Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 03
1. Die Entwicklungen bis Kriegsausbruch
1.1. Finnlands Situation 05
1.2. Deutsch-finnische Entwicklungen 06
1.3. Sowjetisch-finnische Entwicklungen 07
2. Der Kriegsverlauf in Finnland
2.1. Der Winterkrieg 09
2.2. Der Zwischenfrieden 10
2.3. Der Fortsetzungskrieg 12
2.4. Finnlands Rückzug aus dem Krieg 13
Auswertung S. 15
Quellen - und Literaturverzeichnis
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Einleitung
Hatte Finnland in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen zunächst unterschiedlichste politische Strategien ausprobiert, so war es in den direkten Vorkriegsjahren, nach schwedischem Vorbild, zu einer Politik der Neutralität die Großmächte betreffend übergegangen. Mit Beginn des Weltkrieges musste es jedoch feststellen, dass es sich dadurch selbst isoliert hatte. Nach dem verlorenem Winterkrieg gegen die Sowjetunion, kämpfte es, neben Deutschland, erneut gegen diese.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderte sich das Bild der „Alten Welt“ grundlegend. Das Deutsche Reich lag am Boden und die Siegermächte begannen Europa „neu“ aufzuteilen. Während die westlichen Alliierten einen demokratischen Wiederaufbau verfolgten, begann die Sowjetunion die Gebiete der mit dem Dritten Reich verbündeten, beziehungsweise von diesem besetzen Staaten - Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, und Bulgarien - zu okkupieren und gestaltete diese nach eigenem Vorbild um. Finnland bildet hier die einzige Ausnahme. Weder wurde es von den West-Alliierten besetzt, noch von der Sowjetunion okkupiert oder in das entstehende sowjetische Blocksystem integriert. Es konnte seine, nach der Unabhängigkeit von Russland, errungene Souveränität, seine demokratischen Institutionen, sowie seine marktwirtschaftliche Ordnung und sein Gesellschaftssystem erhalten.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage, warum das demokratische Finnland auf der Seite des nationalsozialistischen Deutschlands in den Krieg eintrat und warum es nach dem Ende des Krieges wieder als eigenständiger neutraler Staat weiter existieren durfte.
Der erste Abschnitt dieser Arbeit soll zunächst einen Überblick über die Ausgangslage vor Ausbruch des Krieges geben. Dazu wird kurz auf die Situation Finnlands seit seiner Gründung 1917, auf die Entwicklungen zwischen Finnland und Deutschland, sowie auf die Entwicklungen zwischen Finnland und der Sowjetunion eingegangen werden.
Der Hauptteil beschäftigt sich mit dem Kriegsverlauf in Finnland. Dabei wird in chronologischer Reihenfolge zunächst der Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion betrachtet. Im darauf folgenden Abschnitt soll kurz auf die Zeit zwischen Winter- und Fortsetzungskrieg eingegangen und die Frage wie es zu dieser deutschfinnischen Zusammenarbeit kommen konnte, näher beleuchtet werden. Im Anschluss
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daran beschäftigt sich diese Arbeit schließlich mit dem Fortsetzungskrieg. Dabei soll abschließend auf Finnlands Bemühungen zum Austritt aus dem Krieg eingegangen werden.
Den Abschluss bilden dann eine Auswertung des dargelegten Kriegsverlaufes und die Frage, wie Finnland diesen Sonderweg im Kontext des Zweiten Weltkriegs beschreiten konnte.
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1. Die Entwicklungen bis Kriegsausbruch
1.1. Finnlands Situation
Am 6. Dezember 1917 erklärte Finnland, welches seit 1809 als Großfürstentum zum Zarenreich gehörte, zeitgleich mit der Machtübernahme der Bolschewiki und des beginnenden russischen Bürgerkrieges, seine Unabhängigkeit von Russland. Lenin sah in der finnischen Selbständigkeit keine Bedrohung der sowjetischen Herrschaft und erkannte diese im Januar 1918 an. Es folgte die Anerkennung durch die skandinavischen Nachbarstaaten, Deutschland und Frankreich. 1 Kurz darauf herrschte in Finnland von Januar bis Mai 1918 ein Bürgerkrieg zwischen sozialistischen und konservativen Kräften. Die „Roten Garden“ wurden von den noch in Finnland stationierten revolutionären Soldaten der russischen Armee unterstützt, wodurch der Krieg „auch Züge eines finnisch-russischen Krieges trug“ 2 . Trotzdem gelang es den bürgerlichen Kräften, unter Führung von Carl Gustav Mannerheim, den Krieg für sich zu entscheiden. Der Kern der finnischen Truppen bestand aus dem Jäger-Bataillon 27, das in Deutschland ausgebildet wurde und maßgeblich am Erfolg Mannerheims beteiligt war. 3
Durch die Verbindung mit dem russischen Bürgerkrieg, war dieser Krieg aus Sicht der Finnen weniger ein finnischer Bürgerkrieg, als ein Freiheitskrieg gegen Russland. Deshalb blieben die Beziehungen zwischen Finnland und der Sowjetunion in den folgenden Jahren weiter angespannt. 4 Die geopolitischen Interessen des mächtigen Russlands bedeuteten von Anfang an eine Gefahr für das finnische Volk. „Die 600jährige Funktion Finnlands als Grenzland und Bastion des schwedischen Reiches gegen die russische Expansion und - vor allem - die bitteren Erfahrungen der Finnen in der letzten Phase der über hundertjährigen Zugehörigkeit zum zaristischen Großreich im Kampf um die Bewahrung der eigenen Identität und Freiheitsräume bestimmte vor allem in den Zwanziger und Dreißiger Jahren das Verhältnis zwischen der Finnischen Republik und dem Sowjetimperium.“ 5 Die finnischen Interessen bestanden also vornehmlich aus dem Wunsch nach Sicherheit gegenüber der Sowjetunion. Das betraf sowohl die territoriale Integrität als auch den Fortbestand
1 Lehmann, Günter, Finnland - Militärpolitik im Schatten einer Großmacht,
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/gaeste/g1891200.htm, 17.03.2008.
2 Röpstorff, Thomas: Finnland im Spannungsfeld der Großmächte 1939-1941, Kiel 1989, S. 2.
3 Vgl. ebd.
4 Vgl. Bohn, Ingrid: Finnland - Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Regensburg 2005, S.206ff.
5 Röpstorff: Finnland im Spannungsfeld, S. 1.
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Arbeit zitieren:
Raik Dowedeit, 2008, Finnlands Sonderweg im Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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