen war. Vielerorts in seinem Herrschaftsgebiet brachen Aufstände aus, die er nicht mehr kontrollieren konnte.
Das Aztekenreich war nie eine geschlossene Einheit. Völker, die sich freiwillig unterwarfen, behielten zumeist ihre Sitten, ihre Religionen und auch ihre angestammten Herrscher. Anfangs des 16. Jahrhunderts entschloss sich Moctezuma II. zu einer Verwaltungsreform, mit dem Ziel eines einheitlichen Staates. Ob sie Erfolg gehabt hätte, weiß man nicht, denn schon kurz danach marschierte die spanische „Conquista“ in das Hochtal von Mexiko.
2 Vgl.: Davis, Nigel: Die Azteken. Meister der Staatskunst - Schöpfer hoher Kultur. S.56
3 Vgl.: Lateinamerika Ploetz: Die Geschichte der Länder Lateinamerikas zum Nachschlagen S.25
4 Vgl.: Pleticha, Heinrich: Weltgeschichte in 12 Bänden. Entdecker und Reformatoren. S.73
5 Vgl.: Lateinamerika Ploetz: Die Geschichte der Länder Lateinamerikas zum Nachschlagen. S.25
5
1.3. Tenochtitlán
Die Insel selbst war nur etwa 13 km² groß und das Land war verhältnismäßig knapp. Deshalb versuchten die Azteken durch die Entwässerung von Sümpfen mehr Boden für Gebäude und Gartenparzellen sowie durch Anhäufungen von Schlamm und Schilf künstliche Inseln zu erhalten. Hernán Cortés, der spanische Eroberer, sprach von vier Dämmen 10 , die vom Festland auf die Insel führen. Tatsächlich gab es aber nur drei, die alle stabil aus Steinen errichtet und allesamt mit Zugbrücken versehen waren - breit genug, dass an die acht Reiter nebeneinander Platz hatten.
6 Vgl.: Pleticha, Heinrich: Weltgeschichte in 12 Bänden. Entdecker und Reformatoren. S.73
7 http://www.indianer-welt.de/meso/aztek/aztek-stadt.htm (18.10.01)
8 Vgl.: Chronikhandbuch Amerika. S.232. und Lateinamerika Ploetz: Die Geschichte der Länder
Lateinamerikas zum Nachschlagen. S.26
9 http://www.bigoid.de/conquista/dokumente.htm (18.10.01)
10 Vgl.: Pleticha, Heinrich: Weltgeschichte in 12 Bänden. Entdecker und Reformatoren. S.73
6
„So zog ich denn meine Straße weiter. Eine halbe Meile von der Stadt
Tenochtitlán erhebt sich zu Beginn eines Dammes, der das feste Erdreich
mit dieser verbindet, ein sehr festes Bollwerk, das von einer zwölf Fuß
hohen und mit einer kannelierten Brustwehr versehenen Mauer mit zwei
Türmen umgeben ist; nur zwei Tore sind in sie eingelassen, durch deren
eines man die Stadt verlässt, durch deren anderes man sie betritt.“ 11
Für feindliche Einheimische war es schier unmöglich, Tenochtitlán zu erobern. Die Stadt war für damalige Verhältnisse extrem gut gesichert. Gegliedert war sie in vier Bezirke (calpullis). Ein Gewirr von Straßen und Kanälen dominierte die Bezirke. Nur die Hauptstraßen waren alle schnurgerade und trafen an einem zentralen Punkt, inmitten des großen Marktes, zusammen. Die größte, die Prunkstraße Tenochtitláns, durchschnitt vom südlichen Dammweg aus die Stadt in ihrer ganzen Länge. Herrliche Paläste und zahlreiche terrassenförmige Blumenanlagen zogen sich die gesamte Straße entlang, die täglich - wie alle anderen Gehwege auch - von einem Heer von Straßenkehrern gesäuberte wurde.
Dichtgedrängt lagen die Wohnhäuser der Azteken. Die ärmere Bevölkerung wohnte in niedrigen Gebäuden, die oft nur einen Raum Platz umfassten, während die Reichen in prachtvollen Palästen residierten. Die Dächer waren alle flach und wurden als Terrasse benutzt.
Der Texcoco-See war stark salzhaltig. Deshalb wurde von der reichen Süßwasserquelle, die im Zentrum der Stadt entsprang, mit Tonröhren und später mit Aquädukten Trinkwasser in die verschiedenen Bezirke geleitet 12 . Die meisten Behausungen - im „Venedig der westlichen Welt“ - waren an einem rasterartigen Kanalnetz angeschlossen, so dass Fäkalien und Regenwasser in den starken Regenperioden kein größeres Problem darstellten. Diese Kanäle wurden auch, da die Indios weder Lastentiere noch Wagen kannten, als Wasserweg zum Transportieren von Handelsgütern genutzt. Mit Kanus beförderten die Azteken Waren über den See und durch die Kanäle zu den einzelnen Marktplätzen. Der größte Markt war der von Tlateloco. Bis zu 40 000 Menschen sollen dort an den großen Markttagen anzutreffen gewesen sein. Als Zahlungsmittel wurden Goldstaub und Kakaobohnen akzeptiert, meist wurde jedoch getauscht.
11 Hernán Cortés: „Caesar spricht“ über seine Ankunft in der großen Stadt Tenochtitlán; in Rodriguez
Monegal, Emir: Die Neue Welt. Chroniken Lateinamerikas. S.117
12 http://www.wu-wien.ac.at/usr/h95b/h9506089/ (16.10.01)
7
Der wichtigste Bezirk war der Tempelbezirk. Er war von hohen, zinnengekrönten Mauern umgeben und somit von der restlichen Stadt abgeschlossen. Der „Große Tempel“, von den Azteken Teocalli, von den Spaniern Templo Mayor 13 genannt, beherrschte die Anlage. Zwei Jahrhunderte wurde die Steinpyramide mehrfach, durch Aufsetzten neuer „Schichten“, erweitert und maß dann schließlich an der Basis an die 100 Meter. 114 Stufen einer Freitreppe, berichtete die Conquista 14 , führten zu einer Plattform, auf der die aztekischen Opferrituale vollzogen wurden. Der Teocalli wurde von anderen, kleineren Tempeln und Wohnbauten der Priester umgeben. Auch einen Spielplatz für rituelle Ballspiele, die zu Ehren der Götter abgehalten wurden, gab es in diesem Bezirk.
Kaiser Moctezuma II. ließ sich am Platz vor dem Tempelbezirk einen prachtvollen Palast (der von den Azteken tepac genannt wurde) erbauen, der mit zahlreichen Räumen, Hallen, Bädern und Höfen die spanischen Eroberer in Ekstase versetzte. Gleich anschließend an dem Wohnsitz des Aztekenherrschers befanden sich mehrere Verwaltungsgebäude sowie üppige Ziergärten.
1.4. Der Mythos
„Locker gefügtes Reich, Konföderation, auf militärische Stärke gestützter
Merkantilismus - gleich wo man das alte Mexiko unter den politischen
Systemen einordnet, fest steht, dass es von seinen Nachbarn und den
tributpflichtigen Völkern als eine überwältigende, furchteinflößende Macht
betrachtet wurde.“ 15
Doch ungeachtet der in ihrer Hochblüte stehenden Stadt, des Reichtums des aztekischen Imperiums, der bemerkenswerten Kunst, der vielfältigen Bildung und der militärischen Erfolge blickte man in Tenochtitlán pessimistisch in die Zukunft. Man kann nicht behaupten, dass diese Ängste auf das Fehlen des Rades, der Metallwerkzeuge oder der Schrift zurückzuführen sind. Der Ursprung der Sorge war, dass die Azteken ihre Geschichte auf dem Mythos einer endzeitlichen Katastrophe aufgebaut hatten. Der Mythos besagt, dass die Welt schon 4 Sonnen durchlaufen hat. Die Epoche der fünften und letzten Sonne würde eines Tages zu Ende gehen. 16
13 http://www.indianer-welt.de/meso/aztek/aztek-stadt.htm (26.10.01)
14 Vgl.: Pleticha, Heinrich: Weltgeschichte in 12 Bänden. Entdecker und Reformatoren. S.74
15 Thomas über den sagenhaften Mythos der Azteken, in Thomas, Hugh: Die Eroberung Mexikos.
Cortés und Montezuma. S.57
16 Vgl.: Thomas, Hugh: Die Eroberung Mexikos. Cortés und Montezuma. S.57
8
II. Die Eroberung des Aztekenreiches
2.1. Der Aufstieg des Hernán Cortés
Hernán Cortés wurde 1485 in Medellín, einer Stadt im Südosten der Estremadura, geboren. Mit 14 Jahren wurde er auf die Universität von Salamanca geschickt, wo er aber nur zwei Jahre blieb. 1504 verließ Cortés sein Vaterland, weil ihn der Drang nach neuen Erlebnissen in die „Neue Welt“ verschlug. Doch erst 1511 tauschte er sein bisher ruhiges Leben mit dem Abenteuer: Er nahm an der Mission von Diego de Velázquez teil, deren Ziel die Eroberung Kubas war. Velázquez war von dem jungen, aufstrebenden Cortés so begeistert, dass er ihn nach der Unterwerfung der Inselnun als Statthalter Kubas - zu seinem Geheimschreiber ernannte.
Ein paar Jahre später trafen Berichte über die Entdeckung
des Mayareichs und dessen reiche Goldschätze durch Juan de Grijalva, einen spanischen Entdecker, in Santiago ein. Velázquez plante sofort eine neue Expedition. Für die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Flotte benötigte er aber Geld. Er entschloss sich nach Zureden seiner Berater, den mittlerweile zu seinem Konkurrenten gewordenen und inzwischen wohlhabenden Hernán Cortés zum Oberbefehlshaber eines spanischen Geschwaders der Neuen Welt zu küren. Cortés erhielt den Befehl, diese Flotte aufzustellen, um den verschollenen Grijalva zu suchen und vom Gebiet der Mayas Karten anzulegen. Damit war Cortés am Ziel seiner Träume angelangt. Sogleich investierte er sein ganzes Vermögen in ein Geschwader von sechs Schiffen mit etwa 300 Mann Besatzung.
Velázquez, der nur eine kleine Flotte angeordnet hatte, um die großen Entdeckungen selbst vorzunehmen, erfuhr von den aufwendigen Vorbereitungsarbeiten seines einstigen Schützlings. Der Statthalter fürchtete, seine Macht an Cortés zu verlieren und entzog dem eben bestellten Feldherrn das Kommando wieder. Das ließ sich Cortés nicht gefallen. Immerhin hatte er zwei Drittel der Kosten für die Aufstellung der Expedition aus eigener Tasche bezahlt. In einer Nacht im November 1518 stach er mit seiner noch schlecht ausgestatteten Flotte heimlich in See. Bevor er sein eigentliches Ziel Mexiko ansteuerte, legte er bei einigen Häfen an und vermehrte seine Ausrüstung sowie seine Streitmacht. Aus dem kleinen Gefolge war
9
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Gerhard Paleczny, 2002, Der Untergang des Aztekenreiches und die Folgen im 16. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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