Gliederung
1 Einleitung 3
2 Pensionsverpflichtungen in der Bilanzierung 5
2.1 Grundlegende Begriffe 5
2.2 Pensionsrückstellungen nach IFRS 7
3 Glättung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste
mittels der Korridormethode 10
3.1 Versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten 10
3.2 Ergebnisglättung mittels der Korridormethode 11
3.3 Beispielrechnung für die Korridormethode 13
3.4 Weitere Glättungsmechanismen und alternative
Verrechungsmöglichkeiten 15
3.5 Kritische Würdigung 16
4 Zusammenfassung 17
5 Literaturverzeichnis 18
2
1 Einleitung
Internationale Rechnungslegungsnormen haben für global agierende, kapitalmarkt-orientierte Unternehmen in Deutschland grundlegende Bedeutung erlangt und ihren Eingang in die Bilanzierungspraxis gefunden. Anfänglich durch die Anforderungen internationaler Kapitalmärkte und die Informationsbedürfnissen ihrer Kapitalanleger zum Beispiel nach US-GAAP 1 getrieben hat die Europäische Union 2002 alle kapi-talmarktorientierten europäischen Unternehmen verpflichtet, ab spätestens 2007 den Konzernabschluss zumindest nach den IFRS 2 zu erstellen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) stellen den Versuch dar, international anerkannte Rechnungslegungsnormen zu erarbeiten und durchzusetzen. 3
Einen wesentlichen Bereich der Rechnungslegung bilden Rückstellungen, wobei die Pensionsverpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung als zusammengesetztes, langfristiger Leistungsversprechen zu den vielschichtigsten bilanziellen Sonderproblemen zählen 4 . Wichtigster Diskussionspunkt in diesem Zusammenhang ist die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in der GuV-Rechnung. Hierfür haben sich international eine Reihe verschiedener Bilanzierungs-formen herausgebildet und sind als Bilanzierungsregeln etwa in US-GAAP, IFRS, usw. aufgenommen worden.
3HQVLRQVYHUSIOLFKWXQJHQELOGHQHLQHVGHUÄZLFKWLJVWHQ(OHPHQWHH[WHUQHU%LODQ]DQa-O\VH³ 5 , haben sie doch erhebliche Auswirkungen zum Beispiel auf die Beurteilung des Kapitalstrukturrisikos 6 durch Rating-Agenturen. Welche Folgen die Umstellung der Bilanzierungsregeln für Pensionsverpflichtungen in der Praxis haben können, zeigen Untersuchungen zu möglichen Ergebnisverbesserungen und die Veränderung
1 US-amerikanische General Accepted Acounting Principles (US-GAAP)
2 International Financial Reporting Standards (IFRS), die International Accounting Standards (IAS) sind Bestandteil der IFRS
3 Pellens2004, Vorwort zur 5. Auflage
4 Zimmermann2004, S.485
5 Küting2006, S. 192
6 Gerke2003, S.V
3
der Eigenkapitalquote verschiedener DAX-Unternehmen durch Änderungen bei der Berücksichtigung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten 7 .
'LHLQGLHVHU$UEHLWGDUJHVWHOOWHÄ.RUULGRUPHWKRGH³ 8 bildet eine solche Möglichkeit der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen. Nachfolgend soll beginnend mit einer kurzen Einführung in die grundlegenden Begriffe und Grundsätze zur Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen nach IFRS das Kernproblem der Berücksichtigung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste in der Rechnungslegung mittels der Korridormethode erläutert werden. Hierzu werden die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im Sinne der IFRS und aufgezeigt und die ErgebnisglätWXQJPLWWHOVGHUÄ.RUULGRUPHWKRGH³WKHRUHWLVFKXQGDQKDQGHLQHV%HLVSLHOVGDrgestellt. Anschließend werden kurz weitere, neu hinzugekommene Bilanzierungsmöglichkeiten nach IAS 19 aufgeführt und kurz diskutiert. In einer abschließenden NULWLVFKHQ :UGLJXQJ GHU Ä.RUULGRUPHWKRGH³ ZHUGHQ GLH 3UREOHPH ihrer Anwendung angerissen und Gründe für den aktuellen Wechsel zahlreicher Unternehmen zum Beispiel in den Eigenkapital-Ansatz 9 diskutiert.
7 Zimmermann2004, S.489f.
8 Äcorridor approach³VLHKH,$6-95
9 Siehe zum Beispiel EADS Bilanzpressekonferenz, 9. März 2007: EADS2007
4
2 Pensionsverpflichtungen in der Bilanzierung
2.1 Grundlegende Begriffe
Pensionsverpflichtungen, in Deutschland oft unter dem Begriff betrieblicher Alters-versorgung zusammengefasst, gehören zu den bilanzierungspflichtigen Rückstellungen 10 , wobei sie den Rückstellungen aufgrund einer Verpflichtung gegenüber Dritten zugerechnet werden können 11 . Die mögliche Ausgestaltung der betrieblichen Alters-vorsorge ist in Abbildung 1 dargestellt:
Abbildung 1: Gestaltungsformen betrieblicher Altersvorsorge 12
Bei mittelbaren Versorgungszusagen, auch beitragsorientierte Pensionszusagen genannt, verpflichtet sich das Unternehmen zur Zahlung fester Beiträge an einen externen Versorgungsträger, der dann die späteren Versorgungsleistungen an die Mitarbeiter erbringt 13 . Da dem Unternehmen über die periodischen Zahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen entstehen, lassen sich die Beitragszahlungen als Aufwendungen der Periode bilanzieren, die Notwendigkeit zur Bildung von Rückstellungen entfällt 14 .
10 sowohl im Steuerrecht als auch im Handelsrecht, vgl. z.Bsp. Küting2006, S192ff.
11 Coenenberg2003, S.350 und S.356ff.
12 Nach Coenenberg2003, S.357
13 vgl. Sellhorn2007, S.12
14 Coenenberg2003, S.357 und S.359
5
Bei unmittelbaren Versorgungszusagen, auch leistungsorientierte Pensionszusagen genannt, verpflichtet sich das Unternehmen im Unterschied zu den beitragsorientierten Pensionszusagen zu Pensionszahlungen in definierter Höhe (etwa gestaffelt nach Unternehmenszugehörigkeit, Gehaltsstufe, usw.). Das Unternehmen muss hierfür sicherstellen, dass bei Fälligkeit der Pensionsleistung die benötigten finanziellen Mittel verfügbar sind 15 . Dazu bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie in Abbildung 2 gezeigt wird:
Abbildung 2: Pensionszusagen und Finanzierungsmöglichkeiten 16
Anzumerken ist, dass die Finanzierungsform leistungsorientierter Pensionszusagen für die Pensionsverpflichtung des Unternehmens ohne Einfluss ist, reicht das extern angesammelte Kapital nicht aus, entsteht eine Nachschusspflicht für das Unternehmen 17 .
Die Bilanzierung der leistungsorientierten Zusagen, in der Regel lebenslange betriebliche Rentenzahlungen, folgt als ungewisse Verbindlichkeiten komplexen Regelungen. Wichtige Fragestellungen hierbei sind etwa, wie die Verpflichtungen aus den Zusagen zu bewerten sind (ggf. unter Beachtung externer Finanzierung), wie der jährliche Aufwand konzeptionell ermittelt werden soll, wie Ergebnisglättungsmechanismen auf Aufwand und Bilanz wirken und welche Beiträge letztlich im Rechenwerk der Bilanzierung auftauchen 18 . Abbildung 3 zeigt diese Komplexität am Beispiel des Anwartschaftswertverfahrens, das auf Basis versicherungsmathematischer
15 vgl. Sellhorn2007, S.12f.
16 nach Sellhorn2007, S.13
17 Sellhorn2007, S.13
18 Pellens2004, S.405f.
6
Arbeit zitieren:
Inga Schirrmann, 2007, Die „Korridormethode“ im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen nach IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
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