Ich möchte mich auf diese Weise bei Herrn PhDr. Jaroslav Kovář, CSc. für seine fachliche Hilfe
beim Zusammenstellen von dieser Arbeit herzlich bedanken und in der nicht letzten Reihe danke
ich meiner Familie für Unterstützung.
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Inhalt:
1. Einleitung 5
2. Wichtige politische, kulturelle und soziologische Einschnitte in Deutschland von den 60 er
zu 80 er Jahren des 20. Jahrhunderts 10
3.1 Charakterisierung der Generation Golf aufgrund Generation Golf von Florian Illies 14
3.2 Generation Golf zwei - eine langweilige Fortsetzung oder eine ganz neue Perspektive? 22
3.3 Vergleich - Generation Golf von Florian Illies und Zonenkinder von Jana Hensel 34
4. Christian Krachts Faserland 42
5. Spielzone von Tanja Dückers 52
6. Zusammenfassung 62
7. Literaturverzeichnis 63
1. Einleitung
Als Thema meiner Diplomarbeit habe ich Generation Golf gewählt. Dieses Thema gehört in dem tschechischen kulturellen Milieu zu wenig durchforschten Themen der deutschsprachigen Literatur. Der Grund dafür kann sein, dass es sich um die neueste deutsche Literatur handelt. Viele Vertreter dieser Generation wurden nie ins Tschechische übersetzt, ihre Bücher und sogar ihre Namen sind in der Tschechischen Republik wenig bekannt, obwohl gerade diese Schriftsteller, die zu der Generation Golf gehören, in Deutschland oft umfangreiche Literaturdebatten verursacht haben. Erst die Zeit zeigt, ob diese Autoren zum Kanon der deutschsprachigen Literatur gehören werden. Aber eine Sache ist schon jetzt sicher
- man sollte nicht die gegenwärtige Literatur übergehen, denn das Schaffen der Schriftsteller der Generation Golf bildet den wichtigen Teil der gegenwärtigen Literatur. In manchen Fällen stellen diese Bücher keine höheren ästhetischen Ziele. Die Autoren möchten den breiten Kreis von Lesern ansprechen und ihnen etwas mitteilen, sie amüsieren, ihre Gefühle, Emotionen oder irgendwelche Reaktionen erwecken.
In meiner Arbeit möchte ich die kulturelle und politische Situation, in der die Mitglieder der Generation Golf, die um das Jahr 1968 Geborenen, herangewachsen sind, andeuten, den Begriff Generation Golf erklären, und sich mit den bedeutendsten Werken von den Angehörigen dieser Generation beschäftigen. Wenn man diese Literatur vor dem Hintergrund der Weltliteratur bewerten möchte, dann kann man diese Autoren und ihre Generation zu der sog. Popliteratur einordnen. Ich gehe aus dem Buch Generation Golf. Eine Inspektion. von Florian Illies aus und aufgrund seiner Präsentation dieser Generation möchte ich gemeinsame Merkmale in dem Schaffen dieser Autoren suchen und sie analysieren. Im Jahre 2003 hat Florian Illies die Fortsetzung Generation Golf zwei publiziert, die ich in meiner Diplomarbeit auch behandeln möchte. Meine Absicht ist, beide Bücher, die dieselbe Generation
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beschreiben, zu vergleichen und auszuwerten, zu welchen Veränderungen - dem Autor zufolge - bei dieser Generation innerhalb von zwei Jahren gekommen ist. Die Ursprünge der Popliteratur hängen mit Dadaismus und mit der US-amerikanischen Beat Generation zusammen. William S. Burroughs, Jack Kerouac und Allen Ginsberg gelten als Pioniere dieser Richtung. Die ersten popliterarischen Texte in Deutschland sind erst in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgetaucht, als der amerikanische Literaturwissenschaftler und Kritiker Leslie Fiedler den Aufsatz Cross the Border - Close the Gap in der Zeitschrift Christ und Welt und im Magazin Playboy veröffentlicht hat. Er hat Auflockerung, Entspannung und Entlastung der Hochkultur mittels einer Literatur verlangt, die den Alltag einbezieht und thematisiert. Der Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann hat am Ende der 70-er Jahre versucht, die amerikanischen Popliteraten in Deutschland vorzustellen. 1 Zur Zeit der Studentenbewegung hat die Popliteratur eine wichtige Rolle gespielt. Mit Hilfe der Popliteratur hat sich die junge Generation von der Elterngeneration abgegrenzt. In den 90-er Jahren hat die Popliteratur wieder große Beliebtheit erreicht. Im Zusammenhang mit der Popliteratur in den 90-er Jahren kann man schon von der Generation Golf sprechen. Als Generation Golf bezeichnet man eine bestimmte Prägung der Popliteratur der 90-er, obwohl diese Bezeichnung nicht wissenschaftlich definiert und nicht allgemein akzeptiert ist. Aus meiner Sicht ist der Begriff Popliteratur schwer zu definieren und kann irreführend sein. Im Unterschied dazu empfinde ich die Bezeichnung Generation Golf mehr auf deutschsprachige Literatur orientiert und aus deutschen Verhältnissen ausgegangen. Ich möchte mich in meiner Arbeit für den allgemeinen Gebrauch des Terminus Generation Golf einsetzen und seine Begründung nachweisen.
Die Popliteratur der 90-er Jahre ist nicht dieselbe Popliteratur, die es in den 60-er Jahren gab. Die jüngste deutsche Literaturgeneration hat Thomas Anz an den Webseiten
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Popliteratur [zitiert 31.1.2008]
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www.literaturkritik.de folgendermaßen charakterisiert: „Nein, die jüngste Popliteratur ist nicht mehr wie jene, die Fiedler meinte, eine „Bedrohung für alle Hierarchien“ zwischen Hoch und Niedrig, Elite und Masse, Professionalität und Dilettantismus, sondern etabliert neue Hierarchien durch feine Unterscheidungen zwischen gutem und schlechtem Geschmack. Der Konsum dient ihr zur sozialen Differenzierung. Kracht, Stuckrad-Barre und Illies sind bekennende Snobisten. Nach der Lektüre von Krachts „Faserland“ habe man endlich sagen dürfen, so Illies, dass „die Entscheidung zwischen einer grünen und einer blauen Barbour-Jacke schwieriger als die zwischen CDU und SPD“ ist. Ein Schlüsselsatz in „Generation Golf“ lautet: „Der Kauf bestimmter Kleidungsstücke ist, wie früher die Lektüre eines bestimmten Schriftstellers, eine Form der Weltanschauung geworden.“ Die Mechanismen sozialer Distinktion sind geblieben, nur ihre Medien haben sich verändert. An die Stelle von literarischen Bildungserlebnissen setzen diese Autoren in ihren Geschichten der eigenen Entwicklung und Identitätsfindung prägende Konsumerlebnisse.“ 2 Auch aus diesem Grunde möchte ich begrifflich zwischen der Popliteratur der 60-er und 90-er Jahre unterscheiden. Den Grundsätzen der Popliteratur entsprechen in den 90-er Jahren gemäß ihrem Schaffen vor allem diese deutsch schreibenden Autoren: Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht, Tanja Dückers, Eckhart Nickel, Alexander von Schönburg, Joachim Bessing, Jess Jochimsen, Alexa Hennig von Lange. Auch Thomas Brussig benutzt popliterarische Methoden. Für die Analyse habe ich neben zwei Romanen von Florian Illies folgende Bücher gewählt: Faserland von Christian Kracht und Spielzone von Tanja Dückers. Nach dem thematischen Kriterium wird manchmal die gegenwärtige deutsche Literatur geteilt 3 in die von den Vertretern der Generation Golf geschriebene Literatur, in die Ostalgie-Literatur, die sich auf die Atmosphäre der 70-er und 80-er Jahre in der DDR konzentriert, und
2 http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4418&ausgabe=200112 [zitiert 31.1.2008]
3 http://www.iliteratura.cz/clanek.asp?polozkaID=15867 [zitiert 12.4.2008]
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die Literatur der sog. skeptischen Generation, die Bedeutungslosigkeit des Äußeren betont. In die Analyse habe ich daher absichtlich den ostalgischen Roman Zonenkinder von Jana Hensel eingegliedert, weil dieses Buch von Jana Hensel vor allem im Vergleich mit dem Buch Generation Golf von Illies einen passenden Anlass zu der Analyse gibt. Hensel könnte zur Generation Golf gehören (ihrem Geburtjahr zufolge) aber Charakter ihres Schaffens, die Bedingungen unter denen sie aufgewachsen ist, sind ganz unterschiedlich und deshalb möchte ich nicht Hensel zur Generation Golf ordnen. Ich möchte aber ihr Werk mit dem von den Vertretern der Generation Golf vergleichen.
Bei der Wahl der Werke zu der Analyse ließ ich mich durch die Aufzählung der Literaten der Generation Golf auf den Websites http://www.single-dasein.de/kohorten/golf.htm inspirieren (mit Ausnahme von Thomas Brussig, weil er seine Kindheit in Ost-Berlin verbracht hat). Diese Aufzählung der Literaten der Generation Golf ist völlig flexible und nimmt ständig neue Schriftsteller an. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ein allgemein gültiges und allgemein akzeptiertes Verzeichnis der Generations-Golf-Autoren nicht existiert, weil es sich um die neueste deutsche Literatur handelt.
Ich habe versucht solche Autoren auszuwählen, die stark im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung mit der Generation Golf verbunden sind und von denen auch die tschechischen Leser hören konnten - obwohl ihre Bücher ausnahmsweise ins Tschechische übersetzt wurden - Illies, Dückers. Andererseits habe ich nach den Büchern solcher Autoren gegriffen, die auf dem tschechischen Buchmarkt nicht vorkommen, aber die von den deutschen Literaturkritikern als hoffnungsvolle Neulinge in der Welt der Literatur bezeichnet werden -Illies, Kracht. Im Allgemeinen habe ich solche Werke zu der Analyse ausgesucht, bei denen eine klare und eindeutige Verbindung mit Generation Golf sichtbar ist. Ich habe nur eine Ausnahme gemacht - ich habe in meine Magisterarbeit auch solchen Schriftsteller eingeordnet, den einige Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler nicht als einen
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typischen Vertreter der Generation Golf finden können, was sicher Tanja Dückers ist. Ich möchte jedoch meine Auswahl verteidigen und sorgfältig meine Entscheidung begründen. Ich bemühe mich zu beweisen, dass die von mir ausgewählten Autoren tatsächlich als die Vertreter der Generation Golf betrachtet werden können.
In meiner Bakkalaureusarbeit habe ich mich mit der Thematik der Ostalgie beschäftigt. Ich habe mich auf Thomas Brussig, Jana Hensel und Michael Tetzlaff konzentriert. Obwohl Nostalgie im richtigen Sinne des Wortes bei den Vertretern der Generation Golf nicht vorkommt, ist bei diesen Schriftstellern auch die Tendenz zur autobiographischen Verzeichnung der Kindheitserinnerungen (gewöhnlich in der Form von Gedichten oder tagebuchartigen Prosanotizen 4 ) charakteristisch. Deshalb möchte ich das Schaffen eines von Ostalgie-Autoren (Jana Hensel) mit dem Werk von Florian Illies vergleichen und gemeinsame und unterschiedliche Merkmale ihrer Bücher finden. Gleichzeitig möchte ich auch andere Themen und Motive im Schaffen von Schriftstellern der Generation Golf analysieren.
4 http://www.litrix.de/magazin/panorama/ueberblick/de12072.htm [zitiert 31.12008]
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2. Wichtige politische, kulturelle und soziologische Einschnitte in Deutschland von den 60-er zu 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts
Nur wenige Jahre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die nächsten Ereignisse und die nächste geschichtliche Entwicklung so stark und so tief beeinflusst als das Jahr 1968. Viele Historiker haben gesagt, dass Deutschland nach 1968 nicht mehr das gleiche Land wie vorher war. 5 Kalter Krieg, nukleare Bedrohung, „Wirtschaftswunder”, Vietnam oder Massenkonsum 6 sind in Zeitungen so oft erschienen wie die Begriffe Ökonomie, Gesundheitswesen oder Kultur. Das Jahr 1968 war auch Jahr von heftigen
Studentenprotesten - Jugend wollte die Situation an den Universitäten, in Kultur und Politik nicht weiter akzeptieren und begann sich zu organisieren. Deutschland, Frankreich, Österreich und verschiedene andere Länder waren die Schauplätze von Studentenprotesten. Berliner Mauer hat fast 7 Jahre lang gestanden, als das Jahr 1968 an die Tür geklopft hat. Es gab zwei deutsche Staaten - die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Die DDR hat sich in die Rolle des antifaschistischen Staates mit einer starken antifaschistischen Tradition stilisiert. Antifaschismus hat dann als Argument gegenüber der Bundesrepublik gedient. In der „alten“ Bundesrepublik ist die Frage des II. Weltkriegs und Deutschlands Verantwortung nicht ohne Aufmerksamkeit geblieben. Seit Ende der 60er Jahre hat man versucht, sich kritisch mit der NS-Zeit zu beschäftigen. Diese Etappe von Diskussionen und Debatten über die Schuld und die Verstöße der Deutschen wird als Vergangenheitsbewältigung bezeichnet. Nach den langen Adenauer-Jahren (1949-1961) hat sich in der Bundesrepublik eine Koalition zwischen CDU und SPD unter Bundeskanzler Kiesinger herausgebildet. Der Sozialistische Deutsche Stundentenbund wollte diese Koalition nicht akzeptieren. Die
5 http://www.mahnert-online.de/1968.html [zitiert 31.1.2008]
6 http://www.sjnoe.at/content/content.php?ID=512 [zitiert 31.1.2008]
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Studenten haben soziale Veränderungen und eine Hochschulreform gefordert. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen wurden große Demonstrationen organisiert. Eine von diesen Demonstrationen hat sich gegen den Berlin-Besuch des persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi gewendet. 2.6.1967 wurde bei dieser Demonstration der Student Benno Ohnesorg von der Polizei erschossen.
Der begabteste Rhetoriker und Organisator der Studentenbewegung war Rudi Dutschke. Rudi Dutschke hat nicht nur eine Hochschulreform, sondern auch eine umfassende Änderung der Gesellschaft angestrebt. Rudi Dutschke hat seit 1967 die Parole „Marsch durch die Institutionen“ benutzt, die als das Schlagwort für die Absicht der 68-er Bewegung gedient hat
- im System der BRD Karriere zu machen und das politisch-gesellschaftliche System zu verändern. Rudi Dutschke wurde Opfer eines Attentats und dabei lebensgefährlich verletzt. Der Staat hat auf diese Studentenproteste mit massiven polizeilichen Aktionen reagiert. Einige Schriftsteller - z.B. Heirich Böll - sind öffentlich aufgetreten und haben gegen die Beschränkung der menschlichen Freiheit protestiert. Nach Dutschkes Tod und nach der zunehmenden staatlichen Repression ist die bis darin organisierte Bewegung zerfallen. Die Bewegung wurde schwächer in der zweiten Hälfte von 1968, als nur viele kleine Gruppierungen geblieben sind. In den 70-er Jahren haben sich aus dem Herzen der Proteste extremlinke Gruppen und die ”Roten Armee Fraktion” (RAF) geformt. Auch neue soziale Bewegungen sind entstanden - Frauen-, Friedens- und Umweltbewegungen. In den 50-er und vor allem in den 60-er Jahren ist der Prozess der Integration der Frauen in das Arbeitsleben verlaufen. An der Wende der 70-er und 80-er Jahre hat sich eine neue Frauenbewegung entwickelt. In 1977 ist neues Ehe- und Familienrecht in Kraft getreten. Verschiedene Organisationen haben Frauenquoten eingeführt. In dem privaten Leben hat sich in den 60-er Jahren das Modell der so genannten Normalfamilie durchgesetzt. Eine typische Normalfamilie hat aus einem Man und einer Frau,
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ihren gemeinsamen Kindern bestanden. Der Mann hatte die Funktion des Ernährers und die Hauptaufgabe der Frauen war die Kinder zu erziehen und sich um den Haushalt zu kümmern. 7 In den 70-er Jahren ist es zum Wandel in den Familienstrukturen gekommen. Die Zahl der Geburten ist gesunken, die Zahl der Scheidungen ist gestiegen. Für die 80-er Jahre war es typisch, dass auch nichteheliche Lebensgemeinschaften aufgetaucht haben, Kinderlosigkeit hat zugenommen, genauso Alleinerziehende und Singles. Diese Tendenz zu der Individualisierung, Bildungsexpansion, Gleichberechtigung dauert bis heute. Nach der Etappe des diktatorischen Aufbaus des Sozialismus (1949-1961) spricht man im Zusammenhang mit der DDR in den Jahren 1961-1981 über die Zeit der Konsolidierung und Anerkennung. In der DDR wurde die so genannte Politik der „friedlichen Koexistenz“ aufgenommen. „Die DDR sah in einer Politik der friedlichen Koexistenz einen Spielraum, die internationale Isolierung aufzulockern und ihre zwischenstaatlichen Beziehungen in Europa zu entwickeln.“ 8 Am Anfang der 60-er Jahre hat die Bundesrepublik mit Willy Brandt an der Spitze neue Ostpolitik begonnen, die das Verhältnis der Bundesrepublik zu der DDR und anderen osteuropäischen Nachbarstaaten betroffen hat. Die Jahre 1969-1982 werden in der Bundesrepublik als sozialliberale Ära bezeichnet.
Zu den wichtigsten Ereignissen der 70-er Jahre gehört Biermanns Ausbürgerung durch die SED-Führung in 1976. Seit den 1960er Jahren hat Wolf Biermann mit seinen Liedern und Texten den Kreis der kritischen DDR-Intelligenz beeinflusst. In seinen Liedern hat er das politische System in der DDR kritisiert. Als Reaktion auf die Provokation der DDR-Oberen hat die SED den bekannten Liedermacher mit Berufs- und Auftrittsverbot belegt. Am 13. November 1976 hat er das Konzert in Köln veranstaltet. Drei Tage nach dem Konzert hat ihm die DDR die Staatsbürgerschaft anerkannt und hat ihm die Wiedereinreise verboten. Die
7 http://www.soziologie.phil.uni-erlangen.de/files/lehre/Geschichte2ab%2050erFolie.doc [zitiert 3.1.2008]
8 Bock Sigfried, Muth Ingrid, Schwiesau Hermann: DDR-Außenpolitik im Rückspiegel, Politikwissenschaft, Band 106. LIT-Verlag, Berlin 2004, S. 71
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ostdeutschen Künstler und die Intellektuellen haben danach eine Petition verfasst. Die Ausbürgerung hat auch in der Öffentlichkeit eine intensive Protestwelle erweckt, auf die der Staat mit immer umfassenderen Maßnahmen reagiert hat. Wachsende Unzufriedenheit der Bürger hat nur zunehmende Kontrolle des Staates hervorgerufen, was oft zu der Emigration oder zu der inneren Emigration vieler Bürger der DDR geführt hat. 9 Darüber hinaus musste sich die DDR neben vielen oppositionellen Gruppen und Ausreisewilligen mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit der Unzufriedenheit der Bevölkerung auch wegen der ständig schlechteren Lebensqualität auseinandersetzen. Die Massendemonstrationen, die Forderungen nach Reisefreiheit in der DDR, die Sehsucht nach Wiedervereinigung Deutschlands haben zu der Öffnung der Mauer am 9. November 1989 beigetragen. In diese an Ereignisse reiche Zeit der 60-er und 70-er Jahre wurde eine Generation geboren, die später als Generation Golf bezeichnet wurde. Wie diese Generation von ihrem Angehörigen Florian Illies beschrieben wurde und wie die anderen Vertreter der Generation Golf die neueste deutsche Literatur beeinflusst haben, sollte diese Arbeit nahebringen.
9 http://www.wdr.de/online/kultur/biermann/index.phtml [zitiert 3.1.2008]
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3.1 Charakterisierung der Generation Golf aufgrund Generation Golf von Florian Illies
In den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts ist eine unübersehbare Tendenz aufgetaucht - das Streben nach der offiziellen und allgemeingültigen Benennung verschiedener Literaturgruppierung und Schriftstellerkreise. Kollektivereignisse stellen nicht mehr das wichtigste Kriterium für Bestimmung der Generationen dar, sondern individuelle Bedürfnisse und Ansichten stehen jetzt im Vordergrund. So wurden die “89-er Generation“, “Generation X“, “Generation Berlin“, “Generation Käfer“ oder z.B. “Generation @“ bestimmt. Unter den frisch benannten literarischen und soziologischen Gruppen ist auch solche Generation erschienen, die die Bezeichnung eines der beliebtesten Autos der Autofabrik Volkswagen im Namen trägt - Generation Golf. Der Nenner fast aller Gruppierungen, die sich in den späteren 80-er und 90-er Jahren herausgebildet haben, ist die gemeinsame Bemühung sich von der Nachkriegsgeneration und von der 68-er Generation zu unterscheiden und auszugrenzen. Was die Literatur angeht, unterscheiden sich wesentlich die Generation Golf oder allgemein die unpolitische und oberflächliche Popliteratur z.B. von der Gruppe 47, die sich auf die Aufarbeitung der Vergangenheit Deutschlands konzentriert hat. Offiziell und deutschlandweit hat man von der Generation Golf erst nach der Veröffentlichung des Buchs Generation Golf. Eine Inspektion in 2000 gesprochen. Allmählich wird der Begriff Generation Golf durch ständig wachsenden Kreis der Literaten und Soziologien akzeptiert. „Die Generation Golf ist eine soziologische und kulturelle Tatsache. 10 - so hat sich der deutsche Literaturkritiker Gustav Seibt in der Zeitschrift Zeit ausgedrückt.
10 Seibt, Gustav: Aussortieren, was falsch ist. Zeit. 4.3.2000
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Arbeit zitieren:
Katerina Fisova, 2008, Generation Golf, München, GRIN Verlag GmbH
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